Gefriertruhe Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Gefriertruhe bietet besonders viel Stauraum.
  • Ein solches Gerät ist sparsam und energieeffizient.
  • Lebensmittel werden in der Truhe bei minus 18 Grad Celsius tiefgefroren.
  • Eine Gefriertruhe mit No-Frost-Funktion muss nicht abgetaut werden.
  • Möglichst wenig leerer Raum spart Strom.
Die besten Gefriertruhen im Vergleich

Die Gefriertruhe – effiziente und lange Lagerung

Gefriertruhen sind geräumige, rechteckige Truhen, in denen eine große Menge Gefriergut gelagert werden kann. Die freistehenden Truhen werden nach oben geöffnet. Auf diese Weise wird Energie gespart, denn kalte Luft sinkt nach unten. Obwohl sie für den Dauerbetrieb ausgelegt sind, zeichnen sich Gefriertruhen durch einen niedrigen Energieverbrauch aus. Geräte, die mit der sogenannten „No-Frost-Funktion“ ausgestattet sind, vereisen nicht, weshalb das Abtauen entfällt. Im Alltag begegnen wir diesen Truhen vor allem im Supermarkt oder im Kiosk. Aufgrund ihrer Größe sind sie in Privathaushalten selten in der Küche zu finden, sondern stehen meist im Keller oder in einem Vorratsraum.

Gefriertruhen sind von Gefrierschränken zu unterscheiden. Letztere haben eine Tür wie ein Kühlschrank und sind mit Schubfächern ausgestattet. Das Gefriergut lässt sich leicht in diese Fächer einsortieren. Je nach Höhe bieten Gefrierschränke sehr viel Stauraum, bleiben aber hinter den meisten Gefriertruhen zurück. Wer eine große Tiefkühltruhe kaufen will, sollte abwägen, ob die Kapazität der Truhe auch wirklich ausgeschöpft wird.

Im privaten Gebrauch werden Gefriertruhen oft von Anglern oder Jägern benutzt, um größere Stücke Fleisch oder Fisch zu verstauen und haltbar zu machen. Natürlich eignet sich die Truhe auch, um massenhaft Obst, Gemüse oder Tiefkühlkost zu lagern. Gerade für große Familien ist die Anschaffung einer Tiefkühltruhe sinnvoll. Die Geräte sind im Allgemeinen günstiger als Gefrierschränke mit einem vergleichbaren Nutzinhalt.

Früher oder später bildet sich an den Innenwänden von Gefriergeräten eine Eisschicht. Diese zusätzliche Schicht erhöht den Stromverbrauch, weshalb die Gefriertruhe abgetaut werden muss – es sei denn, sie verfügt über eine sogenannte „No-Frost-Funktion“. Da sich in diesen Geräten kein Eis bildet, entfällt die lästige Arbeit.

Ein Nachteil von Gefriertruhen ist neben dem hohen Platzbedarf, dass die meisten Modelle keine Fächer und Schubladen haben. Da in der Truhe Lebensmittel aufeinander gelagert werden, ist es schwieriger, Ordnung zu halten. Mit einfachen Ordnungssystemen können Gefriertruhen aber genauso übersichtlich eingerichtet werden wie ein Gefrierschrank. Trennwände und Vorratskörbe müssen jedoch für manche Modelle einzeln angeschafft werden. Der Raum über einer Kühltruhe ist nicht nutzbar, da sich die Klappe der Truhe nach oben öffnet.

Vorteile

  • Stauraum für viele Lebensmittel
  • Geringer Energieverbrauch
  • Macht Lebensmittel lang haltbar
  • Kaum Eisentwicklung mit No-Frost-Funktion
  • Preiswerter als Gefrierschränke

Nachteile

  • Benötigt viel Platz
  • Oft ohne Organisationselemente
  • Raum über der Gefriertruhe ist nicht nutzbar

Wie funktioniert eine Gefriertruhe?

Funktion und Aufbau einer Gefriertruhe
Der Kühlkreislauf eines Gefriergeräts.

Eine Gefriertruhe kühlt ihr Inneres durch das physikalische Prinzip der Verdampfungswärme herunter. In einem geschlossenen Kreislauf fließt ein Kältemittel, das seinen Zustand zwischen flüssig und gasförmig verändert. Im Boden der Gefriertruhe sitzt ein Verdichter/Kompressor (B), der über ein Kabel mit dem Thermostat verbunden ist. Dieser Verdichter ist an ein Rohrsystem angeschlossen, durch welches das Kältemittel fließt. Das Rohrsystem unterteilt sich in zwei Rohrschlangen, den Verflüssiger (D) und den Verdampfer (E). Bei Gefriertruhen ist der Verdampfer in die Seitenwände und die Bodenfläche des Innenbehälters eingeschäumt. Der Verflüssiger ist ringsum in die Außenhaut eingebaut. Verdampfer und Verflüssiger sind über ein Drosselventil (C), ein Rohr mit sehr geringem Durchmesser, miteinander verbunden.

In diesem Kühlkreislauf geschieht folgendes:

  1. Im Verdampfer (E) nimmt das flüssige Kältemittel die Wärme auf und verdampft, wird also gasförmig.
  2. Der Kompressor (B) pumpt das gasförmige Kältemittel (A) in den Verflüssiger (D), wobei sich der Druck des Kältemittels erhöht.
  3. Im Verflüssiger (D) gibt das Kältemittel die Wärme unter hohem Druck ab und wird wieder flüssig.
  4. Das flüssige Kältemittel (F) strömt durch das Drosselventil (C) in den Verdampfer, wo der Druck des Kältemittels erneut gesenkt wird.
  5. Der Kühlkreislauf beginnt nun von vorn.
  6. Ist die eingestellte Temperatur erreicht, schaltet das Thermostat den Kompressor ab. Durch die Isolierung wird die Temperatur in der Truhe für einige Zeit gehalten.
  7. Steigt die Temperatur über einen bestimmten Wert, wird der Kompressor wieder eingeschaltet.

Worauf ist beim Kauf einer Gefriertruhe zu achten?

Wichtigster Anschaffungsgrund für eine Gefriertruhe ist der Wunsch, große Mengen an Lebensmitteln lange zu lagern. Käufer müssen abwägen, wie groß der anzulegende Vorrat sein soll und wie viel Platz für die Truhe zur Verfügung steht. An zweiter Stelle stehen die technischen Details des Geräts. Wichtige Punkte dabei sind die Energieeffizienz der Gefriertruhe und zusätzliche Funktionen wie die No-Frost-Technik.

Energieverbrauch und Energieeffizienz

Die sogenannte Energieeffizienzklasse ist sowohl in ökologischer als auch in finanzieller Hinsicht von Bedeutung. Diese Klasse gibt im Vergleich mit einem fiktiven Referenzgerät Auskunft über den Energieverbrauch des Gefriergeräts. Dabei werden auch die Geräteklasse und der Nutzinhalt berücksichtigt.

Gefriertruhen sind in den Klassen A+ bis A+++ erhältlich. A+++ ist die sparsamste Kategorie. Hersteller von Elektrogeräten sind in der EU dazu verpflichtet, ein Energie-Label an ihren Geräten anzubringen, welches von G bis A reicht. Heutzutage müssen Kühlgeräte mindestens die Bedingungen von Klasse A+ erfüllen. Wer Stromkosten sparen und die Umwelt schonen will, entscheidet sich für ein Modell mit der Kennzeichnung A+++. Selbst in der Kategorie A sind die Unterschiede in Sachen Stromverbrauch beträchtlich. Ein Gerät der Klasse A++ verbraucht rund 25 Prozent weniger Energie als ein A+-Gerät, eine A+++-Gefriertruhe sogar 50 Prozent weniger.

Eine Gefriertruhe will gut gefüllt sein

Eine Gefriertruhe ist nur dann energieeffizient, wenn der Platz in ihr ausgenutzt wird. Sobald die Truhe geöffnet wird, gelangt warme Umgebungsluft ins Innere. In ein eher leeres Gerät kann mehr warme Luft eindringen. Ist die Truhe hingegen gut gefüllt, passt auch weniger Luft hinein.

Der Energieverbrauch des Geräts ist nicht nur abhängig von der Energieeffizienzklasse, auch das Alter der Gefriertruhe, die Größe und die Isolierung spielen eine Rolle. Nicht zu vernachlässigen ist zudem, wo die Truhe steht. An einem kühlen Ort benötigt sie weniger Energie, um die Differenz zwischen der Umgebungstemperatur und der gewünschten Innentemperatur auszugleichen.

Klimaklasse

Gefrier- und Kühlgeräte werden in sogenannte Klimaklassen eingeteilt. Diese grenzen die für den Betrieb des Produkts optimale Umgebungstemperatur ein. Die Klimaklassen unterscheiden sich zudem im Geräuschpegel. In einer warmen Umgebung muss der Kühlkreislauf stärker arbeiten, weshalb das Gerät lauter ist als an einem kühlen Ort. Folgende Klimaklassen gibt es:

KlimaklasseEigenschaft
N (Normal)Geräte dieser Klasse sind auf Betriebstemperaturen zwischen 16 Grad und 32 Grad Celsius ausgelegt. Das gilt in Deutschland als Standard-Temperaturbereich in Wohngebäuden.
SN (Subnormal)Diese Geräte sind auf Temperaturen von 10 bis 32 Grad Celsius ausgelegt und für unbeheizte Räume wie Garagen und Keller geeignet.
T (Tropen)Kühlgeräte mit dieser Klasse lassen sich bei Temperaturen zwischen 16 Grad und 43 Grad Celsius verwenden.
ST (Subtropen)Diese Klasse eignet sich für Temperaturen zwischen 16 und 38 Grad Celsius.
Die Klimaklassen von Gefriergeräten.

Die Klassen T und ST sind für den deutschsprachigen Raum wenig relevant. Die Klimaklasse hat direkte Auswirkungen auf den Stromverbrauch des Geräts. Ein Gerät der Klasse T darf im Vergleich zur Klasse N 20 Prozent mehr Strom verbrauchen.

Größe und Nutzinhalt

Achten Sie darauf, dass die Größe des Geräts zum Bedarf passt. Eine halbvolle Gefriertruhe verbraucht unnötig Strom. Bei der Wahl des passenden Nutzinhalts sind folgende Kriterien wichtig:

  • Größe des Haushalts
  • Essgewohnheiten
  • Einkaufsgewohnheiten
  • Umfang der Vorratshaltung
  • Aufstellmöglichkeiten

Wer nur hin und wieder auf Vorrat lagert, sollte 50 bis 80 Liter pro Person einplanen. Beim dauerhaften Lagern von größeren Mengen empfehlen sich 100 bis 130 Liter pro Person. Die Größenauswahl bei Gefriergeräten ist riesig, weshalb jeder die geeignete Größe finden wird. Sie reicht von etwa 30 Litern bis zu XXL-Gefriertruhen die ein Fassungsvermögen von 350 Litern und mehr haben.

Lautstärke

Der Kühlkreislauf eines Gefriergeräts erzeugt Geräusche, die von vielen als störend empfunden werden. In erster Linie ist der Kompressor dafür verantwortlich. Falls die Kühltruhe in einem Wohnraum stehen soll, ist auf den Geräuschpegel besonders zu achten. Es wird empfohlen, dass eine Lautstärke von 38 Dezibel nicht überschritten wird. Zum Vergleich: 40 bis 60 Dezibel gelten als normale Gesprächslautstärke. Ein Rasenmäher liegt im Bereich um 80 Dezibel. Am angenehmsten für das Gehör ist ein Kühlgerät, das unter 40 Dezibel bleibt. Wenn die Gefriertruhe im Keller oder in einer Garage steht, spielt die Lautstärke keine allzu große Rolle.

Lagerzeit bei Störung

Im Falle eines Stromausfalls ist es wichtig, zu wissen, wie lang das Gefriergut ohne Qualitätseinbußen in der Gefriertruhe bleiben kann. Die Lagerzeit bei Störung gibt an, wie lang es dauert, bis die Truhe sich bei voller Beladung von minus 18 auf minus 9 Grad Celsius erwärmt hat. Dieser Zeitwert ist in der Gebrauchsanweisung zu finden. Bei Teilbeladung fällt er kürzer aus. Ein Gefriergerät sollte bei einer Störung die Lebensmittel aber mindestens 10 Stunden lang gefroren halten. Bei Gefriertruhen fällt diese Zeitdauer im Vergleich zu Gefrierschränken länger aus, sehr gute Modelle bieten mit bis zu 64 Stunden die längste Lagerzeit. Tritt eine Störung auf, sollten Sie auf keinen Fall die Klappe der Gefriertruhe öffnen, sodass die kalte Luft nicht entweicht.

Temperatur

Die Temperatur in der Gefriertruhe wird durch einen Temperaturregler überwacht und geregelt. Dieser Regler hat einen Fühler, der die Temperatur am Verdampfer misst. Der gemessene Ist-Wert wird mit dem eingestellten Soll-Wert verglichen. Weichen die Werte voneinander ab, wird der Kühlkreislauf ein- oder ausgeschaltet. Je nach Modell kann die gewünschte Temperatur mittels Drehregler, Tasten oder Touch-Bedienung ausgewählt werden. Die Temperatur in einem Gefriergerät sollte mindestens minus 18 Grad Celsius betragen.

Es kann immer vorkommen, dass jemand vergisst, die Klappe der Gefriertruhe wieder ordentlich zu schließen. Bliebe das unentdeckt, würde die Truhe abtauen. Die Lebensmittel wären nicht mehr genießbar und das Gefriergerät müsste gereinigt werden. Der Temperaturalarm warnt bei einem Temperaturanstieg durch Töne und Warnlampen. Es ist empfehlenswert, ein Gerät mit einem solchen Alarm zu wählen.

Warum minus 18 Grad?

1964 schlug das Internationale Kälteinstitut für tiefgefrorene Lebensmittel die Mindesttemperatur von 0 Grad Fahrenheit vor. In Europa wurde diese auf minus 18 Grad Celsius gerundet. Seit 1989 ist dieser Mindestwert nach EU-Richtlinien vorgeschrieben. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamen sich chemische Prozesse. Experten haben festgestellt, dass für Obst und Gemüse eine Lagerung bei minus 18 bis minus 30 Grad Celsius optimal ist.

Schnellgefrierfunktion

Der Name der Funktion verrät bereits, was sie kann. Sie friert Lebensmittel möglichst schnell ein. So kann die Kühlkette aufrecht gehalten werden. Wenn viele Speisen in die Truhe gegeben werden, dauert es lang, bis sie durchgefroren sind. Im Schlimmsten Fall erwärmt sich der Innenraum so stark, dass anderes Gefriergut zu tauen anfängt. Hier hilft die Schnellgefrierfunktion, die manchmal auch Supergefrierfunktion heißt. Auch wenn auf Partys Getränke besonders schnell heruntergekühlt werden sol