Daunendecke-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Daunendecken sind besonders weiche, mit Vogeldaunen gefüllte Bettdecken.
  • Sie sind sehr atmungsaktiv, halten also bei Kälte warm und kühlen bei höheren Temperaturen.Je nachdem, ob sie für den Sommer, den Winter oder das ganze Jahr geeignet sind, werden sie in unterschiedlichen Wärmeklassen kategorisiert.
  • Es gibt spezielle Daunendecken für Menschen mit einer Hausstauballergie oder einer Asthmaerkrankung.

Daunendecken: Immer das richtige Schlafklima

Zwar ist Daunendecke den meisten ein Begriff, doch nicht jeder könnte beschreiben, welche Eigenschaften sie auszeichnet. Was sind Daunen überhaupt und worin besteht der Unterschied zu gewöhnlichen Federn? Daunen sind Federn mit einem besonders kurzen Kiel und bilden das Unterkleid vieler Vögel; sie liegen also nah am Tierkörper an. Statt eines langen Federschafts besitzen sie längliche, weiche Federäste. Dadurch ähneln sie optisch weniger der klassischen Schreibfeder als vielmehr einem schneeflockigenförmigen Wattebausch.

Warum sind Daunendecken so besonders?

Ihre feinen Äste formen die Daunen auf eine kompakte Weise, sodass sie im aufgeschichteten Zustand als Luftpolster zwischen den einzelnen Federn dienen. Diese Luftpolster wiederum erzeugen – am Vogel ebenso wie in der Daunendecke – einen wärmedämmenden Effekt. Daunen haben zudem eine atmungsaktive Wirkung: Die sanften Federn halten bei Kälte warm und kühlen bei Hitze. Sie gleichen die Temperaturen aus, weshalb sie sich als optimales Füllmaterial sowohl für Winter- als auch Sommerdecken eignen.

Geschichtsstunde

Mit Daunen gefüllte Bettdecken sind seit der Zeit der Römer überliefert. Schon Kaiser Elagabal, der von 218 bis 222 regierte, besaß antiken Quellen zufolge mit Daunen von Rebhühnern gefüllte Kissen. Heute kommen Hühnerdaunen jedoch kaum noch zum Einsatz.

Daunendecken sind inzwischen typischerweise mit Gänse- oder Entendaunen gefüllt. Neben den günstigeren Daunen gewöhnlicher Enten finden sich in manchen Modellen edle Daunen wie diejenigen der isländischen Eider, einer besonderen Entenart. Es füllen also abhängig vom Deckentyp und von der Preisklasse unterschiedliche Daunen das Textilprodukt.

Warum lieber eine Daunendecke als eine Federdecke?

Federdecken benötigen ein dickeres Bezugsmaterial als Daunendecken. Die spitzen, langen Kiele großer Federn durchstechen dünnere Bezüge schnell und beschädigen sie auf diese Weise. Das dickere Material um die Federdecke herum und ihr höheres Eigengewicht machen Federdecken schwerer, weniger atmungsaktiv und somit weniger angenehm.

Während Federdecken eher etwas für den Winter sind, kommen Daunendecken je nach Typ ganzjährig zum Einsatz. Ihr universeller Einsatz macht sie etwas teurer als Federdecken. Manche Hersteller gleichen den Preisunterschied dadurch aus, dass sie einen geringen Anteil an Federn zu den Daunen als Füllmaterial hinzugeben. Allerdings kommen bereits bei einem Anteil von 30 bis 40 Prozent die positiven Effekte der Daunen nicht mehr zur Geltung. Wer eine als Daunendecke bezeichnete Decke mit 90 Prozent Federn und 10 Prozent Daunen kauft, schläft also – trotz des Produktnamens – nicht in einer Daunen-, sondern einer Federdecke; nicht selten mit allen oben genannten Nachteilen.

Die Vorteile einer Daunendecke sind nicht zu verkennen: Ihre Atmungsaktivität und ihr niedriges Gewicht sorgen für einen deutlich angenehmeren Schlaf. Sie schwitzen weniger und fühlen sich nicht durch eine zu schwere Decke eingeengt. Mehr Wärme beim Schlaf hilft auch bei rheumatischen Beschwerden. Eine Investition in eine hochwertige Daunendecke bedeutet daher oft ebenfalls eine Investition in einen ruhigeren Schlaf.

Daunen für Sommer und Winter

Verschiedene Typen von Daunendecken werden zur Orientierung in unterschiedliche Wärmeklassen oder Wärmegrade aufgeteilt. Es gibt insgesamt fünf verschiedene Daunendeckentypen:

  • Wärmegrad 1: sommerliche Raumtemperaturen von über 25 Grad Celsius
  • Wärmegrad 2 : Raumtemperaturen von circa 20 bis 25 Grad Celsius
  • Wärmegrad 3 : Raumtemperaturen von circa 15 bis 20 Grad Celsius
  • Wärmegrad 4 : winterliche Raumtemperaturen von unter 15 Grad Celsius
  • Wärmegrad 5: spezieller Wärmegrad für leicht frierende Menschen bei winterlichen Raumtemperaturen

Die fünf Wärmegrade entsprechen dem jeweiligen Wärmebedürfnis des Besitzers und helfen dabei zu erkennen, wie gut die jeweilige Decke Wärme isolieren kann. Weil kleine und leichtere Menschen schneller zu frieren beginnen, empfiehlt es sich für sie im Zweifelsfall, die Decke mit dem jeweils höheren Wärmegrad zu wählen. Allgemein eignen sich natürlich warme Decken eher für den Winter und leichte Decken eher für den Sommer. Decken der Wärmegrade 2 und 3 ergeben als Übergangsdecken am meisten Sinn. Doch die konkrete Wahl hängt immer von der Raumtemperatur ab. Wenn Sie viel heizen, ist auch in Wintermonaten eine dicke Decke ausreichend. Für kältere Räume eignen sich hingegen im Frühjahr und sogar Sommer dickere Decken.

Wie sind Daunendecken gefertigt?

Sommerdaunendecken, die bei einer Raumtemperatur ab etwa 22 Grad Celsius sinnvoll sind, haben meist keine kompakten Kassetten, also einzelne Taschen, die mit Daunen gefüllt sind. Decken aller anderen Wärmegrade weisen solche Kassetten dagegen auf. Die Kassettenkonstruktionen besitzen hohe Innenstege, welche die ungleichmäßige Verteilung der Daunen verhindern und als Höhentrennung zwischen Ober- und Unterseite der Decke dienen. Andernfalls würde sich das Füllmaterial mit der Zeit im unteren Teil der Decke sammeln. Je höher der Steg einer Decke ist, desto mehr ist sie gefüllt und desto besser ist die Wärmedämmung. Je hochwertiger die verwendeten Daunen sind, desto weniger werden benötigt. Daher haben hochwertige Daunen bei hohem Wärmeeffekt ein geringes Deckengewicht. Diese Eigenschaft der unterschiedlichen Daunen wird als Füllkraft bezeichnet. Diese gibt an wie stark sich ein Isolationsmaterial, in diesem Fall die Daunen, aufrichten, nachdem sie 24 Stunden lang zusammengestaucht wurden. Die Füllkraft wird in Kubikzoll angegeben.

Lieber mehrere Daunendecken als nur eine einzige

Die Stege einer besonders warmen Winterdaunendecke der Klasse 4 oder 5 sind meist rund 8,0 Zentimeter dick, die typische Stegdicke einer Daunendecke der mittleren Klasse liegt in der Regel zwischen 2,5 und 3,0 Zentimetern. Dank der fünf gängigen Klassen gibt es ausreichend Abstufungen, um das passende Modell für das eigene Schlafempfinden zu finden. Das kann etwa ein Ganzjahresmodell mit einer bestimmten Füllung sein oder für den Winter, den Sommer und die Übergangszeit jeweils eine andere Ausführung. Wenn Sie sich für mehrere Decken entscheiden, werden Sie längere Zeit von diesen profitieren als von einer einzigen Universaldecke. Die Daunenqualität und somit der Isolationseffekt lassen nämlich über die Jahre nach.

Wichtige Faktoren: Größe, Qualität und Nachhaltigkeit

Daunendecken gibt es in unterschiedlichen Größen. Typische rechteckige oder quadratische Daunendecken haben Maße von 135 bis 150 Zentimetern in der Breite und 200 bis 220 Zentimetern in der Länge. Bei einer Körpergröße von über 180 Zentimetern sollten Sie im Winter unter einer mindestens 220 Zentimeter langen Decke schlafen. Im Sommer ist aufgrund des geringeren Wärmebedürfnisses hingegen eine 200 Zentimeter lange Decke ausreichend. Für sehr große Menschen gibt es auch Decken mit Länge von 240 Zentimetern. Besonders ausgefallene Modelle wie etwa ein mit Daunen gefüllter Kinderschlafsack mit Öffnungen für Hände und Füße stehen ebenfalls zur Auswahl.

Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, aus welchem Material die Hülle der Daunendecke besteht. Zwar sind die meisten Bezüge heutzutage aus Baumwolle gefertigt, aber natürlich gibt es auch in puncto Material Abstufungen. Beispielsweise ist nachhaltige Bio-Baumwolle meist von höherer Qualität, die sich in der Regel lohnt: Mit der richtigen Pflege nutzen Sie Ihre Daunendecken 20 bis 30 Jahre lang. Die meisten Hersteller hochwertiger Daunendecken bieten Ihnen eine Garantiezeit von mindestes 10 Jahren.

Viele etablierte Hersteller führen nur OEKOTEX-geprüfte Decken im Sortiment. Unabhängige Institute prüfen Textilien aller Art nach diesem Standard, der insgesamt rund 100 verschiedene Prüfparameter aufweist und auch als OEKO-TEX Standard 100 bekannt ist. Ein entsprechendes Siegel schließt nach bestandenen Tests das Vorhandensein von Schadstoffen – zum Beispiel verbotener Azofarbmittel – in den Decken aus. Dank regelmäßiger Firmenbesuche durch Prüfer müssen sich die Hersteller auch langfristig an die Kriterien von OEKOTEX halten, um ihr Zertifikat nicht zu verlieren.

Wie reinige ich eine Daunendecke?

Daunendecken sind nur dann dauerhaft gut für die Gesundheit und das generelle Wohlbefinden, wenn Sie sie regelmäßig und sachgerecht reinigen. Die meisten Daunendecken sind bei 30 bis 60 Grad Celsius waschbar. Je nach Produkt können Sie die Decke sogar zu der normalen Bunt- oder Weißwäsche dazugeben. Die meisten Daunendecken vertragen allerdings nur eine kleine Menge an Waschmittel, weshalb Sie sie bestenfalls allein oder zusammen mit anderer Bettwäsche waschen sollten. Alternativ – oder wenn die Waschmaschine nicht groß genug ist – können Sie Ihre Daunendecke in die Hände einer professionellen Wäscherei geben.

Nicht bügeln, nicht bleichen

Achten Sie darauf, Ihre Daunendecke niemals zu bügeln, zu bleichen oder chemisch reinigen zu lassen. Diese Vorgänge zerstören die Integrität des Materials und der Füllung.

Manche Modelle eignen sich für den Trockner – allerdings besteht beim Trocknen die Gefahr, dass die Daunen in den Kassetten verklumpen und danach nicht mehr so weich sind wie zuvor. Manche Kassetten entleeren sich in solchen Fällen sogar komplett, ihr Füllmaterial wandert dann in andere Ecken der Decke. Lassen Sie gewaschene Decken am besten so lange im Trockner liegen, bis die Füllung vollständig getrocknet ist, um zu verhindern, dass sich die Daunen verschieben.

Für die Qualität der Daunendecke ist es besser, wenn sie an der Luft trocknet – allerdings nicht direkt in der Sonne, da die Daunen sonst brüchig werden können. Außerdem sollten Sie nicht vergessen, die Decke täglich aufzuschütteln. So verhindern Sie, dass die Füllung verklumpt; zudem bleiben die Daunen luftig und locker. Im Winter ist es empfehlenswert, die Decke gelegentlich auf eine nicht allzu warme Heizung zu legen, um sie frisch und elastisch zu halten. So zieht sie sich nicht aufgrund der Kälte zusammen und behält ihre Flexibilität in der kalten Jahreszeit.

Daunendecken für Allergiker und Asthmatiker

Es gibt auch Ausführungen für Menschen mit einer Hausstauballergie oder einer Asthmaerkrankung. Diese Daunendecken haben meist einen besonders feinen Bezug, auf dem Feuchtigkeit schnell verdampft, sofern sie gut gelüftet werden. Dadurch haben Hausstaubmilben weniger Möglichkeiten, sich zu vermehren. Des Weiteren sind diese speziellen Decken in der Regel bei 60 Grad Celsius waschbar, um sämtliche Milben abzutöten. Vor allem Allergiker und Asthmatiker sollten mehrere Decken besitzen, um sie regelmäßig wechseln zu können.

Daunenkissen: Vorsicht bei der Füllung

Gerade Allergiker und Asthmatiker legen sich am besten zusätzlich ein passendes Daunenkissen zu. Geeignete Kissen und Decken markieren Hersteller mit dem NOMITE-Kennzeichen, einem Warenzeichen des Verbandes der europäischen Bettfedern- und Bettwarenindustrie. Dieses Zeichen gibt Auskunft darüber, ob eine Bettdecke für Hausstauballergiker geeignet ist.

Wie im Falle der Daunendecken gibt es auch Daunenkissen mit unterschiedlichen Füllungen, Füllgraden und Bezugsmaterialien. Hier kommt es vor allem auf den Liegekomfort und somit die Form an. Größere Kissen gewährleisten eine höhere Kopflage beim Schlafen, während Sie auf kleineren Kissen mit weniger Füllung flacher liegt. Höhere Kissen eignen sich am besten für alle, die lieber auf der Seite schlafen. Niedrigere Kissen sind eher etwas für alle, die auf dem Rücken oder Bauch nächtigen. Daunenkissen gibt es meist in quadratischer und rechteckiger Form. Die gängigste Größe beträgt 80 x 80 Zentimeter. Daunenkissen sind leichter als ihre mit Federn gefüllten Pendants. Noch dazu sind sie besonders weich, atmungsaktiv und gleichen Feuchtigkeit effizienter aus.

Allerdings sind viele angebliche Daunenkissen nur zu geringen Teilen mit Daunen gefüllt. Daher sollten Sie bei Kissen umso mehr auf den Anteil von Federn und Daunen achten. Daunenkissen sind bestenfalls nach etwa drei Jahren auszutauschen: Die Füllung hat sich in diesem Zeitraum zu stark zusammengedrückt, sodass der Bezug stark an Elastizität verliert und nicht mehr für einen angenehmen Schlaf sorgt.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Daunendecken nicht selbst getestet.

Die Stiftung Warentest verglich im Jahr 2020 insgesamt zehn unterschiedliche Daunendecken für den Winter. Sie stellten keinen Vergleich mit Sommermodellen an. Die getesteten Modelle lagen im preislichen Rahmen von 100 bis 450 Euro. Sie stammen unter anderem von den Herstellern Ikea, Irisett, Dänisches Betten­lager, Sanders-Kauff­mann, Traumina, und Allnatura.

Im Mittelpunkt des Tests standen drei Aspekte:

  1. Die Schlafeigenschaften: Dazu gehörten der Schlafkomfort, die Atmungsaktivität und das Anschmiegeverhalten.
  2. Die Haltbarkeit: Die Tester bewerteten die Pflegeanleitungen der Modelle hinsichtlich ihrer Verständlichkeit und wuschen die Decken, um sie auf ihre Langlebigkeit hin zu prüfen.
  3. Die Deklaration seitens des Herstellers: Um zu ermitteln, ob die Hersteller verlässliche Angaben zu ihren Produkten geben, überprüften die Tester die Richtigkeit des angegebenen Verhältnisses von Daunen und Federn, die genannte Daunenklasse und Geflügelart sowie die Größe und das Gewicht der Decken.

Zusätzlich führten die Tester einen CSR-Test durch, um den Grad der Unternehmensverantwortung zu ermitteln. Mit Fragebögen überprüften sie die Herkunft der Daunen, die Unternehmenspolitik, die Transparenz sowie die Situation hinsichtlich des Umweltschutzes und des Tierwohls auf den Farmen. Für die Auswertung kauften sie zwischen März und April 2020 die zu testenden Decken ein; die Befragungen der Hersteller fanden im September 2020 statt.

Die Tester kamen zu einem insgesamt sehr negativen Ergebnis. Keine der Decken bestand die drei Tests mit einer akzeptablen Note; die beste Decke erhielt am Ende lediglich das Urteil „befriedigend“. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Zwar lagen am Ende des Tests von allen Anbietern Tierwohl-Zertifikate vor, es konnten aber nur drei der zehn Firmen vollständige Herkunftsbelege für die Daunen liefern. Daher ist in einigen Fällen der illegale Lebendrupf nicht auszuschließen.

Neben mangelnder Transparenz zeigten sich bei einigen Decken auch Probleme beim Waschen. Ihre Füllung blieb nicht wie angegeben weich und „fluffig“, sondern bewegte sich in den Kassetten der Decke oder verklumpte. Bei einigen Decken drangen zudem einige Daunen aus der Decke heraus. Sie sind also nicht so langlebig wie von den Herstellern angeführt. Uneingeschränkte Produktempfehlungen konnten die Tester somit nicht geben.

Lukas

Lukas

23.11.2020