Gartenpool-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Gartenpools werden in unterschiedlichen Bauvarianten hergestellt. Einige Modelle sind winterfest und können in den Boden eingelassen werden.
  • In Tiefe, Durchmesser und Form können Gartenpools sehr unterschiedlich ausfallen – ob runde mit zweieinhalb Metern Durchmesser oder viereckige mit fünfeinhalb Metern Länge.
  • Der Standort für einen Pool muss gut überlegt sein. Unter anderem spielen Untergrund und Nähe zu Bäumen dabei eine Rolle.
  • Pools müssen regelmäßig gereinigt werden. Zum Entfernen von Laub oder toten Insekten kommt das Filtern und Desinfizieren des Wassers hinzu.
  • Abbaubare Gartenpool werden am Ende des Sommers eingelagert. Für winterfeste Pools ist einiges an Vorbereitung zu beachten.

Urlaubsfeeling im eigenen Garten

An einem heißen Sommertag sehnt sich so mancher nach einer Erfrischung durch einen Sprung ins kühle Nass. Um dazu jederzeit die Möglichkeit zu haben, bietet sich die Anschaffung eines Gartenpools an. Ob zum kurzen Abkühlen, Relaxen in der Nachmittagssonne oder zum Planschen und Toben für die Kinder – ein Pool macht den eigenen Garten zu einer kleinen Urlaubsoase. Dabei müssen Sie nicht großflächig den Boden ausheben; Aufstellpools sind ebenso schnell wie einfach aufgerichtet, dabei oft langlebig und erschwinglich.

Welche Arten von Gartenpools gibt es?

Gartenpools sind in kleinen Versionen für zwei bis drei Personen bis hin zu großen Ausführungen erhältlich, in denen man sogar schwimmen kann. Auch bei der Form bleibt kein Wunsch offen: Die meisten Pools sind rund oder rechteckig, doch ovale oder achteckige Modelle sind ebenfalls zu finden. Einige Pools sind winterfest, müssen aber für die kalte Jahreszeit entsprechend präpariert werden, andere können am Ende des Sommers abgebaut und eingelagert werden. Sogenannte Quick-Up-Pools richten sich automatisch auf, während sie befüllt werden, und erfordern einen geringen Pflegeaufwand. Dagegen sind Stahlrahmen- oder Stahlwandpools deutlich langlebiger und können mitunter sogar dauerhaft eingegraben werden. Dafür sind diese Versionen kostspieliger sowie pflege- und wartungsintensiver.

Vor- und Nachteile einzelner Poolarten

Generell haben Aufstellpools einige Vorteile gegenüber fest installierten Varianten. Sie erfordern für den Aufbau keine langen Bauarbeiten, meist können sie selbst von einer Person in kurzer Zeit aufgestellt werden. Dadurch sind Aufstellpools auch deutlich günstiger. Der Pflegeaufwand bemisst sich an Größe und Nutzungsdauer, aber auch an den unterschiedlichen Modellen. Für alle Ansprüche, ob für Singles oder Familien, sollte sich das geeignete Modell finden lassen. Selbst für kleine Gärten gibt es passende Optionen.

Quick-Up-Pool
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Dieser Pool besitzt einen dicken Rand, der mit Luft gefüllt ist. Lassen Sie das Innere mit Wasser volllaufen, hebt dieses automatisch den Rand an. Gleichzeitig stellt sich so die Wände auf, der Pool ist also äußerst einfach aufzubauen. Quick-Up-Pools sind schon für weniger als 100 Euro erhältlich und daher gut für eine kurze Zeitspanne geeignet. Da sie keine stabilen Halterungen von außen besitzen und das Material anfällig für Beschädigungen ist, sind diese Pools im Schnitt allerdings weniger langlebig als andere Varianten.

Stahlrahmenpool
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Dieses Modell wird durch einen Rahmen stabilisiert, daher spricht man auch vom Frame-Pool. Er besteht meist aus Stahl, aber auch harte Kunststoffteile sind möglich. Das Gestell wird von innen mit dem eigentlichen Becken bespannt. Dieses ist meist aus widerstandsfähigem Kunststoff, wie PVC, gefertigt. Der Aufbau gestaltet sich somit etwas aufwendiger als beim Quick-Up-Pool, ist jedoch auch von einer Person zu bewerkstelligen. Stahlrahmenpools benötigen Stützen, die außen am Rand festgemacht werden. Gedacht sind sie für den ganzjährigen Aufbau, Sie können ihn aber ebenso abbauen und einlagern.

Stahlwandpool
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Diese Version der Aufstellpools ist sehr pflege- und kostenintensiv, dafür ist sie äußerst langlebig und kann in den größten Maßen und Sonderanfertigungen hergestellt werden. Eine stabile Stahlblechwand bildet den Rand dieses Pools, auch ein mit Holz verkleidetes Modell ist hier möglich. Mitunter können Sie diesen Pool ein wenig in die Erde des Gartens einlassen, um so beispielsweise die Einstiegshöhe zu verringern. Darüber hinaus lassen sich für diese Art von Pool eine Menge extravagante Gadgets einbauen, etwa eine Wasserheizung, Whirlpool-Düsen oder eine Überdachung.

Worauf muss ich bei der Größe von Gartenpools achten?

Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie viele Personen den Pool regelmäßig nutzen wollen. Wenn eine kleine Gruppe Kinder darin spielen soll oder sich zwei Personen gleichzeitig bequem lang machen wollen, sollte der Pool entsprechend groß sein. Dabei ist auch der Platz im Garten zu beachten. Messen Sie am besten vor dem Aufbau ab, welches Platzangebot Ihnen zur Verfügung steht und ob der Standort optimal ist. Bedenken Sie zudem, dass Hersteller häufig die Innenmaße angeben, die nicht gleichbedeutend mit den realen Maßen sind. Stahlrahmenpools beispielsweise benötigen noch zusätzlichen Platz für die Außenstützen. Rechnen Sie also vorsichtshalber einen Meter in jede Richtung zusätzlich ein. Handelsübliche Pools haben einen Durchmesser von circa 2,5 bis 5,5 Metern. Rechteckige Formen sind in der Regel bis zu einem Maß von 5,5 mal 3,0 Meter zu haben, Sonderanfertigungen ausgenommen.

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Besonders Kinder haben viel Spaß daran, im Sommer im Pool zu plantschen.

Auch die Wassertiefe von Gartenpools kann sehr unterschiedlich ausfallen. Die meisten Hersteller bieten Modelle mit einer Höhe von 75 bis 135 Zentimetern an. Da Sie aber den Pool wahrscheinlich nicht exakt bis zur Oberkante füllen werden, ziehen Sie zum Bestimmen der Wassertiefe noch ein paar Zentimeter ab. Wenn hauptsächlich Kinder, die noch nicht schwimmen können, den Pool nutzen, sollte Ihre Wahl eher auf ein flacheres Modell fallen. Zwar können Sie einen höheren Pool nur teilweise füllen, das könnte aber gerade für Kinder ungemütlich sein, da sie nicht mehr den Rand überblicken können. Auch das Rein- und Rausklettern wird in diesem Fall schwierig.

Kinder beaufsichtigen

Selbst wenn der Pool nur eine geringe Wassertiefe hat: Behalten Sie kleinere Kinder stets im Auge. Das gilt besonders für Kinder, die unbedacht miteinander toben oder noch nicht selbstständig schwimmen können. Schwimmflügel sind auch im hauseigenen Pool ein nützliches Utensil für Kleinkinder.

Wie teuer sind Gartenpools?

Der Preis ist unter anderem abhängig von der Bauart des Pools. Quick-Up-Pools mit einem Durchmesser von rund drei Metern gibt es bereits für weniger als 100 Euro. Diese Anschaffung kann also schon lohnend sein, wenn sie nur einen Sommer genutzt wird. Aber auch größere Frame-Pools gibt es für erschwingliche Anschaffungskosten von 100 bis 200 Euro, oft inklusive Leiter und Pumpe. Kosten für Stahlwandbecken gehen schnell in den vierstelligen Bereich, dafür haben Sie die deutliche robustere und langlebigere Variante.

Wo platziere ich den Pool am besten?

Neben einer Fläche von geeigneter Größe für die Wunschmaße Ihres Pools sollten Sie noch andere Faktoren bezüglich des Standorts in Ihre Planungen miteinbeziehen. Beispielsweise sollte der Untergrund eine möglichst geringe Neigung haben. Er muss nicht komplett eben sein, aber wenn er schräg steht, macht sich das am Wasserspiegel bemerkbar. Dieser wäre dann an einer Seite des Pools niedriger als an der gegenüberliegenden. Als Untergrund eignet sich Rasen am besten. Härte Böden wie Stein oder Beton können der Poolunterseite schaden. Befreien Sie die gewählte Stellfläche vor dem Aufbau des Pools gründlich von kleinen Steinen, Ästen und spitzen Gegenständen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie eine stabile Plane als Unterlage für den Pool nutzen.

Auch die Umgebung hat Einfluss auf den Pool beziehungsweise das Badeerlebnis. So können Bäume und Sträucher, die ihre Blätter und Blüten verlieren, das Poolwasser verschmutzen. Von Zeit zu Zeit müssen Sie ohnehin das Wasser reinigen und von Unrat befreien. Stellen Sie den Pool jedoch in einiger Entfernung zu Bäumen auf, verringern Sie die Verschmutzungen.

Je nachdem, ob Sie lieber im Schatten oder in der Sonne liegen, können Sie den Standort diesbezüglich ausrichten. Wenn Sie beispielsweise die Nachmittags- und frühe Abendsonne genießen wollen, achten Sie darauf, dass nicht ausgerechnet zu dieser Tageszeit der Schatten von Bäumen oder Häusern auf den Pool fällt. Ein Standort in der prallen Mittagssonne bewirkt, dass sich das Wasser über den Tag hinweg erwärmt.

Ergänzungen für die Gartenpools

In der Regel verfügen die unterschiedlichen Poolarten über einen Anschlussstutzen, über den sich das Innere befüllen und entleeren lässt. Auch Gerätschaften wie eine Filteranlage lassen sich darüber mit dem Pool verbinden. Bedenken Sie beim Kauf, dass Ihr Gartenschlauch in diese Öffnung passen muss, wenn Sie über ihn das Wasser ablassen und woanders hinleiten möchten. Alternativ müssen Sie sich zusätzlich um die Anschaffung eines entsprechenden Adapters kümmern.

Für verschiedene Situationen ist eine Abdeckplane sinnvoll. Mit dieser überspannen Sie den Pool nachts oder wenn Sie im Urlaub sind. Dadurch verhindern Sie, dass Laub oder Insekten ins Wasser fallen. Wenn Sie über Nacht mit einer Poolheizung das Wasser aufwärmen wollen, sollten Sie ebenfalls die Plane nutzen, damit die Wärme nicht zu schnell entweicht. Die Plane sollte straff gespannt sein, damit sie nicht wegweht oder sich zu viel Regenwasser auf ihr sammelt.

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Eine Einstiegsleiter ist besonders bei höheren Modellen von Vorteil. Mit ihr können Sie mühelos in den Pool hinein- und hinaussteigen. Gerade für Kinder oder Personen mit Bewegungseinschränkungen ist das wichtig. Achten Sie darauf, dass die Leiter einen sicheren Stand hat. Viele Ergänzungen wie Pumpe, Plane oder Flickzeug für undichte Stellen werden mit den Pools mitgeliefert. Berücksichtigen Sie beim Kauf, für welches Zubehör Sie eventuell zusätzlich Geld ausgeben müssen.

Regelmäßige Reinigung

Mit einem Kescher können Sie die Wasseroberfläche von den gröbsten Verunreinigungen wie Blättern oder Insekten befreien. Doch auch wenn Sie das regelmäßig machen und zusätzlich eine Abdeckplane nutzen, kommen Sie früher oder später nicht um eine Poolreinigung herum. Eine Filteranlage hält das Wasser langfristig sauber und filtert Schmutz heraus. Die beste Leistung erbringt eine Sandfilteranlage, die überdies sehr schnell arbeitet und eine hohe Lebensdauer hat. Mit dem Filter wird ein sogenannter Skimmer installiert, der sich am Rand des Pools anbringen lässt. Er saugt das Wasser ab und fängt groben Schmutz ab. Danach leitet er das Wasser weiter in die Filteranlage. Denken Sie daran, auch den Filter circa einmal wöchentlich durchzuspülen.

Professionelle Pool-Reinigung

Bei einem großen Pool oder häufiger Nutzung bieten sich Poolpumpen an, die das Wasser ein- bis zweimal am Tag komplett umwälzen. Die Leistung der Pumpe sollte auf das Fassungsvermögen des Pools abgestimmt sein. Für eine grundlegende Reinigung gibt es Sauger für den Poolboden und sogar Poolreinigungs-Roboter.

Auch die Poolwände sollten Sie regelmäßig putzen. In welchem Turnus Sie eine Reinigung vornehmen, liegt bei Ihnen. Es kommt darauf an, wie häufig Sie den Pool nutzen. Offensichtliche Anzeichen sind jedoch unangenehmer Geruch, milchiges Wasser oder glitschiges Gefühl an Boden oder Wänden. Zur Desinfektion des Wassers können Sie Chlor nutzen. Mischen Sie circa zwei Milligramm pro Liter Poolwasser bei und lassen Sie es über Nacht einwirken. Alternativ ist hierfür Aktivsauerstoff in einem Mischverhältnis von etwa fünf Milligramm pro Liter möglich. Achten Sie darüber hinaus darauf, dass der pH-Wert des Wassers bei 7,0 bis 7,4 liegt. Ein höherer Wert führt zu Kalkbildung, ein niedrigerer greift mit der Zeit Metall an.

Den Pool winterfest machen

Stahlrahmen- und Quick-Up-Pools sind in der Regel reine Sommerbecken; das heißt, dass Sie sie über den Winter abbauen und einlagern müssen. Planen Sie also beim Kauf ein, dass genügend Platz, etwa im Keller oder in der Garage, vorhanden sein muss. Fest installierte Pools, wie zum Beispiel in den Boden eingelassene Standwandpools, müssen winterfest gemacht werden. Dazu lassen Sie zunächst das Wasser ab, jedoch nicht vollständig. Das Wasser schützt über den Winter hinweg die Materialien der Auskleidung des Pools vor Verschmutzungen und Witterungsbedingungen. Sie können das Wasser bis etwa zehn Zentimeter unterhalb des Ablassstutzens ablassen.

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Mithilfe der Filteranlage verteilen Sie Chlor im Pool, sodass das Wasser auf einem Chlorwert zwischen 0,3 und 0,6 Milligramm pro Liter kommt. Ein höherer Wert kann zu Korrosionen führen. Auch Wasserpflegemittel können Sie in dieser Phase der Vorbereitung hinzugeben. Vergessen Sie nicht, die Abdeckplane über den Pool zu ziehen und darauf zu achten, dass sich nicht zu viel Schnee oder Eis darauf sammelt und sie einsackt. Nach dem Winter lassen Sie das Wasser komplett ab und reinigen den Pool gründlich.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Gartenpools nicht selbst getestet.

Weder die Stiftung Warentest noch ÖKO-TEST führten bisher einen Test für Gartenpools durch. Dieses Fehlen fällt durchaus auf, wäre doch ein Test dieser Objekte für viele Person mit Gartenzugang – ob Familien, Paare oder Singles – von potenzieller Bedeutung. Als preiswerte sowie leicht zu handhabende Miniversionen luxuriöser Kachelpools sind sie sicherlich Jahr für Jahr aufs Neue interessant. Gerade die verschiedenen Bauweisen und Hersteller sowie praktische Ergänzungen würden ein Vergleich bestimmter Modelle empfehlen. Auch eine Warnung vor Billigprodukten oder schlecht verarbeiteten Pools, verbunden mit dem Hinweis, in welcher Hinsicht es sich lohnt, mehr zu investieren, wäre sinnvoll.

Gerrit Menk

Gerrit Menk

16.04.2021