Elektro-Rasenmäher-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze:
  • Elektro-Rasenmäher werden mittels Kabel über einen Stromanschluss oder mit einem Akku betrieben.
  • Sie sind für kleine bis mittelgroße Rasenflächen gedacht.
  • E-Rasenmäher sind nahezu wartungsfrei.
  • Wichtige Kaufkriterien sind die Schnittbreite sowie die empfohlene Gartengröße.
  • Achten Sie auf zusätzliche Komfort-Funktionen wie einen höhenverstellbaren Griff oder eine zentrale Höhenverstellung.

Gepflegter Schnitt dank Elektro-Rasenmäher

Ein Garten braucht ein ausgeglichenes Verhältnis von Licht und Schatten. Schließlich benötigt alles ausreichend Licht zum Wachsen, doch etwas Schatten zum Entspannen ist gerade im heißen Sommer angenehm. Auch der Rasen beansprucht Licht. Damit möglichst viel davon auf dem Boden ankommt, muss er regelmäßig geschnitten werden. Dafür können Sie einen herkömmlichen Benzin-Rasenmäher verwenden oder aber auf einen wendigen, geräuscharmen Elektro-Rasenmäher zurückgreifen.

Was ist so besonders an einem Elektro-Rasenmäher?

Rasenmäher, egal ob benzinbetrieben oder elektrisch, dienen dem Kürzen der Rasenfläche. Die gängigsten Modelle sind Handrasenmäher. Sie sind für kleinere Flächen geeignet und eine sinnvolle Alternative zu Rasentraktoren oder Mährobotern. Elektro-Rasenmäher haben verschiedene Antriebsarten. Dazu zählt die klassische Variante mittels Kabel und Stromanschluss. Es gibt allerdings auch überzeugende Akku-Rasenmäher.

Für wen sind Elektro-Rasenmäher geeignet?

Aufgrund der unterschiedlichen Bauformen sind Elektro-Rasenmäher für nahezu jeden geeignet. Neben vollautomatischen Mährobotern gibt es auch klassische Handrasenmäher sowie Aufsitzmäher für große Rasenflächen. Ihr entscheidender Vorteil ist die geringere Lautstärke. Elektro-Rasenmäher sind im Vergleich zum Benzin-Rasenmäher deutlich leiser, bringen aber ähnliche Leistungen. Zudem sind sie nahezu wartungsfrei. Sie müssen keinen Ölwechsel durchführen, Luftfilter wechseln oder Treibstoff nachfüllen. Ein Elektro-Rasenmäher läuft immer: Stecker in die Steckdose und los geht es. Einzige Ausnahme ist der Akku-Rasenmäher. Ist hier der Akku leer, dauert es erst einmal, bis Sie mit dem Rasenmähen beginnen können.

Elektro-Rasenmäher mit Akku oder Stromanschluss?

Der Aufbau ist beim akku- und strombetriebenen Elektro-Rasenmäher ähnlich. Beide haben einen Elektromotor als Herzstück, der mit einer Kurbelwelle die Messer bewegt und so das Gras schneidet. Weitere große Unterschiede bestehen zwischen den beiden Varianten nicht. Die strombetriebene Version stellt Sie beim Rasenmähen allerdings vor eine zusätzliche Herausforderung: Das Stromkabel darf nicht überfahren werden. Außerdem muss es über eine ausreichende Länge für die Rasenfläche verfügen. Hier zeigt sich der Vorteil eines Akku-Rasenmähers, der deutlich flexibler im Garten eingesetzt werden kann. Allerdings hat der Akku eine maximale Laufzeit, weshalb Sie eventuell Zwangspausen beim Rasenmähen einlegen müssen. Zudem sind die netzbetriebenen Elektro-Rasenmäher im Vergleich leistungsstärker als die akkubetriebenen Modelle.

Bauformen der Elektro-Rasenmäher

Der Antrieb ist ein gravierender Unterschied zwischen dem klassischen, netzbetriebenen Elektro-Rasenmäher und dem Akku-Rasenmäher. Es gibt allerdings noch einen weiteren Unterschied: Die Messer der Rasenmäher können sichel- oder auch spindelförmig sein. Darüber hinaus gibt es eine Sonderform, die sogenannten Mulchmäher.

Elektrische Sichelmäher: Die Vielseitigen

Sichelmäher überzeugen im Alltag. Sie haben eine vergleichsweise große Schnittbreite und liefern ein akzeptables Schnittbild. Die Rasenfläche kann durchaus etwas größer oder auch uneben sein. Sichelmäher meistern diese Herausforderungen mit Bravour. Selbst höheres Gras ist für sie kein Problem, da der Schnitt höher angesetzt werden kann. Die Anschaffungs- und Folgekosten halten sich bei elektrischen Sichelmähern in Grenzen. Die Messer lassen sich in der Regel mehrfach anschleifen, sodass hier eine lange Lebensdauer gegeben ist. Gleichzeitig bieten sie dadurch die notwendige Schärfe, um mit kleinen Ästen oder Laub zurechtzukommen.

VorteileNachteile
Große SchnittbreiteSchnittbild etwas unsauber
Auch für hohes Gras geeignet
Keine Probleme bei Unebenheiten in der Rasenfläche
Geringer Anschaffungspreis
Niedrige Folgekosten

Elektrische Spindelmäher: Die Einfachen

Spindelmäher sind oft als reine Handmäher bekannt. Ihr großer Vorteil ist die fehlende Lautstärke, da sie in der Regel über keinen zusätzlichen Antrieb verfügen. Es gibt allerdings einige Modelle, die mit einem Elektromotor ausgerüstet sind. Diese sind genau wie die manuellen Modelle sehr leise und noch dazu einfacher zu bewegen. Die minimale Schnitthöhe von Spindelmähern liegt bei weniger als zwei Zentimetern. Das ist sehr kurz und macht die Anforderungen an die Rasenfläche deutlich: Unebenheiten sollte es hier nicht geben. Auch kleine Äste oder Zweige können für Spindelmäher zum Problem werden. Die Rasenfläche sollte also möglichst eben und barrierefrei sein.

VorteileNachteile
Ideal für sehr kurze RasenschnitteMöglichst ebene Rasenfläche erforderlich
Äußerst leiser BetriebVerstopfungsgefahr durch kleine Äste und Zweige
Leicht und einfach nutzbarUmständliches Nachschleifen der Klingen

Elektrische Mulchmäher: Die Genauen

Mulchrasenmäher verfügen über speziell geformte Klingen, die das Gras stark zerkleinern. Dadurch muss das Schnittgut nicht aufgesammelt werden, sondern kann als Nährstofflieferant auf der Rasenfläche verbleiben. Das bringt in erster Linie bei äußerst trockenen Rasenflächen gute Ergebnisse. Allerdings müssen Sie Ihren Rasen dafür sehr oft mähen und auf richtiges Mulchen achten. Andernfalls wird mitunter die Entstehung von Moos begünstigt.

VorteileNachteile
Rasenmähen und -düngen in einemMoosbildung durch falsches Mulchen begünstigt
Keine chemischen Düngemittel erforderlichGute Ergebnisse hauptsächlich bei trockenen Rasenflächen
Rasenschnittentsorgung nicht über Kompost oder Biotonne nötig

Darauf sollten Sie beim Kauf eines E-Rasenmähers achten

Die Auswahl an Rasenmähern ist groß, selbst wenn Sie sich auf elektrisch betriebene Modelle begrenzen. Hersteller wie Gardena, Einhell oder Husqvarna werben mit den Spezifika ihrer Produkte. Doch welche Eigenschaften sind wirklich wichtig, um den passenden Elektro-Rasenmäher auszuwählen? Neben der Antriebsart und Bauform sind Kriterien wie die Leistung, Schnittbreite und Schnitthöhe, die empfohlene Rasengröße und die Sicherheit des Rasenmähers interessant. Darüber hinaus stehen verschiedene Punkte zum Bedienkomfort des Rasenmähers auf der Liste: das Volumen des Fangkorbs, der Radantrieb, die Lautstärke, das Gewicht, die Schnitthöhenverstellung sowie der gegebenenfalls höhenverstellbare Griff.

Leistung

Die Leistung des Rasenmähers bezieht sich in erster Linie darauf, wie viel Strom er pro Stunde verbraucht. Sie gibt allerdings keine Auskunft über die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Elektromotors. Ein ineffizienter Motor würde beispielsweise große Teile der bezogenen Energie über Wärme wieder abgeben. Dennoch ist es ratsam, für höheres Gras oder anspruchsvollere Rasenflächen ein Modell mit einer höheren Leistung zu verwenden. Für die meisten Flächen reichen Leistungen von etwa 1.200 bis 1.800 Watt vollkommen aus. Erst bei größeren Rasenflächen von mehr als 1.200 Quadratmetern sollte die Leistung des Rasenmähers aufgrund der zu mähenden Fläche höher sein.

Schnittbreite und empfohlene Rasenfläche

Die Schnittbreite ist untrennbar mit der empfohlenen Größe der Rasenfläche verbunden. Je größer die Schnittbreite ist, desto größer kann die Rasenfläche ausfallen. Insgesamt sollte die Anzahl der zu laufenden Bahnen im Rahmen bleiben. Bei einem Elektro-Rasenmäher mit zu kleiner Schnittbreite würden Sie sehr viele Bahnen laufen müssen, während ein zu breiter Mäher auf kleinen Flächen schnell unhandlich werden kann. Die Hersteller geben daher neben der Schnittbreite immer auch eine Empfehlung zur Rasenfläche ab. Ein Elektro-Rasenmäher mit einer Schnittbreite von 30 Zentimetern wird beispielsweise für eine etwa 350 Quadratmeter große Rasenfläche empfohlen. Bei einer Fläche von circa 800 Quadratmetern sollten Sie dagegen zu Modellen mit einer Schnittbreite von 40 Zentimetern greifen.

Schnitthöhe

Die Schnitthöhe wird mitunter auch als Schnitttiefe bezeichnet. Sie gibt an, wie tief der Rasenmäher liegt beziehungsweise wie kurz der Rasen geschnitten werden kann. Einige Modelle bieten eine Höhenverstellung der Schnitttiefe an. Grundsätzlich ist die Schnitthöhe für die Art des gewünschten Rasens interessant. Schattenrasen wird zum Beispiel immer etwas länger stehen gelassen (etwa fünf Zentimeter), während Zierrasen nur circa 10 bis 30 Millimeter hoch gehalten wird. Achten Sie also darauf, dass der Elektro-Rasenmäher die passende Schnitthöhe für den von Ihnen bevorzugten Rasen bietet.

Sicherheitsmerkmale

Das Thema Sicherheit steht bei allen Gartengeräten ganz weit oben, egal ob motorisiert oder manuell betrieben. Ein guter Einstieg ist immer das GS-Siegel, das für geprüfte Sicherheit steht. Sofern der Rasenmäher mit diesem Zeichen versehen ist, können Sie sicher sein, dass er von erfahrenen Testern auf mögliche Verletzungsgefahren und Unsicherheiten untersucht wurde. Das unabhängige VDE-Zeichen ist ein weiteres Indiz für sichere Rasenmäher. Jährlich werden etwa 16.000 elektronische Geräte hinsichtlich ihrer Sicherheit und Anwendung kontrolliert. Auch hier gilt: Nur wer die verschiedenen Tests besteht, darf das Siegel der Produktbeschreibung hinzufügen.

Wichtig ist auch ein sogenannter Sicherheitsschalter. Zum Starten des Rasenmähers sollten grundsätzlich beide Hände am Gerät sein. Sobald der Motor läuft, reicht eine Hand am Griff, um den Schalterbügel zu betätigen. Die zweite kann dann beispielsweise genutzt werden, um die Position des Stromkabels während des Mähens zu korrigieren.

Fangkorb

Nachdem die grundlegenden Eigenschaften des Elektro-Rasenmähers geklärt sind, stehen die Punkte zu Komfort und Handling an. Ganz vorn dabei: das Volumen des Fangkorbes. Je nach Größe müssen Sie den Korb häufiger beziehungsweise seltener entleeren. Natürlich hängt das auch von den Quadratmetern der Rasenfläche sowie der Wuchshöhe des Rasens ab. Kleine Fangkörbe haben ein Volumen von etwa 30 Litern, größere dagegen ein Fassungsvermögen von circa 50 Litern. Das kann bei einer größeren Rasenfläche oder einem hochgewachsenen Rasen durchaus einen Unterschied machen.

Radantrieb

Elektrische Rasenmäher werden von Ihnen über die Rasenfläche geschoben. Das kann bei unebenen oder sehr großen Flächen schnell anstrengend werden. Aus diesem Grund haben einige Hersteller ihre Modelle mit einem Vortrieb ausgestattet. Sobald der Motor des Rasenmähers gestartet ist, bewegt sich der Mäher eigenständig nach vorn. Das bewirkt beim Starten des Mähers zwar einen kleinen Ruck, ist bei längeren Mäharbeiten allerdings kräfteschonend.

Lautstärke

Zwar sind Elektro-Rasenmäher leiser als Benzin-Rasenmäher, dennoch sind sie nicht komplett geräuschlos. Die Lautstärke ist je nach Modell und Hersteller unterschiedlich. Hier lohnt sich definitiv ein Vergleich. Leise Mäher haben einen Geräuschpegel von etwa 75 Dezibel, während laute Ausführungen durchaus über 90 Dezibel erreichen können. Falls Sie lärmempfindliche Nachbarn haben oder auch einmal mittags den Rasen mähen möchten, sollten Sie ein Modell mit einem möglichst geringen Dezibelwert wählen.

Gewicht

Elektro-Rasenmäher werden gern als leichte Alternative zu Benzin-Rasenmähern gesehen. Sie sind tatsächlich etwas leichter, aber es gibt auch hier einige Modelle, die ins Gewicht gehen. Kleine, leichte Rasenmäher wiegen etwa 7 Kilogramm. Schwere Ausführungen mit einer höheren Leistung und größeren Schnittbreite können dagegen bis zu 15 Kilogramm oder mehr wiegen. Bei diesen schweren Modellen ist ein Vortrieb besonders wichtig. So müssen Sie das Gewicht beim Rasenmähen nicht ohne Unterstützung in Bewegung bringen.

Tragegriff

Einige Rasenmäher sind mit einem Tragegriff ausgestattet. Mit diesem können sie einfacher transportiert und beispielsweise in der Garage oder dem Geräteschuppen verstaut werden.

Schnitthöhenverstellung

Eine Schnitthöhenverstellung gehört bei modernen Rasenmähern zum Standard. Sie wird oft in mehreren Stufen geregelt, für gewöhnlich in drei bis sechs verschiedenen Schnitthöhen. Interessant ist auch die Art der Höhenverstellung. Vorteilhaft ist in jedem Fall eine zentrale Höhenverstellung, über welche die Schnitthöhe für das ganze Gerät eingestellt werden kann. Diese ist bisher allerdings noch kein Standard bei Elektro-Rasenmähern. Stattdessen wird die Schnitthöhe meist seitenweise oder bei jedem Rad einzeln eingestellt.

Höhenverstellbarer Griff

Ein höhenverstellbarer Griff ist ein Muss bei jedem Rasenmäher. Sofern Sie nicht allein den Rasen mähen, sondern hin und wieder Unterstützung bekommen, sollte der Griff an den jeweiligen Nutzer anpassbar sein. Ein höhenverstellbarer Griff vereinfacht nicht nur die Nutzung des Rasenmähers, sondern ist auch rückenschonender.

Tipps zur Wartung und Pflege eines Elektro-Rasenmähers

Damit der Elektro-Rasenmäher lange und zuverlässig funktioniert, ist es wichtig, ihn pfleglich zu behandeln. Nach jedem Einsatz sollte er zum Beispiel gereinigt werden. Schließlich bleiben immer Schmutz, Staub oder Rasenschnitt an den Messern und der Abdeckung kleben. Diese Rückstände sollten Sie entfernen, bevor Sie den Rasenmäher wieder in die Garage bringen. Trennen Sie vorab das Gerät vom Strom.

Das Gehäuse können Sie mit einem feuchten Tuch abwischen. Anschließend drehen Sie den Rasenmäher auf die Seite und reinigen dessen Unterseite. Dabei ist es besonders wichtig, die Messer gründlich zu reinigen. Rückstände von Rasenschnitt können langfristig zu Beeinträchtigungen der Schärfe führen oder schlimmstenfalls Rost begünstigen. Verwenden Sie jedoch kein fließendes Wasser. Entfernen Sie grobe Verschmutzungen vorsichtig per Hand und alle übrigen mit einem feuchten Lappen.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Elektro-Rasenmäher nicht selbst getestet.

Unabhängige Testberichte sind ein guter Einstieg, um einen Eindruck zu den verfügbaren Modellen zu erhalten. Einen solchen Elektro-Rasenmäher-Test führte die Stiftung Warentestim Jahre 2014 durch. Dafür wurden insgesamt elf Elektro-Rasenmäher miteinander verglichen. Preislich lagen sie alle zwischen 80 und 320 Euro, sodass von allen Preisklassen Modelle vertreten waren. Bewertet wurden die Geräte hinsichtlich ihrer Mäheigenschaften, ihres Handlings, ihrer Sicherheit und Umweltfreundlichkeit. Nur zwei Elektro-Mäher konnten im Test mit der Gesamtnote „gut“ überzeugen: der Wolf-Garten Ambition 34E und der Viking ME 339.0. Letzterer war mit einem Anschaffungspreis von 320 Euro das teuerste Modell im Vergleich. Der Wolf-Garten Ambition ist mit einem Kaufpreis von etwa 150 Euro deutlich günstiger und konnte darüber hinaus in allen Kategorien überzeugen.

Einen weiteren Elektro-Rasenmäher-Vergleich finden Sie im ETM Testmagazin aus dem Jahre 2015. Es wurden insgesamt sechs benzinbetriebene sowie fünf elektrisch betriebene Rasenmäher getestet. Preislich lagen die Rasenmäher zwischen 120 und 259 Euro. Zu den Testkriterien gehörten neben den Mäheigenschaften und dem Thema Sicherheit ebenfalls die Handhabung sowie die Ausstattung und die Inbetriebnahme der Rasenmäher. Testsieger wurde der Viking ME 443 C, der in allen Testkriterien gute Ergebnisse erzielte. Er wurde mit der Gesamtnote „sehr gut“ bewertet.

Annett

Annett

24.11.2020