Haarschneider-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze:
  • Haarschneider sind geeignet, um Kurzhaarfrisuren sowie Bärte zu stutzen und zu pflegen.
  • Sie sparen sich den Friseurbesuch. Bereits nach wenigen Anwendungen lohnt sich daher die Anschaffung.
  • Bei der Wahl des Modells sollten Sie unter anderem Acht geben, ob Sie eine Ausführung mit Akku wünschen und welche Aufsätze und Zubehörteile beiliegen.
  • Die Breite des Zubehörs, beispielsweise mehrere Kammaufsätze, entscheidet über die Verwendungsmöglichkeiten.
  • Alle Modelle lassen sich durch Ausklopfen von verbliebenen Haaren reinigen, andere können Sie unter fließendem Wasser ausspülen.

Warum ein Haarschneider nützlich ist

Gepflegte Kopf- und Barthaare prägen maßgeblich das äußere Erscheinungsbild. Wie jemand seine Frisur und seinen Bart trägt, bestimmt mit, wie er wahrgenommen wird. Saisonal angepasste Frisuren lassen den Träger, etwa zum Sommerstart, frisch und agil wirken. Die Art, wie wir unsere Haare tragen, sagt viel über uns aus. Durch sie wirkt eine Person einerseits spießig, altmodisch, ungepflegt und andererseits stylish, exzentrisch oder betont jugendlich.

Mit einem Haarschneider, auch Haarschneidemaschine, Haartrimmer, Haarscherer, Langhaaarschneider oder Tondeuse genannt, kürzen Sie sich selbst oder anderen die Kopf- oder Gesichtshaare. Die Pflege von Bärten und Kurzhaarfrisuren ist auf diese Weise einfach und schnell möglich. Sie sparen sich nicht nur die Anreise zu Ihrem Friseurtermin, sondern die Kosten, die beim Besuch eines Figaros angefallen wären, fallen ebenfalls weg. So lohnt sich die Anschaffung bereits nach wenigen Anwendungen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Haarschneidern und Langhaarschneidern?

Viele halten Langhaarschneider für eine eigene Gerätegattung, die sich für das Trimmen längerer Haare eignet. Das ist allerdings ein Trugschluss. Der Begriff Langhaarschneider wird manchmal als Synonym für Haarschneider genutzt, um die Geräte besser von Barttrimmern unterscheiden zu können. Letztere sind ausschließlich für die Bartpflege gedacht und verfügen über keine Rasuraufsätze für die Pflege des Kopfhaares.

Haarschneider eignen sich sowohl für Männer als auch für Frauen. Allerdings sind damit keine aufwendigen Schnitte möglich: Lediglich einfache Kurzhaarfrisuren sind realisierbar. Sie sollten sich zudem darauf beschränken, nur trockenes Haar zu schneiden. Nasses Haar kann sich in der Klinge verfangen. Das gilt vor allem für bereits abgeschnittene Haare.

Aufbau eines Haarschneiders

Nahaufnahme eines Haarschneiders

Das Abschneiden der Haare übernehmen zwei kammartige Messer. Während das untere Messer der Haut zugewandt und feststehend ist, bewegt sich das obere durch einen Motor quer hin und her. Die sich zwischen den beiden Messern befindlichen Haare werden abgeschnitten. Das untere Messer verfügt über abgerundete Zinkenspitzen und ist gegenüber dem oberen leicht nach vorn verschoben, was Hautverletzungen verhindert. Bei einigen Modellen ist dieser Winkel über einen seitlich angebrachten Hebel variierbar.

Kaufkriterien

Beim Kauf eines Haarschneiders gibt es einige Punkte, wie Funktionen, Betriebsart und mitgeliefertes Zubehör, die Ihre Entscheidung beeinflussen können. Wir fassen die wichtigsten Faktoren zusammen.

Bei vielen Modellen lässt sich diese Funktion realisieren, indem Sie einen Kunststoffaufsatz aus dem Zubehör vor die Schneidemesser schieben, der dafür sorgt, dass nur einzelne Haare einer Strähne an ebendiese gelangen.

Anwendungszweck

Je nachdem, wofür Sie den neuen Haarschneider verwenden wollen, sollten Sie beim Kauf zwischen den folgenden Produkttypen unterscheiden. Zwar grenzen sich die folgenden Haarschneidemaschinen grundsätzlich voneinander ab, es gibt aber auch Hersteller, die es mit den Bezeichnungen nicht allzu genau nehmen. So kommt es oft zu Überschneidungen.

  • Langhaarschneider: Kommen mit Haarlängen bis zu mehreren Zentimetern zurecht. Sie kommen nicht nur zum Einsatz, um langes Haupthaar zu rasieren, sondern auch, um einen üppigen, gepflegten Vollbart auf die gewünschte Länge zu stutzen.
  • Kurzhaarschneider: Sind bestens dazu geeignet, Kurzhaarschnitte zu zaubern und sie in Form zu halten. Es handelt sich um das Universalwerkzeug, das oftmals auch beim Friseur zum Einsatz kommt.
  • Bartschneider: Es handelt sich um Varianten der bekannten Elektrorasierer für die männliche Gesichtsbehaarung.
  • Haar- und Bartschneider: Hierbei handelt es sich um Kombigeräte, mit denen Nutzer sowohl Kopf als auch Kinn pflegen.

Betriebsart

freigestellter Haarschneider

In puncto Betriebsart haben Sie die Wahl zwischen Netz- und Akkubetrieb. Haarschneider mit Kabel haben den Vorteil, dass sie dauerhaft die gleiche Leistung abrufen können. Als störend empfinden viele bei diesen Modellen die eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Das gilt vor allem dann, wenn Sie eine andere Person frisieren und unter Umständen den Kopf aufgrund der Kabellänge nicht umrunden können. Auch für unterwegs, beispielsweise beim Camping, ist die Netzstecker-Variante eher unpraktisch.

Für solche Einsatzzwecke sind Modelle mit Akku besser geeignet. Diese können Sie oftmals sogar im Netzbetrieb verwenden. Sie funktionieren aber auch, wenn keine Steckdose in der Nähe ist, und das so lange, bis die Leistung des Akkus zur Neige geht. Ein Nachteil besteht also darin, dass die Leistung mit abnehmender Akku-Kapazität sinkt wodurch Haare oder Bart nicht mehr so akkurat gestutzt werden. Nach dem Einstecken in die Steckdose geht es in der Regel sofort im Netzbetrieb weiter. Einige Modelle benötigen bei vollständig entladenem Akku eine Ladezeit von wenigen Minuten, bevor eine Rasur möglich ist. Praktisch ist die größere Bewegungsfreiheit, da das lästige Netzkabel wegfällt – im Urlaub oder beim Campen ein klares Plus.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit der einzelnen Modelle unterscheidet sich mitunter stark. So lassen einige Geräte bereits nach einer Laufleistung von 30 Minuten nach. Andere Modelle halten bis zu drei Stunden durch. Diese Werte können nach einer längeren Verwendungszeit und etlichen Ladezyklen sinken.

Eine lange Akkulaufzeit bedingt nicht automatisch eine längere Ladezeit: Während ein durchschnittliches Modell bereits in unter einer Stunde vollgeladen sein kann, benötigen andere Ausführungen hingegen bis zu acht Stunden. Achten Sie auf die Produkthinweise der Hersteller. Einige Haarschneider verfügen über eine Schnellladefunktion, sodass nach beispielsweise zehnminütiger Ladezeit fünf Minuten Betrieb möglich sind.

Schnittstufen und Aufsätze

Moderne Haarschneider bieten die Möglichkeit, die Schnittlänge in verschiedenen Stufen zu variieren: für gewöhnlich zwischen 0,5 und 40,0 Millimetern. Profi-Geräte erweitern diesen Bereich um die Spanne von 0,1 bis 50,0 Millimetern. Die etwas teureren Profi-Modelle verfügen in der Regel auch über mehrere Aufsätze, die diese Schnittstufen bereitstellen.

Möchten Sie mit dem Haarschneider Ihren Bart pflegen, ist es wichtig, dass ein Kammaufsatz im Lieferumfang enthalten ist, der sich auf verschiedene Längen einstellen lässt. Unterschiedliche Kammaufsätze ermöglichen flexible Anwendungsmöglichkeiten. Bei minderwertigen Modellen besteht die Gefahr, dass die Plastik-Kammaufsätze sehr dünn gefertigt sind und die gewünschte Schnittlänge beim Anpressen auf die Gesichts- oder Kopfhaut voneinander abweicht.

Breite des Scherkopfes

Ein besonders breiter Scherkopf kann von Vorteil sein, da eine Flächenrasur damit schneller gelingt. Schwer erreichbare Stellen werden allerdings zum Problem, wenn das Gerät unhandlich ist. Möchten Sie den Haarschneider auch zum Stutzen des Bartes nutzen, empfiehlt sich ein Modell mit kleiner Schnittbreite. Durchschnittlich liegt die Breite der Scherköpfe zwischen 30 und 40 Millimetern.

Klingen

In den meisten, vor allem aber in den teureren Haarschneide-Geräten sind Klingen aus Titanium mit einer Karbonbeschichtung verbaut. Für gewöhnlich schleifen sich die Klingen während der Benutzung selbst, was ein manuelles Nachschärfen oder Nachölen überflüssig macht. Bei einigen Modellen lassen sich die Klingen tauschen, sodass Sie die Möglichkeit haben, passende Messer nachzukaufen, wenn die Schneideleistung zurückgeht.

Geräte mit Ausdünnfunktion

Mit einem Haarschneider, der über eine Effilierfunktion verfügt, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Haare auszudünnen. Das ist besonders im Sommer, wenn es sehr warm ist, praktisch, um nicht unter den Haaren zu schwitzen. Dabei werden manche Haare einer Strähne gekürzt, was wiederum Folgendes bewirkt:

  • Reduzieren des Schwitzens im Sommer
  • Zähmen einzelner, widerspenstiger Locken
  • Natürlich fallendes Haar durch Styling
  • Mehr-Volumen-Effekt

Wasserdichtigkeit

Haarschneider wird unter Wasser gereinigt

Einige Haarschneider sind wasserdicht und eignen sich daher für die Rasur unter der Dusche. Diese Angabe muss zwingend vorhanden sein, um die Gefahr einer Beschädigung oder eines Stromunfalls auszuschließen. Auch wenn manche Modelle nicht dafür ausgelegt sind, lässt sich der Scherkopf dennoch unter fließendem Wasser reinigen.

Handlichkeit und Gewicht

Die meisten Haartrimmer weisen ein Eigengewicht von ungefähr 300 Gramm auf. Das macht sie handlich und einfach in der Anwendung. Es gibt unter den Modellen aber auch Ausreißer, die bis zu ein Kilogramm schwer sind. Eine längere Anwendung könnte mit diesen Geräten mühsam sein. Achten Sie beim Kauf daher auf ein vergleichsweise leichtes Modell.

Etui oder Aufbewahrungstasche

Sofern Sie den Haarschneider nur für Ihr Kopfhaar nutzen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er täglich zum Einsatz kommt. Aber auch, wenn Sie ihn zur Bartpflege verwenden, wird er nicht unbedingt täglich eingesetzt. Einige Geräte haben einen Aufbewahrungsbeutel oder ein Etui im Lieferumfang, damit sich das Gerät und potenzielle Wechselaufsätze sicher und ordentlich aufbewahren lassen. Das ist auch auf Reisen ein Vorteil, da sie das Gerät in Koffer oder Reisetasche vor Beschädigung schützen.

Nach dem Kauf: Pflegetipps

Im Folgenden haben wir einige Tipps zur Reinigung und Pflege zusammengetragen, die dabei helfen können, dass Sie möglichst lange Freude an Ihrem neuen Haarschneider haben.

Sauberhalten des Scherkopfes

Klopfen Sie den Scherkopf nach jeder Anwendung ab und stellen Sie sicher, dass sich keine Haare mehr darin befinden. Ansonsten können sich in den Stoppeln schnell Keime sammeln. Eine Reinigung mit Wasser möglich, sofern Ihr Gerät wasserdicht ist und die Klingen aus einem rostfreien Material bestehen. Hinweise dazu finden Sie in der Betriebsanleitung.

Reinigen der Aufsätze

Die verschiedenen Aufsätze können Sie einfach vom Gerät lösen. Da sie in der Regel aus Plastik bestehen, können Sie diese unter fließendem Wasser reinigen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Aufsätze vor der nächsten Benutzung wieder vollständig getrocknet sind.

Öl gegen Klingenverschleiß

Um einem Verschleiß der Klingen entgegenzuwirken, können Sie diese mit einem Öl pflegen. Bei vielen Geräten wird ein passendes Öl mitgeliefert. In den Betriebsanleitungen einiger Modelle ist hingegen vermerkt, dass eine solche Pflegemaßnahme nicht nötig ist. Nutzen Sie auf jeden Fall ausschließlich geeignete Mechaniköle. Speiseöle haben nichts auf dem Haarschneider zu suchen: Sie verbreiten nach einiger Zeit einen unangenehmen, ranzigen Geruch.

Pflegsamer Umgang und Aufbewahrung

Bewahren Sie das Gerät sicher auf. Stürze aus Waschbeckenhöhe können Motor und Gehäuse beschädigen. Eine Reparatur ist in vielen Fällen nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll. Nicht wasserdichte Modelle bewahren Sie am besten vor Feuchtigkeit geschützt in einem Badezimmerschrank auf. Durch eine sichere Aufbewahrung verhindern Sie auch, dass der Haarschneider versehentlich ins Wasser fällt.

Beliebte Marken

AEG | BaByliss | Braun | Carrera | Grundig | Jaguar | Moser | Panasonic | Philips | Remington | Wahl | Wella

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Haarschneider-Vergleich. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.

Das Verbrauchermagazin Haus & Garten Test testete 2019 insgesamt sechs Akku-Haarschneidemaschinen. Die Redakteure verglichen die Geräte in puncto Handhabung, Funktion, Verarbeitung sowie Ökologie und Sicherheit. Die Schneider unterscheiden sich nur marginal in ihren Eigenschaften und bieten allesamt die Möglichkeit, sämtliche Körperpartien zu rasieren. Dennoch ist darauf zu achten, über wie viele Kammaufsätze das Produkt verfügt und wie fein die Abstufungen sind. Je nach Nutzen eignet sich eine gröbere oder feinere Schnittlängenabstufung. Den größten Unterschied zwischen den Geräten machen die Preise aus.

Der Testsieger ist der Philips HC3530. Während die übrigen Schneider im Test Lithium-Akkumulatoren haben, ist der Philips-Haarschneider das einzige Modell, das über einen Nickel-Metallhydrid-Akku verfügt. Er besitzt außerdem zwei verschiedene Aufsätze, mit denen sich sowohl das Kopfhaar als auch der Bart schneiden lassen. Die Schnittlänge beträgt zwischen 0,5 und 23,0 Millimetern. Das Zubehör umfasst zudem einen Kamm und einen Reinigungspinsel. Der Philips-Haarschneider kostet rund 35 Euro und gehört damit zu den günstigeren Modellen im Test.

Der Preis-Leistungs-Sieger ist der Dunlop GP-8188. Das Modell mit Lithium-Ionen-Akku besitzt seine eigene Ladestation, mehrere Kamm- und Trimmaufsätze sowie einen Aufsatz zur Vollrasur. Darüber hinaus fungiert das Gerät auch als Nasenhaarschneider. Das Dunlop-Modell darf, ebenso wie der Testsieger von Philips, nicht unter fließendem Wasser gereinigt werden. Mit einem Preis von rund 20 Euro ist es das günstigste Produkt im Test.

In einem Test des ETM Testmagazins aus dem Jahr 2016 traten sieben Bart- und Haarschneider gegeneinander an. Zum Testsieger kürten die Tester das Modell Panasonic ER-GB80-S503. Sie hoben positiv hervor, dass das Gerät bei einem leisen Betriebsgeräusch schnell und gründlich arbeitet, die Haare schmerzfrei auf die gewünschte Länge und sich nach der Benutzung unter fließendem Wasser reinigen lässt.

Den zweiten Platz auf dem Siegertreppchen sicherte sich das Modell Philips QG4515. Besonders gut gefallen die Schnellladefunktion, das geringe Eigengewicht, der Turbo-Modus, das Display, die Möglichkeit, das Gerät unter fließendem Wasser zu reinigen, sowie nicht zuletzt die Schneidleistung. Lediglich die Griffsicherheit wird bemängelt. Auf den dritten Platz schafft es das Modell Grundig MC 7440. Gelobt werden die einfache Reinigung und die Lademöglichkeit per USB-Kabel. Kritisiert werden hingegen die Haptik und Probleme beim Schneiden weicher Haare bei höheren Schnittstufen.

Zum Preis-Leistungs-Sieger küren die Tester das Modell AEG HSM / R 5596. Zwar wirkt der Kammaufsatz nicht allzu stabil und es lassen sich nur Schnittlängen zwischen 3 und 16 Millimetern realisieren, dafür ist – für diese Preisklasse ungewöhnlich – auch eine Effilierfunktion vorhanden. Die Akkulaufzeit bei diesem Gerät ist ebenso wie das Trimmen ohne Aufsatz verbesserungswürdig.

Niklas Gollan

Niklas Gollan

24.11.2020