Epilierer-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Epilierer entfernt unerwünschte Körperbehaarung, indem er nicht nur die Haare selbst, sondern auch die Haarwurzeln entfernt.
  • Im Vergleich zum Rasierer bietet ein guter Epilierer den Vorteil, dass die Haut nach der Epilation wochenlang wunderbar glatt bleibt.
  • Ob die Epilation als schmerzhaft empfunden wird, hängt nicht nur von der Qualität des Geräts, sondern auch von der jeweiligen Technik ab.
  • Nach der Epilation wachsen die Haare dünner und spärlicher nach, weshalb das temporäre Ergebnis bei regelmäßiger Anwendung auch einen mehr oder weniger permanenten Charakter annehmen kann.

Was ist ein Epilierer?

Bei einem Epilierer handelt es sich um ein elektrisches Gerät zur Haarentfernung. Im Gegensatz zum Rasierer entfernt ein Epilierer nicht nur die Haare, sondern auch die Haarwurzeln. Epilierer funktionieren auf der Basis kleiner, im Gerät integrierter Pinzetten, die die Haare erfassen und samt der Wurzel herausziehen. 

Die Geschichte des Epilierers

Die Geschichte der Epilation reicht bis in die Steinzeit zurück. Der Mensch nutze damals Wachs und scharfkantige Steine, um unerwünschte Körperbehaarung zu entfernen. Im Vordergrund standen weniger ästhetische als vielmehr rituelle und hygienische Gründe. Weniger Haare bedeutete damals auch weniger Infektionsgefahr. Die moderne mechanisch-elektrische Epilation hat hingegen noch keine sehr lange Tradition. Die ersten Epilierer wurden Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, funktionierten allerdings ausschließlich auf Basis der Elektrolyse. Mit hochfrequentem Wechselstrom in Kombination mit sehr feinen Nadeln wurden die Haarzellen zerstört. Dies führte dazu, dass keine neuen Haare mehr nachwachsen konnten. Eine ebenso dauerhafte, nicht-reversible Alternative stellte die Photoepilation auf Basis von Röntgenstrahlen dar, die erstmals 1920 vorgestellt wurde.

Das erste Epilationsverfahren, das dem heutigen ähnelt, wurde erst in den 1970er Jahren entwickelt. Grundlage war eine sogenannte Hochfrequenzpinzette, die im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt und mit verschiedenen neuartigen Funktionen ausgestattet wurde. 

Das sagt die Statistik

Das Ergebnis einer Studie der Universität Leipzig spricht klare Worte: 79 Prozent aller jungen Männer sowie ganze 97 Prozent aller jungen Frauen entfernen regelmäßig ihre Körperbehaarung. Das beliebteste Gerät für die Haarentfernung ist und bleibt der Rasierer, dicht gefolgt von dem Epilierer, den Enthaarungscremes, Waxing und Laserbehandlungen. Die Studie zeigt aber auch, dass Epilierer immer beliebter werden.

Epilierer-Arten im Vergleich

Der erste „echte“ Epilierer, der Ende der 1970er entwickelt wurde und etwa Anfang der 1980er auf den Markt kam, erlebte im Laufe der Zeit eine intensive Entwicklung. Grundlegend kann heute zwischen folgenden Epilierer-Arten unterschieden werden:

  • Epilierer mit Spiralfeder
  • Epilierer mit Rotationsscheiben
  • Epilierer mit Pinzetten
  • Nass- und Trockenepilierer

Epilierer mit Spiralfeder

Die ersten Epilierer, die in den 1980er Jahren auf den Markt erschienen, funktionierten auf Basis einer Spiralfeder. Die noch recht rudimentär entwickelten Geräte, also Modelle wie der 1986 erschienene Epilady Classic, besaßen einen Mechanismus, der die Spiralfeder rotieren ließ. Das Epiliergerät wurde über die Haut geführt, wobei die Feder die feinen Härchen ergriff und durch die Rotation herauszupfte. Durch das konstante Dehnen und Rotieren verlor die Feder jedoch recht schnell ihre Effektivität. Darüber hinaus waren diese Geräte grundsätzlich eher wenig effizient und können kaum mit modernen Epilierern verglichen werden. Spiralfedern kommen bei modernen Geräten nicht mehr zum Einsatz. Eine Ausnahme stellen lediglich Gesichtsepilierer dar. 

Epilierer mit Rotationsscheiben

Epilierer mit Rotationsscheiben verwenden schnell rotierende Metallscheiben, welche die Haare greifen und mitsamt der Wurzel ausreißen. Dies geschieht immer dann, wenn sich die Scheiben während der Rotation gegenseitig an ihrer Spitze berühren. Das erste Gerät, das auf Grundlage dieser Technologie arbeitete, war ein Rotationsepilierer von Remington. Epilierer mit Rotationsscheiben werden auch heute noch hergestellt, beispielsweise von Philips.

Epilierer mit Pinzetten

Die meisten Hersteller setzen heutzutage auf Epilierer mit Pinzetten. Der rotierende Kopf dieser Geräte ist mit kleinen Pinzetten ausgestattet, welche die Haare einklemmen und herausreißen. Im Grunde genommen ähnelt das Verfahren dem des Epilierers mit Rotationsscheiben, allerdings gelten Epilierer mit Pinzetten als effizienter. Nicht zuletzt aus diesem Grund besitzen die meisten Geräte von Marktriesen wie Braun, Panasonic oder Remington nur noch Pinzetten. 

Nass, trocken, mit Akku oder mit Licht – wo liegt der Unterschied?

Frau epiliert sich die Arme

Moderne Epilierer verwenden also Rotationsscheiben oder Pinzetten, wobei die meisten Geräte mit letzteren ausgestattet sind. Epilierer unterscheiden sich jedoch nicht nur durch ihre Funktionsweise, sondern auch durch ihre Ausstattung voneinander. Der Markt bietet sowohl Geräte, die sich ausschließlich für den Trockenbetrieb eignen, als auch solche, die wasserdicht sind und somit auch in der Badewanne oder unter der Dusche verwendet werden können. Epilierer, die sich ausschließlich für den Trockenbetrieb eignen, laufen in der Regel im Netzbetrieb. Während der Epilation muss das Gerät also via Kabel mit einer Steckdose verbunden sein.

Epilierer, die sich auch für den Nassbetrieb eignen, sogenannte „Wet & Dry“-Epilierer, sind hingegen mit einem Akku ausgestattet. „Wet & Dry“-Epilierer eignen sich für besonders empfindliche Menschen, da sich die Poren im warmen Wasser öffnen, was das Schmerzempfinden reduziert. Des Weiteren bieten Nassepilierer den Vorteil, dass sie die feinen Härchen besser erfassen und sich ganz einfach unter fließendem Wasser reinigen lassen. Ein nützliches Extra stellt ein integriertes LED-Licht dar, da es die Härchen auch mit bloßem Auge gut erkennbar macht. Wenn Sie großen Wert auf ein makelloses Ergebnis legen, stellt das Licht eine überaus praktische Zusatzfunktion dar. Einziges Manko: Das Extra kostet. Günstige Modelle besitzen für gewöhnlich kein Licht. Im mittleren Preissegment ab etwa 50 Euro finden sich jedoch vereinzelt Geräte, die mit dieser Funktion ausgestattet sind.

Im Vergleich zu Trockenepilieren haben „Wet & Dry“-Geräte folgende Vor- und Nachteile:

Vorteile Nachteile
Weniger Schmerzen Höherer Preis
Gründliches Ergebnis
Praktischer Akkubetrieb
Unkomplizierte Reinigung unter fließendem Wasser

Darauf sollten Sie bei Ihrer Kaufentscheidung achten

Auch bei Epilierern gilt: Wer billig kauft, kauft leider oft zweimal. Auch wenn es mittlerweile durchaus gute Geräte im niedrigen bis mittleren Preissegment gibt, sollten Sie nicht am falschen Ende sparen. Sehr günstige Geräte unter 20 Euro bieten in der Regel keine Nassfunktion, keinen Akku und keinen zusätzlichen Rasieraufsatz. Darüber hinaus besitzen sie meist nur wenige Pinzetten, wodurch das Epilationsergebnis oft mangelhaft ausfällt. Planen Sie am besten 50 bis 100 Euro ein, um keinen Fehlkauf zu tätigen. Des Weiteren sollten Sie beim Kauf auf folgende Kriterien achten:

Anzahl der Pinzetten

Ein guter Epilierer besitzt mindestens 30 Pinzetten. Generell gilt: Je mehr Pinzetten, desto besser das Ergebnis. Billige Geräte sind meist mit maximal 20 Pinzetten ausgestattet. Zwar lässt sich auch mit einigen Billiggeräten ein ähnlich gutes Ergebnis wie mit einem teureren Modell erzielen, jedoch nimmt die Epilation mit solch einem Modell wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Grund dafür ist, dass pro Durchgang nur sehr wenige Härchen erfasst werden.


Geschwindigkeitsstufen

Frau epiliert sich Beine

Die meisten hochwertigen Epilierer sind mit verschiedenen Geschwindigkeitsstufen ausgestattet. Im langsamen Modus epiliert das Gerät besonders sanft, im schnellen besonders effektiv und gründlich. Falls Sie noch nie einen Epilierer benutzt haben, sollten Sie nicht auf diese Funktion verzichten. Im langsamen Modus können Sie sich nach und nach an die Epilation gewöhnen. Ein weiterer Vorteil: Der sanfte Modus eignet sich auch optimal zum Nachepilieren.


Der Akku

Mit einem Gerät, das mit einem Akku ausgestattet ist, bleiben Sie stets flexibel. „Wet & Dry“-Geräte müssen zwangläufig mit einem Akku ausgestattet sein, da nur dieser den Nassbetrieb ermöglicht.


„Wet & Dry“-Funktion

„Wet & Dry“-Geräte bieten den Vorteil, dass sie sehr einfach gereinigt werden können und die Epilation weniger schmerzhaft ausfällt. Das Zupfempfinden wird durch das warme Wasser gelindert und die entfernten Härchen werden weggespült.


Epiliereraufsätze

Epilierer mit verschiedenen Aufsätzen

Hochwertige Epilierer sind für gewöhnlich nicht nur mit einem Pinzettenaufsatz, sondern auch mit einem Rasieraufsatz ausgestattet. Dieser verwandelt das Gerät in einen praktischen Damen- oder Herrenrasierer. Möglich sind außerdem zusätzliche Trimmeraufsätze oder Spezialaufsätze für die Achseln, den Intimbereich und das Gesicht.


Massagefunktion

Ein Gerät mit Massagefunktion sei vor allem empfindlichen Menschen empfohlen, da es die zu enthaarenden Stellen zusätzlich massiert und so zur Schmerzlinderung beiträgt. Je nach Modell kommen verschiedene Massagetechniken zum Einsatz. Besonders effektiv und angenehm ist die Hochfrequenzmassage, viele Geräte bieten jedoch ausschließlich eine Vibrationsmassage oder eine Massage mit einfachen Massagerollen.


Lichtfunktion

Ein integriertes LED-Licht ist kein Muss, stellt aber ein nettes Extra dar. Gerade in schlecht beleuchteten Badezimmern hilft es dabei, die feinen Härchen besser zu erkennen und sorgt so für ein gründlicheres Ergebnis.


Material und Verarbeitungsqualität

Die meisten guten Epilierer bestehen aus hochwertigem Kunststoff und zeichnen sich durch ihre wasserdichte, makellose Verarbeitung aus. Wählen Sie in jedem Fall ein Modell, dessen Material keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe enthält, beispielsweise spezielle Weichmacher.

Bedienkomfort

Ein Epilierer sollte gut in der Hand liegen und sich intuitiv bedienen lassen. Wählen Sie ein Modell, das mit einem gut sichtbaren Knopf ausgestattet und nicht zu schwer ist.

Fünf Tipps zur richtigen Anwendung, Pflege und Reinigung

Epilieren will gelernt sein. Schließlich kommt es wie bei jedem elektrischen Gerät nicht nur auf dessen Qualität, sondern auch auf eine korrekte Bedienung an. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei, auch als Anfänger wie ein echter Profi zu epilieren und ein makelloses, glattes Ergebnis zu erzielen:

Das richtige Timing

Sie haben etwas vor und möchten Bein zeigen? Epilieren Sie in dem Fall einen Tag vor dem Event, um mögliche Hautirritationen abklingen zu lassen. Optimal eignet sich der Abend, da Sie zur Ruhe kommen und Ihrer Haut bis zum nächsten Morgen ausreichend Zeit zur Erholung bieten können.

Peeling

Vermeiden Sie einwachsende Härchen, indem Sie Ihre Haut vor der Epilation ausgiebig peelen. Perfekt eignen sich spezielle Peeling-Cremes, Peeling-Schwämme, Peeling-Handschuhe, Zucker oder trockene, etwas rauhere Handtücher.

Langsam epilieren

Entspannen Sie sich und lassen Sie sich ausreichend Zeit, um alle Härchen gründlich zu entfernen. Denn epilieren Sie zu schnell, brechen die Haare, was das Risiko für einwachsende Härchen und Entzündungen erhöht. Nehmen Sie sich vom Knöchel bis zum Knie etwa 15 Sekunden Zeit.

Regelmäßige Hautpflege

Verwenden Sie nach der Epilation eine feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion, um das glatte,  seidige Hautgefühl zu verstärken und Ihre Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Als Einsteiger sollten Sie etwa einmal pro Woche, als fortgeschrittener Anwender etwa alle drei Wochen epilieren.

Gründliche Reinigung

Das Gerät muss regelmäßig gereinigt werden, um seine volle Leistung beizubehalten. Trockenepilierer lassen sich am besten mit einer kleinen Bürste säubern, die meist Teil des Lieferumfangs ist. „Wet & Dry“-Epilierer lassen sich hingegen ganz einfach unter fließendem Wasser reinigen, wobei das Gerät anschließend für mindestens einen Tag offen an der trockenen Luft liegen sollte.

Eine etwas intensivere Reinigung sollten Sie etwa alle drei Monate vornehmen. Am besten eignen sich Flächendesinfektionsmittel oder Reinigungsalkohol, um das Gerät auch langfristig sauber zu halten. Geben Sie eine kleine Menge der von Ihnen bevorzugten Lösung auf ein Stück Küchenrolle und tupfen Sie den Epilierer damit ab.

Weiterführende Testberichte

Zahreiche Verbraucher-Portale und -Magazine haben bereits Epilierer unter die Lupe genommen. So entschied sich beispielsweise die Stiftung Warentest Anfang 2019 dazu, zehn Epilierer auf den Prüfstand zu stellen.

Panasonic und Braun haben die Nase vorn

Unter den zehn Epilierern, die sich die Stiftung Warentest in ihrem Test angeschaut hat, befanden sich fünf Trockenepilierer und fünf Nass-Trockenepilierer. Sieben der zehn Geräte kamen mit einem eingebauten Akku daher, drei wurden per Netzbetrieb mit Strom versorgt. Die Probandinnen, die die Epilierer testen durften, benutzten bereits vor dem Test ein Epiliergerät. Neben der Ausstattung wurden auch die Haltbarkeit und die Hautschonung bewertet. Die Testnote „Gut“ erhielten lediglich vier der getesteten Modelle. Sehr schlecht schnitt keines der Modelle im Test ab. Zwei erhielten die Note „Befriedigend“, vier die Note „Ausreichend“. Als Testsieger ging der Nass-Trockenepilierer Silk-épil 7/880 von Braun hervor, dicht gefolgt von dem Braun Silk-épil 9/980 und dem Panasonic ES-DEL8A. Der einzige Trockenepilierer, der die Stiftung Warentest überzeugen konnte, war der Braun Silk-épil 3-410. Auch er schnitt aufgrund guter Ergebnisse sowie seiner einfachen Handhabung im Test mit einem „Gut“ ab.