Kehrmaschine-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Kehrmaschinen kommen überall dort zum Einsatz, wo das Fegen mit einem Handbesen zu lange dauern würde.
  • Ein Reinigungssystem mit Tellerbesen und Walzenbürsten sorgt dafür, dass sowohl grober als auch feiner Schmutz zuverlässig entfernt wird.
  • Manuell betriebene Geräte sind bis zu 20-mal so effektiv wie die Arbeit mit einem herkömmlichen Besen, motorisierte Modelle reinigen sogar bis zu 50-mal schneller.
  • Besonders leistungsfähige Maschinen entfernen auch Schlamm und feuchtes Laub; mit dem richtigen Zubehör wird das Gerät sogar zum Schneeschieber.

Wer braucht eine Kehrmaschine?

Überall dort, wo Sie mit einem klassischen Besen nicht schnell genug arbeiten können, ist die Wahl einer Kehrmaschine sinnvoll. Besonders auf großen Flächen macht sich der Vorteil der deutlich schnelleren Reinigung bemerkbar. Aber auch an Orten, die schnell wieder verschmutzen – etwa auf Gehwegen unter Laubbäumen oder in Garagen – ist es bequemer, auf eine schnelle, gründliche Reinigung zurückgreifen zu können. Wem es also große Mühe macht, sein Grundstück oder schnell verschmutzende Flächen auf herkömmliche Art und Weise zu reinigen, der ist mit einer praktischen Kehrmaschine gut beraten.

Wie ist eine Kehrmaschine aufgebaut?

Die Kehrmaschine ist ein Gerät, das Sie mit einem Haltegriff vor sich herschieben. Verschiedene Bürstentypen am und unter dem Gerät sorgen dafür, dass grober und feiner Schmutz entfernt wird. Unter dem Korpus der Maschine befindet sich entweder eine Art breites Schiebeblech, das den Schmutz aufnimmt, oder ein walzenförmiger Besen, der wiederrum den Schmutz in den Auffangbehälter befördert. Manche Modelle verfügen sogar über zwei walzenartige Bürsten an der Unterseite, die sich gegenläufig zueinander bewegen und so dem Schmutz noch besser beikommen. Größere Objekte wie Blätter oder Äste können so besonders gut entfernt werden.

An den vorderen Ecken besitzen die meisten Kehrmaschinen zwei runde, rotierende Bürsten. Diese werden Tellerbesen genannt und kehren den Schmutz nach innen, direkt vor die Maschine. Zum Teil können sie in der Höhe verstellt und so auf den Untergrund angepasst werden. Außerdem sind die Tellerbesen gut dafür geeignet, an Kanten wie Hauswänden und Bürgersteigen zu putzen.

Für die richtig großen Flächen

Abgesehen von den Modellen zum Schieben gibt es auch große Aufsitzkehrmaschinen, mitunter selbstfahrende Modelle, wie sie bei der städtischen Straßenreinigung oder auf großen Betriebsgeländen genutzt werden. Sie haben die größte Reinigungsleistung und sind für den Privatgebrauch in der Regel nicht notwendig.

Elektrische oder benzinbetriebene Maschinen sind meist schwerer als rein manuelle Geräte. Doch da der Motor den Antrieb unterstützt, gleicht sich das höhere Gewicht wieder aus. Wenn Sie Ihre Kehrmaschine häufig transportieren müssen, sollten Sie jedoch bei der Auswahl auf ein niedriges Gewicht achten.

Welche Komponenten sind zu beachten?

Kehrmaschinen gibt es entweder handbetrieben, sodass Tempo und Reinigungsleitung allein von der aufgewendeten Kraft des Nutzers beziehungswese der Nutzerin abhängt, oder mit akku- beziehungsweise benzinbetriebenem Motor. Diese Modelle sind zwar schwerer und leistungsfähiger, aber nicht automatisch für jeden die optimale Wahl. Je nachdem, wie oft oder wo Sie die Maschine nutzen oder welche Art von Schmutz Sie entfernen müssen, kann eine manuelle Maschine die klügere Wahl sein.

Leistung

Für gewöhnlich wird die Leistung mit dem Wert Quadratmeter pro Stunde (m²/h) angegeben. Die Reinigung mit einem Besen liegt ungefähr bei 150 m²/h. Wenn Sie vorrangig kleinere Flächen wie die Hofeinfahrt oder Wege rund ums Haus reinigen wollen, ist eine Leistung bis ungefähr 3.000 m²/h ausreichend. Größere Flächen wie Lagerhallen oder Parkplätze hingegen sollten mit einer Leistung von 3.000 bis 8.000 m²/h gereinigt werden. Aufsitz- und selbstfahrende Kehrmaschinen für den professionellen Bereich erreichen einen Wert von bis zu 15.000 m²/h.

Kehrbreite

Wie viel Schmutz Sie mit der Kehrmaschine entfernen können, hängt unter anderem von der Kehrbreite ab. Die meisten Modelle bieten eine Kehrbreite zwischen 55 und 70 Zentimeter an; mitunter sind auch mehr. Der Vorteil von breiteren Besenabständen liegt auf der Hand: Sie können viel Fläche in kurzer Zeit bearbeiten. Dafür sind diese Modelle häufig schwerer und haben einen größeren Wenderadius. Für Gehwege beispielsweise ist eine große Kehrbreite gut geeignet. Wollen Sie die Garage reinigen oder müssen häufig wenden, ist ein geringerer Radius von Vorteil.

Auffangbehälter

Je größer der Auffangbehälter, in denen der aufgekehrte Unrat gesammelt wird, desto länger können Sie ohne Unterbrechung arbeiten. Auch hier gilt, dass für kleinere Flächen in der Regel ein Modell mit weniger Volumen genügt. Die meisten gängigen Kehrmaschinen verfügen über einen integrierten Behälter mit einem Fassungsvermögen von etwa 20 bis 50 Litern. Achten Sie darauf, dass Ihre Maschine eine ausreichend große Menge an Schmutz aufnehmen kann, wenn Sie eine große Fläche reinigen. Ansonsten müssen Sie die Reinigung mitunter häufig unterbrechen, um den Behälter zu leeren.

Haltegriff

Der Schubbügel beziehungsweise Griff der Kehrmaschine sollte höhenverstellbar sein, damit er auf die Körpergröße des Anwenders beziehungsweise der Anwenderin angepasst werden kann, ähnlich wie zum Beispiel bei Rasenmähern. Dadurch wird der Rücken bei der Arbeit nicht zu stark belastet und das Schieben bleibt auf Dauer bequem. An vielen Modellen lassen sich die Haltebügel in verschiedenen Stufen verstellen, andere funktionieren sogar stufenlos. Einklapp- oder -fahrbare Bügel sind praktisch, damit die Kehrmaschine platzsparend verstaut werden kann.

Ist eine Kehrmaschine für jeden Schmutz geeignet?

Grundsätzlich können Kehrmaschinen jeglichen trockenen Schmutz auf glattem Untergrund wie Fußwegen, asphaltierten Straßen oder Hallenböden aufsammeln. Sand und Erde, Zweige und Laub stellen für das Gerät kein Problem dar. Selbst feiner, pudriger Schnee ist schnell entfernt. Wenn Sie jedoch nassem und hartnäckigem Schmutz beikommen wollen, müssen Sie härtere Geschütze auffahren. Feuchtes Laub oder Schlamm beispielsweise erfordern eine höhere Leistung, daher sollten Sie für derartige Verschmutzungen ein elektrisches oder benzinbetriebenes Gerät nutzen. Spezielle Borsten an den Kehrbesen schaffen es auch, sich während des Betriebs unter das nasse Laub zu schieben und es so anzuheben.

Für den Winter gewappnet

Eine praktische Kombination für den Winter sind Kehrmaschine und Schneeschild. Damit wird das Kehrgerät zu einem Schneeschieber. Besonders effizient wird diese Applikation mit einem sehr hochleistungsfähigen Modell, da Sie damit auch durch eine hohe Schneedecke kommen.

Wenn Sie keine leistungsstarke Kehrmaschine zur Hand haben, können Sie hartnäckigen Schmutz vorbehandeln. Nasses Laub auf dem Weg können Sie beispielsweise mit einer Harke lockern, um es im Anschluss aufzukehren. Achten Sie darauf, dass Objekte wie Äste und Steine, die auf dem Weg liegen, nicht zu Querschlägern werden können.

Der Boden sollte möglichst eben sein, wenn Sie ihn effizient mit einer Kehrmaschine säubern wollen. Kopfsteinpflaster oder ähnlich holprige Untergründe sind eher ein Fall für die motorisierten Varianten, die zudem mit stärkeren oder besonders langen Borsten Zwischenräume besser reinigen.

Material der Borsten

Die Tellerbesen bestehen in der Regel aus weichem Kunststoff oder flachen Drahtborsten in verschiedenen Stärken. Auch Mischformen mit Borsten teils aus Kunststoff, teils aus Metall sind möglich. Je härter das Material ist, desto aggressiver können die Besen gegen Verschmutzung vorgehen. Mitunter werden Blätter durch die schnellen Drehbewegungen der Tellerbesen ein wenig zerhäckselt, wenn diese aus Metall bestehen. Zudem können Sie die Reinigungsintensität variieren, wenn sich die runden Bürsten in ihrer Höhe verstellen lassen.

Das richtige Tempo

Fahren Sie in einem gleichmäßigen Tempo. Nehmen Sie sich gerade bei stärkerer Verschmutzung Zeit. Wenn Sie zu schnell oder zu viele Kurven fahren, wird das Reinigungsergebnis ungleichmäßig. Bei handbetriebenen Geräten sollten Sie zumindest so schnell sein, dass die Borsten ordentlich rotieren. Ansonsten können sie den Schmutz nicht nach innen befördern.

Spezieller Laubsammler für den Rasen

Damit Sie Laub in Gärten und von Rasenflächen schnell entfernen können, hilft Ihnen ein Rasen-Laubsammler. Dieser nimmt mit langen, kräftigen Borsten die Blätter auf und befördert sie in einen Auffangbehälter, der sich durch ein besonders großes Volumen auszeichnet. Für Asphalt sind diese Reinigungsmaschinen wiederum nicht geeignet, da die harten Borsten auf dem Untergrund verhaken und das Gerät stoppen können.

Wie teuer ist eine Kehrmaschine?

Wie bei den meisten anderen Produkten auch können Sie mit Kehrmaschinen ein echtes Schnäppchen machen, während der Preis gleichzeitig nach oben nahezu offen ist. Für motorgetriebene und damit deutlich leistungsfähigere Geräte müssen Sie tiefer in die Tasche greifen als für leichte, handbetriebene Modelle. Wer die Kehrmaschine möglichst flexibel einsetzen und eine große Bandbreite an Verschmutzungsarten entfernen möchte, sollte dazu bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Simple Geräte für den einfachen Privatgebrauch können Sie in guter Qualität von renommierten Herstellern schon für 100 bis 200 Euro erstehen. Für Hochleistungsgeräte für viele Anwendungsbereiche wird auch schon mal ein vierstelliger Preis aufgerufen.

Pflege der Kehrmaschine

Nach dem Gebrauch sollten Sie einzelne Teile der Maschine reinigen, besonders wenn Sie mit feuchtem Schmutz zugange waren. Sowohl die Seitenbesen als auch die Walzenbürste sind abnehmbar. So können Sie diese einfacher reinigen. Spülen Sie sie mit einem harten Wasserstrahl, zum Beispiel aus dem Gartenschlauch, ab – bei der Gelegenheit können Sie gleich die Kehrmaschine von unten abspritzen. Bei hartnäckigen Verkrustungen weichen Sie die Bürsten in lauwarmem Wasser, etwa in der Badewanne, ein. Auch der Auffangbehälter sollte gelegentlich ausgespült werden; besonders wenn Sie feuchten Unrat aufkehren, kann sich ansonsten Schimmel bilden.

Wenn Sie die Maschine einige Zeit in Nutzung hatten, sollten Sie hin und wieder die Tellerbesen und Walzenbürsten auf Verschleiß überprüfen. Ausgefranste oder zu kurze Borsten mindern die Reinigungsqualität. Die Bürsten lassen sich einzeln abmontieren und austauschen. Achten Sie jedoch beim Nachkauf von Einzelteilen darauf, dass diese mit Ihrem Modell kompatibel sind.

Die Kehrmaschine ist am besten an einem trockenen Ort zu lagern, an dem Sie im Winter keinen Frost ansetzen kann. Bei vielen Modellen können Sie den Griff einklappen, damit die Maschine platzsparend abgestellt werden kann. Mitunter ist es sogar möglich, sie an Halterungen, zum Beispiel an der Garagenwand, aufzuhängen.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Kehrmaschinen nicht selbst getestet.

Im Herbst 2018 hat das ETM Testmagazin einige manuell betriebene Kehrmaschinen unter die Lupe genommen und bewertet. Die beste Figur in diesem Test machte das Modell ER-Picobello-151 von Erco. Die Maschine erreichte im Test 94,2 Prozentpunkte und damit die Note „Sehr gut“. Sie kann sowohl vorwärts als auch rückwärts bewegt werden und nimmt dabei Schmutz verlässlich auf. Selbst kleinste Partikel sind für das Gerät kein Problem. Lediglich größere Mengen Laub müssen gegebenenfalls mehrfach in Angriff genommen werden. Das liegt vor allem daran, dass die Maschine nur einen Tellerbesen an der Front hat. Dennoch wurde die Kehrleistung mit der vollen Punktzahl bewertet. Durch ein kleines Stützrad an der Vorderseite lässt sich der Picobello leicht manövrieren. Für größere Personen könnte der Umgang mit dem Gerät weniger komfortabel sein, da sich der Haltegriff in 90 Zentimetern Höhe befindet und nicht verstellen lässt. Auch der 30 Liter fassende Auffangbehälter könnte größer sein.

Mit 93,7 Prozent schneidet der Kärcher KM 70/20 C2SB nur unwesentlich schlechter ab. Handhabung und Reinigungsleistung werden von ETM Testmagazin als besonders hochwertig hervorgehoben; aufgewirbelter Staub wird durch Gummilappen zurückgehalten. Zudem reinigt ein Feinstaubfilter die Abluft. Inklusiver der Seitenbesen verfügt das Modell von Kärcher über eine respektable Reinigungsbreite von 92 Zentimetern. Der Haltegriff ist in drei Stufen in der Höhe verstellbar, ebenso können die Tellerbesen höhenverstellt werden. Als einziger negativer Punkt ist die etwas aufwendige Entnahme des Feinstaubfilters erwähnt.

Auf dem dritten Rang des Tests und ebenfalls mit „Sehr gut“ bewertet liegt der SW250 von Nilfisk; er erreicht 92,6 Prozent. Er ist sehr wendig und lässt sich trotz der Breite von 92 Zentimetern selbst auf kleinen Flächen gut bewegen. Die Bürsten lassen sich verstellen und besser an unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten anpassen. Bei unebenem Boden zeigen sich jedoch leichte Schwächen in der Reinigungsleistung; besonders Laub müssen Sie eventuell zweimal bearbeiten. Die Tellerbürsten lassen sich separat voneinander verstellen, auch der Haltegriff ist höhenverstellbar.

Gerrit Menk

Gerrit Menk

23.11.2020