Bohrmaschine-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Bei Bohrmaschinen handelt es sich um vielseitig einsetzbare Elektrowerkzeuge zum Bohren, Schrauben oder Anrühren.
  • Man unterscheidet zwischen Elektro-Multitools, Bohrschraubern, Schlagbohrmaschinen, Schlagschraubern, Bohrhämmern sowie Tisch- und Säulenbohrmaschinen.
  • Bohrmaschinen lassen sich nicht nur in Drehzahl und Drehmoment, sondern auch in der Betriebsweise einstellen.
  • Da es die Geräte in allen Preis- und Leistungsklassen gibt, wird jeder Haushalt unabhängig vom Budget fündig.

Bohren, Schrauben und Anrühren mit der Bohrmaschine

Im Jahr 1895 erhielten zwei Mechaniker der Schlosserei Fein in Schwäbisch-Gmünd den Auftrag, in ein Blech Hunderte Löcher zu bohren. Um diese mühselige Arbeit zu beschleunigen, verbanden die beiden findigen Handwerker den Bohrer mit einem Elektromotor. Dank des geglückten Experiments waren sie mit ihrer Arbeit im Handumdrehen fertig. Emil Fein, der Sohn des Firmeninhabers, erkannte das Potential dieser Erfindung und meldete umgehend das Patent an. Kurze Zeit später kam die erste elektrische Handbohrmaschine auf den Markt und eroberte die Welt des Handwerks im Sturm. Dabei waren schon alle Parameter festgelegt, die auch heute noch für diese praktischen Geräte gültig sind:

  • Getriebeverstärkter Elektroantrieb
  • Zweihandbedienung
  • Bohrfutter für auswechselbare Bohrer in verschiedenen Größen
Bohrmaschine mit Handschlaufe

Aus dem schweren, gusseisernen Gerät von 1895 entwickelte sich schließlich eine der vielfältigsten Produktlinien der Welt. Dutzende Unternehmen stellen weltweit Bohrmaschinen in verschiedensten Typen und Leistungsstufen her. Auch die Firma Fein produziert bis heute Bohrmaschinen und andere Elektrowerkzeuge. Der Tradition verpflichtet, zählen die Werkzeuge von Fein zu den besten der Welt. Sie sind jedoch entsprechend kostspielig und vorwiegend für den professionellen Einsatz bestimmt.

Eine Bohrmaschine gehört in jeden Haushalt

Leistungsstarke Bohrmaschinen sind heute schon sehr günstig erhältlich. Selbst im unteren Preisbereich finden sich interessante Markenprodukte zu einer vertretbaren Qualität, sodass sie sich praktisch jeder eine Bohrmaschine leisten kann. Eine zuverlässige Bohrmaschine ist ein unschätzbar praktisches Elektrowerkzeug, das für zahlreiche Arbeiten zum Einsatz kommt:

  • Setzen von Bohrungen in Wände und Decken
  • Bohrungen in Metall, Holz und Kunststoff
  • Ausbohren von Nieten und Schrauben
  • Einschrauben von Dübelverbindungen
  • Abschrauben von Anbauten
  • Anrühren von Farbe oder Tapetenkleister

Zum Aufhängen von Lampen, Bildern und Hängeschränken sind Bohrungen für Wände und Decken erforderlich. Mit einer Bohrmaschine gelingt das im Handumdrehen. Bohrlöcher in Metallblechen, Holzplatten oder Kunststoffteilen sind für Montagezwecke äußerst praktisch. Abgebrochene oder festsitzende Schrauben und Nieten lassen sich mit einer Bohrmaschine im Nu ausbohren.

Auch das Schrauben erfolgt mit einer Bohrmaschine um ein Vielfaches einfacher. Ein Schrauber beziehungsweise Bohrschrauber ist dazu zwar besser geeignet, die meisten Schraubarbeiten im Haushalt erledigen Verbraucher aber auch vergleichbar gut mit einer normalen, preiswerten Bohrmaschine. Dazu benötigen sie nur einen Bithalter und den passenden Bit – schon setzen sie mit der Bohrmaschine Schrauben in Wanddübel, lösen alte Verschraubungen oder bauen Möbel zusammen.

Handwerker schraubt an Bohrmaschine

Darüber hinaus gibt es für Bohrmaschinen eine Vielzahl von Anbauwerkzeugen. Diese verwenden die Bohrmaschine als Antrieb und führen die unterschiedlichsten Aufgaben durch: Sägen, Schleifen, Fräsen, Nuten, Metall schneiden und vieles mehr ist mit Hilfe einer Bohrmaschine und dem passenden Anbauwerkzeug möglich. Damit handelt es sich bei einer Bohrmaschine um eine günstige Lösung für Personen, die eine Hobbywerkstatt auf die Beine stellen möchten.

Die verschiedenen Varianten

Bohrmaschinen gruppieren sich in in Geräte mit Kabelanschluss und Akku-Maschinen. Bis vor wenigen Jahren waren nur vergleichsweise schwache Schraubgeräte mit Akkuanschluss verfügbar. Seit dem Erscheinen der leistungsstarken Lithium-Ionen-Akkus gibt es für jeden Einsatzzweck die passende kabellose Bohrmaschine. Akku-Bohrmaschinen sind zwar ungemein praktisch und komfortabel in der Handhabung, aber auch um einiges teurer als Maschinen mit Stromkabel.

Weiterhin unterscheidet man folgende Bohrmaschinen-Typen voneinander:

  • Elektro-Multitool
  • Bohrschrauber
  • Schlagbohrmaschine
  • Schlagschrauber
  • Bohrhammer
  • Tisch- und Säulenbohrmaschine

Neben dieser beschrieben Typologie gibt es noch zahlreiche weitere Varianten. Vor allem in der Industrie sind viele Arten von Spezialbohrmaschinen im Einsatz. Diese haben für Privatanwender jedoch keine Bedeutung.

Das Elektro-Multitool

Das kabelbetriebene Elektro-Multitool (der „Dremel“) ist die kleinste Bohrmaschine für den Hausgebrauch. Als Standardwerkzeug für Bastler eignet sich das Multitool zum Bohren, Schleifen sowie für einige andere Anwendungen.

Der Bohrschrauber

Bohrschrauber kommen in erster Linie zum Zerlegen beziehungsweise Montieren von Gehäusen oder zum Zusammenbau von Möbeln zum Einsatz. Trockenbauer nutzen sie auch zum Anbringen von Gipskartonplatten. Ihre technischen Charakteristika sind ein schwaches, einstellbares Drehmoment und eine Auslaufbremse. Durch das schwache Drehmoment verhindern sie, dass die Schraube beim Ein- oder Ausschrauben Schaden nimmt. Die Auslaufbremse stoppt die Drehung, sobald der Schalter losgelassen wird. Damit bleiben Material und Schraube beim Eindrehen unbeschädigt; obendrein ist die Handhabung einfacher. Die meisten Bohrschrauber besitzen einen Akku-Antrieb. Schrauber finden auch zum Setzen von feinen Bohrungen Verwendung.

Die Schlagbohrmaschine

Bei der Schlagbohrmaschine, auch Universal-Bohrmaschine, handelt es sich um die herkömmliche Haushalts-Bohrmaschine für den vielfältigen Einsatz. Universal-Bohrmaschinen ohne Schlagwerk stellt heute praktisch kein Unternehmen mehr her. Das Schlagwerk erleichtert das Setzen von Bohrungen in Mauerwerk. Ein kleiner Hammer hinter dem Bohrfutter schlägt während des Drehens auf den Bohrer. Damit sind auch in feste Materialien wie Ziegel, Beton oder Naturstein problemlos anzubohren. Die Kraft einer Universal-Bohrmaschine ist jedoch begrenzt. Für Bohrungen in besonders harte Materialien ist ein Bohrhammer besser geeignet.

Der Schlagschrauber

Der Schlagschrauber ist ein Werkzeug für Kfz-Werkstätten. Er erzeugt ein hohes Drehmoment, das durch ein radial wirkendes Schlagwerk unterstützt wird. Damit gelingt das Abschrauben von Radbolzen und anderen festsitzenden Schrauben wesentlich einfacher. Die Akku-Schlagschrauber verdrängen längst die früher üblichen mit Druckluft betriebenen Schlagschrauber.

Der Bohrhammer

Bohrhammer

Bohrhämmer sind Handwerkzeuge für den Baubetrieb. Sie haben zwei Funktionen: Im Bohrbetrieb erleichtern sie das Setzen von Bohrungen in harte Materialien. Das Einbringen von Verankerungen in Betondecken, Fußböden oder Wänden erfolgt mit einem entsprechend starken Bohrhammer besonders schnell. Im Hammerbetrieb sind Bohrhämmer zum Aufbrechen oder Abbrechen von Bauelementen geeignet.

Das Stemmen von Schlitzen und Durchbrüchen oder der Abriss von ganzen Mauern geht mit einem Bohrhammer ebenfalls einfach von Hand. Das macht den Bohrhammer zu einem Universalwerkzeug für Maurer und Betonbauer. Für den Haushalt kommt ein Bohrhammer auch zuweilen gelegentlich. Deshalb sind sie bei jedem Werkzeugverleih für wenig Geld verfügbar.

Die Tisch- und Säulenbohrmaschine

Tisch- und Säulenbohrmaschinen sind stationäre Geräte für Werkstätten. Die kleinen Varianten stellen Nutzer auf Werkbänke oder Tische. Bei Säulenbohrmaschinen handelt es sich um Stand-Alone-Geräte, die zum präzisen Einbringen eines Bohrmusters dienen. Sie bestehen aus einem Grundgestell mit einer fest eingebauten Bohrmaschine, die über einen Hebel präzise absenkbar ist. Die einfachsten Tischbohrmaschinen sind Anbaugeräte für Universal-Bohrmaschinen.

Der Aufbau einer Bohrmaschine

Eine Bohrmaschine besteht aus folgenden Komponenten:

  • Gehäuse
  • Universalmotor mit Stromversorgung   
  • Getriebe
  • Bohrfutter
  • Schalter
  • Komfortanbauten

Das Gehäuse samt Motor und Getriebe

Bohrmaschinen haben ein Gehäuse aus schlagfestem Kunststoff. Schwere Modelle schützen das Getriebe und Schlagwerk durch ein zusätzliches Gehäuse aus Aluminium.

Bei den Universal-Motoren kommt es auf den Hausstrom- oder Akkubetrieb an. Bohrmaschinen mit Kabelanschluss haben in der Regel einen Bürsten-Motor. Die Kohlebürsten sind gut zugänglich und lassen sich bei fortgeschrittenem Verschleiß einfach austauschen. Akku-betriebene Bohrmaschinen haben hingegen meist bürstenlose Motoren. Bei den Akkus ist inzwischen die Lithium-Ionen-Technik (Li-Ion) Standard. Die veralteten Nickel-Cadmium-Akkus (NC oder Ni-Cad) sind zwar weiterhin (sehr preiswert) verfügbar, ihre Verwendung ist jedoch wegen des Memory-Effekts nicht mehr empfohlen. Falsch beladenen NC-Akkus setzen ihre Kapazität schnell herab, sodass die Arbeit mit ihnen nicht sehr komfortabel ist. Lithium-Ionen-Akkus kennen dieses Problem nicht.

Das Getriebe setzt das Drehmoment des Motors um. Je nach Bohrmaschinentyp wirkt es unterschiedlich: Es verstärkt das Moment oder lenkt es in einem Winkel um.

Das Bohrfutter

Beim Bohrfutter handelt es sich um die Aufnahme für die Anbauwerkzeuge. Man unterscheidet zwischen Spannbohrfuttern und SDS-Aufnahmen. Spannbohrfutter klemmen den Bohrer mit drei Spannbacken ein und erzeugen eine kraftschlüssige Verbindung. Das war viele Jahre lang der Standard in der Bohrfuttertechnik und findet auch heute noch bei schwachen oder preiswerten Bohrmaschinen Verwendung. Das SDS-Bohrfutter erzeugt eine formschlüssige Verbindung. Es ist vor allem bei Bohrhämmern oder hochwertigen Schlagbohrmaschinen im Einsatz. Die Bohrer sind in der SDS-Aufnahme entlang der Längsachse beweglich, was nicht nur ihre Wirkung beim schlagenden Einsatz unterstützt, sondern auch die Technik der Maschine schont.

Die wichtigsten Schalter

Eine Bohrmaschine besitzt mindestens zwei, meist jedoch drei oder vier unterschiedliche Schalter:

  • Potentialtaster: Der am Griff angebrachte Potentialtaster setzt den Motor in Drehbewegung. Je stärker der Taster gedrückt wird, desto schneller dreht sich der Motor. Nach dem Loslassen läuft der Motor aus oder wird durch eine Bremse gestoppt.
  • Umschalter für Rechts-Links-Lauf: Akkuschrauber und Universal-Bohrhämmer haben einen Umschalter für den Rechts-Links-Lauf. Dieser befindet sich meist als Wippe oberhalb vom Potentialtaster.
  • Verstellung vom Drehmoment: Die Drehmomentverstellung ist bei Universal-Bohrhämmern in der Regel mit einem Drehrad am Potentialtaster angebracht. Akkuschrauber verwenden dazu einen gesonderten Schieber oder Drehring am Getriebe.
  • Umschalter auf Hammer-, Bohr- oder Bohrhammerbetrieb: Seitlich an der Maschine befindet sich bei Bohrhämmern und Universal-Bohrmaschinen der Drehschalter für die Betriebsweise. Im Gehäuse eingearbeitete Symbole zeigen den jeweiligen Betriebszustand an.

Die Komfortanbauten

Für den Komfort sind im Lieferumfang einer Bohrmaschinen folgende Anbaumodule standardmäßig dabei:

  • Verstellbarer Griff: Bei hochwertigen Borschraubern, Schlagbohrmaschinen oder Bohrhämmern ist der Griff angeschraubt. Im Normalfall ist er unter dem Getriebe angebracht. Seitlich an der Maschine befindet sich eine weitere Gewindebohrung. Der Griff wird etwa zum Stemmen dorthin umgebaut, was die Arbeit erleichtert.
  • Arretierschalter: Der Arretierschalter sperrt den Potentialtaster und ermöglicht damit einen Dauerbetrieb der Bohrmaschine. Ein weiterer Druck auf den Arretierschalter gibt den Potentialtaster wieder frei.
  • Bohrtiefen-Begrenzer: Der Bohrtiefen-Begrenzer ist ein langer Stab, der seitlich an der Bohrmaschine angebracht ist. Mit ihm lässt sich die Eintauchtiefe des Bohrers in ein Material optisch begrenzen. Das verhindert beispielsweise das zu tiefe Bohren, bei dem der Dübel für die Schraube unerreichbar im Bohrloch verschwindet.
  • Displays oder Signalleuchten: Displays oder Signalleuchten geben wichtige Informationen, wie zum Beispiel den Ladezustand der Akkus.

Für alle Materialien geeignet?

Bohrmaschinen sind für die Bearbeitung von jedem Festmaterial geeignet. Es kommt lediglich auf die Kraft der Bohrmaschine und den verwendeten Bohrer an. Je fester und härter das Material ist, desto hochwertiger müssen Maschine und Werkzeug sein. Eine Universal-Schlagbohrmaschine ist beispielsweise für das Setzen von Löchern in Mauerwerk geeignet. Bei Betondecken stößt sie aber schnell an ihre Grenzen. Der Baumaschinen-Verleih vom nächsten Baumarkt hat dazu stets preiswerte Mietmaschinen im Angebot.

Bohrmaschinen im Einsatz

Eine Bohrmaschine dient zum Bohren oder Sägen von runden Löchern. Außerdem sind die schwächeren Varianten zum Lösen oder Setzen von Schraubverbindungen geeignet. Typische Arbeiten für eine Universal-Schlagbohrmaschine sind die folgenden:

  • Aufhängen von Gardinenstangen
  • Aufbau von Holzhütten oder Unterständen
  • Setzen von Steckdosenlöchern im Mauerwerk
  • Durchbohren von Wänden für Stromkabel oder Wasserleitungen
  • Aufhängen von Bildern
  • Aufbau von Selbstbau-Möbeln
  • Anrühren von Tapetenkleister oder Wandfarbe

Für die Arbeit mit einem Akkuschrauber oder Universal-Schlagbohrmaschine gilt folgender Grundsatz: Die Qualität des Anbauwerkzeugs ist wichtiger als diejenige der Maschine. Mit einem hochwertigen Bohrer und einer preiswerten Maschine erzielen Sie bessere Ergebnisse als mit einem billigen Bohrer und einer teuren Bohrmaschine.

Besonders beim Bohren und Schrauben muss das eingesetzte Werkzeug immer exakt zur jeweiligen Aufgabe passen. Stein-, Metall-, und Holzbohrer dürfen Sie keinesfalls verwechseln und falsch verwenden. Auch bei den Bits im Schraubbetrieb muss der Einsatz immer haargenau mit dem Schraubenkopf übereinstimmen. Bei mangelnder Sorgfalt sind Schraube und Bit schnell zerstört.

Das Arbeiten mit der Bohrmaschine

Das Arbeiten mit einer Bohrmaschine bedarf Übung. Egal, ob Sie mit einem kleinen Handschrauber oder einem mächtigen Bohrhammer arbeiten, Bohren ist eine Aufgabe, die nicht jeder auf Anhieb beherrscht. Zum einen ist das erzeugte Drehmoment je nach Typ sehr mächtig. Zum anderen erschrickt die Lautstärke leistungsstarker Bohrmaschinen unerfahrene Personen zunächst.

in Holz bohren

Am wichtigsten ist es, die Maschine während der Arbeit gerade zu halten. Vor allem bei langen Löchern hat ein Schief-Halten der Maschinen gravierende Folgen: Der Bohrer verklemmt sich im Loch und die Maschine blockiert. Wenn dann keine Maschine mit Motorbremse verwendet wird, verdreht sich der Nutzer schnell das Handgelenk. Hochwertige Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer können sehr schwer sein. Das erfordert für ihre Handhabung eine starke, ruhige Hand.

Anfängern ist beim Umgang mit Bohrmaschinen deshalb geraten, jedes Loch vorzubohren. Das Setzen einer dünnen Vorbohrung ist wesentlich einfacher, als sofort ein großes Loch zu bohren. Das vorgebohrte Loch auszuweiten, gelingt dann ebenfalls reibungsloser. Der Bohrer hat eine Führung und deshalb weniger Arbeit zu verrichten. Mit diesem zweistufigen Verfahren kommen auch Anfänger ans Ziel einer sauberen Bohrung.

Bei Sacklöchern im Mauerwerk ist es sinnvoll, diese vor dem Setzen der Dübel auszusaugen. Der Bohrstaub sammelt sonst sich am Ende des Sacklochs und blockiert den Dübel. Das Säubern des Sacklochs mit dem Staubsauger vermeidet diesen Effekt.

Darauf kommt es beim Kauf an

Der Kauf einer Bohrmaschine sollte vor allem von ihrem zukünftigen Gebrauch abhängen. Selbst sehr preiswerte Bohrmaschinen sind als Grundversorgung für das gelegentliche Setzen einer Bohrung völlig ausreichend.

Wenn das Budget nicht allzu knapp ist, empfehlen wir den Kauf eines Akku-Bohrschraubers. Mit Akkubetrieb sowie einer zuverlässigen Schraub- und Bohr-Funktion haben Sie ein Gerät für den multifunktionalen Einsatz im Haus. Interessant sind in diesem Zusammenhang Produktlinien von Elektrowerkzeugen, die alle den gleichen Akku verwenden. Hersteller können preiswert hochwertige Akkugeräte anbieten, indem sie den Akku einsparen. Nutzer verwenden also den Batteriepack für ihren Akkuschrauber auch für ihre Stichsäge, Handkreissäge, Schleifmaschine oder Taschenlampe. Der Akkubohrschrauber wird damit zum Grundstock für einen umfangreichen privaten Maschinenpark.

Wie gut oder schlecht eine Bohrmaschine ist, lässt sich von außen schwer beurteilen. Die Werte einer Bohrmaschine liegen vielmehr im Inneren: Lager, Schalter, Verkabelung, Motor, Getriebe – diese Kriterien sind für die Qualität einer Bohrmaschine maßgeblich. Es ist daher empfohlen, sich auf Testberichte zu verlassen. Das gilt insbesondere für die günstigeren Bohrmaschinen mit Preisen bis 150 Euro.

Wie bei allen Elektrowerkzeugen steigen mit dem Preis auch die Leistungsdaten, die Qualität und die Ausstattungen einer Bohrmaschine. Im semiprofessionellen Bereich sind die teuersten Maschinen mit knapp 400 Euro noch durchaus bezahlbar. Sofern das Budget es zulässt, ist deshalb immer zu einer höherwertigeren Maschine geraten. Damit ersparen Sie sich meist ärgerliche Ausfälle.

Markenname als Qualitätsmerkmal?

Die Marke ist für eine Qualitätsbohrmaschine heute kein zuverlässiger Indikator mehr. Zum einen werden auch No-Name-Produkte immer besser. Deswegen darf es für ein einmaliges Renovierungsprojekt durchaus auch mal ein Gerät aus dem Discounter sein. Zum anderen haben praktisch alle etablierten Hersteller von Elektrowerkzeugen eine Produktlinie für Einsteiger im Programm.

Tipps zur Pflege und Instandhaltung

Beim Bohren entsteht immer Staub. Vor allem Bohrstaub von Mauersteinen, Beton oder Gipskartonplatten ist sehr fein und setzt sich an der Bohrmaschine fest. Falls Sie mit Bohrmaschinen auch Wandfarbe anrühren, besteht ein hohes Risiko einer Verschmutzung.

Die Pflege der Bohrmaschine

Es ist immer ratsam, während der Bohrarbeiten den entstehenden Bohrstaub sofort abzusaugen. Eine helfende Person mit Staubsauger ist daher bei Bohrarbeiten eine echte Erleichterung. Vor allem beim Arbeiten auf Leitern ist ein Handlanger Gold wert. Das schont auch die Bohrmaschine. Bohrmaschinen sollten Sie grundsätzlich vor Stürzen bewahren. Der beste Schutz ist auch hierfür ein Helfer, der die Maschine reicht und wieder entgegennimmt, sobald das Loch gesetzt ist.

Nach dem Bohren blasen Sie die Bohrmaschine idealerweise mit Druckluft ab und reinigen sie anschließend mit einem feuchten Tuch.

Möchten Sie mit der Bohrmaschine und einem angebautem Quirl Farbe aufrühren, sollten Sie die Maschine in eine Plastiktüte verpacken. Das verhindert, dass Farbspritzer die Bohrmaschine mehr verschmutzen als nötig.

Besonders wichtig ist es, die Bohrer und Bits sauber und intakt zu halten. Steinbohrer reinigen Sie in Seifenlauge. Metallbohrer und Holzbohrer können Sie bei Bedarf nachschleifen lassen. Das verlängert ihre Lebensdauer und spart Kosten.

Die Instandhaltung der Bohrmaschine

Das einzige für Endanwender austauschbare Verschleißteil einer Bohrmaschine ist das Bohrfutter. Dieses ist auch bei billigen Maschinen genormt und lässt sich jederzeit wechseln. Darüber hinaus sind Bohrmaschinen besonders gut instand zu halten. Der Fachbetrieb für Elektroreparatur wechselt für wenig Geld die Schleifkohlen, den Kondensator, die Schalter oder die Lager. Unwirtschaftlich beschädigt ist eine Bohrmaschine in der Regel erst bei einem Spulenschluss oder Bruch der Hauptwelle.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Bohrmaschinen-Vergleich. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.

Aufgrund der Vielseitigkeit der Bohrmaschinen ist es nicht sehr sinnvoll, einen Typen-übergreifenden Vergleichstest durchzuführen: Ein Hand-Akkuschrauber und ein Bohrhammer sind zwei so weit entfernte Geräte, dass sie nicht zusammen in den gleiche Test passen. Das sieht die Stiftung Warentest genauso, weshalb sie ihre Tests nach Typengruppen sortiert hat.

Bei den Universal-Schlagbohrmaschinen aus dem Test von März 2015 zeigt sich ein überraschend gemischtes Bild: Weder eine einschlägige Marke noch ein hoher Preis waren eine Garantie für eine Top-Bewertung. Zum Testsieger wurde die Bosch PSB 1000-2 RCE erkoren. Sie bietet einen starken Motor, ein kräftiges Schlagwerk und eine gute Ausstattung zu einem vertretbaren Preis von 185 Euro.

Platz zwei belegt die fast um die Hälfte billigere RPD1010 von Ryobi. Der koreanische Herausforderer ist nicht ganz so funktional wie die Bosch, konnte aber mit Qualität und Belastbarkeit überzeugen. Auf Platz drei landete die Makita HP2071J. Sie war mit 267 Euro die zweitteuerste Maschine im Test. Funktional konnte sie mit der Bosch mithalten. Abstriche gab es jedoch bei der Handhabung. Die drei Besten überzeugten vor allem wegen ihrer Dauerlauf-Eigenschaften. Auch nach stundenlangem Gebrauch zeigten sie keine Ermüdungserscheinungen.

Auf den hinteren Plätzen finden sich Maschinen von Black + Decker (KR911BK für 110 Euro), Lux (SBM-1050 für 100 Euro) und Hitachi (DM 20V für 199 Euro). Sie sind schon bei Funktion und Handhabung nur im mittleren Bereich anzusiedeln. Bei der Dauerprüfung haben zudem alle drei Testprodukte versagt. Bei einer Lux ist das zwar nicht unbedingt überraschend, von einer Hitachi hätten die Tester aber mehr erwartet.

Die billigste Maschine im Test war die SKIL 6290 AA für 50 Euro. Sie schnitt mit einem befriedigenden Ergebnis ab. Bei dem Preis ist das mehr als beachtlich. Die teuerste Maschine im Vergleich war die METABO SBE 110 Plus für 285 Euro. Die an sich sehr gute Performance wurde durch eine hohe Schadstoffbelastung allerdings wieder zunichte gemacht.