Logitech C922 Pro Stream Webcam

Pro
- Full-HD-Format
- ĂuĂerst klares, hochauflösendes Bild
- Hintergrundaustausch per Software möglich
- Stativ im Lieferumfang
- XSplit-Lizenz fĂŒr drei Monate
Kontra
- Vergleichsweise teuer
- Hintergrundaustausch funktionierte im Test nicht
Bewertung
9,16 / 10
Fazit
Die C922 Pro Stream aus dem Hause Logitech stellt eine Sonderform der Webcams dar. Dieses GerĂ€t bringt nicht nur alle gĂ€ngigen Webcam-Features mit, sondern ermöglicht auch Gaming-Streams. Dabei werden das Spielgeschehen, das Gesicht des Spielers und ein Chat-Fenster ĂŒbertragen.
Funktionsumfang





Verarbeitung & Haptik





Inbetriebnahme & Bedienung





Funktionsumfang 




Das Modell C922 von Logitech ist eine Full-HD-Webcam, die sich sowohl fĂŒr professionelle Anwendungen wie Firmen-Video-Chats als auch fĂŒr Privatanwender, die hohen Wert auf VideoqualitĂ€t legen, eignet.
Game-Streaming
HauptsĂ€chlich richtet sich das GerĂ€t jedoch an sogenannte Letâs-Player, also Personen, die sich beim Videospielen filmen möchten. Mithilfe von Softwares wie XSplit oder Open Broadcaster Software (OBS) lassen sich das Spielgeschehen, das Gesicht des Benutzers und ein Chat-Fenster im Split-Screen darstellen. Das Bild wird online ĂŒbertragen. Zuschauer können das Spielgeschehen kommentieren und so live mit dem Gamer interagieren. Dieser hat wiederum die Möglichkeit, auf Anmerkungen der Zuschauer einzugehen.
Aufnahme
Mit dieser Kamera nimmt der User Fotos mit einer Auflösung von 15 Megapixeln auf. Videos zeichnet das GerĂ€t im Full-HD-Format mit 1.920 mal 1.080 Pixeln auf. Ferner verfĂŒgt die Webcam ĂŒber ein Stereomikrofon mit integrierter RauschunterdrĂŒckung, die fĂŒr ein sehr gutes GesprĂ€chserlebnis sorgt, indem sie störende HintergrundgerĂ€usche herausfiltert. Das fĂŒr den Chatpartner sichtbare Blickfeld betrĂ€gt 78 Grad, die Brennweite 3,67 Millimeter.
Die Kamera verfĂŒgt ĂŒber eine Full-HD-Glaslinse mit einem 20-fach-Autofokus und passt sich LichtverhĂ€ltnissen automatisch an. Neben der Automatik-Funktion ist auch eine manuelle Fokus-Einstellung möglich.
Betriebs-LED
SchlieĂt der Nutzer die Kamera mittels des USB-Kabels an den Computer an, leuchten die weiĂen LED-Activity-Streifen an der rechten und linken GehĂ€useseite kurz auf. Benutzt der User die Logitech-eigene App oder die Windows-App âKameraâ, leuchten diese dauerhaft und signalisieren dem Nutzer so Betriebsbereitschaft. Bei Wechseln zwischen dem Foto- und Videomodus blenden diese kurz ab und quittieren so den Moduswechsel. Eine Kleinigkeit, die dennoch schön anzusehen ist.
Verarbeitung und Haptik 




Das kompakte GerĂ€t ist sehr solide verarbeitet. Zusammen mit dem Modell C920 ist es die schwerste klassische Webcam im Test. Das hohe Gewicht ist auf die hochwertige Carl-Zeiss-Glaslinse zurĂŒckzufĂŒhren.
Befestigung
Die Webcam ist mit zwei Gelenken ausgestattet. Mithilfe des vorderen stellt der User den richtigen Winkel zum Zielobjekt ein. Das hintere Gelenk dient der sicheren Befestigung am Bildschirm. An der Unterseite der Befestigungsklemme gibt es eine Stativfassung â ein entsprechendes Tischstativ liegt der Verpackung bei.

Die Monitorbefestigung ist wegen des hohen Eigengewichts der Webcam stabil. Der KlemmfuĂ befestigen Nutzer wie in der Anleitung beschrieben an der RĂŒckseite des Monitors. Alternativ ist der Betrieb auf dem Schreibtisch mithilfe eines Dreibeinstatives möglich. Dieses ist bereits im Lieferumfang enthalten.
Anschluss
Nutzer schleiĂen das GerĂ€t ĂŒber das 1,8 Meter lange, fest mit der Webcam verbundene USB-Kabel an den Computer an. Durch die im Vergleich zu anderen Modellen höhere KabellĂ€nge ermöglicht auch den Betrieb mit Desktop-Computer ohne Probleme.
Inbetriebnahme und Bedienung 




In der Box befinden sich neben der Kamera selbst eine piktografische Installationsanleitung sowie ein kleines Buch mit allgemeinen Warnhinweisen und Entsorgungsrichtlinien, die eher allgemein gehalten sind und nicht speziell auf dieses Produkt zugeschnitten wurden. Zum Lieferumfang gehört auch ein dreibeiniges Tischstativ und ein Code fĂŒr eine dreimonatige Testnutzung der Streaming-Software XSplit.

Software
Die Kamera funktioniert sofort nach dem Einstecken in einen freien USB-Port in ihren Grundfunktionen ohne eigene Software. Das Ansteuern ist ĂŒber die Windows-10-eigene App âKameraâ möglich. Zur Nutzung von weitergehenden Funktionen wie der Bewegungserkennung ist die Installation der Kamerasoftware des Herstellers notwendig.
Die Installation der rund 71 Megabyte groĂen Datei dauert etwa zwei Minuten. Es handelt sich um dieselbe Software wie bei den Modellen C270 und C920. Direkt nach Programmstart navigiert der Kunde durch das Dashboard, wo das Webcam-Modell angezeigt wird. Allerdings weist die Anzeige eines generischen Produktbildes bereits auf KompatibilitĂ€tsprobleme hin. In diesem Bereich befinden sich auch die Foto- und Videoaufnahmefunktion sowie eine Galerie. In Letzterer versendet der User seine Fotos oder Videos ĂŒber ein voreingestelltes E-Mail-Programm, etwa Microsoft Outlook, oder lĂ€dt sie in sozialen Medien hoch. AuĂerdem hat er Möglichkeit, die Fotos oder Videos zu bearbeiten. HierfĂŒr muss er allerdings eine entsprechende Software installieren und im Logitech-Programm anmelden.

Mit der Logitech–Kamerasoftware funktionierte die Kamera in unserem Test leider nicht optimal. Die Auflösung von Foto- und Videoaufnahmen war auf das 720p-Format begrenzt. Die Bilder wurden etwas zeitverzögert angezeigt.
Mit der Windows-10-eigenen App âKameraâ betrug die Auflösung hingegen 1.080p. Auch bei unserem Test mit der Chat-Software Microsoft-Teams waren die Video-Chats in Full-HD-Auflösung. Zeitverzögerungen bei der Ăbertragung gab es in beiden FĂ€llen nicht.

Bewegungserkennung
Diese Funktion ermöglicht die automatische Aufzeichnung von Videos bei Ănderungen im Bild. Hier justiert der Nutzer die Bewegungsempfindlichkeit und legt Optionen bezĂŒglich des Zeit- und Datumsstempels, der Tonaufnahme und der Ersichtlichkeit der Aufnahme fest.
Dieses Feature funktionierte in unserem Test gut, wenn auch mit den zuvor beschriebenen EinschrÀnkungen bei der Videoauflösung (maximal 720p).
WebCam Controller
Hier steuern Nutzer die Schwenk-, Kipp- und Zoomfunktionen. Diese Funktion ist dann nĂŒtzlich, wenn Nutzer feststellen, dass sie nicht in der Bildmitte zentriert sind und sie daher den Bildausschnitt nachjustieren möchten.
Fotofunktion
Die Fotos sind hochwertig. Mit der Logitech-Software gibt es jedoch auch hier eine gewisse QualitĂ€tseinschrĂ€nkung: Die Auflösung betrĂ€gt maximal 1.280 mal 720 Pixel. Mit der Microsoft–Kamera-App sind Aufnahmen mit bis zu 1.920 mal 1.080 Pixeln möglich. Die Farben wirken krĂ€ftig und gleichzeitig natĂŒrlich. Es ist kein Bildrauschen wahrnehmbar, und auch die Lichtanpassung funktioniert gut. In unserem Test nahmen wir ein Bild bei groĂem Lichteinfall von oben auf; das Gesicht im Vordergrund fokussierte die Webcam trotzdem problemlos und zeigte es sehr klar.
Videofunktion
Gleiches gilt fĂŒr die Videoaufnahme. Mithilfe der Microsoft-Kamera-App sind Aufnahmen in Full-HD mit 1.920 mal 1.080 Pixeln und 29 Einzelbildern pro Sekunde möglich. Das GerĂ€t eignet sich somit fĂŒr Privat- und GeschĂ€ftskunden. Denjenigen Nutzern, die die Funktionen des Videospiel-Streamings nicht benötigen, sei allerdings zur kleinen Schwester, der C920, geraten.
Video-Chat-Funktion
FĂŒr unseren Test nutzen wir die Video-Chat-Funktion von Microsoft Teams. Die QualitĂ€t von Video und Ton ĂŒberzeugten dabei durchweg, der GesprĂ€chspartner konnte alles perfekt verstehen. Die Komprimierung durch den Video-Codecs H.264 ermöglicht sehr gute HD-Video-QualitĂ€t bei moderaten Datenraten. Die QualitĂ€t dieses Modells in dieser Funktion ist noch eine Nuance besser als bei der C920. Die Farben wirken noch krĂ€ftiger, alles wird einen Hauch kontrastreicher dargestellt.
Weitere Funktionen
Der angepriesene Austausch des Hintergrundes, also des sichtbaren Bereiches hinter dem Nutzer, funktionierte in unserem Test nicht allzu gut. Mithilfe eines virtuellen Greenscreens sollen Umgebungen, wie das eigene Arbeitszimmer, gegen einen anderen Hintergrund, zum Beispiel ein Standpanorama, ausgetauscht werden können. Daneben wird beworben, dass das Bild des Spielers direkt und ohne Rahmen ins Spielgeschehen eingefĂŒgt werden kann.
So wurde etwa das Gesicht wurde eckig angezeigt und sah sehr unnatĂŒrlich aus. Körperteile wurden teilweise erkannt und in den Hintergrund eingefĂŒgt, manchmal aber auch gĂ€nzlich aus dem Bild herausgefiltert.
Die XSplit-FunktionalitĂ€t haben wir aus GrĂŒnden der fehlenden Vergleichbarkeit nicht getestet.
SupportkanÀle
Auf der Supportseite registrieren Nutzer ihr Produkt, um ĂŒber Updates informiert zu werden, laden die neuesten Software-Versionen runter und finden einen Bereich, in dem erste Schritte erklĂ€rt und hĂ€ufig gestellte Fragen beantwortet werden. Sollte dies nicht zum Erfolg fĂŒhren, stellen Nutzer ihre Fragen entweder im englischsprachigen Community-Forum oder wenden sich per E-Mail-Kontaktformular oder Telefon direkt an den Kundenservice. Weitere Informationen zu technischen Daten, Garantiebedingungen und Ersatzteilen finden sie hier ebenfalls.
Zusammenfassung
Die Logitech C922 punktet mit hochauflösender Foto- und Videofunktion bei einer Ă€uĂerst kompakten Bauweise. Ihre Besonderheit: Sie lĂ€sst sich auch als Gaming-Kamera nutzen. Die hauptsĂ€chliche Zielgruppe stellen daher junge YouTuber, sogenannten Letâs-Playern, dar. Dies untermauert auch die dreimonatige Lizenz fĂŒr die Streaming-Software XSplit, die dem Paket fĂŒr knapp 119 Euro beiliegt. Wer nach einer Webcam sucht, die mit hoher Auflösungen glĂ€nzt, aber keine Gaming-Funktionen mitbringt, dem sei das kleine Schwestermodell, die C920, anzuraten.
Produktbild: © Logitech Europe S.A. | Abb. 1â4: © Netzvergleich
Kundenrezensionen
12.12.2025 War seit 8,5 Jahren am heimischen Rechner in Verwendung. Habe nun das gleiche Modell nochmal gekauft, weil ich super zufrieden damit und es derzeit im Angebot war. Hohe Auflösung, schnelle Reaktionszeit, zur Nutzung in Slack und Microsoft Teams ideal geeignet. Eine kleine Marotte leistet sich die Kamera in Kombination mit der Videokonferenz-Software Zoom: In Videocalls spielt die Zoom-Funktion verrĂŒckt. Immer, wenn man einen Finger oder einen Kugelschreiber ins Bild hĂ€lt, wird heran- und wieder heruasgezoomt. Bei meinen Kollegen hat das schon fĂŒr den ein oder anderen Lacher gesorgt. Worum das letztendlich liegt, habe ich noch nicht herausgefunden. Aber abgesehen davon, verrichtete das Modell lange Zeit treu seinen Dienst.

