Fischfinder-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Fischfinder und mobile Echolot-Systeme unterstützen Angler sowie Outdoor-Sportler bei der Untersuchung der Gewässer auf Fische, Bewuchs und Hindernisse.
  • Ein Fischfinder sendet per Echolot Schallwellen in die Tiefe und bildet die Struktur entweder auf einem Display oder in einer App ab.
  • Je nach Stärke des Signals lassen sich mit Hobbygeräten Tiefen von 20 bis 700 Metern untersuchen.
  • Angler erkennen auf dem Echolot Fische beziehungsweise Schwärme und verbessern so ihre Fangerfolge.

Das passende Echolot für Angler und Outdoor-Sportler

Der Fischfinder, oft auch als Echolot bezeichnet, ist eines der praktischsten Tools für alle Angler, die ihren Fang nicht dem Glück überlassen wollen. Statt eines Ortungssystems, wie es auf Booten verbaut ist, haben Hobbyangler einen kleinen Schwimmer, Geber genannt, zur Hand, den sie auch in Teichen ganz einfach nutzen können, um Schwärme und vereinzelte große Fische zu finden.

Was ist ein Fischfinder?

Als Fischfinder bezeichnen Angler ein Echolot, das unter dem Boot oder vor ihnen zu Wasser gelassen wird und hochfrequente Wellen aussendet. Diese Echolot-Wellen können Gegenstände und Lebewesen nicht durchdringen, stattdessen werden sie an ihrer Oberfläche reflektiert. Das Gerät fängt das Signal auf und stellt das Hindernis grafisch dar. Das ist nicht nur für Angler wichtig, sondern beispielsweise auch in der zivilen Schifffahrt und bei militärischen Manövern essenziell. Das Unterwasser-Umfeld muss vollständig bekannt sein, um das Auffahren auf Wracks, Sandbänke und Ufer-Ausläufer zu vermeiden. Aber auch Schiffe selbst, ebenso wie U-Boote und Strukturen, werden mit weitreichenden Echoloten geortet.

Nahaufnahme Fischfinder

Fischfinder unterscheiden sich von den großen Echoloten dadurch, dass sie einfach in der Tasche mitgeführt werden können. Kleine Schwimmer, die sich für stehende Gewässer eignen, benötigen dazu nicht einmal einen eigenen Bildschirm, sondern werden mit dem Display eines Smartphones oder Tablets gekoppelt. Im Vergleich zu anderen Sportgeräten sind viele Fischfinder zudem erschwinglich. Die günstigsten Einsteigermodelle beginnen bei rund 100 Euro. Nach oben ist der Preis für Echolot-Technologie offen. Die meisten Hobbyangler und Schatzsucher entscheiden sich jedoch für ein Gerät bis zu einem Preis von 500 oder maximal 1.000 Euro.

So funktionieren Fischfinder

Angler und professionelle Fischer haben ihre eigenen Methoden, um die gesuchte Beute ausfindig zu machen. Sie wissen, in welchen Bereichen von Teichen beziehungsweise Flüssen sich welcher Fisch aufhält und wie sich die Schwärme bewegen. Doch nicht nur das Bewahren der Gewässer ändert diese Dynamik schnell. Auch unterschiedliche Fischbestände und unbekannte Angelgewässer lassen sich von der Oberfläche oder dem Uferbereich aus nicht einschätzen. Das Fische-Finden wird durch den Einsatz von Echolot-Technik erleichtert, während der Fang selbst ein Erfolgserlebnis bleibt, das dem Angler niemand nehmen kann.

Die Ortungseinheit des Echolots wird in der Regel unter ein Boot oder Schiff montiert, um eine maximale Tiefe zu erreichen und das eigene Fahrzeug als Ausgangspunkt für die Ortung zu nutzen. Schwimmende Fischfinder heben dieses Prinzip auf. Sie müssen nicht an der Person oder dem Fahrzeug installiert werden, sondern werden vor dem Angler ins Wasser geworfen. Dort funktionieren sie auf dieselbe Art wie die großen Geräte.

Fischfinder auf Eis

Das Echolot sendet einen Schallkegel aus. Bei Fischfindern ist dieser Kegel nach unten ausgerichtet, denn der Angler möchte sehen, was sich im Gewässer befindet, nicht an dessen Oberfläche. Die hochfrequenten Töne werden in Wellen ausgestoßen und zeigen so nicht nur eine Momentaufnahme an, sondern auch Bewegungen von Schwärmen und Individuen. Je größer der angepeilte Fisch ist, der sich im Kegel aufhält, desto besser können die Schallwellen seine Form erfassen. Besonders hohe Echolot-Töne zeigen starke Details an. Je besser die Darstellung sein soll, desto teurer werden die Geräte.

Ein umstrittenes Thema unter Anglern

Einer der großen Vorteile von Fischfindern ist, dass sie die Beobachtung von Fischen in Tiefen von bis zu 700 Metern zulassen. Vereinzelt erreichen Profigeräte tiefere Gebiete. Das Echolot zeigt Fisch-Enthusiasten damit eine Welt, die sie sonst nicht sehen könnten, auf. Doch Vorsicht: Je tiefer der Ortungskegel reicht, desto ungenauer werden die Angaben. Ein großes Schiffswrack lässt sich so finden, ein einzelner großer Fisch jedoch schon nicht mehr. Auch Schwärme lassen sich in ihrer Darstellung als großes, sich bewegendes Objekt nur schwer einschätzen. Die Identifikation der Fische selbst ist nur mit Expertenwissen oder dann möglich, wenn der See beziehungsweise Teich als Angelgewässer genau bekannt ist und der Angler es auf ein bestimmtes Individuum abgesehen hat.

Der Einsatz von Fischfindern und Ortungstechnologie ist unter Anglern durchaus umstritten. Zum einen bedeutet jedes Aussenden von Echolot-Signalen eine Störung im ökologischen Gleichgewicht. Alle Tiere, die selbst auf eine Ortung unter Wasser angewiesen sind, werden durch den Einsatz von übermäßiger Echolot-Technologie verwirrt und in ihrer Kommunikation beziehungsweise Navigation behindert. Gleichzeitig müssen Schiffe und größere Boote zwingend mit einem Echolot arbeiten, um Hindernisse im Wasser aufzudecken. Die Nutzung eines Fischfinders stellt daher für größere Fischerboote nur eine Erweiterung ihrer Technologienutzung dar. Angler hingegen können sich theoretisch auch ohne diese Technik orientieren, die ohnehin vor allem in kleineren Gewässern zum Einsatz kommt.

Mann angelt

Nicht zuletzt haben nicht alle Angler Spaß daran, moderne Technik zum Fangen von Fischen einzusetzen. Ein weitere Kritikpunkt lautet daher, dass Fischfinder das Angelerlebnis verfälschen, da sie Bewegungen unter Wasser aufzeigen, die andernfalls eine hohe Konzentration erfordern. Der optionale Einsatz kann jedoch Einsteiger motivieren, ihr Hobby zu pflegen, da die Fangquote sich so erhöhen lässt.

Fischfinder für Teiche, Seen und das offene Meer

Fischfinder arbeiten mit einem Echolot, wie es auch in großen Geräten verbaut ist. Ihre kompakte Größe macht sie jedoch ebenso für das Angeln an Seeufern oder vom Paddelboot aus attraktiv. Der wichtigste Unterschied zwischen den Geräten besteht in der maximalen Ortungstiefe und dem Gebiet, das sie darstellen können. Verschiedene Technologien bilden auch sehr unterschiedliche Objektbewegungen ab. Während Profigeräte die Küstenlinie mit abbilden können und die Beschaffenheit der georteten Objekte anzeigen, sind kleine Fischfinder oft nur in der Lage, Fische und Objekte in direkter Nähe zu orten.

Angler sollten deshalb vor der Anschaffung eines Echolots entscheiden, in welchem Umfang und auf welchem Terrain sie das Gerät nutzen möchten. Ein kleiner, smarter Fischfinder mit mobiler Anbindung erbringt in kleinen Gewässern eine gute Leistung, während montierbare Ortungssysteme auf Schiffen und Booten im offenen Meer hervorragende Dienste leisten. Viele Fischfinder sind als runde oder kegelförmige, kompakte Schwimmer gestaltet, um den Angler überallhin zu begleiten. Wer mit einem solchen Schwimmer einen großen Fisch wie einen Waller fangen möchte, riskiert jedoch, dass der Fisch die Technik beschädigt oder gar schluckt. Neben dem Verlust des Gerätes beeinflusst das auch die Gesundheit der Fische, die das Objekt angreifen.

Schon gewusst?

Die Echolot-Technik auf Schiffen wurde 1913 durch den deutschen Erfinder Alexander Behm patentiert und kam in beiden Weltkriegen als Flächenortung zum Einsatz. Die Technologie selbst geht auf die Beobachtung von Meeresbewohnern zurück. Delfine und große Wale nutzen ein starkes Echolot zur Jagd sowie Kommunikation und stoßen Töne aus, die vor der kommerziellen Schifffahrt rund um den Globus hörbar waren. Die heute von Walen genutzte Frequenz liegt zwischen 30 Hertz und 8 Kilohertz. Sie kann über 10.000 Seemeilen gehört werden, während das technische Echolot in Fischfindern eine Frequenz um 50 bis 200 Kilohertz nutzt.

Darauf kommt es beim Kauf an

Da sich die Einsatzszenarien der Fischfinder deutlich nach Suchtiefe und Beschaffenheit der Gewässer unterscheiden, lässt sich keine klare Kaufempfehlung geben, die für alle Angler und Taucher interessant ist. Allerdings lassen sich die Geräte für Hobbysportler und Laien nach einigen wichtigen Kriterien gliedern.

Unterschiede beim Kauf von Fischfindern

Jagd- und Angelequipment ist in viele verschiedene Preissegmente aufgeteilt, die sich an den Bedürfnissen der Sportler orientieren. Beim Angeln richtet sich die Art der Technik und damit auch der Kostenumfang meist danach, wie wichtig der erfolgreiche Fang für den Angelausflug ist. Während viele Angler gern am Fluss sitzen oder beim Fliegenfischen viele Tage Vorbereitung in die ideale Fliege investieren, sind Sportangler auf den perfekten Fang aus. Ein Barsch, Wels oder großer Karpfen lässt sich hervorragend orten. Doch je kleiner und ungewisser der Fischbesatz in einem Gewässer ist, desto ausgefeilter muss die Technik sein, um effektiv eingesetzt zu werden.

Folgende Fischfinder werden besonders häufig angeboten:

  • Schwimmende Finder mit GPS- und Bluetooth-Anbindung an ein Smartphone oder Tablet
  • Fischfinder zur Montage als Echolot unter dem Boot und zugehörigem Display
  • Dual-Beam-Geräte für einen weiteren Radius
  • Single-Beam-Fischfinder für die punktuelle Suche
  • Echolote mit einer Reichweite von 20 bis 700 Metern in der Tiefe
  • Akku-Laufzeit von 30 bis 90 Minuten oder Anschluss an eigene Stromquellen
  • Fischfinder mit optionaler Anzeige für Wasser- und Lufttemperatur, Bodenbeschaffenheit, Dichte georteter Objekte, 3D-Darstellung oder Temperaturkarten

Single- oder Dual-Beam für Echolot-Systeme

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl eines Echolots für den Fischfang ist die Entscheidung zwischen Single- und Dual-Beam, also einem Kegel nach unten oder zwei Kegeln, die übereinander ausgesendet werden. Einzelwellen aussendende Geräte sind in der Regel günstiger und für stehende Gewässer problemlos geeignet. Sie reichen relativ tief, bilden jedoch ungenaue Fischsicheln ab.

Vergleich von Single und Dual Beam
Single-Beam- und Dual-Beam-Technologie im Vergleich.

Eine zweite Welle in Kegelform sorgt für eine genauere Ortung und gibt an, welche Objekte sich rund um den Gegenstand oder das Tier befinden. Dadurch lässt sich ein detailliertes Bild ablesen und es können weitere Daten wie Sediment-Beschaffenheit, Kraut, Schwärme und Trübungen dargestellt werden. So schließen Angler alle Faktoren aus, die darauf hindeuten, dass es sich nicht um den gewünschten Fang handelt.

Die Ausnahme: Tri-Beam

Selten, aber durchaus auch im Hobbysegment vorhanden, sind Tri-Beam-Systeme. Dabei werden zwei Kegel mit 35 Grad und ein Kegel mit 20 Grad Radius ausgesendet. Das System erreicht auf diese Weise eine 90-Grad-Abdeckung.

Materialien und Ausstattung

Fischfinder bestehen aus einem Geber und einem Empfänger. Bei smarten Kleingeräten wird ausschließlich der Geber genutzt, während das Signal über eine App auf Mobilgeräten verarbeitet wird. Die meisten Geräte halten einer Temperatur von minus 20 bis 50 Grad stand, einzelne Geräte können auch in heißem Wasser, beispielsweise nahe Thermalquellen, zum Einsatz kommen. Das Schalenmaterial der Geber ist meist eine Mischung aus Kunststoff und Metallkomponenten, die gegen eindringendes Wasser versiegelt ist. Der Empfänger ähnelt einem Walkie-Talkie oder einem technischen Display und bildet die Umgebung in Farbe als 2D- oder 3D-Landschaft ab.

Fischfinder Freistehend

Beliebt sind Funktionen wie ein Fischalarm, der am schwimmenden Geber selbst anzeigt, wenn sich ein Fisch nähert, sowie Simulationsmodi, mit denen Angler trainieren können, wie sie den sich nähernden Fisch erkennen. Viele frei schwimmenden Fischfinder können, wie ein Köder oder Schwimmer an der Angelschnur, an einer Angelleine oder anderem Garn befestigt werden, um sie zum Aufladen oder nach Gebrauch schneller wieder einzuholen. Professionelle Geräte werden am Boot oder Schiff montiert, beispielsweise mit einem Aufsatz, von dem sie sich jederzeit wieder entfernen lassen, um sie zu warten.

Pflege und Wartung

Mobile Fischfinder sind in der Wartung und Pflege simpel. Solange der Akku aufgeladen ist, können sie Wellen aussenden und die Daten an das Display verschicken. Zwischen den Ausflügen sollte das Gerät getrocknet und auf Beschädigungen kontrolliert werden. Nur wenn die Hülle intakt ist, hält der Geber dem Wasser stand. Fest montierte Fischfinder werden mit dem Boot an Land genommen und nach jeder Nutzung auf Schäden geprüft.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich von Fischfindern. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.

Keines der großen Testportale hat in den letzten Jahren Fischfinder getestet. Auch Echolot-Geräte allgemein wurden bei Stiftung Warentest, ÖKO-TEST, Haus & Garten Test sowie ETM Testmagazin nicht untersucht. Allerdings beschäftigen sich viele Ratgeber-Blogs speziell für Angler und Naturinteressierte mit den modernen Fischfinder-Modellen.

Dabei kristallisiert sich vor allem die Facheinschätzung heraus, dass die kleinen Echolot-Lösungen für Angler durchaus Vorteile gegenüber großen, mechanischen Tiefenmessern besitzen. Sie müssen nicht fest montiert werden und sind wenig invasiv. Gleichzeitig sind sie präziser und können über die GPS-Funktion einfacher ansteuerbar. Für Hobbyangler, die vor allem in kleinen Angelteichen und Seen unterwegs sind, genügen oft Geräte mit einer Reichweite von bis zu 50 Metern. Sie können zudem auf 100 Meter Entfernung zum Boot ausgelesen werden – ein wichtiger Marker, wenn Fische sich natürlich versammeln sollen.

Die Tests weisen ebenfalls darauf hin, dass die meisten Fischfinder nicht für den nächtlichen Gebrauch geeignet sind, da sie ohne fehlende Markierung und bei niedrigen Temperaturen nur schwer zu handhaben sind. So werden nachts bei nicht speziell für das Nachtfischen angebotenen Findern oft Fische als Kraut oder Sediment angezeigt, da sie sich seltener bewegen und eine niedrigere Körpertemperatur aufweisen. Grundsätzlich funktioniert ein Echolot jedoch bei jeder Wetterlage und auch in wenig beleuchteten Untiefen.

Im Bereich des Angel-Equipments gehen die Meinungen darüber auseinander, ob und in welcher Ausstattung Fischfinder notwendig für den Angelsport sind. Allerdings sind sich alle Fach- und Hobby Blogs darüber einig, dass die modernen, smarten Modelle mit flexibel einsetzbaren Gebern durchaus akkurate Ergebnisse liefern und halten, was sie versprechen. Wenn Hobbyangler daher zu einem Fischfinder oder Echolot greifen möchten, sind sie mit Geräten bis 500 Euro oft besser beraten als mit professionellen Echolot-Systemen, die einen hohen Wartungsaufwand verursachen und ein zu großes Suchgebiet abdecken, um exakte Daten zu einzelnen Fischen und kleinen Fischschwärmen zu liefern.

Laura Voigt

Laura Voigt

23.10.2020