Comag SL30T2

Produktbild vom DVB-T2-Receiver Comag SL30t2

Pro

  • Kurze Einschaltzeit
  • Schneller automatischer Sendersuchlauf
  • Aufnahme- und Timeshift-Funktion

Kontra

  • Keine Irdeto-EntschlĂŒsselung
  • Aufnahme funktioniert nicht
  • Unkomfortable Bedienung per Fernbedienung
  • Wenig anwenderfreundliches MenĂŒ

Bewertung

6,1 / 10

Fazit

Der Comag SL30T2 bringt zwar viele Funktionen mit, weist aber hinsichtlich seiner Bedienbarkeit und FunktionalitÀt einige teilweise schwerwiegende MÀngel auf und ist daher nur sehr eingeschrÀnkt zu empfehlen.

Funktionen

Inbetriebnahme & Bedienung

Bild, Ton & Signal

AnschlĂŒsse


Funktionen

Der Comag SL30T2 wird in der Originalverpackung, einem handlichen, dĂŒnnen Karton geliefert. Die Set-Up-Box selbst zĂ€hlt mit 17 Zentimetern LĂ€nge, 13 Zentimetern Breite und 3 Zentimetern Höhe zu den kleineren Receivern im Test. Die OberflĂ€che ist glĂ€nzend schwarz und recht anfĂ€llig fĂŒr FingerabdrĂŒcke und Kratzer. Neben der Box und dem festen Stromkabel enthĂ€lt das Paket eine Fernbedienung mit zwei passenden AAA-Batterien und eine Bedienungsanleitung. Sonstiges Zubehör wie Adapter oder eine freenet-ID sind nicht enthalten. Letztere ist aber auch nicht notwendig, da das GerĂ€t keine Irdeto-EntschlĂŒsselung beinhaltet. Wer die privaten Sender wie unverschlĂŒsselt empfangen möchte, muss auf einen anderen Receiver zurĂŒckgreifen.

Foto vom Lieferumfang des Comag SL302T2
Der Lieferumfang beschrÀnkt sich auf das Nötigste.

Viele Funktionen, aber Probleme im Praxistest

Eine Möglichkeit zum Erstellen von Favoritenlisten fehlt dem Comag SL30T2. Abgesehen davon verfĂŒgt der DVB-T2- Receiver ĂŒber alle wichtigen Funktionen:

  • Automatischer sowie einen manuellen Sendersuchlauf
  • AltersbeschrĂ€nkung fĂŒr die Sender
  • Timer fĂŒr zwei Events
  • Elektronischer TV-ProgrammfĂŒhrer (EPG)
  • Multimedia-Player fĂŒr die Wiedergabe von USB-Inhalten wie Bildern, Musik und Videos
  • Aufnahmefunktion
  • Timeshift-Funktion

Mit der Timer-Funktion wĂ€hlt der Nutzer nicht nur einen spĂ€teren Zeitpunkt fĂŒr das Aus-, sondern auch fĂŒr das Einschalten. Die AltersbeschrĂ€nkung fĂŒr die Sender legt er fĂŒr die Jahresstufen zwischen 4 und 18 fest. DarĂŒber hinaus ist das MenĂŒ mit einer sechsstelligen PIN sperrbar. Diese Sperrfunktion findet sich allerdings nicht unter „Kindersicherung“, sondern unter dem MenĂŒpunkt „Passwort einrichten“.

Um die Timeshift- und die Aufnahmefunktion nutzen zu können, ist der Anschluss eines USB-Mediums notwendig – andernfalls erscheint beim Start der Funktionen auf dem Bildschirm die Information „no disc detected“. Mit eingestecktem USB-Stick klappte dann auch nach einer vergleichsweise langen Ladezeit das zeitversetzte Fernsehen. Beim Versuch, separat eine Aufnahme des TV-Programms zu starten, erschien jedoch lediglich die Anzeige „Aufnahmestart – Bitte Warten“. Auch nach mehreren Minuten des Wartens erfolgte keine Aufnahme. Offenbar stĂŒrzte das GerĂ€t beim Start der Funktion ab, sodass uns nur noch die Möglichkeit blieb, es vom Strom zu nehmen. Auch zwei weitere Versuche waren erfolglos.

Immerhin funktionierte die Wiedergabe unserer jpg-Bilder und der mp4-Videos vom USB-Stick. Aufnahmen von anderen DVB-T2-Receivern (TS-Dateien) spielt der Comag SL30T2 allerdings nicht ab.

Inbetriebnahme & Bedienung

Zur Inbetriebnahme schließt der Nutzer den Comag SL30T2 mittels des fest montierten Stromkabels an das Stromnetz, verbindet die Box mit einem separat zu erwerbenden HDMI-Kabel mit dem Fernseher und steckt die DVB-T-Antenne in den Antenneneingang auf der Receiver-RĂŒckseite. Hier fiel uns auf, dass die Antenne deutlich schwerer einsteckzustecken und auch zu entfernen war als bei allen anderen GerĂ€ten im Test. Sind Receiver und Fernseher dann eingeschaltet, startet die Erstinstallation. Diese fĂ€llt vergleichsweise kurz aus. Der User wĂ€hlt lediglich die gewĂŒnschte MenĂŒsprache sowie sein Land aus und startet dann den automatischen Sendersuchlauf. Die Anzeige des Displays leuchtet in hellem grĂŒn und ist bei Spiegelungen durch gegenĂŒberliegende Lichtquellen nur schwer lesbar.

Wenig anwenderfreundlich

Das MenĂŒ wirkt aufgrund seines schwarzen Hintergrunds mit gelber und weißer Schrift recht dĂŒster. Es gliedert sich in sieben Punkte, die am oberen Bildschirmrand fest angeordnet sind:

  • Programm
  • Bild
  • Kanalsuche
  • Zeit
  • Option
  • System
  • USB

Die Symbole, welche die MenĂŒpunkte kennzeichnen, sind allerdings nicht alle selbsterklĂ€rend. Zudem sind einige Begriffe im MenĂŒ nicht aus dem Englischen ins Deutsche ĂŒbersetzt. Beispielsweise steht unter „Option“ der Punkt „OSD Language“ und direkt darunter „Untertitel Sprache“. Andere Receiver wie etwa der Sky Vision 150 T-HD und der Strong SRT 8540 verfĂŒgen ĂŒber deutlich nutzerfreundlichere MenĂŒs.

Aufnahme von den Systemeinstellungen des Comag SL30T2
Im Vergleich zu anderen Produkten im Test fĂ€llt das MenĂŒ eher wenig nutzerfreundlich aus.

Wenig anwenderfreundlich empfinden wir auch die Fernbedienung. Mit 13,5 Zentimetern LĂ€nge, 4,5 Zentimetern Breite und 2 Zentimetern Höhe ist sie die kleinste im Test. Sie ist mit recht kleinen, eng aneinander liegenden Knöpfen ĂŒberladen. Bei etwas breiteren Fingern ist ihre Nutzung recht unkomfortabel. DarĂŒber hinaus mussten wir im Test die Tasten fest drĂŒcken und die Fernbedienung genau von Vorne auf den Receiver richten, damit dieser reagiert. Alternativ kann der Nutzer ĂŒber die Bedienelemente am Receiver in den Standby-Modus schalten und den Sender wechseln. In diesem Zusammenhang fiel uns im Test auf, dass das Umschalten am GerĂ€t deutlich schneller vonstattengeht als per Fernbedienung.

Positiv hervorzuheben ist dagegen die kurze Einschaltzeit von nur sieben Sekunden. Zum Vergleich: Der Strong SRT 8540 benötigt zum Hochfahren aus dem Standby-Modus ganze 53 Sekunden. Der Stromverbrauch im Standby-Modus liegt laut Herstellerangaben unter einem Watt. Den Stromverbrauch bei Betrieb gibt der Hersteller leider nicht an.

Bild, Ton & Signal

Beim automatischen Sendersuchlauf fand der Comag SL30T2 im Test 46 Sender, darunter auch einige verschlĂŒsselte Privatsender. SignalstĂ€rke und QualitĂ€t betrugen dabei jeweils 100 Prozent. Mit 1:16 Minuten fĂ€llt die Dauer des automatischen Sendersuchlaufs sehr kurz aus. Damit schaffte der Comag SL30T2 den schnellsten automatischen Sendersuchlauf im Test. Im Vergleich dazu benötigt der Strong SRT 8540 dafĂŒr ganze 5:17 Minuten.

Bild von der manuellen Suche
Sowohl SignalstÀrke als auch -qualitÀt betrugen im Test 100 Prozent.

Nach dem Sendersuchlauf stellten wir fest, dass die Senderliste, die ĂŒber das MenĂŒ erreichbar ist, etwas hakt. So wurden uns auf den ersten sieben PlĂ€tzen RTL angezeigt, obwohl sich dort andere Sender befinden sollten. Ansonsten waren die freien KanĂ€le weitgehend störungsfrei empfangbar. Lediglich stellenweise wurde das Bild von leichten Schlieren gestört. Bild und Ton waren dagegen stets synchron.

AnschlĂŒsse

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, ĂŒber welche AnschlĂŒsse der Comag SL30T2 verfĂŒgt und wo sich diese befinden.

AnschlussPositionNutzung
RF INGerĂ€terĂŒckseiteAnschluss an DVB-T-Antenne
LAN (Ethernet)GerĂ€terĂŒckseiteInternetverbindung
HDMIGerĂ€terĂŒckseiteAnschluss an den Fernseher
SCARTGerĂ€terĂŒckseiteAnschluss an den Fernseher (alte Variante)
COAXIALGerĂ€terĂŒckseiteAnschluss an dein Home-Entertainment-System
USBGerÀtevorderseiteAnschluss eines USB-Speichermediums zum Abspielen gespeicherter Dateien sowie zur Nutzung der Aufnahme- und Timeshift-Funktion
Überblick ĂŒber die AnschlĂŒsse des Comaq SL30T2

Wie bei den anderen kleineren GerĂ€ten, dem Philips DTR3202und dem Sky Vision 150 T-HD, befindet sich auch beim Comag SL30T2 der USB-Anschluss auf der Vorderseite des GerĂ€ts, wĂ€hrend die ĂŒbrigen AnschlĂŒsse auf der RĂŒckseite aneinandergereiht sind. Der USB-Anschluss wird nicht durch eine Gummikappe geschĂŒtzt.

Zusammenfassung

Der Comag SL30T2 hebt sich in unserem Test mehr durch SchwĂ€chen als durch StĂ€rken hervor, indem er einige MĂ€ngel in der FunktionalitĂ€t und der Nutzerfreundlichkeit aufweist. So stĂŒrzte das GerĂ€t beim Versuch einer Aufnahme mehrfach ab. Wenig nutzerfreundlich sind das dĂŒstere MenĂŒ und die sehr kleine, mit Tasten ĂŒberladene Fernbedienung, die Nutzer genau auf den Receiver halten mĂŒssen. Positiv hervorzuheben sind dagegen die kurze Einschaltzeit und der schnelle automatische Sendersuchlauf. Aufgrund der ĂŒberwiegenden MĂ€ngel können wir dem Receiver dennoch nur eine sehr eingeschrĂ€nkte Kaufempfehlung aussprechen. Hier gibt es deutlich bessere und nutzerfreundlichere GerĂ€te.


Produktbild: © Netzvergleich | Abb. 1–3: © Netzvergleich
Kundenrezensionen
 27.08.2025
Sehr zufrieden mit dem Receiver, empfehle fĂŒr einen noch besseren Empfang allerdings die Anschaffung einer besseren Antenne.
09.10.2025
Der Empfang lĂ€sst leider zu wĂŒnschen ĂŒbrig, kann aber leider nicht verifizieren, ob es tatsĂ€chlich am Receiver oder an geographischen Umgebung liegt.
01.11.2025
Der Lieferumfang ist tatsĂ€chlich sehr minimalistisch, aber alles Wichtige ist enthalten, wĂŒsste nicht, was man ansonsten noch mitschicken sollte
04.03.2026
Der Anschluss verlief völlig problemlos. Alle unverschlĂŒsselten Sender waren bereits vorprogrammiert und wurden in einwandfreier QualitĂ€t empfangen. FĂŒr ein stabiles Signal empfehle ich jedoch ausdrĂŒcklich die Nutzung einer hochwertigen Antenne mit integriertem VerstĂ€rker.
09.03.2026
Solider Receiver mit guter Senderverwaltung (25 freie Sender ĂŒber Zimmerantenne/VerstĂ€rker). Die Bedienung ist einfach, allerdings gibt es SchwĂ€chen im Detail: Die Anleitung passt nicht ganz zur mitgelieferten Fernbedienung. Zudem stört mich die helle Standby-Anzeige, weshalb ich den Receiver ĂŒber den rĂŒckseitigen Schalter ganz ausschalte. Ein technisches Manko ist die zunehmende AsynchronitĂ€t von Bild und Ton bei lĂ€ngerem Betrieb, die einen Neustart erforderlich macht.