Seitenschläferkissen-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Der Seitenschlaf ist die am häufigsten bevorzugte Schlafposition.
  • Ein Seitenschläferkissen stützt dabei den Großteil des Körpers, entlastet die Wirbelsäule und sorgt für den optimalen Schlafkomfort sowie eine orthopädisch gesunde Seitenlage.
  • Einige Seitenschläferkissen eignen sich auch für eine Nutzung während der Schwangerschaft oder als Stillkissen.
  • Die angebotenen Kissen unterscheiden sich in der Regel in ihrer Form, ihrem Material und ihrer Größe.

Wozu benötige ich ein Seitenschläferkissen?

Der Seitenschlaf ist die beliebteste und häufigste Schlafposition. Rund zwei Drittel aller Menschen schlafen, anstatt auf dem Rücken oder auf dem Bauch, auf der Seite.

Die Beliebtheit des Seitenschlafes hat auch durchaus seine Berechtigung. Während sich Rückenschläfer einem erhöhten Schnarch-Risiko aussetzen, reduziert der Seitenschlaf nicht nur das Schnarchen, sondern sorgt insgesamt für eine bessere Atmung. Der Schlaf auf der linken Seite unterstützt außerdem den Säure-Rückfluss aus der Speiseröhre und verringert so das Risiko von Magenbeschwerden wie etwa Sodbrennen. Besonders gut eignet sich die Schlafposition auf der linken Seite übrigens für Schwangere.

Vorteile des Seitenschlafs
  • Verbessert die Atmung
  • Reduziert das Schnarchen
  • Beugt Magenproblemen vor (linke Seite)
  • Unterstützung bei einer orthopädisch gesunden Seitenlage

Allerdings birgt diese Art zu Schlafen die Gefahr, dass der Seitenschläfer während des Schlafs in eine gekrümmte Haltung verfällt und morgens mit Verspannungen aufwacht. Eine Lösung hierfür bieten Seitenschläferkissen. Dabei handelt es sich üblicherweise um Kissen mit einer Länge von mindestens 120 Zentimetern, die den Großteil des Körpers stützen und somit die Wirbelsäule entlasten. Schläfer können sowohl ihren Arm als auch ein Bein um das Kissen schlingen, das ihnen Halt bietet, sodass die Muskeln entspannt bleiben und eine gekrümmte Haltung vermieden wird. Damit bieten solche Kissen die besten Voraussetzungen für eine rückenfreundliche und gesunde Seitenlage, auch während des Schlafs.

Außerdem reduzieren sie ein häufiges Umdrehen und fördern damit ruhigere Nächte. Neben dem Rücken stützen Seitenschläferkissen je nach ihrer Form und Länge auch den Kopf, den Nacken, die Schultern, das Becken, die Hüften sowie die Knie des Anwenders. Ist das Seitenschläferkissen entsprechend lang genug, kann es gleichzeitig das Kopfkissen ersetzen.

Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten

Aber nicht nur überzeugte Seitenschläfer profitieren von einem solchen Kissen. Schwangeren Frauen ermöglicht es ein Seitenschläferkissen, mit dem wachsenden Bauch eine angenehme und schützende Schlafposition einzunehmen, in der zudem das während der Schwangerschaft häufig auftretende Sodbrennen verringert wird.

Nach der Geburt lassen sich viele Seitenschläferkissen außerdem gut als Stillkissen verwenden. So entlastet das Kissen beim Stillen die Arme der Mutter und bietet dem Baby eine optimale Liegeposition. Hierfür eignen sich vor allem Seitenschläferkissen in U-Form oder solche, die sich aufgrund ihrer Füllung besonders gut formen lassen. Paare können ein Seitenschläferkissen dank seiner Länge darüber hinaus auch gut als Partner-Kopfkissen nutzen. Zudem eignet es sich als Bettbegrenzung, beispielsweise für jüngere Kinder, deren Bett direkt an der Wand steht.

Welche verschiedenen Formen gibt es?

Die von den diversen Herstellern angebotenen Seitenschläferkissen unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Form. Die folgende Übersicht zeigt die drei gängigsten Formen von Seitenschläferkissen und deren besondere Eigenschaften.

GERADE FORM

Die klassische Form eines Seitenschläferkissens ist die gerade Form. Es eignet sich nur als Still- oder Schwangerschaftskissen, wenn es entsprechend flexibel und formbar ist. In der Regel ist die gerade Form zwischen 1,20 und 2,00 Metern lang. Die Vorteile liegen hier in der Entlastung von Nacken, Becken, Hüfte und der Knie.

U- ODER C-FÖRMIG

U- oder C-förmige Seitenschläferkissen eignen sich besonders gut zur Entlastung des Körpers während der Schwangerschaft sowie als Stillkissen. Darüber hinaus ist es gut als Nackenstütze verwendbar.

7-FÖRMIG

Diese Seitenschläferkissen erinnern an die Form einer 7 und sind meist schmaler als die geraden Kissen. Diese Seitenschläferkissen sind ebenfalls perfekt als Kopfkissen-Ersatz geeignet. Ihre ungewöhnliche Form sorgen für eine perfekte Stabilisierung der Seitenlage.

So finden Sie die passende Größe

Ein Seitenschläferkissen soll sowohl den Kopf stützen als auch gleichzeitig die Möglichkeit bieten, es mit den Beinen zu umschlingen. Daher ist die passende Länge von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich gilt dabei: Besser zu lang als zu kurz.

Als grobe Orientierung empfehlen sich für eine durchschnittlich große Frau (etwa 1,65 Meter) eine Kissenlänge von mindestens 130 Zentimetern und für einen durchschnittlich großen Mann (etwa 1,80 Meter) ein mindestens 150 Zentimeter langes Kissen.

Die Breite eines Seitenschläferkissens beträgt üblicherweise zwischen 25 und 40 Zentimeter und ist im Gegensatz zur Länge vielmehr Geschmackssache. Bereits die schmaleren Kissen lassen sich gut umarmen und mit dem Bein umschlingen.

Verschiedene Füllungen für den individuellen Komfort

Entscheidend für den optimalen Schlafkomfort ist neben der geeigneten Form und Größe vor allem die Füllung des Kissens. In den meisten Fällen handelt es sich um eine synthetische Füllung, häufig werden beispielsweise kleine Kugeln oder Stäbchen aus Polyester verwendet. Synthetische Füllungen haben den Vorteil, dass sie gut waschbar und trocknergeeignet sind und einen optimalen Stützkomfort bieten. Damit sind solche Füllungen sehr hygienisch und eignen sich auch gut für Allergiker.

Natürliche Alternativen

Alternativ zu synthetischen Füllungen finden Verbraucher auf dem Markt Kissen mit natürlichen Füllungen aus Dinkelspelz oder Hirseschalen. Diese haben den Vorteil, dass sie zu 100 Prozent ökologisch sind und keinerlei Chemie enthalten. Allerdings bringen diese Füllungen ein vergleichsweise hohes Gewicht auf die Waage und rascheln bei Bewegungen. Der schwerwiegendste Nachteil dieser natürlichen Kissenfüllungen ist jedoch, dass diese sich nicht waschen lassen. Vor allem Dinkelspelz fängt, sobald er feucht wird, sehr leicht an zu schimmeln.

Die richtige Pflege und Reinigung

Wie bei der Bettwäsche ist auch bei einem Seitenschläferkissen eine regelmäßige Reinigung beziehungsweise Wäsche notwendig. Bei wieviel Grad Verbraucher das jeweilige Kissen in der Maschine waschen dürfen, ist von seinem Material abhängig.

So ist reine Baumwolle in der Regel bei bis zu 60 Grad Celsius waschbar, während sich eine Mischung aus Baumwolle und Polyester sogar bis 90 Grad Celsius waschen lässt. Kissen mit einer Naturfüllung wie etwa Dinkelspelz sollten Verbraucher dagegen gar nicht waschen, da diese Füllung bei Feuchtigkeit sehr leicht zu schimmeln beginnt. Genaue Hinweise zur möglichen Reinigung finden Verbraucher auf dem Etikett ihres Kissens.

Damit die Reinigung des Seitenschläferkissens besonders gut gelingt, hat unsere Redaktion fünf praktische Tipps zur richtigen Wäsche gesammelt:

Ausreichend Platz lassen:

Da Seitenschläferkissen vergleichsweise groß sind, ist es ratsam, sie alleine ohne weitere Wäsche in die Maschine zu geben.

Nicht zu oft waschen:

Bei zu häufigem Waschen (mehr als drei Wäschen pro Monat), besteht die Gefahr, dass die Füllung verklumpt und das Kissen seine Form verliert.

Milde Waschmittel verwenden:

Die benutzten Reinigungsmittel sollten kein Chlor oder Bleichmittel enthalten, da diese das Material zu sehr beanspruchen. Besser eignen sich sanfte Reiniger.

Nicht zu heiß trocknen:

Viele Seitenschläferkissen sind trocknergeeignet. Dennoch sollten Verbraucher darauf achten, sie nicht bei zu heißer Temperatur zu trocknen.

Tennisbälle in den Trockner geben:

Gibt der Verbraucher zwei bis drei Tennisbälle mit in den Trockner, schlagen diese während des Trocknens gegen das Kissen und halten so das Material in Form.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Seitenschläferkissen nicht selbst getestet.

Bis dato hat keines der bekannten Test- und Verbraucherportale einen Test zu Seitenschläferkissen durchgeführt (Stand: 21.11.2019).

Seitenschläferkissen können aufgrund ihrer Form auch zum Stillen genutzt werden. Sie halten das Baby eng am Oberkörper und sicher vor der Brust. Im Jahr 2018 hat ÖKO-TEST insgesamt neun Stillkissen getestet. Sämtliche Kissen enthielten eine der gängigen Füllungen für Stillkissen: Mikroperlen aus Polystyrol, Schaumstoff aus Polyurethan, Elastodien aus Latexflocken, Polyesterwatte oder Dinkelspelz. Den Testern fiel die Füllung der Kissen positiv auf: In keinem Produkt konnte der Schadstoff Styrol nachgewiesen werden. Lediglich der Innenbezug eines Kissens wies im Test Rückstände des giftigen Halbmetalls Antimon auf. Optische Aufheller, die einige Bezüge enthalten, können gegebenenfalls allergische Reaktionen auslösen und die Umwelt belasten, wenn sie durch das Waschen ins Abwasser gelangen. Im Test erhielten sechs der neun Kissen das Qualitätsurteil „sehr gut“ oder „gut“.

Die Stiftung Warentest hat 2017 insgesamt 20 Nackenstützkissen, die ebenfalls für Seitenschläfer konzipiert sind, getestet. Den Testern kam es vor allem auf die Abstützeigenschaften der Kissen an. Des Weiteren legten sie Wert auf die Haltbarkeit, den Komfort, die Qualität des Bezugs, potenzielle Gesundheits- und Umweltrisiken sowie die Deklaration und Werbung. Um das Schlafklima zu bewerten, testeten die Redakteure die Wärme- und Feuchtigkeitsentwicklung der Kissen getestet. Insgesamt erhielten nur vier Produkte das Qualitätsurteil „gut“. 13 Nackenstützkissen beurteilten die Tester als „ausreichend“, meist aufgrund irreführender oder falscher Werbeangaben. In einigen Fällen führten auch schlechte Abstützeigenschaften zu einer Abwertung.

Der Testsieger ist das Diamona Climatic mit der Testnote 1,7. Das Produkt überzeugte mit durchweg guten Ergebnissen. Die Haltbarkeit bewerteten die Tester mit „sehr gut“. Das Kissen ist bereits ab rund 85 Euro zu haben.

Den letzten Platz teilen sich acht Produkte mit der Testnote 4,0: das Aktivmed Best-Schlaf-Kissen Premium Deluxe, das Badenia Irisette Gel-Nackenstützkissen, das Billerbeck Exclusiv Concerto, das Dormiente Relaxopillo Med, das f.a.n. Sleep & Care Vario 2, das Hn8 Schafwoll-Zirbe-Kissen, das SF+Contact Clima Fresh von Matratzen Concord und das K V 14 von Werkmeister. Die Tester werteten nahezu alle Produkte aufgrund irreführender gesundheitsbezogener Werbung ab. Das Kissen von f.a.n. wurde als einziges aufgrund schlechter Abstützeigenschaften und geringer Haltbarkeit negativ beurteilt.

Pavlo Lysytsya

Pavlo Lysytsya

24.11.2020