HD-Beamer-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Beamer sind leichter als Fernseher und erzeugen eine riesige, variable Bilddiagonale. Sie eignen sich sehr gut für Präsentationen, Heimkino und Gaming verwendet.
  • Nutzer sollten vor dem Kauf entscheiden, wo der Beamer stehen soll, da die Lichtverhältnisse einen großen Einfluss haben. Bei Tageslicht tun sich Beamer schwer, ein kontrastreiches Bild auf die Leinwand zu projizieren.
  • Die Stärken der Projektoren liegen eher im Dunkeln. Dann erzeugen gute Modelle ein ruhigeres und schöneres Bild als vergleichbar große Fernseher.
  • Kurzdistanz-Beamer projizieren mit geringem Abstand ein zufriedenstellendes Bild an die Wand und sind eine gute Lösung für Präsentationen. Dagegen bieten Langdistanz-Beamer eine bessere Bildqualität und sind für Filmfans die richtige Wahl.

Kino-Feeling für Zuhause

Während Projektoren lange Zeit hauptsächlich für Präsentationen in der Schule, Uni oder im Beruf zum Einsatz kamen, sind sie mittlerweile in immer mehr Privathaushalten zu finden. Die HD-Variante der Beamer verspricht ein Bild in hoher Auflösung, also in High Definition.

Filmrolle und Popcorntüte

Die hochauflösenden HD-Beamer sind vor allem für Heimkino-Fans eine überlegenswerte Alternative beziehungsweise Ergänzung zum Fernseher: Mit dem passenden Modell richten sie sich ihr privates Kino im eigenen Wohnzimmer ein, genießen entspannt vom Sofa aus das riesige, gestochen scharfe Bild und bieten ihren Freunden beim gemeinsamen Video-Abend ein echtes Highlight.

Welche Vor- und Nachteile die Projektoren bieten, in welchen Varianten sie erhältlich sind und worauf Verbraucher vor und nach dem Kauf achten sollten, beleuchten wir in unserem HD-Beamer-Vergleich.

Die Vorteile von HD-Beamern

Gute HD-Beamer sind in der Lage, großformatige Bilder in hoher Auflösung an die Wand zu projizieren. Mit hochwertigen Projektoren holen sich Anwender das Kino-Feeling in die eigenen vier Wände.

HD-Beamer eignen sich hervorragend für Film- oder Dia-Abende. Beispielsweise ermöglichen sie eine stimmungsvolle Präsentation von Urlaubsbildern oder Hochzeitsvideos im Großformat. Praktisch: Im Vergleich zu einem großformatigen Fernseher sind Beamer sehr kompakt und dominieren den Raum weniger stark. Als Projektionsfläche dienen eine aufrollbare Leinwand oder eine andere weiße Fläche. Kompakte HD-Beamer bieten außerdem eine gewisse Mobilität, da sie sich recht einfach transportieren und zum Beispiel mit zu Freunden nehmen lassen. Allerdings müssen Anwender sich vorher Gedanken machen, ob die Größe der Projektionsfläche und die Lichtverhältnisse am Einsatzort geeignet sind.

Ein Nachteil eines Beamers ist die vergleichsweise aufwendige Installation. Die Leinwand muss an einer passenden Stelle montiert werden und auch für das Gerät selbst braucht es den richtigen Platz. Zudem benötigen Anwender diverse externe Geräte für den Fernsehempfang, die Bedienung und die Tonwiedergabe. Darüber hinaus benötigt der Beamer gute Raumlichtbedingungen, um eine hohe Bildqualität zu erreichen. Bei Tageslicht hat er seine Schwierigkeiten. Je mehr Umgebungslicht vorhanden ist, umso ausgeblichener wirkt das Bild, bis es kaum noch erkennbar ist. Bei ausreichender Dunkelheit projizieren gute HD-Beamer jedoch ruhige und schöne Bilder mit satten Farben an die Wand.

Die wichtigsten Vor- und Nachteile eines HD-Beamers fasst die folgende Übersicht zusammen:

ProContra
Heimkino-AtmosphäreEingeschränkte Nutzung bei Tageslicht
Riesige, gestochen scharfe Bilder möglichAufwändige Installation
Leinwand einrollbar

Wie funktionieren HD-Beamer?

HD-Beamer bestehen grundsätzlich aus den folgenden Bestandteilen:

  • Einem Gehäuse
  • Einer Leuchteinheit
  • Einem Micro-Display
  • Einer Kühlung
  • Einem Objektiv
  • Internen Lautsprechern
  • Anschlüssen
Beamer eingeschaltet

Die mittlerweile recht kompakten Geräte sind in verschiedenen Varianten erhältlich, ihr grundsätzliches Funktionsprinzip ist aber gleich: Sie projizieren Bilder von einem anderen Gerät, beispielsweise dem Fernseher, dem PC oder dem Tablet, auf eine große Leinwand oder eine andere weiße Fläche. Das zu projizierende Bild empfangen die HD-Beamer in Form von elektrischen Signalen über verschiedene Schnittstellen und stellen es auf einem Micro-Display innerhalb ihres Gehäuses dar.

Die Leuchteinheit, das Herzstück eines Beamers, beleuchtet das Display, sodass das darauf dargestellte Bild mittels eines Objektivs vergrößert und gespiegelt auf die Leinwand projiziert wird. Die Leuchteinheit sorgt für eine detail- und originalgetreue Farbwiedergabe. Mit ihrem weißen Licht ist sie in der Lage, das komplette Farbspektrum zu erzeugen. In ihrer konkreten Funktionsweise unterscheiden sich Beamer je nach der verwendeten Technik.

Verschiedene Beamer-Techniken

Hinsichtlich ihrer Technik unterteilen sich HD-Beamer in vier Typen:

  • LCD-Beamer
  • DLP-Beamer
  • LED-Beamer
  • LCoS-Beamer

Wodurch genau sich diese vier Beamer-Arten unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie haben, erläutern wir im Folgenden.

LCD-Beamer

Beamer mit LCD-Technik (Liquid Crystal Display) setzen das Bild aus verschiedenfarbigen Lichtstrahlen (rot, blau und grün) zusammen. Eine Lampe wirft diese auf ein Spiegelsystem. Die einzelnen Spiegel lassen das Licht jeweils nur an einzelnen Stellen durch und lenken die Farben auf diese Weise in je eine Richtung. Das unterteilte Licht schickt der Projektor anschließend durch kleine LCD-Panels. Deren Flüssigkristalle filtern das Licht so, dass sie die jeweilige Farbe dort durchlassen, wo sie benötigt wird. Weitere Spiegel bündeln schließlich die drei Farben zu einem Bild, das dann von einer Linse auf die Wand projiziert wird.

LCD-Projektoren stellen Farben sehr lichtstark dar und sind in der Lage, sehr feine Abstufungen zwischen hellen und dunklen Farbtönen zu realisieren. Damit sorgen sie für eine überzeugende Farbintensität. Sie eignen sich gut für die Darstellung von Texten und Grafiken, da sie eine gute Lesbarkeit garantieren. Die Projektion satter Schwarztöne gehört dagegen nicht zu den Stärken dieses Beamer-Typs.

Aufgrund des eher beschränkten Betriebstemperaturbereichs von Flüssigkristallen benötigen LCD-Beamer ein effektives Lüftungssystem, das meistens deutlich hörbar ist und den Filmgenuss trüben kann. Da sowohl die Lampe als auch die LCDs eine stetige Kühlung benötigen, ist es nicht möglich, die optische Einheit zu versiegeln und somit vor Staub- oder Rauchpartikeln zu schützen. Das führt in rauchigen oder staubigen Umgebungen dazu, dass die Bildqualität schnell nachlässt.

Der Fliegengitter-Effekt
Vor allem bei früheren LCD-Beamer mit niedriger Auflösung fällt der sogenannte Fliegengitter-Effekt störend auf. Dabei zeichnet sich die Pixelstruktur scharf ab, sodass das Bild wirkt, als würde der Zuschauer es durch ein Fliegengitter betrachten. Bei modernen HD-LCD-Beamern ist dieser lästige Effekt jedoch kaum oder gar nicht mehr vorhanden.

Ein weiterer Nachteil der LCD-Projektoren ist die Gefahr des LCD-Memory-Effekts. Das bedeutet: Wenn mittels LCD-Technik über eine längere Zeit ein statisches Bild mit hellen Pixeln an bestimmten Stellen angezeigt wird, bleiben diese Punkte länger lichtdurchlässig und erzeugen so Geisterbild-ähnliche Störungen. Um diese zu beheben, reicht es in der Regel aber, das Gerät für eine Weile auszuschalten.

ProContra
Kompakt und leichtSchwächen beim Schwarzwert
Vergleichsweise günstigLCD-Memory-Effekt
Überzeugende FarbintensitätLaute Lüftung
Scharfer KontrastStaub- und rauchempfindlich
DLP-Beamer

HD-Beamer mit DLP-Technik (Digital Light Processing) färben weißes Licht durch einen Filter ein. Dazu wirft die Beamerlampe das Licht auf ein Farbfilterrad, das sich aus den Farben Rot, Grün und Blau zusammensetzt und sich in Bewegung befindet. Es färbt das farblose Licht in schnellen Farbwechseln nacheinander in den drei Farben ein und leitet es zu einem DMD-Chip (Digital Micromirror Device) weiter. Dieser Chip ist mit Millionen kleiner Spiegel ausgestattet, die das eingefärbte Licht an die passende Stelle schicken. Die schnellen Farbwechsel und die Trägheit des menschlichen Auges sorgen dafür, dass unser Gehirn die nacheinander gesendeten Farben zu einem Gesamtbild verschmelzen lässt.

DLP-Projektoren haben einen höheren Schwarzwert als LCD-Beamer und bieten einen noch schärferen Kontrast. Zudem eignen sie sich gut zur 3D-Darstellung. Ein weiterer Vorteil dieser Beamer-Art ist, dass sie aufgrund der abgekapselten Optik und des robusten DMD-Chips relativ unempfindlich gegenüber Staub und Rauch sind.

Dafür können die recht laute Lüftung und die Geräusche des Farbrads den Filmgenuss trüben. Nachteilig ist außerdem die feste Auflösung der Spiegelmatrix, welche die Auflösung des Eingangssignals vorgibt. Um Filme mit abweichender Auflösung wiederzugeben, müssen Anwender eine qualitätsmindernde Skalierung in Kauf nehmen. Zudem besteht die Gefahr des sogenannten Regenbogeneffekts, der auftreten kann, wenn die Umdrehungsgeschwindigkeit nicht hoch genug ist. Anstelle des Gesamtbilds sind dann kurzzeitig die einzelnen Farben zu sehen, als würde ein Regenbogen aufblitzen. In der Regel wird dieser Effekt nicht bewusst wahrgenommen, kann aber Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen.

ProContra
Noch schärferer KontrastHohe Geräuschentwicklung durch Lüfter und Farbrad
Hohe 3D-QualitätWeniger farbecht
StaubunempfindlichRegenbogeneffekt möglich
Kein Memory-EffektFeste Auflösung des Eingangssignals
LED-Beamer

Genaugenommen handelt es sich bei LED-Beamern (Light-Emitting Diode) entweder um LCD- oder DLP-Beamer, da sie sich stets einer dieser beiden Techniken bedienen. Das Besondere: Anstelle einer UHP-Lampe verwenden sie LED-Lämpchen, die nur sehr wenig Wärme erzeugen. Daher benötigen diese Beamer-Typen keine Ventilatoren zur Kühlung und sind im Betrieb deutlich leiser als herkömmliche HD-Beamer mit UHP-Lämpchen. Zudem sind LED-Lampen deutlich sparsamer im Stromverbrauch.

Ein weiterer Vorteil der LED-Beamer ist, dass LED-Leuchtmittel eine sehr lange Lebensdauer von bis zu 30.000 Betriebsstunden haben. Dementsprechend selten müssen Anwender die Beamer-Lampe ersetzen. Theoretisch kommen Nutzer, die ihren Beamer mit einer LED-Lampe mit Spitzenleistung täglich für zwei Stunden im Betrieb haben, rund 40 Jahre ohne Lampenwechsel aus. Allerdings verfügen die sparsamen, langlebigen LED-Lämpchen über eine nicht ganz so hohe Lichtleistung, was in einem dunkleren Bild resultiert.

ProContra
Sehr lange Lebensdauer der LampeGeringere Lichtleistung
Geräuscharm
Geringer Stromverbrauch
LCoS Beamer

Die LCoS-Technik (Liquid Crystal on Silicon) ist relativ neu. HD-Beamer, die sie verwenden, tragen je nach Hersteller unterschiedliche Namen. Beispielsweise verkauft JVC Projektoren mit LCoS-Technik unter dem Namen D-ILA-Beamer, während Sony seine Modelle als SXRD-Beamer bezeichnet.

LCoS-Displays setzen sich aus drei Teilen zusammen:

  • Eine Siliziumfolie
  • Eine dünne Beschichtung aus Flüssigkristallen
  • Eine dünne Glasscheibe

Während LC-Displays das Licht durchlassen, reflektieren LCoS-Displays es in der gewünschten Helligkeit. Die LCoS-Technik ist sozusagen eine Kombination der LCD- mit der DLP-Technik. Im Grunde ist ein LCoS Display nichts anderes als ein LCD-Panel auf einem Spiegel.

Der Hauptvorteil dieser Technologie besteht darin, dass sie den Fliegengitter-Effekt stark reduziert und eine sehr hohe Auflösung ermöglicht. Zudem punkten diese Modelle mit einer kompakten Bauweise und einer hohen Bildqualität. LCoS-Beamer eigenen sich sowohl für die Projektion von Daten als auch von Videos.

Die LCoS-Technik vereint nicht nur die Vor-, sondern auch die Nachteile der LCD- und der DLP-Technik. So ist auch hier die Auflösung des Eingangssignals vorgegeben und es besteht die Gefahr des genannten Memory-Effekts.

ProContra
Höchste Auflösungen und gute FarbenFeste Auflösung des Eingangssignals
Natürliches BildMemory-Effekt
Sehr gute Schwarzwerte
Hoher Kontrast
Kompakte Bauweise
Fazit: Welche Technik eignet sich wofür?

Jede der vier Beamer-Arten hat ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. Dementsprechend eignen sich die verschiedenen Beamer für unterschiedliche Einsatzzwecke und Ansprüche.

Ein LCD-Beamer ist das passende Gerät für Präsentationen. Er projiziert Texte und Grafiken mit hohem Kontrast und somit gut lesbar auf die Leinwand. Dagegen eignen sich DLP-Beamer aufgrund einer hohen Bildqualität und geringer Staubentwicklung hervorragend für das Heimkino. Anwender, die Strom sparen möchten und dafür Einbußen hinsichtlich der Lichtleistung in Kauf nehmen, finden in einem LED-Beamer das passende Modell. Anspruchsvolle Anwender, für die im Gegensatz dazu die Bildqualität an erster Stelle steht und der Preis eine untergeordnete Rolle spielt, sind mit einem LCoS-Beamer richtig beraten.

Die richtige Distanz

Neben der verwendeten Technik unterscheiden sich HD-Beamer durch die erforderliche Distanz zur Leinwand in zwei Gruppen: Langdistanz- und Kurzdistanz-Beamer.

Kurzdistanz-Beamer

Sogenannte Kurzdistanz-Beamer, auch Short-Throw-Beamer genannt, schaffen es, bereits aus recht geringer Entfernung ein großes Bild auf die Leinwand zu werfen. Dazu nutzen sie ein Weitwinkelobjektiv. Einige Modelle arbeiten zusätzlich mit einem Spiegel. Typische Kurzdistanz-Beamer haben ein Projektionsverhältnis, dessen Wert zwischen 0,3 und 1 liegt. Beispielsweise erzeugt ein Kurzdistanz-Beamer mit einem Projektionsverhältnis von 0,6 aus 60 Zentimetern Entfernung eine Bilddiagonale von einem Meter. Dementsprechend ist es möglich, den HD-Beamer recht knapp vor einer großen Leinwand auf einem Tisch oder dem Boden zu platzieren und dabei ein zufriedenstellendes Bild zu erhalten.

Was ist das Projektionsverhältnis?
Es meint das Verhältnis zwischen der Bilddiagonale und dem Abstand des Beamers zur Wand. Beispielsweise bedeutet ein Projektionsverhältnis von 2:1, dass der Projektor aus zwei Metern Entfernung eine Bilddiagonale von einem Meter erzeugt.

Kurzdistanz-Beamer eignen sich gut für kleinere Räume, in denen keine Möglichkeit besteht, den Beamer mit größerer Distanz zur Leinwand aufzustellen. Zudem sind sie immer dann eine gute Lösung, wenn Personen nah an der Leinwand stehen und bei herkömmlichen Beamern Schatten werfen würden, zum Beispiel beim Gaming oder bei Präsentationen.

Hinsichtlich der Bildqualität können Kurzdistanz-Beamer allerdings nicht ganz mit den Langdistanz-Beamern mithalten. Für Filmfans sind diese Modelle also keine erstzunehmende Option.

ProContra
Großes Bild aus geringer Entfernung möglichBildqualität und Kontrast schwächer
Ideal für kleinere Räume
Gute Lösung für Präsentationen und Gamer
Flexibler als Langdistanz-Beamer
Langdistanz-Beamer

Während Kurzdistanz-Beamer eine Sonderform darstellen, handelt es sich bei konventionellen HD-Beamern um Langdistanz-Beamer, die mindestens 1,5 Meter Entfernung zur Leinwand haben müssen, um ein gutes Bild zu erzeugen. Damit eignen sie sich nur für etwas größere Räume. Der Einsatz dieser Art von HD-Beamern ist unter anderem dann sinnvoll, wenn viele Zuschauer ein großes Bild genießen möchten. Aufgrund der besseren Bildqualität sind Langdistanz-Beamer die richtige Wahl für das Heimkino.

ProContra
Hohe Bildqualität und guter KontrastNicht für kleine Räume geeignet
Größeres Bild möglich

Die Auflösung: HD ist nicht gleich HD

Die Bildauflösung wird in Pixel angegeben. Je mehr Pixel, also je mehr Bildpunkte, desto höher die Auflösung. Mit einer hohen Pixeldichte erscheint das Bild scharf und detailgenau. Die veraltete Standardauflösung SD ist vergleichsweise gering. Sie beträgt 720 mal 576 Pixel. Für große Bilder reicht SD nicht mehr aus – das Bild würde unscharf und verschwommen aussehen. Der mittlerweile größtenteils etablierte Standard heißt HD (High Definition). Diesen gibt es aber nicht nur in einer Variante. Das wirkt sich direkt auf die Bildausgabe-Formate der Beamer aus und beeinflusst die Kaufentscheidung für ein Modell maßgeblich. Welche verschiedenen HD-Standards es gibt und welcher Pixel-Anzahl die Auflösungen entsprechen, zeigt die folgende Tabelle:

BezeichnungAuflösung in Pixel
HD-Ready1.280 x 720
Full-HD1.920 x 1.080
UHD (4k)3.840 x 2.160
UHD-2 (8k)7.680 x 4.320

Um ein zufriedenstellendes Bild an die Wand zu werfen, braucht es mindestens einen HD-Ready-Beamer. Welche Auflösung notwendig beziehungsweise sinnvoll ist, hängt neben der Bildgröße von den folgenden Faktoren ab:

  • Der Qualität der wiederzugebenden Inhalte
  • Dem Abstand des Betrachters zur Wand

Unabhängig von der Bildgröße gilt: Je höher die Auflösung, desto geringer kann die Distanz des Zuschauers zum projizierten Bild sein, ohne dass dieses grobpixelig wirkt. Für die Berechnung des geeigneten Sitzabstands gibt es jeweils eine Faustformel, welche die folgende Übersicht veranschaulicht. Für unsere Beispielrechnungen gehen wir von einer Projektionsfläche von 80 Zoll (2,03 Meter) aus.

AuflösungMinimaler SitzabstandMaximaler Sitzabstand
HD-Ready2,9 x 2,03 m = 5,89 m3,2 x 2,03 m = 6,50 m
Full-HD2,5 x 2,03 m =5,08 m2,8 x 2,03 m = 5,68 m
UHD (4k)2,1 x 2,03 m = 4,262,4 x 2,03 m = 4,87 m
UHD-2 (8k)1,7 x 2,03 m = 3,45 m2,0 x 2,03 m = 4,06 m

Die wichtigsten Kaufkriterien: Darauf sollten Sie achten

Neben der verbauten Technik und der Pixelanzahl des ausgegebenen Bildes entscheiden einige weitere essenzielle Faktoren über die Güte eines Gerätes und dessen Eignung für verschiedene Verbrauchertypen. Dies sind die wichtigsten darunter:

Die Lichtleistung

Die Lichtleistung beziehungsweise Leuchtstärke eines HD-Beamers gibt Aufschluss über dessen Helligkeit bei der Verwendung in hellen oder dunklen Räumen. Hersteller geben die Leuchtstärke in Lumen oder ANSI Lumen an. Wie hoch sie sein sollte, hängt von der Projektionsfläche und von der Helligkeit der Umgebung ab, in der Anwender das Gerät einsetzen möchten. Beamer mit unter 100 ANSI Lumen pro Quadratmeter Projektionsfläche sind für den Heimkino-Einsatz generell ungeeignet. Wie hoch die Leuchtstärke abhängig vom Umgebungslicht ausfallen sollte, fasst die die folgende Tabelle zusammen:

ANSI-Lumen pro QuadratmeterGeeignete Umgebungshelligkeit
200 bis 250Sehr gut abgedunkelt (vollständig geschlossene Rollläden)
250 bis 500Nicht komplett abgedunkelt (ein Stück weit geöffnete Rollläden)
Über 500Hell (Tageslicht, direkte Sonneneinstrahlung)

Der Kontrast

Neben der Leuchtstärke zählt der Kontrast zu den wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Beamers. Dieser Messwert informiert Verbraucher über den maximal darstellbaren Helligkeitsunterschied zwischen Schwarz und Weiß. Je höher der Kontrast ausfällt, umso kräftiger wirken die Farben auf der Leinwand. Bei einem zu niedrigen Kontrast erscheinen sie matt. Beispielsweise ähnelt das dargestellte Schwarz eher einem Grau. Für Anwender, die ihren HD-Beamer vorwiegend für Präsentationen einsetzten, ist der Kontrast nicht ganz so entscheidend, da Text auch mit nicht optimalem Kontrast gut lesbar sein kann. Hierfür reicht ein Kontrastverhältnis ab 5.000:1 aus. Wichtiger ist dieser Faktor für den Einsatz im Heimkino-Bereich, um eine hohe Qualität und eine detailgetreue Bildwiedergabe zu ermöglichen. Hierfür ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 10.000:1 empfehlenswert. Für anspruchsvolle Zuschauer oder Gamer, die ihre Spielekonsole an den HD-Beamer anschließen möchten, sind Kontrastverhältnisse ab 50.000:1 optimal. Wer Wert auf einen hohen Kontrast legt, findet in einem DLP-Beamer das passende Modell.

Tipp für Gamer – Input-Lag verringern

Wer seine Spielkonsole an den HD-Beamer anschließt, muss aufgrund der komplexen Signalverarbeitung mit einem Input-Lag rechnen. Das bedeutet: Zwischen einer Aktion des Gamers bis zur Anzeige auf der Leinwand können Verzögerungen von 80 bis zu über 100 Millisekunden auftreten. So macht das Zocken wenig Spaß. Anwender verringern den Lag, indem sie möglichst alle Bildoptimierungsmaßnahmen deaktivieren. Einige Modelle bieten hierfür bereits einen speziellen Gamer-Modus, in dem der Input-Lag nur noch zwischen 20 und 40 Millisekunden liegt.

Die wichtigsten Anschlüsse

Welche Anschlüsse der HD-Projektor mitbringen sollte, hängt davon ab, an welche Geräte Nutzer ihn anschließen möchten. In der Regel zählen HDMI- und USB-Schnittstellen zur Standardausstattung eines guten HD-Beamers. Darüber schließen Anwender alle gängigen Geräte wie zum Beispiel das TV-Gerät, einen Receiver, Tablets oder Smartphones an den Beamer an. Nützlich sind außerdem Audio-Schnittstellen und ein Netzwerkanschluss. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Schnittstellen im Überblick:

HDMI

Digitale Schnittstelle zur Bild- und Tonübertragung. Darüber schließen Anwender HDTV-Geräte wie Fernseher, Spielkonsolen und Receiver an den Beamer an.

DVI

Digitale (DVI-D) und analoge (DVI-I und DVI-A) Schnittstelle für die Bildübertragung. Über sie lassen sich PCs oder Monitore mit dem Beamer verbinden. Meist ist die Länge auf 15 Meter begrenzt. Für DVI-D und DVI-I sind HDMI-Adapter verfügbar.

VGA

Analoger Anschluss zur Bildübertragung vom PC oder Notebook. Er ist auch unter der Bezeichnung DSub15 bekannt und bietet im Vergleich zu anderen analogen Anschlüssen wie S-Video, SCART oder Cinch-Video eine gute Bildqualität, weshalb er im Gegensatz zu den genannten auch bei aktuellen Beamern noch Verwendung findet.

3,5-mm-Kline IN

Audio-Eingang für HD-Beamer mit internen Lautsprechern. Er bietet die Möglichkeit, ein Tonsignal von einem externen Gerät über den Beamer auszugeben.

3,5-mm-Kline OUT

Audio-Ausgang zum Anschluss externer Lautsprecher an den Projektor. Das Tonsignal wird durch den Klinkenanschluss zum Beamer geleitet, der es an die angeschlossenen Lautsprecher weitergibt.

USB Typ-A

Gängige USB-Schnittstelle zur Datenübertragung von externen Speichermedien wie USB-Sticks oder externen Festplatten.

USB Typ-C

Aktuell der Standardanschluss für viele Smartphones und Tablets. Er vereint die Daten-, Strom- und Bildübertragung und ist deutlich schneller als ein herkömmlicher USB-3.0-Anschluss.

Wie Anwender ihren HD-Beamer an ein TV-Gerät oder einen Receiver anschließen, zeigt das folgende Video von rebeam GmbH:

Die Lampenlebensdauer verlängern

Die in den Beamern verbauten Lampen verschleißen mit der Zeit langsam, aber sicher, und müssen irgendwann gegebenenfalls ausgetauscht werden. Neue Beamerlampen bewegen sich preislich in einem Rahmen von 60 bis 150 Euro. Um zu vermeiden, dass die Lampe unnötig schnell schon eines Austausches bedarf und ihre Lebensdauer möglichst zu verlängern, sollten Nutzer die folgenden Anwendungstipps beachten:

1. Den Eco-Modus verwenden

Einige HD-Beamer verfügen über einen Eco-Modus. In diesem arbeitet das Gerät mit reduzierter Helligkeit. Auf diese Weise verbraucht es nicht nur weniger Strom, sondern schont auch die Lampe.

2. Wackeln vermeiden

Während des Betriebs sollten jegliche Erschütterungen des Projektors unbedingt vermieden werden. Vor allem im heißen Zustand sind die Lampen sehr empfindlich und können im schlimmsten Fall zerbrechen.

3. Finger weg von der Lampe

Auf keinen Fall sollten Nutzer die Beamerlampe anfassen. Zum einen ist sie im eingeschalteten Zustand sehr heiß und birgt Verbrennungsgefahr. Zum anderen ist der Kontakt mit fettiger Haut schädlich für die Lampe. Das Fett der Haut kann sich nämlich in den Glaskolben einbrennen, sodass die Lampe matt wird, was schwäre Bilder zur Folge hat.

4. Ständiges An- und Ausschalten vermeiden

Jedes Ein- und Ausschalten stellt für die Beamerlampe eine Belastung dar. Bei kurzen Pausen sollten Anwender den Beamer also lieber angeschaltet lassen.

5. Ausreichend Zeit zum Abkühlen geben

Üblicherweise haben HD-Beamer eine vom Hersteller vorgegebene Abkühlzeit. Innerhalb dieser müssen sie am Strom bleiben, damit das ausgeschaltete Gerät die Lampe nachkühlen kann. Eine ausreichende Abkühlzeit ist wichtig, um das Material der Lampe länger in seiner Ursprungsform zu halten und ein vorzeitiges Durchbrennen zu vermeiden.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die HD-Beamer nicht selbst getestet.

Im Jahr 2018 hat die Stiftung Warentest hat 15 Beamer getestet; bei 12 handelt es sich um Langdistanz-Beamer, drei weitere sind dagegen Kurzdistanz-Beamer. Unter ersteren, die mehrere Meter von einer Wand entfernt stehen müssen, kann sich der Epson EH-TW5400 mit der Testnote 2,2 als Testsieger hervortun. In den Kategorien „Bildqualität“ und „Handhabung“ erhielt er das Qualitätsurteil „gut“. Einzig die Umwelteigenschaften beurteilen die Tester als „befriedigend“. Auch das Modell EH-TW5650 von Epson kann mit der Testnote 2,2 nahezu identische Werte wie der firmeninterne Konkurrent erzielen. Im Vergleich ist er jedoch mit rund 800 Euro rund 200 Euro teurer als das 5400er-Modell. Der letzte Platz im Test ging an den Sony VPL-PHZ10 (Note 3,7). Der Beamer mit Lasertechnologie erhielt aufgrund mangelhafter Umwelteigenschaften das Test-Qualitätsurteil „ausreichend“.

Unter den HD-Beamern auf Kurzdistanz hat der BenQ TH671ST (Note 2,6) den Testsieg errungen. Eine gute Bildqualität und Handhabung konnten die Redakteure überzeugen. Der Epson EH-LS100 der anstatt einer Lampe einen Laser als Lichtquelle verwendet, musste aufgrund mangelhafter Umwelteigenschaften Abzüge in der Gesamtwertung hinnehmen und belegt somit den letzten Platz und die Testnote 3,5. Auffallend im Test ist, dass die Bildqualität der Kurzdistanz-Beamer nicht mit der Qualität der Langdistanz-Beamer mithalten kann.

Das Magazin CHIP hat 2018 21 HD-Beamer getestet, die auf weite Distanz zur Projektionsfläche zu positionieren sind. Der Testsieger ist der Acer VL7860 (1,4). In den Kategorien „Bildqualität“, „Ausstattung“ und „Ergonomie“ hat das Gerät positive Ergebnisse erzielt. Einzig im Bereich „Energieeffizienz“ bewegt sich der Beamer im durchschnittlichen Mittelfeld. Mit rund 3.000 Euro ist das Gerät zudem vergleichsweise teuer. Die rote Laterne hat der IN118HDxc von InFocus erhalten. Der HD-Beamer fiel in allen vier Kategorien negativ auf und ist selbst mit 500 Euro in puncto Preis-Leistung verhältnismäßig teuer.

Lena Gröben

Lena Gröben

22.10.2019