Fernglas-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Klassische Ferngläser mit Porroprismen sind die Allround-Talente. Sie lassen sich universell einsetzen und eignen sich für eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten
  • Ferngläser mit Dachkantprismen und einer Objektivgröße von über 35 Millimetern sind prädestiniert für fortgeschrittene Anwendungen respektive für Beobachtungen mit professionellem Hintergrund. Sie bieten unabhängig von den Lichtverhältnissen und den Witterungsbedingungen stets hochauflösende, gestochen scharfe Bilder.
  • Die etwas kleineren Kompakt-Ferngläser eignen sich grundsätzlich auch hervorragend für Frauen und Kinder. Achten Sie auf die Angebote: Gerade für Kinder gibt es gute Kompakt-Ferngläser zum echten Schnäppchenpreis.
  • Die Digitalisierung macht auch vor Ferngläsern nicht halt. Mittlerweile sind auch digitale Ferngläser erhältlich.

Ferngläser sind optische Instrumente, die meterweit entfernte Dinge nah vor das Auge holen, so dass der Benutzer den Eindruck hat, er steht nur wenige Zentimeter vom Geschehen entfernt. Damit gehören Ferngläser zur Grundausstattung von Jägern, Wildhütern oder auch von Soldaten, die das Gelände beobachten. In Form eines kleinen Opernglases kann das Fernglas auch einen Theater- oder Opernabend noch beeindruckender machen.

Mann mit Fernglas

Das Portfolio an Ferngläsern umfasst Modellvarianten für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke. Dieser Kaufratgeber führt Sie in das Thema Ferngläser ein und gibt Ihnen einen Überblick über Bauformen, Funktionen und Ausstattungselemente. Schlussendlich zeigen wir Ihnen auch detailliert auf, welche Faktoren und Aspekte bei der Auswahl des individuell richtigen Fernglases entscheidend sind.

So funktioniert ein klassisches Fernglas

In der Regel besteht das klassische Fernglas aus zwei Fernrohren, die parallel nebeneinander liegen. Es gibt zwar auch Ferngläser mit nur einem Fernrohr. Diese spielen aber eher bei speziellen Aufgaben oder Anlässen eine Rolle; gerade im Privatbereich konnte sich diese Version nur in Ansätzen durchsetzen. Daher liegt der Fokus auf dem klassischen Fernglas mit zwei Fernrohren. Verbunden werden die beiden Fernrohre mittels einer so bezeichneten Brücke.

Vom Aufbau her sind die beiden Fernrohre identisch. Wenn Sie durch ein solches Fernglas Objekte, Gegenstände oder beispielsweise auch Menschen aus der Ferne beobachten, werden Lichtstrahlen reflektiert, die auf die beiden Objektive, also auf die beiden vorderen Gläser, auftreffen. Die reflektierten Lichtstrahlen werden anschließend im Inneren der Fernrohre gebündelt, im Anschluss dann von einem Prismensystem noch einmal korrigiert und zum Abschluss durch die Okulare zum menschliche Auge geleitet bzw. geführt.

Diese drei Bestandteile bestimmen die jeweilige Funktionsfähigkeit und machen das Konstrukt erst zu einem allgemein nutzbaren Sichtgerät.

Bauweise Fernglas

Die Ausstattungskomponenten im Einzelnen

Das Objektiv

Hierbei handelt es sich um eine dem jeweiligen Betrachtungsgegenstand zugewandte Linse, durch die das Licht bzw. die Lichtstrahlen einfallen. In einem Fernglas sind maximal fünf Objektive verbaut. Durch das Zusammentreffen von Linse und Licht wird dann auf einer Zwischenebene das jeweilige Bild erzeugt. Allerdings steht es dabei erst einmal auf dem Kopf und ist spiegelverkehrt.

Das Prismensystem

Das integrierte Prismensystem ist ein Glaskörper, der Lichtstrahlen – unabhängig von der Anzahl der reflektierenden Flächen – umleiten kann. Ein entsprechendes Prismensystem setzt sich dabei immer aus mehreren Prismen zusammen. Es hat die Aufgabe, die seiten- sowie höhenverkehrte Abbildung, die auch „Zwischenbild“ oder „Luftbild“ genannt wird, wieder herumzudrehen und gewissermaßen vom Kopf auf die Füße zu stellen. In diesem Zusammenhang wird auch von einem Umkehrsystem gesprochen. Dank dieser Umleitung verschiebt das Prismensystem das erzeugte Bild in Richtung Okular.

Die Okulare

Der augenseitig optisch wirksamste Teil eines Fernglases sind die so genannten Okulare. Ein Okular kann sowohl aus einem ganzen Linsensystem als auch aus einer einzigen Linse bestehen. In qualitativ hochwertigen Ferngläsern sind bis zu sechs Linsen verbaut. Von der Funktionsweise her erinnert ein Okular an eine Lupe. Sie schauen durch das Okular und können das Bild betrachten, das bereits vom Prismensystem gedreht und aufgerichtet wurde. Stellen Sie Okulare dabei scharf, läuft das Licht stets exakt parallel durch das jeweilige Okular.

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale hochwertiger Ferngläser

  • Prismen und Linsen sind aus speziell zusammengestellten, hochwertigen Glassorten hergestellt.
  • Die Prismen müssen optimal verspiegelt und winkelgenau gearbeitet sein.
  • Hochwertige Ferngläser sind oftmals mit einer speziellen Mehrschichtvergütung versehen. Diese sorgt dafür, dass Sie farbechte und gestochen scharfe Bilder zu sehen bekommen.
  • Prismen, Objektive und Okulare sind in ihrer Eigenschaft als optische Systeme besonders wichtig für die Funktionalität. Daher sind Passgenauigkeit und Unverrückbarkeit wesentliche Kriterien beim Einbau dieser optischen Systeme.
  • Für das Gehäuse wird ein Material gewählt, das sowohl vergleichsweise leicht als auch weitestgehend stoßunempfindlich ist.
  • Mittels einer Brücke lassen sich die beiden Fernglashälften miteinander verbinden. Die Verbindung gilt dann als optimal, wenn die Lichtstrahlen immer parallel zueinander verlaufen.
  • Besonderes Augenmerk legen die Hersteller auch auf die jeweilige Mechanik zum Dioptrienausgleich sowie zur Schärferegulierung. Hier muss zwingend dafür gesorgt werden, dass diese Mechanik äußerst präzise arbeitet.

Welche Bauformen von Ferngläsern gibt es?

Unterscheiden müssen Sie grundsätzlich zwischen monokularen und binokularen Gläsern. Durch die monokularen Modelle schauen Sie dabei nur mit einem Auge. Diese Variante ist im Grunde genommen lediglich für Anwender geeignet, denen es in erster Linie um Packmaß und Gewicht geht. Auf ein räumliches Sehen müssen Sie allerdings verzichten können. Stattdessen wird hier dann auch schon gerne einmal zum Spektiv gegriffen, das in erster Linie für Naturbeobachtungen, Spotting, die Jagd, die gezielte Überwachung sowie beispielsweise die Zielscheibenbeobachtung im Sport genutzt werden kann.

Monokulare Ferngläser in der Kritik: Der entspannte Durchblick fehlt

Die ersten monokularen Ferngläser wurden im Zuge der Patentierung der Porroprismen im Jahr 1854 entwickelt. Allerdings erlangten sie zu keiner Zeit eine große Verbreitung. Seit den 1990er Jahren erleben die monokularen Gläser wieder eine kleine Renaissance. Mehrere Hersteller bringen zum Beispiel monokulare Ferngläser auf den Markt, die als gewicht-, platz- und geldsparende Alternative angeboten werden. Allerdings sind diese speziellen Fernglas-Versionen aufgrund ihrer Konstruktion lediglich für einen kurzen Blick auf ein stehendes Objekt geeignet. Ferngläser dieser Art bieten in der Regel nur ein vergleichsweise geringes Sehfeld und sind meist seitenlichtempfindlich. Zudem wird der nur wenig entspannte Durchblick kritisiert, der oftmals zu einer raschen Ermüdung führt.

Binokulares Fernglas: Es gibt zwei unterschiedliche Grundtypen

Wer dagegen ein klassisches Fernglas benötigt, greift zu den binokularen Modellen. Zwei unterschiedliche Grundtypen sind aktuell erhältlich:

  • Binokulares Fernglas mit Porroprismen: Bei diesem Typus sind die Rohre versetzt voneinander. Die Gläser sind eher kurz und breit, obwohl die gesamte Konstruktion vergleichsweise schwer und groß ist. Ferngläser mit Porroprismen sind bereits ab Preisen von unter 60 Euro zu haben.
  • Binokulares Fernglas mit Dachkantprismen: Im Vergleich zu den Modellen mit Porroprismen sind diese Fernglas-Varianten weitaus schmaler konstruiert und dadurch auch viel leichter zu verstauen.

Die Abbildung unten zeigt ein Porroprismenfernglas (links) und ein Dachkantprismenfernglas (rechts).

Ein genereller Qualitätsunterschied zwischen Porroprismen und Dachkantprismen besteht im Normalfall nicht. Wenn, dann handelt es sich um Nuancen bzw. Details. Stattdessen bieten sowohl Ferngläser mit Porroprismen als auch die Varianten mit Dachkantprismen jeweils individuelle Vorzüge.

Die wesentlichen Vorzüge von Dachkantenprismen bei Ferngläsern

Dachkantenprismen werden durch eine moderne Bauweise geprägt. Denn genau diese erlaubt es den Herstellern, die Konstruktion des Fernglases ungemein schlank zu halten. Allerdings ist diese moderne Fertigung auch vergleichsweise aufwendig. Dieser Aufwand spiegelt sich deutlich im Preis wider. Generell gelten die Modelle als kompakte und handliche Fernglas-Varianten. Zudem können dank der modernen Bauweise höhere Abbildungsleistungen mit nur wenig Platzbedarf erzielt werden.

In der Regel arbeitet ein Fernglas immer mit einem Dachkantenprismen-System, das mindestens aus zwei Prismen besteht. Dabei besitzt immer ein Prisma eine sogenannte Dachkante. Oftmals ist eine Reflexionsfläche zudem mit einer metallischen Verspiegelung versehen. Das weltweit am häufigsten genutzte Prismensystem nach Schmid-Pechan verwendet in vielen Fällen hierfür zum Beispiel Silber.

Dachkantenprismen

Bei den meisten Ferngläsern dieser Art stellen Sie die gewünschte Schärfe über die einzelnen Linsen ein; die Scharfstellung erfolgt also im Inneren des jeweiligen Fernglases. Dies erlaubt dann auch die Fertigung von sehr robusten Ferngläsern, die zudem teilweise auch noch wasserdicht sind. Daher kommen Ferngläser mit Dachkantenprismen auch verstärkt in der Marine und der Schifffahrt allgemein zum Einsatz. Allerdings sind gerade die qualitativ hochwertigen Ferngläser mit Dachkantprismen oftmals weitaus teurer als die Ferngläser mit Porroprismen. Dafür bieten Ihnen diese Modelle aber eine etwas höhere Bildqualität.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Kompakte Bauweise
  • Vergleichsweise geringes Gewicht
  • Einfache Nahfokussierung
  • Wasserdichte Ferngläser möglich
  • Staubdichte Modelle möglich
  • Ideal für kleinere Fernglas-Modelle, die besser geeignet sind für Menschen mit kleinen Händen

Die wesentlichen Vorzüge von Porroprismen bei Ferngläsern

Ferngläser mit Porroprismen können Sie grundsätzlich leicht an der speziellen Bauweise erkennen. Sie sind flacher als die Varianten mit Dachkantenprismen, dafür aber erheblich breiter. Durch diese besondere Konstruktion liegen bei nahezu allen Modellen die Objektive weiter auseinander. Hierbei sollten Sie im Hinblick auf die Wahl des passenden Fernglases folgende Faustregel beachten:

Je weiter die beiden Objektive voneinander entfernt liegen, desto stärker wird das räumliche Sehen unterstützt respektive gefördert.

Die Prismen sind innerhalb eines Systems grundsätzlich leicht versetzt bzw. rechtwinklig angeordnet. Aus dieser Position heraus lenken sie das Licht gleich mehrmals um. Bei diesem Vorgang wenden die Prismen dann das Bild sowohl von oben nach unten als auch von rechts nach links. Grundsätzlich fungiert das nach Ignatz Porro benannte Porro-Prinzip als ein Umkehrprisma. Im Detail wird der einfallende Lichtstrahl von einem Halbwürfelprisma um insgesamt 90 Grad gedreht. Anschließend wird der Lichtstrahl zu einem zweiten Prisma geleitet, der seinerseits dann den Lichtstrahl auch wieder um 90 Grad reflektiert. Im Endeffekt entsteht so dann eine vierfache Reflexion. Die Lichtstrahlen werden zweimal reflektiert, was zur Folge hat, dass das Bild um 180 Grad gedreht wird.

Porroprismen

Allerdings fällt die Bildqualität – je nach Hersteller und Modellvariante – mitunter schlechter als bei den Ferngläsern mit Dachkantprismen aus. Aber es sind in der Regel nicht mehr als geringfügige Unterschiede. Und es gibt sogar Ausnahmen: Im Vergleich zu den günstigen Modellen der Ferngläser mit Dachkantenprismen liefern die günstigen Varianten mit Porroprismen zumindest teilweise eine bessere Bildqualität ab. Im höherpreisigen Bereich haben aber klar die binokularen Ferngläser mit Dachkantprismen in Sachen Bildqualität die Nase vorn.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Ermöglichen relativ günstige Fernglas-Herstellung
  • Bieten teilweise ein größeres Sehfeld
  • Bessere Brillentauglichkeit durch die breite Bauweise
  • Breite Bauweise fördert das räumliche Sehen
  • Besonders gut geeignet für große Hände
  • Günstige Modelle mit Porroprismen bieten teilweise eine bessere Bildqualität als vergleichbar günstige Ferngläser mit Dachkantprismen

Tipps für die Auswahl des individuell richtigen Fernglases

  • Wenn Sie Brillenträger sind, sollten Sie sich ein Fernglas mit einem dafür spezifizierten Okular zulegen. Ein solches Okular sorgt dafür, dass ein größerer Abstand zur entsprechenden Austrittspupille gewährleistet ist.
  • Möchten Sie Ihr Fernglas verstärkt im Winter benutzen? Dann sollten Sie darauf achten, dass ein großes Fokussierrad mit Daumenmulden vorhanden ist. Dank einer solchen Vorrichtung können Sie die Einstellungen mit Handschuhen vornehmen und müssen diese nicht jedes Mal wieder ausziehen, wenn Sie via Fokussierrad Detaileinstellungen vornehmen möchten. Außerdem wird die Gefahr minimiert, dass Ihnen das Fernglas aus der Hand rutscht.
  • Grundsätzlich gilt: Je höher der Durchmesser eines Objektivs ist, umso mehr Licht kann einfallen. So können Sie zum Beispiel mit einem Objektivdurchmesser von 42 Millimeter auch bei wirklich schlechten Lichtverhältnissen noch gute und genügend helle Bilder erwarten.

Mini, Kompakt & Klassisch – Die verschiedenen Typen der Ferngläser

Unabhängig vom jeweiligen Prismensystem gibt es im Grunde genommen vier verschiedene Bauarten von Ferngläsern. Die Bezeichnungen für die jeweilige Bauart variiert dabei oftmals je nach Hersteller. Dennoch haben sich die folgenden fünf Typenbezeichnungen allgemein durchgesetzt:

Mini-Ferngläser – Leicht, klein und handlich

Ferngläser dieser Art verfügen über Objektive, die eine maximale Größe von rund 26 Millimetern aufweisen. Viele der kleinen und leichten Mini-Ferngläser lassen sich zusammenklappen und entsprechend unproblematisch zum Beispiel in der Jackentasche verstauen. Auch vom Gewicht her müssen Sie kaum einmal Kompromisse eingehen. Die meisten Modelle bringen noch nicht einmal 300 Gramm auf die Waage. Im Gebrauch liegen die Ferngläser im Taschenformat in der Regel gut in der Hand. Viele der Ferngläser aus dieser Kategorie sind zudem mit einer Gummierung versehen, was die Griffigkeit zusätzlich noch erhöht. Auch die kompakten Operngläser kann man mit zu dieser Gruppe zählen.

Einige Modelle überraschen mit einer explizit hohen Bildschärfe

Auch wenn Sie mit einem Mini-Fernglas nicht unbedingt hochauflösende Naturbeobachtungen realisieren können, so bieten etliche Modelle doch eine erstaunliche Bildschärfe, die bis zu den Rändern reicht. Auch Kontrast und Helligkeit stimmen bei vielen Modellen. Um das Beobachtungserlebnis zu optimieren sollten Sie dabei nach einem Mini-Fernglas Ausschau halten, das eine Naheinstellgrenze von rund drei Metern aufweist. So können Sie Objekte auch in unmittelbarer Nähe detailliert beobachten und auch explizit scharf stellen. Die Scharfstellung steht bei diesen Mini-Ferngläsern allerdings häufig in der Kritik. Wichtig ist, dass sie wirklich leichtgängig reguliert werden kann und zudem stets präzise funktioniert.

Wichtige Features: Dioptrienausgleich und Mehrfachvergütung der Linse

Einige Mini-Ferngläser verfügen auch über einen Dioptrienausgleich. Dieser ist gerade bei binokularen Ferngläsern ein enorm wichtiges Feature, denn er schafft Abhilfe bei einem, für optische Geräte typischen Problem. Und zwar, dass die Augen unterschiedliche Brechkraft aufweisen. Das bedeutet, dass ein Auge etwas schärfer sieht als das andere Auge. Um dies zu kompensieren, wird oftmals ein Okular mit einem entsprechenden Dioptrienausgleich versehen. Aber Achtung: Nicht jedes Mini-Fernglas kann mit einem solchen Ausstattungselement dienen.

Wenn Ihnen die Helligkeit besonders wichtig ist, sollten Sie zudem Mini-Ferngläser in die engere Auswahl nehmen, die eine Mehrfachvergütung der Linse bieten.

Das Sehfeld ist oftmals größer als angenommen

Oftmals wird bei Ferngläsern dieser Art das eingeschränkte Sehfeld bemängelt. Das trifft in Einzelfällen zweifelsohne zu, aber viele Modelle weisen ein für ihre Größe erstaunlich großes Sehfeld auf. So bietet zum Beispiel das Mini-Fernglas Nikon Aculon A30 10X25 ein Sehfeld von immerhin 87 Metern auf 1.000 Meter.

Was bedeutet die Angaben ein Sehfeld 87 Meter auf 1.000 Meter bei einem Fernglas?

Das Sehfeld bezeichnet die Strecke vom linken zum rechten Okularrand in einer Entfernung von 1.000 Metern. Ein Sehfeld von 87 Metern auf 1.000 Metern bedeutet: Von einem Gelände, welches 1.000 Meter entfernt ist, kann der User mit dem Fernglas einen 87 Meter breiten Ausschnitt sehen.

Kompakt-Ferngläser – Prädestiniert für Sport und Reise

Kompakt-Ferngläser enthalten in der Regel Porroprismen. Obwohl die jeweiligen Modelle größer sind als die Mini-Ferngläser, weisen sie dennoch im Vergleich zu einem klassischen Porro- oder einem Dachkant-Fernglas ein geringes Gewicht auf. Damit geht auch eine bessere Handlichkeit einher. Dank des vergleichsweise geringen Gewichts und dem Größenvorteil sind sie jederzeit leicht transportierbar. Die leichten Kompakt-Ferngläser werden gerne für Einsätze im Sport oder zum Beispiel auch auf Reisen eingesetzt.

Insgesamt gilt das Kompakt-Fernglas als praktische Allzweckwaffe. Typischerweise weisen die jeweiligen Modellvarianten einen Linsendurchmesser von etwa 20 und 25 Millimetern auf. Wie auch bei allen anderen Fernglas-Bauarten können Sie hier von individuellen Vorteilen profitieren, müssen allerdings auch bestimmte Nachteile in Kauf nehmen.

Die Vorteile von Kompakt-Ferngläsern:

  • Wegen des geringen Gewichts und der handlichen Größe bestens geeignet für den einfachen Transport in der Tasche
  • Perfektes Fernglas für das Theater oder die Oper
  • Ideal für Vergrößerungen auf sehr kurze Distanzen
  • Sehr gut für Kinder geeignet
  • Wegen der nahe beieinanderliegenden Objektive auch für Personen mit schmalen Gesichtern empfehlenswert
  • Oft weitaus günstiger als die klassischen Fernglas-Varianten

Einige Nachteile bringt die kompakte Bauweise allerdings auch mit sich. Der Nutzer muss Abstriche bei der Bildqualität machen. In der Regel ist diese schwächer als bei den normalen Porro- und Dachkant-Ferngläsern. Dies liegt schlichtweg daran, dass es in dem kompakten Gehäuse nur wenig Platz für die Mechanik gibt. Die Einzelteile müssen zudem deutlich kleiner sein.

Der Linsendurchmesser liegt in der Regel unter 26 Millimetern. Daher ist das Sichtfeld im Vergleich zu Ferngläsern mit einem Linsendurchmesser ab 35 Millimetern deutlich eingeschränkt.

Da auch die Objektive kleiner sind, lassen sie auch weniger Licht durch. Bei Tageslicht stellt dies eigentlich kein Problem dar, aber in der Dämmerung oder erst recht bei Nacht kommen Kompakt-Ferngläser schnell an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

In vielen Fällen sind auch die Austrittspupillen reduziert. Daher kommt nur wenig Licht am Auge an. Die Pupillen sind zudem bei schlechten Lichtverhältnissen geweitet, daher erscheint das Bild im Fernglas mitunter suboptimal.

Was ist die Austrittspupille (AP) beim Fernglas?

Diese Angabe bezeichnet die Dicke des Lichtbündels, das aus dem Okular auf Augenseite austritt. Genau wie die Blende beim Fotoapparat, so ist die Austrittspupille ein Indikator für die Bildhelligkeit. Da die Pupille des Menschen nicht größer als etwa 7 Millimeter wird, sollte die Austrittspupille bei einem Fernglas auch nicht größer sein. Falls sie doch größer ist, dann ist es kein schwerwiegendes Problem. Neu ein Teil des Lichtes, welches durch die Öffnung auf das Auge tritt, geht gewissermaßen ungenutzt verloren. Eine Austrittspupille von 4 Millimetern ist ein guter Durchschnittswert. Wer das Fernglas bei schlechten Lichtverhältnissen einsetzen möchte, sollte zu einem Modell mit einem Wert von 6 Millimetern greifen.

Bei einigen Kompakt-Ferngläsern fehlt es an Zusatzfunktionen wie Bildstabilisatoren oder Dioptrienausgleich.

Klassische Porro-Ferngläser – universell einsetzbar

Porro-Ferngläser sind wahre Universal-Modelle, die sich hervorragend für die Vogelbeobachtung, auf der Safari, bei Ausflügen sowie allgemein in der Freizeit eignen. Die Klassiker unter den Ferngläsern weisen Objektivdurchmesser von mindestens 35 Millimetern auf; oftmals sogar noch mehr. Diese großen Objektivdurchmesser bieten gegenüber den Mini-Ferngläsern und den Kompakt-Modellen ein weitaus helleres Bild und einen höheren Kontrast.

Porro-Ferngläser bieten ein räumliches Bild mit hoher Plastizität

Aufgrund der genutzten Prismen-Technologie erzeugen Porro-Ferngläser ein räumliches Bild, das zusätzlich mit einer hohen Plastizität überzeugt. So können Sie ein Fernglas mit Porroprismen sowohl für Beobachtungen aus großer Entfernung nutzen als auch für detailreiche Untersuchungen aus geringer Entfernung. Dies erhöht natürlich die Einsatzmöglichkeiten. Ob Tierbeobachtungen in großer Entfernung, ein 100 Meter Lauf im Leichtathletikstadion oder etwa die gezielte Auflösung von Federstrukturen bei Vögeln – alles ist mit einem Porro-Fernglas möglich.

Klassische Porro-Ferngläser sind zwar deutlich größer und schwerer als Mini-Ferngläser und die kompakten Versionen. Trotzdem liegen die Gläser in der Regel gut in der Hand und erlauben eine leichte und komfortable Handhabung. Erhöht wird dieser Komfort durch zahlreiche Zusatzfeatures, unter anderem Mehrfachvergütungen auf allen Linsen, asphärische Linsenelemente, eine spezielle Makrofunktion oder eine gezielte Innenfokussierung.

Porro-Ferngläser ab Objektivgrößen von 35 Millimetern überzeugen auch im Hinblick auf das Preis-Leistungsverhältnis. Allerdings variieren die Preise stark. So erhalten Sie qualitativ gute Modelle mitunter bereits für knapp über 100 Euro. Darüber hinaus finden Sie auf dem Markt aber auch ein Modell wie das witterungsbeständige Fernglas Fuji Meibo 15×80 4° für über 2.500 Euro.

Klassische Dachkant-Ferngläser – besonders geeignet für professionelle Anwendungen

Ebenso wie die Modelle mit Porroprismen enthalten die klassischen Dachkant-Ferngläser Objektive mit einem Durchmesser von mindestens 35 Millimetern. Allerdings sind die Dachkant-Versionen für fortgeschrittene Anwendungen konzipiert worden. Die macht sich zum Beispiel gerade bei professionellen Natur- oder Tierbeobachtungen deutlich bemerkbar. Ein Fernglas mit Dachkantprismen bietet Ihnen nämlich nicht nur kontrastreiche Bilder, eine hervorragende Bildschärfe und erstklassige Helligkeitswerte, sondern präsentiert sich auch – je nach Hersteller und Modell – unabhängig von den Lichtverhältnissen und den Witterungsbedingungen.

Gestochen scharfe Bilder unabhängig von den Lichtverhältnissen

Das bedeutet, dass Sie mit einem klassischen Dachkant-Fernglas auch dann Beobachtungen durchführen können, wenn die meisten Ferngläser mit Porroprismen es aufgrund der Wettergegebenheiten respektive der Lichtverhältnisse längst an Bildschärfe und Helligkeit mangeln lassen. Die Hersteller setzen in Ferngläsern dieser Art mit professionellem Anspruch ausschließlich hochwertige Glassorten ein und versehen die Optik mit einer Mehrschichtvergütung.

Was bedeutet Vergütung bei einem Fernglas?

Vergütung ist eine Art Entspiegelungsverfahren, wie man es auch von Brillengläsern her kennt. Dabei werden dünne Schichten auf die Linsen aufgetragen; oft sieben Schichten oder auch mehr. Diese chemischen Stoffe reduzieren die Reflexionen auf der Linse, so dass mehr Licht durch die Linse hindurchkommt. Das Ergebnis ist ein klareres, kontrastreicheres Bild. Beim Kauf sollten Verbraucher drauf achten, dass das Fernglass eine Mehrschichtvergütung (engl. multicoated) aufweist.

Hinzu kommt, dass diese Ferngläser zahlreiche mechanische und optisch wirksame Funktionen bieten, mit denen der Nutzer jede Einstellung komplett individualisieren und auf seine Bedürfnisse einstellen kann.

Digitale Ferngläser – die Zukunft hat Einzug gehalten

Lange Zeit galten Ferngläser quasi als die letzte Bastion wirklich analoger Technik. Doch bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts kamen Ferngläser mit integrierten Digitalkameras auf den Markt. Dabei handelte es sich um einfache Webcams, die – in gleicher Beobachtungsrichtung – am Gehäuse aufgesetzt wurden. Die japanischen Hersteller Canon, Nikon und Fujinon entwickelten schließlich Ferngläser mit eingebauter Bildstabilisierung. Diese Geräte wiesen eine 8- bis 18-fache Vergrößerung auf.

Die ersten richtigen digitalen Ferngläser brachte 2011 Sony mit den Modellen DEV-3 und DEV-5 auf den Markt. Mit Ferngläsern dieser Art können Sie 3D-Videoaufnahmen und Tonaufzeichnungen realisieren; außerdem verfügen diese Modelle neben zahlreichen weiteren Funktionen zum Beispiel über einen elektronischen Sucher und GPS-Funktion. Allerdings sollten Sie sich nur dann ein digitales Fernglas zulegen, wenn auch tatsächlich Bedarf an Videoaufnahmen und Co. besteht.

Die Abbildungsqualität der analogen Systeme ist in der Regel besser

Denn die bislang erhältlichen digitalen Ferngläser lassen es im Vergleich zu den analogen Modellen noch immer an einer guten visuellen Bildqualität mangeln. Dies liegt vor allem an der generierten Auflösung, zu der die elektronischen Sucher in der Lage sind. Nicht umsonst nutzen zum Beispiel auch Spiegelreflexkameras im Profibereich immer noch vermehrt optische und keine elektronischen Sucher. Die Abbildungsqualität analoger System mit entsprechender Qualität ist daher auch im Segment der Ferngläser den digitalen Varianten noch überlegen.

Es gibt allerdings auch Vorteile. Gerade wenn Sie zum Beispiel in der Nacht Wildschweine beim Suhlen beobachten möchten, erhalten Sie bei digitalen Ferngläsern dank des eingebauten Restlichtverstärkers auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch ein gut sichtbares Bild. Aber für den Normalgebrauch sind die digitalen Versionen nur bedingt zu empfehlen. Dazu sind sie alleine schon viel zu groß, sperrig und auch – angesichts der Bildqualität – zu teuer.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Beim Vergleich der Ferngläser sind folgende Kriterien und Eigenschaften gute Richtlinien, um das passende Produkt zu finden:

  • Gewicht und Größe
  • Sehfeld
  • Größe der Austrittspupille
  • Glasqualität
  • Mehrschichtvergütung
  • Vergrößerungsfaktor

Für welches Fernglas Sie sich letztendlich entscheiden, der Vergrößerungsfaktor sowie der Objektivdurchmesser stellen ein ganz wesentliches Kaufkriterium dar.

Objektivdurchmesser immer analog der Einsatzgebiete auswählen

Zu den gängigen Objektivdurchmessern zählen Größen von 20, 24, 32, 42, 50 sowie auch 56 Millimeter. Welches Objektiv für Sie das richtige Modell darstellt, hängt davon ab, für welchen Zweck Sie das Fernglas benötigen. Während etwa Objektive mit einem Durchmesser von 20 und 24 Millimeter eigentlich nur bei Opernferngläsern verwenden lassen, sind Durchmesser von 32 und 42 Millimeter prädestiniert für das Beobachten von Vögeln oder für Landschaftsbeobachtungen beim Wandern. So genannte Dämmerungsgläser mit 50 oder 56 Millimeter sind in erster Linie bei Jägern oder auch bei Anglern beliebt; für Freizeit-Wanderer sind Ferngläser mit diesen Objektivdurchmessern allerdings überdimensioniert.

Ein Fernglas mit 8-facher Vergrößerung reicht für den normalen Gebrauch

Der Vergrößerungsfaktor gibt demgegenüber darüber Aufschluss, wie groß das beobachtete Objekt abgebildet wird. Fachleute empfehlen Vergrößerungsfaktoren von 7, 8 oder 10. Bei diesen Vergrößerungen kann der Nutzer das Fernglas ausgesprochen ruhig in den Händen halten kann. Das ist bei Werten, die über dem Faktor 10 liegen, nicht mehr gegeben. Bei extremen Vergrößerungen ist ein Stativ erforderlich oder eine integrierte Bildstabilisierung.

Was bedeuten Zahlenangaben wie 10 x 50 bei einem Fernglas?

Aus den vorangegangen Abschnitten geht schon zum Teil hervor, welche Angaben sich dahinter verbergen: der Vergrößerungsfaktor und die Größe der Frontlinse in Millimetern. Ein Fernglas mit den Werten 8 x 25 vergrößert um das 8-fache und weist eine Linsengröße von 25 Millimetern auf. Es ist also ein kleines, kompaktes Fernglas. Große Feldstecher besitzen Werte wie 10 x 42.

Pflegetipps: Darauf sollten Sie bei der Reinigung achten

  • Sollten Sie Ihr Fernglas nur sporadisch verwenden, verdecken Sie die Linsen am besten mit einem Schutzdeckel. Das hält Staub und sonstige Verschmutzungen der Umwelt von den Linsen fern.
  • Reinigen Sie regelmäßig die Fernglasgummierungen. Zum Säubern können Sie klassische Haushaltsmittel verwenden. Geben Sie etwas Seife oder Geschirrspülmittel auf einen feuchten Lappen und fahren Sie die Konturen nach. So entfernen Sie auch den Schmutz, der sich bereits an die Gummiarmierung nachhaltig festgesetzt hat.
  • Nutzen Sie einen im Fotofachgeschäft erhältlichen Objektivpinsel, um Staub und kleinere Schmutzrückstände zu entfernen. Benutzen Sie vorzugsweise einen weichen Pinsel und üben Sie nur wenig Druck aus, damit die Optik nicht zerkratzt. Bei Bedarf können Sie auch mit einem Mikrofasertuch nachhelfen.
  • Um Fingerabdrücke zu beseitigen, reicht es, wenn Sie die Objektivlinsen anhauchen und diese dann mit einem leichten und kreisförmigen Wischen säubern.
  • Achtung! Verzichten Sie grundsätzlich auf trockene Papierreinigungstücher; die Linsen könnten zerkratzt werden. Auch Optikreinigungssets sollten nicht zum Einsatz kommen, sofern sie Lösungsmittel, Benzin oder Aceton enthalten sind. Denn diese Stoffe greifen Beschichtungen und Materialien an.
  • Greifen Sie stattdessen zu Reinigungsmitteln, die speziell für optische Geräte entwickelt wurden. Alternativ lässt sich die Linsenoberfläche auch mit ein wenig reinem Alkohol säubern.