VPN-Software-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

Nicht zuletzt durch die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist das Thema Überwachung im Internet in der Mitte des öffentlichen Interesses angekommen. Ein Virtual Private Network (VPN) macht das anonyme Surfen im Internet möglich und schützt auf diese Weise die Privatsphäre der Nutzer.

Wie funktioniert eine VPN-Software?

Der Nutzer verbindet sich mithilfe einer Software mit einem Server eines Unternehmens, das eine entsprechende Dienstleistung anbietet. Ruft der Nutzer nun eine Internetseite auf, wird dem Homepage-Betreiber die IP-Adresse des VPN-Servers statt der öffentlichen IP-Adresse des Nutzers angezeigt. Zum einen verwischt dieses Vorgehen die Identität des Seitenaufrufers. können VPN-Benutzer so Geoblocking-Maßnahmen umgehen: Ist das Aufrufen eines Inhaltes beispielsweise der BBC auf Internetnutzer aus Großbritannien beschränkt, können sich Interessierte in anderen Regionen mit einem VPN-Server innerhalb des United Kingdom verbinden. Ihr „virtueller Standort“ wurde nun in das Zielland verlegt. Rufen diese nun die Seite der BBC auf, verfügen sie nun über eine britische IP-Adresse und haben so Zugang zu dem für sie eigentlich gesperrten Inhalt.

Die verfügbaren Server sind im Idealfall weltweit verteilt, sodass der Nutzer Geoblocking stets umgehen kann.

Großer Nutzen in Ländern mit eingeschränkter Meinungs- und Pressefreiheit

In Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit ermöglichen VPN-Tools das Aufrufen gesperrter Seiten. In China wird beispielsweise regelmäßig der Zugriff auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia eingeschränkt oder komplett blockiert. Um die Inhalte dennoch aufrufen zu können, verwenden chinesische Nutzer ein VPN-Programm, das sie mit einem Server außerhalb des Landes verbindet. Auch der Meinungsaustausch zwischen Personen in autokratischen Systemen wird auf diese Weise anonym ermöglicht.   

Schutz vor Hackern in drahtlosen Netzwerken

Darüber hinaus sorgt eine VPN-Software für zusätzlichen Schutz beim Surfen in öffentlichen (Drahtlos-)Netzwerken. Diese gelten als besonders unsicher, da Hacker hier relativ einfach persönliche Daten wie E-Mails oder gar Konto- und Kreditkartendaten abfangen können. Diese Gefahr lauert beispielsweise in den öffentlichen Netzwerken von Cafés, Zügen oder Hotels. Bei eingeschalteter VPN-Verbindung wird der gesamte Datenverkehr verschlüsselt und kann somit nicht angezapft werden.  

Bedeutet das einen Mehraufwand für die Nutzer?

Früher waren für die Verwendung eines VPN-Servers einige technische Vorkenntnisse nötig: Die Nutzer mussten sich nach jedem Systemstart umständlich manuell mit einem VPN-Server verbinden. Waren die vorgenommenen Einstellungen falsch oder unvollständig, war bis zur Deaktivierung dieser Konfiguration keine Verbindung mit dem Internet möglich.

Inzwischen ist die Bedienung einer VPN-Software um einiges einfacher geworden. Die Vielzahl der Programme verbindet sich nach dem Systemstart automatisch mit einem Server, der eine ausreichende Bandbreite anbietet, sodass Nutzer mögliche Geschwindigkeitseinbußen kaum oder gar nicht wahrnehmen. Sie müssen lediglich dann tätig werden, wenn sie den virtuellen Standort in ein bestimmtes Zielland verlegen möchten. Das ist mithilfe von alphabetischen Listen oder Weltkarten ohne Weiteres möglich.

Wichtiger Programmbestandteil „Kill Switch“

Viele Programme verfügen zudem über einen sogenannten „Kill Switch“. Es handelt sich dabei um einen Notfallschalter, der die Verbindung ins Internet unterbricht, sobald es Probleme mit dem VPN-Server gibt. Das ist deshalb wichtig, da bei einem Abbruch der VPN-Verbindung der Computer wieder auf die vom Internet-Service-Provider bereitgestellte IP-Adresse zurückgesetzt wird. Ohne den sofortigen Abbruch seitens des Kill Switch verlöre der Benutzer seine Anonymität, da die IP-Adresse bei Seitenaufrufen und Dateiübertragungen mitgelesen werden könnte.