Sommerreifen-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze zu Sommerreifen
  • Sommerreifen zeichnen sich durch vergleichsweise harte Gummimischungen und ein Rillenprofil aus, um möglichst viel Wasser von der Fahrbahn zu verdrängen.
  • Ein Blick in den Fahrzeugschein beziehungsweise in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 zeigt, welche Reifen zu einem Fahrzeug passen. Abgesehen von normalen Sommerreifen kommen Sportreifen, Runflat-Reifen und Offroad-/SUV Reifen in Betracht.
  • Sommerreifen nach der O-O-Regel von Ostern bis Oktober verwenden: Erst ab dauerhaften Temperaturen von über 7 Grad Celsius entfalten Sommerreifen ihre optimale Performance.
  • Zu den wichtigen Qualitätskriterien von Reifen zählen unter anderem Nasshafteigenschaften, Energieeffizienz, Bremsweg, Haltbarkeit und Rollwiderstand. Das EU-Reifenlabel zeigt seit 2012 wichtige Performancewerte auf einen Blick.

Was zeichnet Sommerreifen aus?

Reifen sind der einzige Kontakt des Autos zur Straße. Dies verdeutlicht, wie wichtig ein passender Reifen für Sicherheitsaspekte im Straßenverkehr, überzeugende Fahreigenschaften und eine exzellente Energieeffizienz ist. Sommerreifen sind die beste Lösung, sobald die Temperaturen konstant über 7 Grad Celsius liegen. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den wichtigsten Themen, die beim Kauf von Sommerreifen zu beachten sind.

Reifenwechsel
Zweimal im Jahr steht der Reifenwechsel an.

Wenn sich der Winter dem Ende zuneigt und Schnee sowie Glätte auf den Straßen kein Thema mehr sind, dann sollten Sommerreifen aufgezogen werden. Winterreifen würden sich bei sommerlichen Straßenverhältnissen viel zu schnell abnutzen und darüber hinaus keine optimalen Fahreigenschaften bieten.

Ein Sommerreifen muss für einen breiten Temperaturbereich und unterschiedliche Straßenverhältnisse (nass vs. trocken) ausgelegt sein. Dies erklärt, warum ein Sommerreifen anders aussieht als ein Winterreifen: Er verfügt über charakteristische Profilblöcke und mehrere Längsrillen. Die Konstruktion ist darauf angelegt, möglichst viel Wasser von der Fahrbahn zu verdrängen. Dadurch soll gefährliches Aquaplaning verhindert werden. Winterreifen weisen dagegen Lamellen auf, um auf Schnee und Eis für einen optimalen Grip zu sorgen.

Charakteristisch für Sommerreifen sind härtere Gummimischungen (mit geringerem Kautschukanteil), die für höhere Temperaturbereiche ausgelegt sind. Selbst bei sehr hohen Temperaturen und der zusätzlichen Reibung auf der Straßenoberfläche bleibt der Reifen in seinen Fahreigenschaften stabil. Der Verschleiß hält sich bei sachgemäßer Fahrweise in Grenzen. Die Konstruktion von Sommerreifen ist auf eine hohe Fahrstabilität und eine sichere Kurvenlage ausgelegt.

Was muss ein guter Sommerreifen können?

Bei einem Sommerreifen handelt es sich eigentlich um eine Kompromisslösung: Den Konstrukteuren muss es gelingen, eine möglichst hohe Bodenhaftung (auch bei Nässe) bei einem möglichst geringen Rollwiderstand zu erzielen. Die Fahreigenschaften müssen höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden: Der Bremsweg muss so kurz wie nur möglich sein. Dieses komplexe Anforderungsprofil für einen Sommerreifen zeigt, warum es in Tests gerade mit Blick auf einzelne Performancewerte zu deutlichen Unterschieden kommt.

Eigenschaften und Vorteile von Sommerreifen in der Zusammenfassung

Aufgrund der genannten konstruktionsspezifischen Eigenarten ist ein Sommerreifen in der warmen Jahreszeit im Vergleich zu Winterreifen definitiv die bessere Wahl. Je nach Modell und Gummimischung hat ein Sommerreifen einen wesentlich kürzeren Bremsweg als ein Winterreifen. Durch die perfekte Anpassung an die jahreszeitlichen Bedingungen trägt ein Sommerreifen zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch bei. Je nach Modell und Güteklasse sind aber auch innerhalb der Sommerreifen deutliche Unterschiede zu messen. Für den Kauf von Sommerreifen spricht auch ihre lange Haltbarkeit, die mit etwa 5 bis 6 Jahre zu beziffern ist. 

Die Vorteile von Sommerreifen auf einen Blick
  • bessere Bodenhaftung und kürzerer Bremsweg bei sommerlichen Straßenverhältnissen
  • optimale Wasserverdrängung, um Aquaplaning zu verhindern
  • geringerer Spritverbrauch (geringer Rollwiderstand und optimaler Luftdruck vorausgesetzt)
  • längere Haltbarkeit durch weniger Verschleiß in sehr hohen Temperaturbereichen

Typen von Sommerreifen und Hinweise zum saisonalen Reifenwechsel

Generell sollten Sommerreifen nach der O-O-Regel benutzt werden, also von Ostern bis Oktober. In diesem Zeitraum sind die Temperaturen für gewöhnlich stets höher als 7 Grad Celsius, sodass Sommerreifen ihre Performance optimal entfalten können. Eine gesetzliche Pflicht, Sommerreifen aufzuziehen, gibt es nicht. Aber der hohe Verschleiß von Winterreifen im Sommer in Kombination mit schlechten Fahreigenschaften lässt den saisonalen Wechsel alternativlos erscheinen.

Wer im Stadtverkehr nur auf eine geringe Laufleistung im Jahr kommt, kann Ganzjahresreifen als Alternative in Erwägung ziehen. Übrigens lassen sich Sommerreifen nicht an einem Symbol wie M+S (Schnee und Matsch) wie bei Winterreifen erkennen. Ein Blick auf das Rillenprofil zeigt aber sehr schnell, um welchen Reifen es sich handelt. 

Ganzjahresreifen – eine echte Alternative? Nur in bestimmten Fällen!

ProKontra
Weniger Aufwand: saisonaler Reifenwechsel entfälltSchlechter als spezielle Sommer-/Winterreifen
Günstigere Variante, da nur ein Reifenset nötig Eignen sich nur für kurze Strecken, etwa in der Stadt
Spart Platz: Das Verstauen der gerade nicht verwendeten Saisonreifen entfällt  


Wer einen Blick auf unterschiedliche Sommerreifenmodelle in Tests wirft, fragt sich, worin die Unterschiede liegen. Abgesehen von Größe, Breite und maximaler Geschwindigkeit sind es die Fahr- und Sicherheitseigenschaften, die hinter dem Steuer für spürbare Unterschiede sorgen. Dazu gehört vor allem das Fahrverhalten in Kurven sowie auf nasser Fahrbahn. Je höher das Grip-Niveau, desto stabiler wird sich das Auto in diversen Fahrsituationen verhalten. Und je höher die Bodenhaftung, desto kürzer fällt der Bremsweg aus. Wer ein sportliches Fahrzeug fährt, kann sich für spezielle Reifen mit hoher Performance entscheiden, die eine dynamische Fahrweise unterstützen (Stichpunkt Sportreifen). Für größere Fahrzeuge, wie sie auch im Stadtverkehr öfter zu sehen sind, bieten sich die folgenden Ausführungen von Sommerreifen an: 

SUV- beziehungsweise Offroadreifen

Ein Sommerreifen muss nicht nur perfekt zum Fahrzeug passen, sondern auch zu den Straßenbedingungen. Wer sich etwa mit einem Offroadwagen abseits von asphaltierten Straßen bewegen will, braucht entsprechende Reifen. Solche Sommerreifen sind strapazierfähiger, denn sie müssen sich dem Untergrund flexibel anpassen. Eine höhere Aufstandsfläche sorgt für ein höheres Grip-Niveau, sodass Steigungen leichter bewältigt werden können.

Eine konstruktionsspezifische Besonderheit dieser Reifen ist, dass die Seitenwand verstärkt ist. Selbst wenn der Reifen wenig Druck haben sollte, nimmt er auch bei schlechten Straßenverhältnissen keinen nennenswerten Schaden. Bei normalen Reifen im 20- bis 21-Zoll-Format kann ein zu niedriger Reifendruck hingegen schnell dazu führen, dass die Felge Schaden nimmt. Zu beachten ist, dass viele SUVs standardmäßig ab Werk mit normalen Sommerreifen ausgestattet werden. Für eine Nutzung des vollen Funktionsumfanges dieser Fahrzeuge sollten aber spezielle Sommerreifen aufgezogen werden. 

Runflat-Reifen als sinnvolle Pannenprävention

Wenn ein Reifen über einen Nagel in einem ungünstigen Winkel fährt, dann verliert er in aller Regel sehr schnell Luft. Wer sich für einen sogenannten Runflat-Sommerreifen entscheidet, kann in diesem Szenario die Notlaufeigenschaft nutzen. Ein Ersatzreifen ist in einem solchen Fall nicht nötig, da sich das Fahrzeug mit gedrosseltem Tempo zur nächstgelegenen Werkstatt bringen lässt. Dieser besondere Reifentyp weist eine sehr formstabile Konstruktion auf. Selbst wenn schnell ein starker Druckverlust einsetzt, bleibt der Runflat-Reifen durch verstärkte Seitenwände und eine spezielle Wulst in seinen Rolleigenschaften stabil. Zum Vergleich: Herkömmliche Sommerreifen sinken schnell ein und können die Felge je nach Tempo und Beladung stark beschädigen.

In puncto Sicherheit und Mobilität im Pannenfall bieten Runflat-Reifen überzeugende Vorteile. Nachteilig an diesen Reifen mit höherem Gewicht ist, dass sie einen größeren Rollwiderstand aufweisen und somit zu einem höheren Spritverbrauch führen. In den letzten Jahren konnten Reifenhersteller in Bezug auf diese beiden Nachteile jedoch deutliche Fortschritte erzielen, sodass die Unterschiede zu einem normalen Sommerreifen nicht mehr allzu groß sind.

Kaufberatung für Sommerreifen

Wann und warum überhaupt neue Sommerreifen kaufen?

Sommerreifen

Sofern ein Fahrzeug ab Werk mit Sommerreifen ausgestattet ist, können diese genutzt werden, bis eine geringe Profiltiefe oder ein hohes Alter für den Wechsel sprechen. Es sei denn, je nach Fahrzeugtyp oder Sicherheitsanforderungen kommt einer der genannten Sonderreifen in Frage. Die hierfür vorgesehene gesetzliche Mindesttiefe liegt bei 1,6 Millimetern. Experten raten jedoch, dass das Restprofil nicht deutlich unter 3 Millimetern bei Sommerreifen liegen sollte.

Dies hat vor allem einen sicherheitstechnischen Hintergrund: Je geringer die Profiltiefe ist, desto geringer ist die Bodenhaftung und desto weniger Wasser kann auf nasser Fahrbahn verdrängt werden. Eine zu geringe Profiltiefe ist eine wesentliche Ursache für gefährliches Aquaplaning. Des Weiteren führen Sommerreifen mit geringem Restprofil zu längeren Bremswegen: Im Ernstfall können wenige Meter einen entscheidenden Unterschied ausmachen.

Im Rahmen der Reifepflege (siehe weiter unten) sollten gerade Vielfahrer das Profil regelmäßig überprüfen und diese Aufgabe nicht nur ein Mal pro Jahr beim Werkstatttermin erledigen. Spätestens dann, wenn sich die Profiltiefe dem gesetzlichen Mindestwert annähert, ist der Kauf neuer Sommerreifen unumgänglich.

Sommerreifen auswählen: Welches Modell passt zum Auto? 

Wer einen passenden Sommerreifen für sein Auto kaufen möchte, muss einen Blick in den Fahrzeugschein werfen. Die Zahlen 20 bis 23 enthalten die gesetzlich vorgeschriebenen Reifenmaße. Wer eine neue Zulassungsbescheinigung Teil 1 besitzt, muss einen Blick auf die Ziffern 15.1 bis 15.3 werfen. Sofern es sich um einen Gebrauchtwagen handelt, können die Maße der Reifen auf der Seitenwand abgelesen werden. Dort könnten zum Beispiel folgende zu lesen sein: 215 55 R16 94V.

  • Die ersten drei Ziffern stehen für die Reifenbreite in Millimetern. 
  • Die mittleren beiden Ziffern stehen für das Verhältnis zwischen Flankenhöhe und Breite des Reifens.
  •  Der Buchstabe R steht für die Bauweise ‚radial‘, was für die große Mehrheit aller Sommerreifen gilt.
  • Die vorletzte Zahl zeigt, auf welche Felge der Reifen passt (in diesem Beispiel sind es 16 Zoll). 
  • Die letzte zweistellige Zahl steht für den Tragfähigkeitsindex. Dieser Wert zeigt an, welches maximale Gewicht jeder einzelne Reifen maximal tragen kann. 
  • Der letzte Buchstabe steht für den Geschwindigkeitsindex (V steht bei Sommerreifen für eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h).

Besondere Kennzeichnungen

Bei der Reifenbauart weisen nur noch Oldtimer dem Eintrag ‚D‘ (= Diagonalreifen) auf. Die Runflat-Reifen werden teils mit ‚RF‘ gekennzeichnet. 

Dürfen auch andere Sommerreifen aufgezogen werden?

Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) sind mögliche Alternativen für die genannten Reifenmaße zu finden. Diese finden sich in der EG-Übereinstimmungserklärung unter „Bereifung der Räder“ (32) oder „Bemerkungen“ (50). Es gibt also durchaus Handlungsspielräume, sodass sich individuelle Vorlieben oder Sicherheitsanforderungen gegebenenfalls umsetzen lassen. Gerade aber mit Blick auf Sportreifen und Tuning ist genau zu beachten, was gesetzlich zulässig ist. Wer sich beim Kauf neuer Sommerreifen unsicher ist, sollte sich fachmännischen Rat einholen. 

Welche Faktoren sind beim Kauf von Sommerreifen noch wichtig?

Bei Reifentests fällt der Blick meistens nur auf den Testsieger oder die Gesamtnote. Das mag legitim sein, aber oftmals sind die Qualitätsunterschiede eher gering, sofern es sich nicht um eine sehr schlechte Performance handelt. Daher sollten Interessierte auch ein Blick auf die detaillierten Testbereiche werfen. Nur so können sie sich ein aussagekräftiges Gesamtbild von den vorgestellten Sommerreifen verschaffen. Für die Sicherheit ist bei einem Sommerreifen ein kurzer Bremsweg ausgesprochen wichtig, insbesondere bei nassen Straßenverhältnissen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, bei Reifentests auch die folgenden Faktoren für einen wirklich aussagekräftigen Vergleich zu beachten:

  • Lebensdauer/Verschleiß
  • Trockenhaftung
  • Luftwiderstand
  • Fahrstabilität
  • Anfälligkeit für Aquaplaning
  • Rollwiderstand und Geräuschentwicklung

EU-Reifenlabel als Hilfe im Sinne der Kaufberatung? 

Hintergrund des EU-Reifenlabels, das an die Kennzeichnung von Elektrogeräten erinnert, ist die 2012 in der EU eingeführte Kennzeichnungspflicht. Wer einen Sommerreifen kaufen möchte, kann sich mit dem Label einen ersten Eindruck über zentrale Performance-Werte wie Nasshaftung, Rollwiderstand oder Geräuschentwicklung verschaffen.

Der Buchstabe oben links steht für den Rollwiderstand beziehungsweise die Energieeffizienz. Rechts daneben wird die Nasshaftung/Bremsperformance angegeben. Für diese beiden Werte werden die Klassen A bis G zugeteilt, wobei A für den Bestwert steht. Der Wert unten steht für die Geräuschemission in Dezibel, wofür drei unterschiedliche Klassen vorhanden sind. 

Vorteile Nachteile
kompakter Blick auf zentrale Performancewerte wichtige Kaufkriterien werden nicht berücksichtigt 
Erhöhung des Bewusstseins für Kraftstoffverbrauch/-effizienzkeine Angaben zu Lebensdauer und Fahrstabilität
schnellerer Vergleich verschiedener Sommerreifen möglichAbstraktion: die Klassen müssen erst in reale Werte übersetzt werden
ersetzt keine ganzheitliche Fachberatung

Passendes Zubehör für Sommerreifen: Felgen als Basis

Wer in neue Sommerreifen investiert, sollte gegebenenfalls auch über neue Felgen nachdenken. Das perfekte Zusammenspiel von Reifen und Felge ist essenziell für die Fahreigenschaften. Passen Reifen und Felge nicht optimal zueinander, hat der Reifen zu viel Spiel. Im schlimmsten Fall kann er während der Fahrt abrutschen. Sind die Daten für zum Auto passende Sommerreifen bekannt, so lassen sich Felgen direkt mit ermitteln. Wer es sportlich und dynamisch mag, kann auch über Leichtmetallfelgen nachdenken. Diese sind längst nicht mehr nur im Tuningbereich beliebt.

Neue Sommerreifen optisch in Szene setzen 

Ein weiteres wichtiges Zubehör für den optischen Gesamteindruck eines Reifens sind Radkappen. Im Laufe der Jahre bekommen Radkappen die eine oder andere Schramme ab oder gehen bei einem missglückten Einparkmanöver sogar verloren. Die Optik von neuen Sommerreifen können Fahrzeugbesitzer mit neuen Radkappen (die Zollgröße ist das entscheidende Auswahlkriterium) noch wirkungsvoller in Szene setzen. 

Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Sommerreifen

Bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 80 km/h beträgt der Unterschied beim Bremsweg je nach Klasse 3 bis 6 Meter. Von der besten Klasse A bis zur schlechtesten F kann ein Unterschied von 18 Metern liegen, was mehreren Fahrzeuglängen entspricht!

Pflegetipps für Sommerreifen: So wird die Lebensdauer maximiert

Wer als Autofahrer die optimale Performance von aufgezogenen Sommerreifen nutzen will, sollte sich an die folgenden Tipps halten. Generell kann nur eine optimale Pflege und Konfiguration von Sommerreifen dafür sorgen, dass ein hohes Maß an Sicherheit hinter dem Steuer bei diversen Straßenverhältnissen garantiert ist.

Der richtige Reifendruck

Der richtige Reifendruck ist essenziell für die Fahreigenschaften und den Kraftstoffverbrauch. Ein zu geringer Luftdruck führt dazu, dass der Spritverbrauch ansteigt und der Reifen wesentlich schneller verschleißt. Generell wird empfohlen, dass der Luftdruck von Sommerreifen etwa 0,2 Bar geringer sein sollte als bei Winterreifen. Welcher Reifendruck für das jeweilige Fahrzeug empfohlen ist, wird in der Regel auf der Rückseite des Tankdeckels angezeigt. Seit 2014 herrscht übrigens für alle neuen Fahrzeuge die Pflicht, mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet zu sein. Leuchtet die entsprechende Warnleuchte im Cockpit, sollte der Fahrer umgehend den Reifendruck kontrollieren. 

Tipp zur Kontrolle des Reifenverschleißes

Generell gilt: Je weniger Profil auf der Lauffläche vorhanden ist, desto weniger Grip wird der Reifen bieten. Mit einem geringen Profil verschlechtern sich die Fahreigenschaften auf nassen Straßen deutlich, der Bremsweg kann um einige Meter länger werden. Daher sollte der Verschleiß gerade bei Vielfahrern auch in Eigenregie regelmäßig kontrolliert werden. Experten raten dazu, Sommerreifen zu erneuern, bevor die gesetzliche Mindestprofiltiefe erreicht ist. Mit einer Euro-Münze lässt sich die Profiltiefe schnell prüfen: Wird die Münze in eine Rille gesteckt, so sollte der goldene Rand vollständig darin verschwinden

Tipp für professionelle Reifenpflege: auswuchten und Spur einstellen

Wer Sommerreifen ohnehin halbjährlich wechselt, sollte sie auswuchten lassen. So werden Vibrationen minimiert, die sich negativ auf die Lebensdauer auswirken. Auch neu gekaufte Sommerreifen sollten bei der ersten Montage ausgewuchtet werden. Zudem sorgt nur eine abgestimmte Achsgeometrie dafür, dass sich Reifen gleichmäßig abnutzen. Da bei Fahrzeugen mit Vorderradantrieb die Frontreifen schneller verschleißen, sollten Vielfahrer sie bei einem Reifenwechsel tauschen. 

Tipps für ein reifenschonendes Fahrverhalten

Wer lange Freude an neuen Sommerreifen haben möchte, sollte umsichtig fahren und Rempler beim Einparken möglichst vermeiden. Hierdurch kann die Außenhaut oder sogar die Karkasse eines Reifens Schaden nehmen. Bildet sich beispielsweise ein feiner Riss, so kann daraus zeitnah ein irreparabler Schaden entstehen. Insofern ist es ratsam, die Reifen etwa im Zuge der Autoreinigung regelmäßig in Augenschein zu nehmen. Schnelles Beschleunigen an Ampeln mit durchdrehenden Rädern hat ebenfalls negative Auswirkungen auf die Lebensdauer des Reifens.

Tipp zur Reifenlagerung

Bei der Reifenlagerung ist auf dunkle, kühle und trockene Verhältnisse zu achten, sofern der Fahrzeugbesitzer nicht das professionelle Angebot von Werkstätten nutzt. Um negative Einflüsse auf die Lebensdauer zu vermeiden, sollten Sommerreifen keinen Kontakt zu Fett, Öl und Lösungsmitteln haben.

Tipp zur Pflege von Ventilen

Ventile sind für einen möglichst konstanten Luftdruck von Sommerreifen entscheidend. Da einige Komponenten aus Gummi bestehen, ist Verschleiß über einen längeren Zeitraum eine ganz normale Erscheinung. Sind ältere Sommerreifen noch gut erhalten, kann die Erneuerung von Ventilen sinnvoll sein. In jedem Falle bietet es sich an, den Zustand von Ventilen/Ventilklappen regelmäßig überprüfen zu lassen. Um eine lange Lebensdauer von Reifen zu gewährleisten, müssen Ventile in einem einwandfreien Zustand sein.

Häufige Fragen und Antworten zu Sommerreifen

Wo Sommerreifen kaufen? 

Empfehlenswert ist ein Fachhandel, um eine große Auswahl zu haben und gegebenenfalls eine Beratung zu erhalten. Es spricht nichts dagegen, Sommerreifen online zu kaufen, zumal auf diesem Weg oftmals bessere Konditionen erhältlich sind. Auf eine Fachberatung müssen Käufer auch beim Onlinekauf nicht verzichten.

Wer regelmäßig Reifen wechseln muss und selbst keine Möglichkeit zur Einlagerung hat, sollte sich an eine Fachwerkstatt mit entsprechendem Angebot wenden. Wer Reifen selbst wechseln und sachgemäß lagern kann, findet im Internet beziehungsweise in Preisvergleichen die besten Angebote. 

Woran erkennt man Sommerreifen?

Die Profilhöhe von Sommerreifen ist etwas geringer als bei Winterreifen. Sommerreifen weisen wesentlich mehr Rillen auf, die charakteristischen Lamellen von Winterreifen fehlen. Nicht sichtbar hingegen sind die härteren Gummimischungen von Sommerreifen, die der höheren Betriebstemperatur geschuldet sind. 

Wann neue Sommerreifen kaufen?

Das Alter und die Abnutzung von Sommerreifen spielen eine entscheidende Rolle. Auch ein Reifen mit einem Profil deutlich über der gesetzlichen Mindestanforderung von 1,6 Millimetern kann eventuell nicht mehr verkehrssicher sein, wenn er älter als acht Jahre ist. Der Grund dafür ist, dass die Gummimischungen mit hohem Alter härter werden; es kommt zur Materialermüdung, und plötzliche Brüche sind möglich. Daher sollten Kraftfahrzeugfahrer nicht mit dem Wechsel von Sommerreifen warten, bis das Profil bis auf die gesetzliche Mindesttiefe abgefahren ist. Neue Sommerreifen kommen auch dann in Betracht, wenn sich schon Risse auf den Außenseiten zeigen oder größere Fremdkörper eingefahren sind. Bei alten Reifen ist eine Reparatur meistens nicht lohnend.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Sommerreifen-Vergleich. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.

Den letzten Sommerreifen-Test führte die Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit dem ADAC im Jahr 2015 durch. Die Tester stellten insgesamt 35 Reifen auf den Prüfstand. Zu den Testkriterien zählten das Verhalten auf nasser und trockener Fahrbahn, die Verschleißfestigkeit, der Kraftstoffverbrauch und der Geräuschpegel. Außerdem wurden die Reifen einer Schnelllaufprüfung unterzogen. Das Testfazit: Gut und sparsam zugleich ist kein Testmodell.

Insgesamt erhielten 12 Reifen das Testurteil „Gut“, 20 ein Befriedigend“, ein Testmodell ein „Ausreichend“ und zwei ein „Mangelhaft“. Testsieger in der Größenordnung „Kleinwagengröße 185/60 R14 H (maximal 210 km/h)“ wurden gleich drei Sommerreifen: Die ContiPremiumContact 5 von Continental, die Efficient Grip Performance von Goodyear und die Line von Nokian landeten jeweils mit der Testnote 2,2 („Gut“) auf dem ersten Platz. Knapp dahinter folgen die Dunlop Sport BluResponse und die Vredestein Sportrac 5 mit der Testnote 2,3 sowie die Hankook Kinergy Eco K425 mit der Testnote 2,4.

Bei den Kompakt- und Mittelklassewagen ergatterten die Testreifen Michelin Primacy 3 den ersten Platz mit der Testnote 1,9 und somit dem Qualitätsurteil „Gut“. Auf dem zweiten Platz landeten die Goodyear Efficient Grip Performance mit der Testnote 2,1. Platz drei erkämpften sich die Continental ContiPremiumContact 5, die Dunlop Sport BluResponse und die Pirelli Cinturato P7 Blue, jeweils mit der Testnote 2,2.

Im Sommerreifen-Test des ADAC aus dem Jahr 2019 heimsten die Brigestone Turanta T005 mit der Testnote 2,0 („Gut“) den Testsieg ein, dicht gefolgt von den Vredestein Sportrac 5 mit der Testnote 2,1 („Gut“). Die 14 anderen Reifen im Test erhielten das Testurteil „Befriedigend“.