Spiegelreflexkamera-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Spiegelreflexkameras bieten grundsätzlich eine bessere Bildqualität als Digicams und andere Kameratypen.
  • Das Objektiv ist das wichtigste Ausstattungselement; es ist grundlegend für die jeweilige Qualität der Fotos verantwortlich.
  • Für den Praxisgebrauch stellen einäugige Spiegelreflexkameras in der Regel die bessere Wahl dar.
  • Perfekt für Einsteiger: Eine Bridgekamera kombiniert den Komfort einer Kompaktkamera mit dem Spiegelreflex-Feeling beim Fotografieren.
  • Qualitativ gute Einstiegsmodelle sind bereits für unter 200 Euro erhältlich.

Was zeichnet eine Spiegelreflexkamera aus?

Spiegelreflexkamera

Fotos halten emotionale Momente fest. Sie konservieren Erinnerungen und spiegeln sowohl persönlich bedeutsame als auch zeitgeschichtlich relevante Ereignisse und Situationen wider. In Fotos lebt Vergangenes weiter. Wichtig dabei ist, dass die Fotografien von bester Qualität sind. Gefragt sind kräftig leuchtende Farben und ein plastischer Ausdruck für ein Plus an Natürlichkeit. Außerdem sollen die Bilder scharf und kontrastreich wirken.

Mit kleinen Digicams können Nutzer zwar durchaus gute Aufnahmen machen, aber auf eine rundum erstklassige Bildqualität müssen sie in der Regel verzichten. Möchten sie aber das Optimum an Bildqualität erzielen und wirklich hochwertige Fotos schießen, benötigen Sie eine moderne Spiegelreflexkamera. Wir zeigen, worauf es bei solchen Kameras ankommt, welche Eigenschaften sie aufweisen sollten und auf welche Funktionen Sie Wert legen sollten.

Echte Fotoerlebnisse mit Wow-Effekt realisieren

Spiegelreflexkameras – häufig auch mit DSLR (digital single-lens reflex) oder SR-Kamera abgekürzt – stehen grundsätzlich für ein echtes Fotoerlebnis mit Wow-Effekt. Vom Aufbau her befindet sich bei einer Kamera dieser Art ein wegklappbarer Spiegel zwischen Bildebene und Objektiv. Vor der eigentlichen Aufnahme wird das Bild dann auf der so bezeichneten Mattscheibe (auch: Einstellscheibe) seitenverkehrt abgebildet. Diese zumeist horizontal verbaute Scheibe besteht aus lichtdurchlässigem Material und dient zum einen der manuellen Scharfstellung des verwendeten Objektivs sowie zum anderen als Projektionsfläche der Motivbetrachtung. Während bei vielen älteren Kameras das Bild entweder direkt oder aber mittels einer integrierten Lupe, dem sogenannten Lichtschachtsucher, betrachtet werden, kommen in modernen Ausführungen in der Regel Prismensucher zum Einsatz. Bei letzterer Variante wird das Bild seitenrichtig durch ein Okular sichtbar. Dies ist sowohl horizontal als auch parallel zur optischen Achse möglich.

Verschiedene Kameratypen zur Auswahl

Unterscheiden müssen Verbraucher dabei zwischen der einäugigen (englisch „single-lens reflex“ oder kurz SLR) und der zweiäugigen (englisch „twin-lens reflex“ oder kurz TLR) Kameraausführung. Beide Varianten weisen stark unterschiedliche Merkmale auf. Vergleichbar sind ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras lediglich durch das Sucherbild auf der horizontal eingebauten Mattscheibe.

Die zweiäugige Variante ist zusätzlich mit einem zweiten Objektiv ausgestattet, das direkt über dem eigentlichen Hauptobjektiv angebracht ist. Auf dieses zusätzliche Objektiv, das einen komplett eigenen Sucher-Strahlengang gewährleistet, folgen der Spiegel sowie die Einstellungs- beziehungsweise Mattscheibe und oftmals auch der Lichtschacht. Verfügt eine entsprechende Kamera über einen digitalen Aufnahme-Sensor, spricht man von einer digitalen Spiegelreflexkamera. Fälschlicherweise wird der Begriff DSLR oder auch DSR für grundsätzlich alle erhältlichen digitalen Systemkameras verwendet, obwohl im Handel auch spiegellose Modelle erhältlich sind. Das sorgt nicht selten für Missverständnisse unter den Kunden.

Mehr funktionelle Möglichkeiten als bei herkömmlichen Kameras, Digicams und Co.

Ob einäugige oder zweiäugige Spiegelreflexkameras – beide Varianten erhöhen die Möglichkeiten rund um die Bildgestaltung. Dabei lässt Nutzern jede Kamera die Wahl, ob sie manuell Fotos schießen oder sich lieber auf die integrierte Vollautomatik verlassen. Im Fokus stehen hier die so bezeichneten Halbautomatiken. Je nach ihrer Voreinstellung nehmen Verbraucher diese einzelnen Segmente der Bildeinstellungen ab, während Sie einige Parameter selbst auswählen. Selbstverständlich haben sie aber auch die Möglichkeit, die Einstellung komplett zu übernehmen.

Um zusätzlich Einfluss auf die Bildqualität zu nehmen und die generellen Einsatzmöglichkeiten zu erhöhen, können Nutzer zudem die Objektive tauschen. Möchten sie zum Beispiel weiter entfernt liegende Objekte, Personen oder Situationen fotografieren, sollten sie Ihre Kamera mit einem großen Tele-Objektiv ausstatten. Soll bei geringeren Distanzen möglichst viel aufs Bild, stellt demgegenüber ein Weitwinkel-Objektiv die richtige Lösung dar. Des Weiteren stehen ihnen bei einer Spiegelreflexkamera auch noch Filter, Konverter und anderweitige Funktionen zur Verfügung, die allesamt im Hinblick auf die Optimierung der Bildqualität wichtig sind. Trotz der funktionellen Vielfalt und der daraus resultierenden Komplexität zeichnen sich Spielreflexkameras gerade durch eine einfache und anwenderfreundliche Handhabung aus.

Im Einzelnen: So unterscheiden sich die verschiedenen Arten von Spiegelreflexkameras

Die einäugige Spiegelreflexkamera

Einäugige Spiegelreflexkameras verfügen über einen Rückschwingspiel sowie ein Dachkantpentaprisma oder alternativ einen Lichtschacht. Die konstruktionelle Besonderheit der einäugigen Spiegelreflexkamera liegt in der speziellen Lichtführung des Suchers. So wird bei Kameras dieser Art das vom jeweiligen Foto-Objekt reflektierte Licht über den beweglichen Rückschwingspiegel gezielt durch das integrierte Objektiv auf die Mattscheibe geleitet. Durch einen Okkular und ein Dachkantprisma können die Fotografen dann das Bild durch das Sucher-Fenster betrachten.

Der Clou dabei: Das Bild auf der Einstellscheibe entspricht dem tatsächlichen Bild. Nutzer sehen also genau das Bild, wie es später durch das jeweils genutzte Objektiv inklusive verwendeter Filter projiziert wird. Zudem lassen sich dadurch nicht nur Schärfentiefen sowie etwa die Wirkung der Blende besser beurteilen, sondern auch sämtliche Messungen für Belichtung, Autofokus und Blitz über den Spiegel respektive durch das Objektiv durchführen. Dieser Vorgang wird auch als TTL („through the lens“) bezeichnet.

Die Vorteile der einäugigen Spiegelreflexkameras:

  • Einäugige Spiegelreflexkameras können Wechselobjektive, wie zum Beispiel Tele- oder Weitwinkelobjektive, verwenden.
  • Bewährte Verschlusstechniken kommen zum Einsatz. Die Mehrzahl der Kameras sind diesbezüglich mit einem Schlitzverschluss ausgestattet, der sich direkt vor der Filmebene befindet. Somit ist die Austauschbarkeit der Objektive gesichert. Einige Hersteller setzen allerdings auf andere Verschlüsse. So bieten Kameras etwa von Hasselblad eine Kombination aus einem im Objektiv enthaltenen Zentralverschluss und einem Schlitzverschluss. Alternative Lösungen dieser Art bilden allerdings die Ausnahme im Segment der Mittelformatkameras.
  • Da Nutzer nicht durch das Aufnahmeobjektiv auf das Bild schauen und stattdessen ein eigenes Objektiv nutzen, bleibt die Sichtbarkeit auch während der Belichtung gegeben.
  • Kameras dieser Art gewährleisten eine große Funktionsvielfalt, was die Einsatzmöglichkeiten deutlich erhöht.
  • Zudem werden Parallaxenfehler vermieden.

Diesen Vorteilen stehen drei wesentliche Nachteile gegenüber:

  • Es besteht ein vergleichsweise großer Mindestabstand zwischen der hinteren Objektiv-Linse und der Filmebene. Möchten Fotografen jetzt mit kurzen Brennweiten arbeiten, müssen sie in der Regel auf Kameras mit Retrofokus-Bauweise zurückgreifen. Die hierbei eingesetzten Objektive sind aber aufwendiger konzeptioniert und daher auch weitaus teurer als andere Modelle. Außerdem kann auch die Qualität der Abbildung leiden, was oftmals an den zusätzlichen Linsenelementen liegt.
  • Die Kamera neigt manchmal zu Vibrationen, wenn der Schwingspiegel hochklappt.
  • Für die Dauer der Belichtung verdunkelt der Spiegel das Sucherbild. Der Grad der Ausprägung ist abhängig von der Qualität der jeweiligen Spiegelreflexkamera.

Im Handel sind einäugige Spiegelreflexkameras in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Interessierte können wählen, ob ihr Gerät zum Beispiel mit oder ohne automatische Entfernungseinstellung oder Belichtungssteuerung ausgestattet ist, welche Sensoren an Bord sind und welche Formate gewählt werden können. Digitale Spiegelreflexkameras verfügen dabei grundsätzlich über Autofokus, Belichtungssteuerung und eine große Anzahl an nutzbaren Formaten. Die Bandbreite reicht hier von Vollformaten bis hin zu Formaten, die nur leicht über dem Kleinbildformat liegen.

Zweiäugige Spiegelreflexkameras: Gut für den Einstieg in die Mittelformat-Fotografie

Die zweiäugige Spiegelreflexkamera verfügt immer über zwei Objektive gleicher Brennweite, die sich beide an der Vorderseite der Kamera befinden. Hierbei handelt es sich und das Sucher-Objektiv sowie das Aufnahme-Objektiv. Das untere Objektiv ist dabei für die Belichtung des Films verantwortlich, während das andere respektive obere Objektiv die Aufgabe hat, ein seitenverkehrtes Abbild auf die integrierte Mattscheibe zu projizieren. Dies erfolgt mit Hilfe eines Spiegels. In der Regel ist das Sucher-Objektiv einfacher konstruiert als das Aufnahme-Objektiv, ist dafür aber mitunter weitaus lichtstärker. Dadurch wird ein möglichst helles Sucherbild garantiert und zudem die Scharfstellung maßgeblich vereinfacht. Dabei können Nutzer beide Objektive über den Mechanismus zur Einstellung der Entfernung parallel bedienen und bewegen. So können sie die Scharfstellung über die Einstellscheibe realisieren.

Folgende Vorteile bietet Ihnen eine zweiäugige Spiegelreflexkamera:

  • Das Sucherbild ist zu jeder Zeit sichtbar; es wird von der Arbeitsblende nicht abgedunkelt.
  • Das Aufnahmegeräusch ist sehr leise.
  • Es entstehen praktisch keine Erschütterungen durch die Auslösung des Verschlusses.

Diesen Vorteilen stehen allerdings auch insbesondere zwei Nachteile gegenüber:

  • Die optischen Achsen von Sucher- und Aufnahme-Objektiv sind gegeneinander verschoben. Das kann sich gerade bei Nah- oder Makroaufnahmen negativ bemerkbar machen. Es entstehen so bezeichnete Parallaxenfehler. Der Bildausschnitt im Sucher und das tatsächliche Foto stimmen in einem solchen Fall nicht überein. Je näher das zu fotografierende Objekt liegt, desto größer wird die diesbezügliche Fehlerquote.
  • Aus Kostengründen verzichten die Hersteller auf aufwendige Objektive, da sie immer gleich doppelt erforderlich wären.

Zweiäugige Spiegelreflexkameras spielen mittlerweile aber eine eher untergeordnete Rolle in der praktischen Fotografie. Trotzdem aber sollten Verbraucher Kameras dieser Art bei ihrer Auswahl von bedarfsgerechten Modellen nicht unberücksichtigt lassen, denn es gibt es gerade auf dem Gebrauchtmarkt gute zweiäugige Modelle zu vergleichsweise geringen Preisen. Diese ermöglichen ihnen einen günstigen Einstieg in die so bezeichnete Mittelformat-Fotografie.

Digitale Spiegelreflexkamera: Von integrierten Bildsensoren bis hin zur Häufigkeitsverteilung

Zudem müssen Verbraucher noch zwischen digitalen Spiegelreflexkameras und ihrem analogen Pendant unterscheiden. Die analogen Varianten kommen insbesondere beim Film zum Einsatz. Im Hinblick auf den mechanischen Aufbau gibt es dabei kaum prägnante Unterschiede. Stattdessen sind sich beide Versionen diesbezüglich relativ nahe. Der wesentliche Unterschied: Während bei analogen Geräten Filme zum Einsatz kommen, arbeiten digitale Modelle mit einem integrierten Bildsensor. Hierbei handelt es sich um einen CCD-Sensor oder um einen CMOS-Sensor beziehungsweise einen Active Pixel Sensor.

Grundsätzlich weisen die digitalen Spiegelreflexkameras dabei einen wesentlichen Vorteil auf: Es besteht eine direkte Verfügbarkeit von Bildern respektive von Bilddaten; bei analogen Geräten müssen Nutzer demgegenüber eine Menge Zeit in die Entwicklung des jeweiligen Filmmaterials investieren, was sich in der Regel zeitraubend darstellt. Zudem können sie die Fotos immer direkt nach der getätigten Aufnahme durch das integrierte Display betrachten. Dies senkt die Fehlermöglichkeiten, da sie von vorne herein fehlbelichtete oder missratene Aufnahmen erkennen.

Bei einem Großteil der digitalen Spiegelreflexkameras steht Nutzern zudem ein Histogramm der Helligkeit zur Verfügung. Die Einblendung der Häufigkeitsverteilung erleichtert es Ihnen, unabhängig von den jeweiligen Display-Wiedergabeeigenschaften Ihre Bilder auf Unter- oder Überbelichtung zu untersuchen. Einige Kameras haben zudem zusätzliche Hilfen, wie zum Beispiel Unterbelichtungswarnungen, im Leistungsportfolio. So werden in diesem Fall fehlbelichtete Bildbereiche auffällig blinkend hervorgehoben.

Individuelle Zusammenstellung: Selbst herstellerübergreifende Systeme sind möglich

Die meisten Hersteller bieten neben den digitalen Spiegelreflexkameras auch eigene Zubehör- und Objektivsysteme an. Wenn sich ein Verbraucher für ein solches Komplettsystem von einem Hersteller entscheidet, muss er sich keinerlei Gedanken um die Kompatibilität machen. Möchte er sich allerdings selbst ein System zusammenstellen, das Komponenten von verschiedenen Herstellern berücksichtigt, ist dies nicht immer reibungslos möglich. Zwar kann er gerade Objektive in einigen Fällen herstellerübergreifend einsetzen, aber oftmals bestehen wiederum bei anderen Objektiven sowie benötigten Zubehörkomponenten keine direkte Möglichkeit zur Verbindung.

In einem solchen Fall muss der Verbraucher gegebenenfalls auf entsprechende Adapterringe zurückgreifen, um die Bajonettverschlüsse anderer Kamerahersteller zu verwenden. Allerdings geht er dabei das Risiko ein, dass er zum Beispiel verschiedene Automatikfunktionen nur teilweise oder auch gar nicht nutzen kann, da diese vom Hersteller nicht unterstützt werden. Hier sollte er sich auf Hersteller fokussieren, die kein selbst entwickeltes Bajonettsystem integriert haben, sondern bereits vorhandene Systeme einsetzen. Dann kann der Verbraucher durchaus auch etwa Objektive an Kameras eines anderen Herstellers verwenden. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigen zum Beispiel die Hersteller Fujifilm und Nikon. So verbaut der japanische Hersteller Fujifilm das von Nikon entworfene F-Bajonett bei all seinen Spiegelreflexkameras, was es ihm ermöglicht, Ausstattungs- und Zubehörkomponenten von beiden Herstellern in einem System zu verwenden.

Die perfekte Lösung für Einsteiger: Bridgekameras

Wenn Fotografen nicht auf den Komfort von Kompaktkameras verzichten möchten, gleichzeitig aber unbedingt das Spiegelreflex-Feeling realisieren möchten, sollten sie auch so bezeichnete Bridgekameras ins Kalkül ziehen. Eine Kamera dieser Art vereint die Eigenschaften von Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras. Sie schlägt im Hinblick auf die Ausstattungsmerkmale, die Funktionsweisen und die Qualitätsmerkmale quasi eine Brücke zwischen den beiden unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien.

Moderne Bridgekameras (auch: Prosumerkameras) sind dabei längst nicht mehr vordergründig auf Kompaktheit getrimmt, sondern warten mit Attributen und Ausstattungselementen wie zum Beispiel aufwendige Zoomobjektive, eine hohe Lichtstärke, einen großen Zoombereich sowie zahlreichen manuellen Einstellungsoptionen und den gängigen Automatikfunktionen auf. Typisch für eine moderne Bridgekamera ist ein integrierter Blitzschuh und ein elektronisches Suchsystem. In der Regel verwenden die Kameras Bildsensoren mit relativ kleinen Formaten, die noch unter Four-Thirds anzusiedeln sind. Es gibt aber auch Geräte, die größere Formate bereitstellen; hierbei handelt es sich aber (noch) um wenige Ausnahmen.

Auch eine Systemkamera ist eine digitale Spiegelreflexkamera

Wenn sich ein Interessierter näher mit dem Thema digitale Spiegelreflexkameras befasst, trifft er zwangsläufig auf verschiedene Begriffe. Davon muss er sich jedoch nicht durcheinanderbringen lassen. Sehr häufig wird zum Beispiel das Kürzel SLR benutzt. Dieses Kürzel leitet sich von der englischen Wortschöpfung „single lens reflex“ ab; gemeint ist hiermit schlicht Spiegelreflex. Dreht es sich diesbezüglich um eine digitale Modellvariante, wird einfach ein „D“ vor das Kürzel SLR gesetzt. Daher werden digitale Spielreflexkameras auch als D-SLR oder DSLR bezeichnet.

Zudem taucht im Rahmen der Thematik Spiegelreflexkamera auch immer wieder der Begriff Systemkamera auf. Obwohl eine Systemkamera durchaus auch ein autarkes Gerät darstellen kann, ist hiermit grundsätzlich ebenfalls eine einäugige oder zweiäugige Spiegelreflexkamera gemeint. Der Begriff soll diesbezüglich verdeutlichen, dass eine Spiegelreflexkamera immer mit diversem Zubehörelementen, wie zum Beispiel externen Blitzgeräten, Objektiven oder auch eine externe Stromversorgung ein ganzheitliches System bildet.

Daten und Fakten zu Spiegelreflexkameras
  • Die erste Spiegelreflexkamera der Welt wurde im Jahr 1861 vom englischen Kaufmann und Staatsbeamten Thomas Sutton konstruiert.
  • Die erste in Deutschland gefertigte Spiegelreflexkamera entstammt dem in Dresden ansässigen Werk von Richard Hüttig. Sie trug den bezeichnenden Namen Zeus-Spiegel-Kamera.
  • Dieser spezielle Kameratyp verdankt seinen Namen dem um- respektive wegklappbaren Spiegel, der sich zwischen der Bildebene des Fotoapparats und dem Objektiv befindet.
  • Eine Steigerung oder die Weiterführung der digitalen Spiegelreflexkamera ist die so bezeichnete Video-DSLR, die es ermöglicht neben den Fotos zusätzlich auch noch Videos zu erstellen.

Auf diese Merkmale müssen Sie bei Ihrer Kaufentscheidung achten

Mit einem Spiegelreflexmodell erhalten Verbraucher grundsätzlich größere Kamera, die sie nicht mal eben in der Jackentasche verstauen können. Allerdings stellt diese Größe trotzdem kein Nachteil dar, denn dank großer und ergonomisch vorteilhafter Griffe liegen Spiegelreflexkameras grundsätzlich gut in der Hand und bieten zudem ausreichend Platz für große Displays sowie auch Einstellräder und Funktionstasten. Durch die übersichtliche und anwenderfreundliche Anordnung können Nutzer die jeweiligen Kameraeinstellungen schnell situationsbedingt und bedarfsgerecht anpassen, sofern sie nicht den Vollmodus Ihrer Kamera nutzen möchten.

Unterschiedliche Sensorgrößen kommen zum Einsatz

Explizit die Einsteiger-Modelle sind dabei zudem auch noch verhältnismäßig klein und leicht, um sie ohne Probleme stundenlang zu tragen oder etwa an der Schulter baumeln zu lassen. Bei einer Spiegelreflexkamera im unteren bis mittleren Preisbereich kommt dabei vorzugsweise ein APS-C-Sensor zum Einsatz. Je nach Hersteller kann die Sensorgröße hier leicht variieren. So können sich Verbraucher zum Beispiel für eine Größe von 14,9 mal 22,3 Millimeter oder für eine Sensorgröße von 15,6 mal 23,5 Millimeter entscheiden. Zum Vergleich: Sensoren mit diesen Abmessungen sind bis zu 13-mal größer als ein Kompaktkamera-Sensor.

Die Bildqualität ist abhängig von der Qualität und Größe des Sensors

Diese Größenunterschiede spiegeln sich auch grundsätzlich in der Bildqualität wieder, denn die größeren Sensoren sammeln deutlich mehr Licht ein, was dann eben für eine bessere Bildqualität sorgt. Diesen Unterschied hinsichtlich der Bildqualität kommt besonders deutlich gerade dann zum Tragen, wenn Fotografen nur vergleichsweise wenig Licht zur Verfügung haben und größere Ausdrucke anfertigen. Selbst bei Schummerlicht weisen die Bilder eine richtig gute Qualität auf. Zudem bietet ihnen ein großer beziehungsweise größerer Sensor noch einen ganz speziellen Nebeneffekt, der vor allem im Hinblick auf Porträts Akzente setzen kann. Die Schärfentiefe bei offener Blende fällt bei baulich voluminöseren Sensoren nämlich vergleichsweise gering aus. Dieser Umstand sorgt dann dafür, dass sich Hintergrund und Motiv ganz einfach und bequem voneinander trennen lassen.

Neben diesen Eigenschaften respektive Ausstattungsmerkmalen gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer Attribute und Funktionen, die bei einer Kaufentscheidung beziehungsweise bei der Wahl der individuell richtigen Spiegelreflexkamera maßgeblich zu berücksichtigen sind. Im Folgenden erhalten Interessierte einen Überblick über die diesbezüglich wichtigsten Kriterien inklusive entsprechender Empfehlungen.

Eine hohe Auflösung ist keine Garantie für qualitativ hochwertige Fotos

Unabhängig von der Klasse, beurteilen viele Hobby-Fotografen die Qualität einer Kamera immer noch anhand der maximalen Auflösung, die sie für die Aufnahmen erreichen kann. Das ist aber längst nicht mehr der richtige Ansatz, denn eine hohe Auflösung ist nach heutiger Erkenntnis kein Garant für eine zuverlässig hohe Bildqualität. Vielmehr kommt es auf den Qualitätsstandard aller Bauteile an. Nur wenn sämtliche Bauteile, inklusive der jeweiligen Objektive, eine entsprechend hohe Qualität aufweisen, können Sie davon ausgehen, dass die Kamera sehr gute Bilder sowohl bei höheren als auch bei niedrigen Auflösungen garantiert.

Gerade im Hinblick auf die Bildgröße spielt die Auflösung dabei eine dominante Rolle. Schließlich möchten Nutzer später im Ausdruck höchste Qualität erzielen. Das Dilemma dabei: Erst dann machen sich zu gering gewählte Auflösungen richtig bemerkbar. So reichen für DIN-A4 schon bescheidene fünf Megapixel, während für Aufnahmen beziehungsweise Ausdrucke in Postergröße eine sehr hohe Auflösung explizit wichtig ist. Solch große Ausdrucke können selbst bei einer geringen Auflösung immer noch sehr überzeugend wirken. Zudem spielt die Auflösung eine entscheidende Rolle, wenn Nutzer zum Beispiel gezielt Teilbereiche einer Aufnahme vergrößern möchten. Hier gilt: Je höher die Auflösung, desto besser funktioniert es.

Bereits zehn Megapixel reichen für den Privat- und Heimbereich

Die Einstiegsmodelle im Bereich der digitalen Spiegelreflexkameras sind in der Regel mit mindestens zehn, oftmals aber auch gleich mit zwölf Megapixel Auflösung ausgestattet. Für den Privat- und Heimgebrauch ist dies eine durchaus ausreichende Ausstattung. Möchten Verbraucher eine Stufe höher ins Regal fassen, können sie sich zwischen 14-, 16- und 18-Megapixel-Sensoren entscheiden. Diese eignen sich dann auch für semiprofessionelle Anwendungen mit gehobenen Ansprüchen. Selbst echte Profis arbeiten mit diesen Auflösungen, haben allerdings zusätzlich in der Regel auch Spiegelreflexkameras zur Verfügung, die Auflösungen von über 30 oder sogar auch von über 40 Megapixeln bieten.

Tipps zum Kauf von Spiegelreflexkameras
  • Vergleichen Sie die Auflösung nicht mit den Werten von Digicams, denn digitale Spiegelreflexkameras bieten aufgrund der generell besseren Technik eine höhere Bildqualität. Das bedeutet für Sie: Eine Spiegelreflexkamera mit einer Auflösung von zehn Megapixeln liefert grundsätzlich eine bessere Bildqualität als eine Digicam oder ein Kompaktmodell mit 14 Megapixeln.
  • Beachten Sie, dass das von Ihnen genutzte Objektiv ebenso wichtig ist wie die die Spiegelreflexkamera selbst. Weist ein Objektiv eine schlechte Qualität auf, können Sie Aufnahmen beziehungsweise Fotos weder durch die Kameraeigenschaften noch durch eine entsprechende Bildbearbeitung ausgleichen respektive qualitativ verbessern. Egal wie qualitativ hochwertig ein Kamerasensor auch immer ist, Sie können immer nur so gute Fotos machen, wie es das verwendete Objektiv letztendlich zulässt. Im Umkehrschluss bedeutet dies dann aber auch, dass Sie mit einem qualitativ hochwertigen Objektiv eigentlich immer die Bildqualität optimieren.
  • Um den tatsächlichen Brennwertbereich zu identifizieren, müssen Sie die vom Hersteller angegebenen Werte immer mit dem entsprechenden Verlängerungsfaktor multiplizieren
  • Eine entscheidende Frage: APS-C oder doch lieber Vollformat? Auch APS-C Sensoren verfügen inzwischen häufig über eine ebenso hohe Pixeldichte wie Vollformat-Kameras. Allerdings weisen Sie dabei ein deutlich ausgeprägteres Rauschverhalten auf. Außerdem ist die Tiefenschärfe höher, was es erschwert, Fotos mit verschwommenen Hintergrund anzufertigen. Dafür sind Vollformat-Kameras aber in der Regel schwerer und auch teurer als Kameras mit APS-C-Sensoren.
Spiegelreflexkameras

Auch die jeweilige Sensorgröße stellt ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal im Hinblick auf die Kaufentscheidung dar. In herkömmlichen Digitalkameras der Kompaktklasse arbeitet in der Regel ein kleiner bis sehr kleiner Sensor. Dieser muss sehr viele Pixel aufnehmen, was dann wiederum zu einer schlechten Lichtausbeute und expliziter Rauschanfälligkeit führt. Im Allgemeinen gilt hier die Faustregel: Je größer die Sensoren letztendlich sind, desto lichtempfindlicher und rauschärmer präsentieren sich diese dann auch.

Die Hersteller von Spiegelreflexmodellen achten allerdings nicht auf minimale Gehäusegrößen. Daher setzen sie vorzugsweise auch auf vergleichsweise große Sensoren. Dadurch erreichen Kameras dieser Art im Vergleich zu den Kompakten stets eine weitaus höhere Bildqualität. Selbst in eher kleinen Spiegelreflexkameras befinden sich Sensoren, die deutlich größer sind als die von Modellen in kompakter Form.

Auch im internen Vergleich sollten Sie die Sensoren und die damit zusammenhängenden technischen Details genau unter die Lupe nehmen. Die ist gerade für Laien oder Einsteiger in die Materie ein durchaus schweres Unterfangen. Denn nachvollziehbare Größenangaben suchen sie bei den jeweiligen Kameramodellen häufig vergebens. Dies liegt daran, dass die Hersteller Buchstaben als Synonyme verwenden. Damit Sie den Durchblick beim Kauf einer Spiegelreflexkamera behalten, haben wir die gängigsten Typen aufgelistet und die entsprechenden Angaben in echte Größen umgewandelt:

  • APS-C: Hierbei handelt es sich um einen vergleichsweise kleineren Sensor, dessen Minimalgröße bei 14 mal 21 Millimeter liegt. Die maximale Sensorgröße in diesem Bereich liegt dann bei 16 mal 24 Millimeter.
  • APS-H: Dieser Sensor ist gegenüber dem APS-C Sensor deutlich größer; er misst 19,1 mal 28,7 Millimeter.
  • Vollformatsensor: Dieser ist in einer Größe von 24 mal 36 Millimeter erhältlich.
  • Four-Third-Chips: Sensoren dieser Art stellen Kleinversionen dar. Von den Abmessungen her kommen Sie gerade einmal auf eine Größe von 13 mal 17,3 Millimeter.

Im Vergleich zu den in Spiegelreflexkameras eingebauten Sensoren sind die Chips in der Kompaktklasse weitaus kleiner. So stehen zum Beispiel in Ultra-Kompaktkameras lediglich Chips mit einer Größe von 3,96 mal 5,27 Millimeter zur Verfügung. Die Geräte der Mittelklasse belichten dagegen eine Fläche von immerhin 5,27 mal 7,18 Millimeter, während Nutzer bei größeren Kompaktkameras mit einer Sensorfläche von 6,6 mal 8,8 Millimeter arbeiten müssen.

Objektive: Ebenso wichtig wie die Kamera selbst

Objektive

Ein ganz wichtiger Vorteil von digitalen Spiegelreflexkameras stellt die Möglichkeit, die jeweils genutzten Objektive gezielt austauschen zu können. Für Nutzer bedeutet dies ein hohes Maß an Individualität und Flexibilität, denn sie können für jede Situation die für die Gegebenheiten passende Linse einsetzen. Oder Sie wählen schon von vorne herein ein Objektiv, das sich quasi universal verwenden lässt und für verschiedene Gelegenheiten die richtige Wahl darstellt. So können sie zum Beispiel auf spezielle Weitwinkelobjektive zurückgreifen.

Auf die entsprechende Fähigkeit müssen sie bei Kompaktkameras häufig verzichten. Ein solcher Weitwinkel macht den gesamten Bildausschnitt breiter. Dadurch passen mehr Informationen auf das Foto. Dies bringt Nutzern einen echten Vorteil beim Fotografieren, da es mit einem speziellen Weitwinkelobjektiv jederzeit möglich ist zum Beispiel die gesamte Familie oder etwa sogar bei einer Hochzeit ein komplettes Kirchenschiff auf lediglich einem Foto abzulichten.

Gute Teleobjektive zoomen Personen oder Objekte näher

Neben einem Weitwinkelobjektiv benötigen Fotografen in der Regel auch immer ein so bezeichnetes Teleobjektiv. Mit einem Objektiv dieser Art können Objekte, Personen oder Geschehnisse herangezoomt werden. Dabei überbrücken Teleobjektive große Entfernungen. Wichtig dabei ist, dass Teleobjektive über eine erstklassige Lichtstärke gerade bei großen Zoomstufen verfügen. Ist eine gute Lichtstärke gewährleistet, bekommen Betrachter den Eindruck, dass sich das fotografierte Objekt direkt vor dem Fotografen befunden hat. Wenn Nutzer stattdessen ein Foto aus unmittelbarer Nähe zu einer Person oder zu einem Objekt machen möchten, sollten sie ein Makro-Objektiv benutzen. Dies ermöglicht es ihnen, Fotos mit nur wenigen Zentimetern Abstand zu realisieren. Makro-Objektive stellen diesbezüglich sicher, dass Nutzer auch im Hinblick auf sehr kurze Entfernungen beziehungsweise Distanzen das Bild entsprechend scharfstellen können.

Die Wahl des Objektivs: So finden Nutzer das optimale Modell für ihre Zwecke

Die Objektive spielen also grundsätzlich eine große Rolle im Hinblick auf die Möglichkeiten beim Fotografieren und auf die allgemeine Bildqualität. Insbesondere falls Nutzer verschiedene Objektive benötigen, sollten sie bei der Auswahl sehr sorgfältig vorgehen. Die Anschaffung von mehreren Objektiven kann nämlich teuer werden. In vielen Fällen übersteigen die Gesamtkosten für die Anschaffung verschiedener Objektive sogar den Preis für die eigentliche Kamera. Daher sollten sie hier immer die jeweiligen Angebote der Hersteller und Händler miteinander vergleichen, um Qualitäts- und Kostenvorteile zu identifizieren. Zudem müssen Nutzer immer erst einmal ein Objektiv finden, das für ihren Kameratypen und das vorhandene Verschlusssystem geeignet ist.

Frühzeitige Entscheidung für ein komplettes Objektsystem

Verbraucher sollten sich frühzeitig und generell für ein bestimmtes Objektivsystem entscheiden. Da Objektive immer gleichbedeutend mit einer kräftigen Investition sind, können sie je nach Budget nicht immer neue Objektive kaufen. Dies erlangt eine noch größere Bedeutung, wenn sich Nutzer eine neue Kamera anschaffen. Dann sollten sie die bereits vorhandenen Objektive problemlos weiter nutzen können, denn ein neues Spiegelreflexkameragehäuse tauschen sie in der Regel eher aus als Objektive respektive Zubehörelemente.

Wenn ein Nutzer keine speziellen Wünsche hinsichtlich Hersteller und Marke hat, bieten sich diesbezüglich vor allem Objektive von Nikon und Canon an. Die beiden Marktführer im Bereich der Spiegelreflexkameras verfügen von allen Herstellern über die größte Auswahl an Objektiven. Mittlerweile haben aber auch andere Hersteller ein beachtliches Programm an Objektiven. Da die Objektive der Kamerahersteller im Handel meistens teurer als die Modelle von Drittanbietern sind, lohnt es sich jederzeit auch diese Angebote gezielt in Augenschein zu nehmen. Einen Verlust an Qualität muss der Nutzer dabei nicht zwingend befürchten. Testergebnisse haben hier längst aufgezeigt, das teurere Originalobjektive nicht zwangsläufig hochwertiger und besser sein müssen. Allerdings sind die Originalversionen besser auf das Zusammenspiel mit Spiegelreflexkameras der eigenen Marke angepasst.

Die jeweiligen Verschlusstypen zur Verbindung der Objektive mit der Kamera sollten daher bei der Kaufentscheidung ein wichtiges Kriterium darstellen. Empfehlenswert ist diesbezüglich das so bezeichnete Four-Thirds-System. Dieses System ist unter der Federführung von Kodak und Olympius entstanden. Es stellt quasi ein Allround-System dar, das den Einsatz von einer großen Anzahl an unterschiedlichen Objektiven an jedes Modell, das diesen Typus unterstützt, ermöglicht. Allerdings weist dieses Verschluss-System auch einen eklatanten Nachteil auf, denn Four-Thirds regelt gleichzeitig auch die Bildsensor-Größe.

Da dieser bei Four-Thirds kleiner ist als bei anderen Spiegelreflexkamera-Varianten, müssen Nutzer zumindest leichte Abstriche bei der Bildqualität in Kauf nehmen. Auf der anderen Seite können sie dafür aber kleinere und leichtere Objektive an dem Kameragehäuse anbringen. Wenn sie mit wirklich kleinen Objektiven arbeiten möchten, treffen sie dann mit dem Micro-Four-Thirds-System eine gute Wahl. Mittels Adapter können Nutzer bei diesem Nachfolge-System jederzeit auch die Objektive der ersten Generation einsetzen.

Komplettpakete sind immer eine Überlegung wert

Die meisten Anbieter haben auch Komplettpakete im Produkt-Portfolio. Gerade für Einsteiger und auch reine Hobby-Fotografen stellen diese Pakete oftmals eine gute Lösung dar. Laut entsprechenden Testurteilen von renommierten Institutionen und Magazinen erzielen nämlich die im Paket integrierten Objektive durchaus gute, zumindest aber akzeptable Ergebnisse. Dabei sollten Verbraucher darauf achten, dass in einem Komplettpaket immer Objektive sind, die einen Brennwertbereich von 18 bis 55 Millimeter respektive von 70 Millimetern aufweisen. Ist ein zweites Objektiv im Lieferumfang enthalten, sollte dieses für einen höheren Brennwert bis etwa 200 Millimeter ausgelegt sein. Mit diesen beiden Objektiven sind Fotografen für die allermeisten Standardsituationen völlig ausreichend ausgerüstet.

Weitere wesentliche Kaufkriterien im Überblick

Festbrennweite

Mit bestimmten Objektiven können sich Nutzer auf Weitwinkel, Zoom oder einen Zwischenwert festlegen. Damit haben sie immer das für die jeweilige Situation passend optimierte Objektiv zur Hand. Meist erzielen sie hiermit zwar eine bessere Bildqualität, dafür müssen sie aber viele verschiedene Objektive anschaffen. Das kann teuer werden und ist eher eine Option für einen Profi. Für den normalen Hausgebrauch ist eine solche Anschaffung überdimensioniert.

Lichtempfindlichkeit

Lichtempfindlichkeit

Gemessen in ISO stellt die Lichtempfindlichkeit einen entscheidenden Faktor für die Bildqualität dar. Die Wunsch-Kamera sollte dabei einen ISO-Wertzwischen 50 und 3.200 aufweisen. Qualitativ nicht so hochwertige Modelle erreichen derart niedrige und hohe Werte meistens nicht. Es gibt aber auch Spiegelreflexkameras mit Werten, die zwischen 12.800 und 50.000 ISO liegen. Für private Fotositzungen sind solche Werte aber nur selten erforderlich.

ISO-Werte

ISO-Werte

Bei guten Lichtverhältnissen werden eine kurze Belichtungszeit und sehr niedrige ISO-Werte benötigt. Ist die Beleuchtung eher schlecht, etwa in Räumen, benötigen Nutzer einen hohen ISO-Wert. Dabei gilt es insbesondere, im hohen Bereich auf Qualität zu achten, denn dort neigen einige Spiegelreflexkameras zum Bild- und Farbrauschen. Dies äußert sich durch eine grobe Körnung oder durch Farbblitzer.

Speicher

Speicher

Ein unkomprimiertes Bild belegt bereits in der geringsten Auflösung fast 29 Megabyte an Speicherplatz. Stauchen Nutzer dieses Foto mit JPEG um den Faktor 1:10, haben sie einen Bedarf an Speicherplatz von rund drei Megabyte. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, sollten sie beim Kauf einer Spiegelreflexkamera am besten mehrere Speichermöglichkeiten einplanen. Dabei achten sie bestenfalls darauf, dass der Speicher nicht nur groß, sondern vor allem auch schnell ist. Sonst können die teilweise riesigen Datenmengen nicht verarbeitet werden. Dann ist bereits nach wenigen Sekunden Frust angesagt.

Speichertyp

Speichertyp

Wichtig ist, dass der Speicherkartentyp SD (Secure Digital) zuzüglich den Nachfolgern SDHC sowie SDXC von der Kamera verarbeitet wird. Die CompactFlash-Speicherkarte (CF) hat dagegen an Bedeutung verloren. Sind Speicherlösungen wie beispielsweise die xD-Karte oder der Sony Memory Stick vorhanden, ist dies zwar für Ausnahmefälle gut, für den Alltagsgebrauch aber nicht unbedingt nötig.

Stabilisatoren und Spiegelvorauslösung

Stabilisatoren

Stabilisatoren beugen einem Verwackeln beim Fotografieren vor. Manchmal aber kann es durch das Hochklappen des Spiegels zu Schwingungen kommen. Hier müssen Nutzer darauf achten, dass die jeweilige Kamera über eine Spiegelvorauslösung verfügt. Damit können sie ein solches Szenario unterbinden.

Pflegetipps: Darauf sollten Sie bei der Nutzung achten

Die filigrane Elektronik der Kamera reagiert besonders empfindlich auf Staub und Sand. Auch Reste von Salz können sich beispielsweise nach einem Urlaub am Meer auf der Kamera absetzen und die Oberfläche angreifen. Daher sollten Nutzer das Gehäuse stets sorgfältig mit einem staub- und fusselfreien, minimal angefeuchteten Lappen reinigen. Dabei verwenden sie allerdings kein Reinigungsmittel. Verschmutzte Objektiv-Oberflächen können vorsichtig mit einem Glas-Reinigungstuch aus dem Foto-Fachhandel oder vom Optiker gesäubert werden.

Auch durch das Wechseln der Objektive kann Schmutz in das Gehäuse der Kamera eindringen. Dabei kann es passieren, dass der Schmutz oder Staub auf dem Aufnahmesektor kleben bleibt. Dann sind auf den Bildern später kleine dunkle Flecken sichtbar. Selbst bei modernsten Kameras kann die Selbstreinigungsfunktion hier oftmals nicht alle Spuren beseitigen. Entweder schicken Nutzer die Kamera zum Hersteller oder aber sie reinigen sie selbst. Geeignete Reinigungsmittel sind im Fotohandel erhältlich. Gute Reinigungsdienste leisten spezielle Pinseln oder auch trockene sowie feuchte Reinigungsstäbchen. Ganz wichtig: Nutzer sollten sich bei Reinigungsaktion immer an die Herstellerhinweise halten.

Reiningung Objektive

Gerade Objektive sollten regelmäßig und vor allem direkt nach dem Einsatz äußerst gründlich gereinigt werden reinigen. Glasoberflächen sollten Nutzer allerdings nur putzen, wenn sie wirklich sichtbar verunreinigt sind. Dann hauchen Nutzer die Glasflächen an und säubern anschließend die Oberfläche vorsichtig mit einem Antistatik-Tuch.

Sollten ihre Objektive sich nicht im Einsatz befinden, ist es empfehlenswert, die Deckel aufzusetzen. Dies gilt auch für die Objektiv-Öffnung Ihrer Kamera: Ist kein Objektiv an der Kamera angebracht, sollte die Öffnung immer mit einer Abdeckung verschlossen sein.

Vorbeugend sollten Nutzer ihre komplette Ausrüstung am besten in einer Kameratasche geschützt transportieren. Eine solche Tasche sollte viele Fächer für die verschiedenen Zubehörelemente haben und zudem groß genug sein, um neben der Spiegelreflexkamera auch andere Komponenten aufnehmen zu können.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Spiegelreflexkameras nicht selbst getestet.

Das Magazin Computer Bild testet in regelmäßigen Abständen Spiegelreflexkameras. Im Jahr 2019 haben die Redakteure 20 Modelle einem Test unterzogen. Zwölf Modelle stammen von Canon, neun von Nikon und zwei von Pentax. Das Testfeld umfasst also nur wenige Hersteller und diese Tatsache resultiert in einem Zweikampf zwischen Canon und Nikon, da Pentax‘ bestplatzierte Kamera auf Platz sieben liegt. Testsieger ist die Nikon D500 mit der Testnote 1,9. Eine sehr gute Bildqualität, schnelle Video- und Bildverarbeitung, umfangreiche Ausstattung und die automatische Bildübertragung per Bluetooth haben zum Testsieg geführt. Die Plätze zwei und drei im Test belegen ebenfalls Kameras aus dem Hause Nikon. Die D850 (Note 1,9) und die D5 (Note 1,9) haben eine ähnlich hohe Bildqualität und ausführliche Ausstattung wie die D500. Sie sind jedoch vergleichsweise teuer. Die D5 ist darüber hinaus sperrig und schwer. Auch die Schlusslichter im Test sind von Nikon. Die D3400 (Note 2,5) und die D3500 (Note 2,5) punkten mit hoher Bildqualität und einfacher Bedienung. Allerdings besitzt die D3400 keine WLAN-Funktion und die D3500 arbeitet bei Serienaufnahmen langsam. Darüber hinaus haben beide keine 4K-Auflösung für Videos.

Auch das fotoMAGAZIN hat 2019 insgesamt 32 Spiegelreflexkameras getestet. Die Tester haben die Geräte in den Kategorien „Bildqualität“, „Geschwindigkeit“ sowie „Ausstattung und Bedienung“ bewertet. Hierbei erhielten 23 Geräte das Testurteil „sehr gut“. Allen voran konnten die Sony Alpha99 II (ILCA-99M2) und die Nikon D850 den Testsieg erringen. Mit einer Wertung von jeweils 88 Prozent teilen sie sich den ersten Platz im Test. Auch die Modelle EOS-1D X Mark II und EOS 5D Mark IV von Canon lieferten mit jeweils 87 Prozent durchweg positive Ergebnisse in allen Kategorien. Die beiden letzten Plätze gingen im Test ebenfalls an das japanische Unternehmen Canon: Die EOS 2000D (73 Prozent) und die EOS 4000D (69 Prozent) beurteilten die Tester aufgrund ihrer geringen Geschwindigkeit lediglich als „befriedigend“.

Andreas Kiener

Andreas Kiener

17.10.2019