Kompaktkamera-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Kompaktkameras sind klein, handlich und bieten dennoch eine große Funktionsvielfalt.
  • Neben der kompakten Bauweise ist auch die Benutzerfreundlichkeit ein großer Vorteil der Kompaktkamera.
  • Einfache Kompaktkameras, die sich gut für Einsteiger und Kinder eignen, sind bereits ab 40 Euro erhältlich.
  • Eine Kompaktkamera eignet sich für verschiedenste Motive – von der Landschaftsaufnahme über Porträts bis hin zu Detailaufnahmen.

Ein kleiner Allrounder der Fotografie

Wer sich eine Kamera zulegen möchte, hat die Qual der Wahl: Das Angebot an Kameras in verschiedensten Ausführungen und Preisklassen ist groß, sodass viele Hobby-Fotografen etwas ratlos zurückbleiben. Wer beim Fotografieren besonders flexibel sein möchte, trifft mit einer Kompaktkamera die richtige Entscheidung. Wie der Name schon sagt, sind die Geräte ausgesprochen kompakt und handlich, sodass sie in jeder Hosentasche und in jedem Rucksack Platz finden. Im Gegensatz zum Smartphone zeichnen sie sich zudem durch vielfältige Einstelloptionen aus. Eine Kompaktkamera ist somit ein guter Kompromiss zwischen einer schweren und meist sehr teuren Spiegelreflexkamera und der einfachen Handykamera.

Die Vor- und Nachteile der Kompaktkamera im Überblick

Handlich und einfach bedienbar – die Vorteile der Kompaktkamera

Bei einer Kompaktkamera befinden sich sämtliche Komponenten in einem geschlossenen Gehäuse. Während der Fotograf bei einer Spiegelreflexkamera bei Bedarf das Objektiv auswechseln kann, ist dies bei einer Kompaktkamera also nicht möglich. Dafür zeichnet sich dieser Kameratyp durch eine kompakte Bauform und ein geringes Gewicht aus. Die Kompaktkamera ist überall mit dabei und kann auch über weite Strecken mühelos transportiert werden, wohingegen eine Spiegelreflexkamera eher schwer und unhandlich ist.

Des Weiteren profitiert der Nutzer bei einer Kompaktkamera von einer unkomplizierten Bedienung. Einfach das Gerät einschalten, Auslöser drücken und schon ist das Foto im Kasten. Im Gegensatz dazu erfordern Spiegelreflex- und Systemkameras in der Regel ein ausführliches Studium der Bedienungsanleitung, um sich mit sämtlichen Funktionen vertraut zu machen. Diese Kameratypen eignen sich zudem nur bedingt für Schnappschüsse. Ganz anders die Kompaktkamera: Sie ist so schnell einsatzbereit, sodass Anwender damit jederzeit spontan ein Foto schießen können.

Außerdem deckt sie ein breit gefächertes Spektrum an Motiven ab. Ob Naturfotografie, Architekturfotografie oder Porträtfotografie: Mit der Kompaktkamera ist all das und noch viel mehr problemlos möglich, denn das integrierte Objektiv hat einen sehr flexiblen Brennweitenbereich. Die Geräte sind oftmals mit nützlichen Programmen ausgestattet, die Einsteigern das Experimentieren mit verschiedenen Motiven und Situationen deutlich erleichtern. Wer beispielsweise mit einer Spiegelreflexkamera Makroaufnahmen machen möchte, muss zunächst ein spezielles Objektiv erwerben und montieren. Die Kompaktkamera wechselt hingegen ganz einfach auf Knopfdruck in den Makromodus.

Auch der vergleichsweise kleine Sensor der Kompaktkamera ist von Vorteil, denn er gewährleistet auch ohne starkes Abblenden eine hohe Schärfentiefe.

Was bedeutet Schärfentiefe?
Der Begriff Schärfentiefe (auch Tiefenschärfe) bezeichnet in der Fotografie die räumliche Tiefe, in der eine Aufnahme das Motiv scharf abbildet. Beeinflusst wird die Tiefenschärfe durch die Blende, die Brennweite und den Abstand zum Motiv:
Mit zunehmender Brennweite nimmt die Schärfentiefe zu.
Mit steigender Blendenzahl erhöht sich auch die Schärfentiefe.
Je näher sich die Kamera am Aufnahmeobjekt befindet, umso geringer ist die Schärfentiefe.
 

Des Weiteren ist der Wartungsaufwand bei einer Kompaktkamera sehr gering. Staub und Schmutz können nicht ins Innere der Kamera gelangen, sodass Anwender das Gerät allenfalls von außen mit einem trockenen Tuch reinigen müssen. Spiegelreflex- und Systemkameras müssen im Vergleich dazu regelmäßig in ihre einzelnen Komponenten zerlegt und mühsam gereinigt werden, was nicht nur viel Zeit in Anspruch nimmt, sondern auch zu Beschädigungen führen kann.

Nicht zuletzt gilt: Kompaktkameras überzeugen durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, denn sie bieten viele Funktionen zu einem fairen Preis.

Hat eine Kompaktkamera auch Nachteile?

Wie bereits erwähnt, bietet der kleine Sensor einer Kompaktkamera viele Vorteile – allerdings setzt er auch Grenzen bei der Bildqualität. So kann es insbesondere bei höheren ISO-Werten zu einem verminderten Detailgrad oder zu Rauschen kommen. Wer häufig bei dunklen Lichtverhältnissen fotografiert, wird daher mit System- und Spiegelreflexkameras die besseren Ergebnisse erzielen.

Frau mit Kamera

Auch die hohe Schärfentiefe kann sich in einigen Situationen als Nachteil erweisen – etwa dann, wenn bewusst unscharfe Hintergründe erzeugt werden sollen. Außerdem ist zu beachten, dass das in Kompaktkameras integrierte Objektiv qualitativ nicht mit denen von Wechselobjektiven aus System- und Spiegelreflexkameras mithalten kann. Wer bei der Nutzung seiner Kompaktkamera möglichst flexibel bleiben und von hochwertigen Aufnahmen profitieren möchte, sollte beim Kauf also einen genauen Blick auf das Objektiv werfen: Je kleiner dieses ist, umso mehr Abstriche muss der Fotograf in puncto Fotoqualität machen. Da der Nutzer einer Kompaktkamera auf ein einziges Objektiv beschränkt ist, sollte dieses also unbedingt den eigenen Ansprüchen entsprechen.

Kompaktkameras haben in der Regel keinen Sucher, weshalb der Nutzer auf das Display angewiesen ist. Vor allem bei hoher Sonneneinstrahlung ist dieses jedoch sehr schlecht sichtbar, sodass ungeduldige Anwender die Kamera schnell frustriert beiseitelegen – ein nicht unwesentlicher Nachteil gegenüber Spiegelreflexkameras. Wer dieses Problem umgehen möchte, sollte also etwas mehr Geld investieren und sich für eine Kompaktkamera mit Sucher entscheiden.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Vor- und Nachteile der Kompaktkameras auf einen Blick:

ProContra
Kompakte BauformWeniger gut für schlechte Lichtverhältnisse geeignet
Geringes GewichtHohe Schärfentiefe kann einschränkend wirken
Einfache BedienungFotograf ist auf ein Objektiv beschränkt
Großer FunktionsumfangIn der Regel kein Sucher
Geringer Wartungsaufwand
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Fazit: Wer trifft mit einer Kompaktkamera die richtige Wahl?

Die Kompaktkamera ist eine benutzerfreundliche Alltagskamera, die für den Urlaub ebenso geeignet ist wie für Schnappschüsse von Kindern oder Haustieren. All jene, die sich nicht umfassend mit Fotografie befassen, aber dennoch schöne Fotos schießen möchten, treffen mit diesem Kameratyp also die richtige Wahl. Auch Personen, denen das Fotografieren mit dem Smartphone keinen Spaß bereitet oder die die Qualität als unzureichend empfinden, werden an einer Kompaktkamera ihre Freude haben. Gleiches gilt für Fotografie-Neulinge, die sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchten und nun eine funktionale Kamera für den Einstieg suchen. In diesem Fall sollte das Gerät jedoch mehr manuelle Einstellungen ermöglichen und über einen Sucher und höhere ISO-Werte verfügen, ansonsten gelangt der Nutzer schnell an seine Grenzen.

Des Weiteren ist die Kompaktkamera eine günstige Ergänzung für ambitionierte Hobbyfotografen – insbesondere für Situationen, in denen die Spiegelreflexkamera zu unhandlich und zu schwer ist.

Digitale Kameratypen im Überblick

Wer sich eine Kompaktkamera zulegen möchte, kann zwischen vielen verschiedenen Ausführungen wählen. Hier ein Überblick über gängige Kameratypen:

  • Einsteigerkameras
  • Outdoor- und Unterwasserkameras
  • Kinderkameras
  • Sofortbildkameras
  • High-End-Kameras

Die Einsteigerkamera

Einsteiger-Kompaktkameras sind in der Regel vielseitig einsetzbar und zudem sehr benutzerfreundlich – allerdings muss der Nutzer bei der Fotoqualität Abstriche machen. Vor allem Canon hat viele gute Einsteigergeräte im Angebot, aber auch bei Sony oder Fujifilm werden Interessierte schnell fündig. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, zu einem Modell mit 12-Megapixel-Sensor zu greifen, denn hier fällt das Bildrauschen (in Abhängigkeit vom ISO-Wert) meist sehr gering aus.

Eine WLAN-Schnittstelle ist bei einer Einsteigerkamera zwar nicht unbedingt erforderlich, aber durchaus nützlich. Wer seine Aufnahmen drahtlos an sein Smartphone oder den Fernseher übertragen möchte, sollte also darauf achten, dass die Kompaktkamera mit dieser Funktion ausgestattet ist. Sollen die Fotos später am PC nachbearbeitet werden, ist es von Vorteil, wenn sie im RAW-Formatabgespeichert werden. Hierbei handelt es sich quasi um die rohen Bilddaten, die besonders vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten eröffnen.

Ambitionierte Einsteiger, die sich eingehender mit dem Thema Fotografie beschäftigen möchten, kommen mit einer guten Einsteigerkamera ebenfalls auf ihre Kosten. Allerdings sollte das Gerät in diesem Fall über einen manuellen Modus verfügen. Auch ein Autofokus ist unverzichtbar, damit sich die Kamera bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen automatisch scharf stellt.

Ein Touchscreen ist kein Muss – viel wichtiger ist ein gut lesbares Display mit einer Größe von mindestens drei Zoll. Vorhandene Tasten und Regler dürfen nicht zu klein sein, damit ein einfaches Handling gewährleistet ist.

Die Outdoor-/Unterwasserkamera

Outdoor- und Unterwasserkameras sind vor allem dann von Vorteil, wenn es mal etwas wilder zugeht. Die Geräte sind sehr robust konzipiert und halten Schlägen und Stößen meist problemlos stand – unverwüstlich sind auch sie jedoch nicht.

Bei Unterwasserkameras sitzt das Zoom-Objektiv tief im Inneren, sodass die Optik bei Stürzen nicht so schnell Schaden nimmt. Das Gehäuse ist wasserdicht, damit kein Wasser eindringen kann. Auch Sand hat keine Chance, weshalb kompakte Outdoor- und/oder Unterwasserkameras hervorragend für einen entspannten Tag am Strand geeignet sind. Wer die Anschaffung eines solchen Geräts in Betracht zieht, sollte jedoch genau überlegen, wofür die Kamera konkret gebraucht wird. Denn: Für den Strand ist ein Einsteigermodell vollkommen ausreichend, während Skifahrer und Taucher etwas mehr Geld in ihre Outdoor- oder Unterwasserkamera investieren sollten. Die meisten Geräte sind zwar sehr robust, weisen aber nur einen geringen Zoom (maximal fünffach) auf, sodass die Bildqualität nicht ganz überzeugen kann.

Wer seine Kompaktkamera vorrangig für Unterwasseraufnahmen nutzen möchte, muss beim Kauf besonders genau hinsehen. So ist eine hohe Lichtstärke wichtig, denn unter Wasser findet keine Brennweitenverlängerung statt. Das heißt: Unter der Wasseroberfläche werden sämtliche Objekte etwa ein Drittel größer und ein Viertel näher abgelichtet. Die Optik der Unterwasserkamera sollte daher mindestens einen Weitwinkelbereich von 28 Millimetern erreichen, während der Nahbereich idealerweise bei unter zehn Zentimetern liegt. Ebenfalls wichtig: eine stabile Handschlaufe. Leider ist das Angebot an Unterwasserkameras nicht groß, und die wenigen guten Geräte sind meist sehr teuer.

Für Schnappschüsse im Schnee sollte eine Outdoorkamera vor allem kälteresistent und leicht zu bedienen sein – zur Not auch mit Handschuhen. Im Zweifel gilt es daher, auf einen modernen Touchscreen zu verzichten und stattdessen einem Gerät mit Tasten den Vorzug zu geben. All jene, die auf der Suche nach einer Outdoorkamera für das Gelände sind, müssen noch ganz andere Aspekte berücksichtigen. So bieten einige Hersteller funktionale Outdoorkameras mit integriertem GPS, Höhenmesser oder Kompass an. Die meisten Outdoor- und Unterwasserkameras dienen jedoch eher als Zweitgerät, denn sie können eine gute Kompaktkamera nur selten ersetzen.

Ob Outdoor- oder Unterwasserkamera: Die Dichtungen des Gehäuses müssen in jedem Fall regelmäßig gewechselt werden, damit das Gerät über viele Jahre seinen Zweck erfüllen kann. Wer sich für den Kauf einer solchen Kamera entscheidet, sollte also die Folgekosten berücksichtigen.

Die Kinderkamera

Kind mit Kamera

Kinder eifern ihren Eltern gerne nach – auch dann, wenn die Großen mit ihren Kameras tolle Schnappschüsse machen. Kinderkameras liegen daher voll im Trend, denn sie geben schon den Kleinsten die Möglichkeit, die Welt mit ganz anderen Augen zu entdecken und wichtige Momente für immer festzuhalten. Hersteller wie Nikon und Vtech Kidizoom bieten Kinderkameras an, die durch eine hohe Qualität und eine einfache Bedienung überzeugen. Letzteres ist besonders wichtig, denn ist das Kind mit der Handhabung überfordert, legt es die Kamera schnell frustriert beiseite.

Damit das Fotografieren nicht langweilig wird, sollte jedoch auch die Kinderkamera über mehrere Funktionen und Einstellmöglichkeiten verfügen – beispielsweise über einen Zoom, um Insekten, Vögel und andere Motive bei Bedarf größer darstellen zu können.

Des Weiteren gilt: Eine gute Kinderkamera ist robust, klein und handlich. Je nach Alter des Kindes spielt auch das Design eine große Rolle. Für kleinere Kinder finden Eltern im Fachhandel knallbunte Kameras, während ältere Jungen und Mädchen womöglich eher Gefallen an Geräten finden, die genauso aussehen wie die der Erwachsenen.

Die Sofortbildkamera

Die Sofortbildkamera – nach dem ersten Hersteller auch einfach Polaroid genannt – hat in den letzten Jahren ein echtes Revival erlebt. Obwohl nahezu jeder ein Smartphone mit Kamerafunktion besitzt, macht es ganz einfach Spaß, spontane Schnappschüsse direkt auszudrucken und anschließend ein echtes Foto in der Hand zu halten. Denn: Handyfotos fristen meist ein trauriges Dasein auf Speicherkarten und Festplatten, denn kaum jemand möchte die Zeit und das Geld investieren, um die Fotos auch tatsächlich auszudrucken. Polaroidfotos hingegen sind Bilder zum Anfassen und finden im Handumdrehen ihren Weg an Pinnwände und in Fotoalben.

Der Trend geht vor allem zur digitalen Sofortbildkamera, bei der das Foto nicht nur gedruckt, sondern auch gespeichert wird – beispielsweise, um es in den sozialen Netzwerken zu teilen. In puncto Bildqualität müssen bei der Sofortbildkamera Abstriche gemacht werden. Gerade die leichte Unschärfe und die fehlende Farbbrillanz machen jedoch den ganz besonderen Reiz dieser Art von Fotos aus. Wie bereits erwähnt, gilt Polaroid als Pionier der Sofortbildfotografie – auch Hersteller wie Fujifilm und Sony bieten jedoch einige gute Sofortbildkameras an.

Die Geschichte der Polaroidkamera
 
Ein erster Vorläufer der Sofortbildkamera wurde bereits 1860 in Paris entwickelt.
Das erste Modell im heutigen Sinne brachte 1947 Polaroid auf den Markt. Bis heute wird „Polaroid“ synonym mit „Sofortbildkamera“ verwendet.
Vor 1970 mussten Sofortbilder nach dem Entwickeln möglichst rasch mit einem speziellen Klarlack überzogen werden. Zu diesem Zweck lag jedem Film ein getränkter Schwamm bei.
Farbfotos waren mit der Polaroid erstmals im Jahr 1963 möglich.
 

Die High-End-Kamera

High-End-Kompaktkameras sind Kameras aus dem oberen Preissegment – also sozusagen Luxuskameras. Sie verfügen über qualitativ hochwertige Objektive und leistungsfähigere Sensoren.

Dazu kommen praktische Extras wie ein elektronischer Sucher, WLAN oder ein Schwenkmonitor. High-End-Kompaktkameras stellen einen guten Kompromiss zwischen Einsteigergeräten und Spiegelreflex- oder Systemkameras dar. Ambitionierte Hobbyfotografen, die eine Kompaktkamera mit umfangreicher Ausstattung und vielfältigen Einstellmöglichkeiten suchen, treffen also mit diesen Geräten die richtige Wahl – allerdings müssen sie auch wesentlich höhere Preise in Kauf nehmen.

Darauf sollten Sie beim Kauf einer Kompaktkamera achten

Größe und Gewicht

Bei der Kompaktkamera kommt es ganz klar auf die Größe an: Wie der Name bereits verrät, soll sie schön kompakt sein, damit sie sich gut in der Hosen- oder Jackentasche transportieren lässt. Zwar gibt es keinen festgelegten Grenzbereich, dennoch überschreiten die meisten Kompaktkameras folgende Maße nicht:

  • Zwölf Zentimeter Breite
  • Sieben Zentimeter Höhe
  • Vier Zentimeter Tiefe.

Damit sich die Kamera bequem überall mithinnehmen lässt, sollte sie außerdem möglichst leicht sein. Üblicherweise bringen Kompaktkameras Gewichte zwischen 100 und 400 Gramm auf die Waage.

Die Auflösung

Eine extrem hohe Auflösung zieht nicht zwangsläufig gute Bilder nach sich. Im Gegenteil: 12-Megapixel-Kameras schießen oftmals überzeugendere Fotos als solche mit 14 Megapixeln oder mehr. Das liegt insbesondere daran, dass die Sensoren auch bei einer hohen Megapixelzahl sehr klein sind. Bildrauschen ist die Folge, und auch eine gute Rauschunterdrückung kann hier keine Abhilfe leisten, denn sie wirkt sich in der Regel negativ auf den Detailreichtum eines Bildes aus. Daher gilt: Für den Alltag und den Urlaub sind weniger als zehn Megapixel (MP) in der Regel völlig ausreichend. Detailverliebte Anwender werden hingegen nur mit Kameras glücklich, die mit mindestens zwölf Megapixeln ausgestattet sind.

Megapixel
  • Ein Megapixel umfasst eine Million Bildpunkte (Pixel). Nach der Zahl der Bildpunkte richtet sich die Höhe der Auflösung.
  • Mit der Auflösung steigt die Detailtiefe eines Fotos – allerdings spielen weitere Kamerafaktoren eine Rolle, etwa der Fokus, die Helligkeitseinstellung und die Rauschunterdrückung.
  • Für die Bearbeitung am Bildschirm sind niedrige Megapixel-Werte ausreichend. Wer seine Fotos ausdrucken möchte, ist hingegen auf eine höhere Pixelzahl angewiesen. Nur so können bestimmte Bildausschnitte vergrößert werden, ohne dass Qualitätseinbußen zu befürchten sind.

Das Display

Die meisten Kompaktkameras haben keinen Sucher. Umso wichtige ist es daher, dass das Display von guter Qualität ist. Es sollte eine Größe von [strong]mindestens drei Zoll[/strong] und eine Auflösung von mehr als 230.000 Pixel aufweisen, damit es bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen gut lesbar bleibt. Ein Touchscreen lässt sich meist intuitiv bedienen und ist daher vorteilhaft. Geräte, die über konventionelle Tasten verfügen, lassen sich hingegen auch gut mit Handschuhen bedienen. Bei vielen Modellen aus dem mittleren bis höheren Preissegment ist das Display ausklappbar und drehbar, was in vielen Situationen ebenfalls ausgesprochen praktisch ist.

Die Brennweite

Hinsichtlich der Brennweite, können sich Nutzer an folgender Faustregel orientieren: Je kleiner die Anfangsbrennweite ist, umso mehr passt letztlich auf das Foto. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Brennweiten und ihre Einsatzmöglichkeiten.

BrennweiteEignung
16 Millimeter (Superweitwinkel)für Landschaft, Reise, Stadt, bringt versch. Ebenen ins Bild
24 Millimeter (Weitwinkel)für Familienfotos, Hochzeiten, Städte, Portraits
35 MillimeterAllrounder: für fast alle Motive geeignet
50 Millimeter (Porträt- und Detailobjektiv)für Fotos, bei denen die Details zählen
85 Millimeter (Supertele)für Fotos aus größerer Entfernung

Die Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit spielt bei Kompakten fast immer eine herausragende Rolle, denn schließlich ist es ausgesprochen ärgerlich, ein tolles Motiv zu verpassen, nur weil das Hantieren mit der Kamera und das Auslösen zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Idealerweise sollte die Kompaktkamera [strong]nach spätestens 1,5 Sekunden einsatzbereit[/strong] sein. Das Auslösen darf nicht länger als eine halbe Sekunde dauern, damit auch spontane Schnappschüsse problemlos möglich sind.

Die ISO-Empfindlichkeit

Je höher der ISO-Wert einer Kamera ist, umso bessere Ergebnisse lassen sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen erzielen. Es gilt jedoch: Sehr hohe ISO-Werte (3200 oder auch 6400) haben meist ein unangenehmes Bildrauschen zur Folge. Bei Kompaktkameras sind hingegen auch mit niedrigen Werten (etwa ISO 800) noch sehr gute, rauscharme Bilder möglich – selbst dann, wenn die Lichtverhältnisse zu wünschen übriglassen.

Optischer und digitaler Zoom

Beim Zoom einer Kompaktkamera ist zwischen optischem und digitalem Zoom zu unterscheiden. Der optische Zoom holt das Motiv näher heran, indem die Brennweite verändert wird. Das Bild bleibt dabei scharf. Der digitale Zoom vergrößert hingegen nur den Bildausschnitt, ohne eine Schärfung vorzunehmen. Digital gezoomte Bilder sehen daher meist verpixelt aus. Wer Motive ohne Qualitätsverlust sehr nah heranzoomen möchte, sollte beim Kamerakauf also insbesondere auf die Herstellerangaben zum optischen Zoom achten.

Weitere wichtige Kaufkriterien im Überblick

Beim Kauf einer Kompaktkamera spielen noch viele weitere Kriterien eine Rolle. Hier ein Überblick:

  • Soll die Kamera die Aufnahme von Videos in HD-Qualität ermöglichen?
  • Welches Zubehör ist im Lieferumfang bereits enthalten?
  • Wird die Kamera via Akku oder Batterie mit Strom versorgt?
  • In welchem Format werden die Fotos gespeichert?
  • Verfügt die Kamera über einen optischen Bildstabilisator?
  • Ist ein Micro-USB-Anschluss vorhanden, um die Kamera mit dem Smartphone zu verbinden?
  • Verfügt die Kamera über WLAN oder NFC (Near Field Communication)?

Werden all diese Aspekte beim Kauf einer Kompaktkamera berücksichtigt, steht tollen Aufnahmen künftig nichts mehr im Wege.

Andreas Kiener

Andreas Kiener

20.08.2019