LED-Taschenlampe-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • LED-Taschenlampen zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer und eine unschlagbare Leuchtleistung aus.
  • Für Outdoor-Fans und Abenteuer-Urlauber eignen sich höherwertige Stabtaschenlampen mit Sicherheitsfunktionen und hoher Wasserschutzklasse.
  • Mini-LED-Taschenlampen sind ideal für unterwegs, als Nachtlicht oder Stirnlampe zum Joggen beziehungsweise Radfahren.
  • Wer nachts häufig im Wald ist, sollte einen roten oder grünen Farbmodus für die LED-Taschenlampe wählen, um das Wild nicht zu irritieren.

Zuverlässige Lichtquellen für jede Situation

Seit ihrer Erfindung im Jahr 1899 hat sich die Taschenlampe einen festen Platz in vielen Haushalten und Fahrzeugen gesichert. Kein Wunder: Der praktische Helfer spendet selbst in den verstecktesten Ecken Licht und sorgt damit für beste Sichtverhältnisse auf der Suche nach Objekten, bei Heimwerkerarbeiten, beim Verstauen von Kartons im Keller beziehungsweise auf dem Dachboden oder beim Prüfen von Stromkästen. Auch wer in der Dunkelheit draußen unterwegs ist – etwa beim Gassigehen oder auf dem Heimweg von der Arbeit –, läuft mit einer Taschenlampe sicherer.

LED – langlebig, leistungsstark, stromsparend

Ab Mitte der 2000er-Jahre hielt die Leuchtdiode (kurz: LED) Einzug in unseren Alltag und verdrängte dank ihrer unvergleichlichen Langlebigkeit von 50.000 bis 100.000 Stunden seither andere Leuchtmittel wie die herkömmliche Glühbirne weitestgehend vom Markt. Mit einer Leuchtweite von mehr als 100 Metern und einer Leuchtleistung, die bis zu viermal höher ist als bei herkömmlichen Glühlampen, bietet sie auch bei Nachtspaziergängen auf unebenem Terrain wie beispielsweise im Wald zuverlässig Sicht.

Taschenlampen mit LEDs sind besonders zuverlässig. Neben der langen Lebensdauer gelten LEDs zudem als sehr stromsparend – ein klarer Vorteil gegenüber der Smartphone-Taschenlampe. Zum Vergleich: Der vollgeladene Akku einer LED-Taschenlampe hält etwa sechsmal länger als das Leuchtmittel einer gewöhnlichen Taschenlampe. Manche LED-Taschenlampen laufen bis zu 80 Stunden mit einer einzigen Akkuladung. Sie können also ruhigen Gewissens eine Zeit lang im Handschuhfach, am Kellereingang oder neben der Hundeleine deponiert werden und sind so bei Bedarf schnell zur Hand.

Wie funktionieren LED-Taschenlampen?

Eine Diode lässt Strom in die eine Richtung durchfließen, während sie in die andere Richtung den Stromfluss sperrt. Bei einer Leuchtdiode wird bei diesem Vorgang Licht ausgestrahlt. Die Wellenlänge des Lichts wird vom Halbleitermaterial und der Dotierung der Diode bestimmt. Der Halbleiterkristall ist häufig an den Boden einer kegelförmigen Vertiefung gelötet, die wiederum als Reflektor für das austretende Licht dient.

Darauf kommt es beim Kauf einer LED-Taschenlampe an

So unterschiedlich die Einsatzmöglichkeiten von LED-Taschenlampen sind, so divers kommen sie in Form und Farbe daher. Deshalb ist es wichtig, bereits vor dem Kauf zu wissen, wofür die Taschenlampe genutzt wird. Genaue Überlegungen lohnen sich auch, weil die Preisspanne groß ist. Für professionelle Geräte müssen Sie tiefer in die Tasche greifen: Hochwertige Modelle kosten bis zu 300 Euro. Für den Alltagsgebrauch eignen sich dagegen einfache Ausführungen, die bereits ab 20 Euro erhältlich sind. Die Unterschiede schlagen sich besonders in Eigenschaften wie der Leuchtweite oder Leuchtdauer nieder. Es gibt aber noch eine Reihe weiterer Kriterien, die beim Kauf einer LED-Taschenlampe eine Rolle spielen.

Größe

Grob lassen sich LED-Taschenlampen in drei Größenkategorien unterscheiden: Minitaschenlampen, mittelgroße Taschenlampen und Stabtaschenlampen.

Minitaschenlampen

Die kleinen Lichtquellen sind nicht nur besonders leicht und kompakt, sondern auch in unterschiedlichsten Formaten erhältlich. Ob als Stirnlampe oder Schlüsselanhänger – sie lassen sich bequem überallhin mitnehmen und helfen beispielsweise dabei, im Dunkeln das Schlüsselloch zu finden. Die meisten Ausführungen haben eine Schlaufe, mit der sie sich an der Tasche, dem Gürtel oder Rucksack befestigen lassen. Minitaschenlampen eignen sich sogar als Nachtlicht – etwa zum Lesen unter der Bettdecke.

Mittelgroße Taschenlampen

Als Kompromiss zwischen Stab- und Minitaschenlampen sorgen normale Taschenlampen zuverlässig für Helligkeit. Dabei sind sie kompakt genug, um zum Beispiel im Handschuhfach oder in der Schublade zu Hause beziehungsweise im Büro verstaut werden zu können.

Stabtaschenlampen

Stabtaschenlampen sind schwerer und größer als normale Taschenlampen. Ihre Leuchtkraft ist sehr hoch, wodurch weite Bereiche ausgeleuchtet werden können. Das macht Stabtaschenlampen insbesondere für den Sicherheits- und Rettungsdienst oder das Militär interessant. Aber auch Jäger, Angler und Bergsteiger profitieren von der Power. Aufgrund ihres hohen Gewichts können Stabtaschenlampen im Notfall sogar als Waffe eingesetzt werden.

Lichtleistung

Die Lichtleistung beschreibt die Helligkeit, die eine LED-Taschenlampe erreichen kann. Sie wird in Lumen angegeben und liegt zwischen 20 und mehreren tausend Lumen. Für den Hausgebrauch genügen etwa 20 Lumen, während LED-Taschenlampen, die vorwiegend in Wäldern oder im Gebirge zum Einsatz kommen, circa 150 Lumen haben sollten. Sehr starke – meist Stabtaschenlampen – werden mitunter als High-Power-Modelle bezeichnet. Für die Helligkeit spielt aber nicht nur die Lichtleistung eine Rolle, auch die Energieleistung beeinflusst die erreichbare Helligkeit.

Maximale Leuchtweite

Die Leuchtweite gibt an, wie weit der Lichtstrahl der Lampe reicht. Günstigere Taschenlampen leuchten weniger weit und sind insbesondere für den Hausgebrauch geeignet. Wer allerdings eine LED-Taschenlampe für Nachtwanderungen sucht, sollte auf eine hohe Leuchtweite achten, sodass der Wanderweg über mehrere hundert Meter ausgeleuchtet wird.

Leuchtdauer

Die Wahl der Leuchtdauer sollte sich nach dem Einsatzzweck der LED-Taschenlampe richten. Wird die Taschenlampe in erster Linie für den Hausgebrauch oder zum Gassigehen benötigt, genügt eine Leuchtdauer von wenigen Stunden. Für längere Ausflüge sollte die Taschenlampe eine entsprechend längere Leuchtdauer aufweisen. Hochwertige Modelle erreichen eine Leuchtdauer von bis zu 80 Stunden, bevor die Batterie gewechselt beziehungsweise der Akku aufgeladen werden muss.

Lichtfokus

Der Lichtfokus einer LED-Taschenlampe bezeichnet die Schärfe des Lichtstrahls und hängt von der Lichtleistung des Geräts ab. Höherwertige Modelle haben eine vergleichsweise hohe Lichtleistung und damit einen scharfen Lichtkegel. Mit diesen lassen sich beispielsweise bei Nachtwanderungen die Wege besser erkennen. Günstigere, weniger hochwertige Taschenlampen hingegen weisen häufig einen ausgefransten, verblassenden Lichtkegel auf, sodass die Sicht insbesondere an den Rändern verschwimmt. Viele Taschenlampen bieten die Möglichkeit, den Lichtfokus durch Ziehen oder Drehen am Kopf zu verändern, sodass möglichst spitz oder eben breit ausgeleuchtet werden kann.

Wie lässt sich die Helligkeit bei LED-Taschenlampen einstellen?

Viele hochwertige LED-Taschenlampen haben mehrere Helligkeitsstufen, um in verschiedenen Situationen optimal zu unterstützen. Während im Haus ein schwacher Lichtkegel genügt, eignet sich beim Gassigehen in der Nacht eher ein breiteres Flutlicht – vor allem, wenn der Hund hin und wieder ausreißt. Wichtig ist, dass sich die Helligkeitsstufen einfach und bequem umstellen lassen – auch mit Handschuhen. Dafür eignen sich gut erreichbare Knöpfe am Gehäuse. Es gibt sogar Modelle mit stufenloser Helligkeitswahl. Bei manchen Ausführungen kommt ein Schieberegler zum Einsatz, andere Modelle lassen sich über das Drehen des Kopfes einstellen.

Gehäusematerial

Das Gehäuse von LED-Taschenlampen besteht meist aus Aluminium und schützt das Gerät vor Stößen sowie Kratzern. Aufgrund des geringen Materialgewichts sind LED-Taschenlampen sehr bequem und leicht zu tragen. Hochwertige Modelle, die sich auch für ausgedehnte Wander- und Campingtrips eignen, sind häufig mit einem robusten Gummi ummantelt, das selbst größere Stürze abfedert und besonders rutschfest in der Hand liegt.

Gewicht

Zum einen richtet sich das Gewicht danach, ob es sich um eine Minitaschenlampe, eine herkömmliche LED-Taschenlampe oder eine Stabtaschenlampe handelt. Zum anderen hängt es davon ab, ob das Gerät über Batterien oder einen Akku betrieben wird. Akkubetriebene Geräte sind schwerer als batteriebetriebene. Dadurch, dass die meisten Taschenlampen aus einem Aluminiumgehäuse bestehen, sind sie relativ leicht. Es gibt kaum Modelle, die mehr als 2,0 Kilogramm auf die Waage bringen. Die kleinsten Taschenlampen für die Handtasche wiegen weniger als 100 Gramm. Stabtaschenlampen hingegen können bis zu viermal so lang sein und über 1,5 Kilogramm wiegen. Je schwerer die Taschenlampe ist, desto robuster ist sie in den meisten Fällen.

Batterie

LED-Taschenlampen werden, genau wie herkömmliche Ausführungen, entweder über nicht aufladbare Batterien oder wiederaufladbare Akkus betrieben. Akkubetriebene LED-Taschenlampen sind in der Anschaffung häufig teurer als batteriebetriebene Varianten. Dafür sind die Folgekosten geringer, da die Geräte aufgeladen werden können und keine Ersatzbatterien hinzugekauft werden müssen.

Gerade bei längeren Ausflügen bietet es sich an, sich einen Ersatzakku anzuschaffen – besonders, wenn unterwegs keine Möglichkeit besteht, den Akku wiederaufzuladen. Das setzt natürlich voraus, dass die LED-Taschenlampe einen wechselbaren und nicht fest integrierten Akku hat. Ein weiterer Vorteil von akkubetriebenen LED-Taschenlampen ist, dass der Lichtstrahl über die Leuchtdauer hinweg konstant bleibt. Bei batteriebetriebenen Modellen kann es bei längerem Betrieb hingegen zu Flackern kommen.

Sowohl für batterie- als auch akkubetriebene LED-Taschenlampen gilt: Sind sie länger nicht im Einsatz, sollten Sie die Batterien beziehungsweise Akkus entfernen und separat aufbewahren.

Schutz

Vor allem beim Outdoor-Gebrauch muss darauf geachtet werden, dass die LED-Taschenlampe robust und gegen Wasser geschützt ist. Die Hersteller geben hierfür entsprechende Schutzklassen an:

IPX-4

Taschenlampen mit dieser Klasse sind gegen Spritzwasser geschützt, allerdings nicht wasserdicht. Die Schutzklasse ist ausreichend, wenn Sie beispielsweise häufig bei nassfeuchtem Wetter draußen sind.

IPX-6

Taschenlampen mit dieser Klasse bieten einen stärkeren Schutz gegen Strahlwasser und eignen sich dementsprechend für Camping- beziehungsweise Wanderausflüge. Ein hundertprozentiger Schutz gegen Dauerregen ist allerdings nicht gegeben.

IPX-8

Taschenlampen mit dieser Klasse sind ideal für Outdoor-Fans. Sie sind wasserdicht bis zu einer Tiefe von zwei Metern und selbst Dauerregen kann ihnen nichts anhaben.

Häufig geben die Hersteller auch die sogenannte Stoßfestigkeit der LED-Taschenlampen an. Diese sagt aus, aus wie vielen Metern Höhe die Taschenlampe einen Sturz schadlos überstehen kann. Als Richtwert gilt hier etwa ein bis drei Meter.

Praktische Extras und Sicherheitsfunktionen

Manche Hersteller bieten für ihre LED-Taschenlampen Zubehör – von Befestigungsvorrichtungen über Aufsätze bis hin zu einem UV-Licht – und verschiedene Zusatzfunktionen zur Steigerung der Sicherheit an.

Zubehör

Für die Befestigung gibt es verschiedene Möglichkeiten wie das Nutzen von Schlaufen, Holstern oder Clips, mit denen die Taschenlampe am Gürtel, an der Hose oder Tasche beziehungsweise dem Rucksack befestigt werden kann. Vor allem bei kleineren Modellen, die leicht verloren gehen, bietet sich eine entsprechende Befestigungsvorrichtung an. LED-Taschenlampen, die auch als Kopfleuchte zum Joggen, Fahrradfahren oder Bergsteigen benutzt werden, bringen häufig ein Kopfband mit, sodass die Hände frei bleiben.

Einige Hersteller bieten zudem farbige Aufsätze für ihre Taschenlampen, beispielsweise, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen oder damit die LED-Taschenlampe weniger blendet. Häufig sind LED-Taschenlampen so hell, dass ein Leuchten in das Gesicht vermieden werden sollte. Sofern nicht die volle Leuchtkraft benötigt wird, bietet sich das Abschwächen durch einen Filter an. Es gibt sogar Aufsätze mit Logos oder Mustern, die durch den Lichtkegel auf die Straße beziehungsweise die Hauswand projiziert werden. Diese lassen sich auch ganz einfach selbst herstellen.

Neben diesen Beispielen für den normalen Hausgebrauch gibt es auch Modelle mit sehr speziellen Farbmodi oder sogar UV-Licht. LED-Taschenlampen mit UV-Licht eignen sich beispielsweise dafür, um Flecken an Raumwänden zu erkennen. Taschenlampen, die vor allem für die Jagd verwendet werden, haben häufig ein grünes oder rotes Licht, welches das Wild weniger stark irritiert. Blaues Licht hingegen kann Schweiß- oder Blutspuren anzeigen und ist daher vor allem bei der Polizei im Einsatz.

Welche Zusatzfunktionen werden bei LED-Taschenlampen angeboten?

Neben dem Ausleuchten des Weges gibt es noch eine Reihe von interessanten Features, welche die Sicherheit des Nutzers steigern. Praktisch für Outdoor-Fans und Abenteuer-Urlauber ist beispielsweise eine SOS-Funktion. Wird sie betätigt, leuchtet die Taschenlampe dreimal kurz, dreimal lang und wieder dreimal kurz – der bekannte Morse-Code für das Notfallsignal. Für die Abwehr von Gefahr eignen sich Stabtaschenlampen aufgrund ihrer robusten und schweren Bauweise sowieso. Einige Taschenlampen verfügen zusätzlich über Nano-Keramik an der Lünette, wodurch selbst Glasscheiben eingeschlagen werden können, ohne dass die Taschenlampe Schaden nimmt. Ebenfalls nützlich in Gefahrensituationen: der Stroboskop-Modus, auch Strobe genannt. Hier werden schnelle, alternierende Lichtblitze erzeugt, die potenzielle Angreifer irritieren und desorientieren sollen.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die LED-Taschenlampen nicht selbst getestet.

Kaufinteressierte, die nach weiterführenden Testberichten bezüglich ihrer Produktkategorie suchen, schauen sich häufig zuerst auf der Homepage der Stiftung Warentest um. Allerdings bietet der betagte Test aus dem Jahr 2005 keinen wirklichen Mehrwert mehr, da sich im Bereich der LED-Entwicklung seitdem einiges getan hat.

Deutlich wertvoller ist ein Test des SURVIVAL Magazins aus dem Jahr 2020: In der Ausgabe 3/2020 testeten die Redakteure neun verschiedene LED-Taschenlampen. Zum Testsieger kürten die Tester das Modell Nitecore MH12 V2. Es überzeugte durch die zwei starken Grundprogramme und durch den beiliegenden Akku, der sich in Notfällen auch gegen ein Batteriemagazin austauschen lässt. Den folgenden Platz teilen sich laut Testergebnis gleich drei Modelle. Die LED-Lampe Armytec Prime C2 punktet mit der Option, neben dem Akku auch Batterien zu nutzen. Das Modell Eagtac TX3V ist zwar nur mit dem eingebauten Akku nutzbar, überzeugt aber mit hohen Lumen-Werten. Die größte Lichtabgabe erfolgt laut Test bei der Survival-Lampe Klarus G15. Mit 4.000 Lumen ist der Wert so hoch wie bei keiner anderen getesteten Lampe.

Carmela

Carmela

24.11.2020