Babyphone-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Babyphones mit Kamera bieten eine noch bessere Überwachung, da Eltern ihr Kind so nicht nur hören, sondern auch sehen können.
  • Analoge Babyphones sind zwar strahlungsärmer, dafür aber nicht abhörsicher und störungsanfälliger als die digitale Variante.
  • Die Reichweitenangaben der Hersteller beziehen sich in der Regel auf optimale Voraussetzungen und sind eher theoretisch.

Wozu benötige ich ein Babyphone?

Vor allem frischgebackene Eltern lassen ihr Neugeborenes ungern aus den Augen. Die größte Angst ist wohl die vor dem plötzlichen Kindstod oder davor, dass ihr Baby unbemerkt ersticken könnte. Selbst wenn die Eltern nur kurz das Zimmer verlassen, begleitet sie die Sorge, dass sie ihr Kind im Notfall überhören könnten. Daher gehört für viele Eltern ein Babyphone zur Erstausstattung dazu. Mit einem solchen Gerät bleiben sie mit ihrem Kind in Verbindung, auch wenn sie sich in einem anderen Raum aufhalten. So können Eltern etwa das Kind früher zu Bett bringen und noch entspannte Stunden im Wohnzimmer, auf dem Balkon oder im Garten genießen. Dank Babyphone bekommen sie Geräusche wie Schreien oder Husten trotzdem sofort mit und können schnell zur Stelle sein, wenn ihr Baby sie braucht.

Alternative Schreibweisen
Bei „Babyphone“ handelt es sich um die englische Schreibweise des Begriffs, die von den meisten Herstellern verwendet wird. Alternative Schreibweisen sind „Babyphon“ und „Babyfon“.

Welche verschiedenen Arten gibt es?

Grundsätzlich sind Babyphones in drei Arten einteilbar:

  • Babyphones mit Ton
  • Babyphones mit Ton und Bild
  • Smart-Babyphones

Welche Besonderheiten diese drei Modellarten mitbringen und ihre Vor- und Nachteile erläutern wir unter diesem Abschnitt.

Audio-Babyphones zur Geräuschüberwachung

Rein akustische Babyphones übertragen über die Babyeinheit, den Sender, die Geräusche im Kinderzimmer an die Elterneinheit, den mobilen Empfänger. Dazu sind die Sender mit einem Mikrofon ausgestattet. Auf diese Weise können Eltern ihr Kind hören, aber nicht sehen. Einige Modelle verfügen trotzdem über ein LCD-Display, das aber nicht zur Bildübertragung, sondern zur Bedienung dient. Im Vergleich zu Video-Babyphones, die zusätzlich zum Ton ein Bild übertragen, verfügen Audio-Babyphones meist über eine größere Reichweite und mehr Zusatzfunktionen. Zudem hält aufgrund der fehlenden Video-Übertragung der Akku des Empfängers meist länger und sie sind üblicherweise günstiger in der Anschaffung.

ProContra
Meist große ReichweiteKeine Bildübertragung
Lange Akkulaufzeit
Günstiger Preis
Häufig viele Zusatzfunktionen

Video-Babyphones zur zusätzlichen Bildüberwachung

Mit einem Video-Babyphone können Eltern ihr Baby nicht nur aus der Ferne hören, sondern auch sehen. Der Sender, der sich üblicherweise bei Geräuschen automatisch anstellt, übermittelt neben dem Ton auch das per Kamera aufgenommene Bild an den Empfänger. So können Eltern immer mal wieder einen Kontrollblick auf ihren Nachwuchs werfen und zum Beispiel überprüfen, ob sich auch keine Decke oder kein Kissen zu nah vor dem Gesicht befindet. Die meisten Modelle starten die Bildübertragung erst bei Überschreitung eines bestimmten Lautstärkelevels. In der Regel verfügen Video-Babyphones über eine Nachtsichtfunktion, sodass auch im Dunkeln alles gut erkennbar ist. Allerdings hat die integrierte Kamera auch ihren Preis. Daher sind Video-Babyphones üblicherweise deutlich teurer in der Anschaffung als akustische Geräte. Zudem sorgt das LC-Display, das sich zur Bildübertragung am Empfänger befindet, dafür, dass sich der Akku schnell leert.

ProContra
Mit BildübertragungHöherer Akkuverbrauch
Mehr SicherheitMeist teurer in der Anschaffung
Integrierter Nachtsichtmodus

Smart-Babyphones zur Überwachung per Smartphone und Tablet

Die neuste Generation der Babyphones stellt das Smart- oder auch WLAN-Babyphone dar. Diese übertragen die Signale mittels WiFi und verfügen damit über eine besonders hohe Reichweite. Eltern können also von überall aus, wo sie eine Internetverbindung haben, ihr Baby sehen und hören. Der Sender besteht dabei meist aus einer schwenkbaren Kamera. Den Empfänger ersetzt das Smartphone oder Tablet der Eltern, das sie mit der passenden App des Herstellers zum Babyphone umfunktionieren. Dadurch fällt der Preis meist günstiger aus als der für ein Video-Babyphone. Häufig verfügt die App über Zusatzfeatures wie zum Beispiel eine Schnappschussfunktion, mit der Eltern besonders süße Posen ihres Nachwuchs festhalten können. Darüber hinaus bieten die meisten Smart-Babyphones die Möglichkeit, mit mehreren internetfähigen Geräten auf die Kamera zuzugreifen. So können beispielsweise beide Elternteile gleichzeitig einen Blick auf ihr schlafendes Baby werfen. Gleichzeitig besteht natürlich auch die Gefahr, dass unerwünschte Dritte sich ins Netzwerk hacken. Einen weiteren Nachteil stellen mögliche Verbindungsabbrüche durch Softwarefehler, eine schlechte Internetverbindung oder einen Virenbefall des Mobilgeräts dar.

ProContra
Unbegrenzte ReichweiteSmartphone oder Tablet notwendig
Mit BildübertragungVerbindungsabbruch durch Softwarefehler, Ausfall der Interverbindung oder Viren möglich
Meist günstiger PreisGefahr von Hackerangriffen
Verbindung zu mehreren Empfangsgeräten möglich
Viele Zusatzfunktionen

Alle drei Modellarten haben demnach ihre eigenen Vor- und Nachteile. Hier müssen Eltern individuell abwägen und entscheiden, welche Aspekte ihnen bei einem Babyphone besonders wichtig und welche Nachteile zu vernachlässigen sind.

Worauf muss ich beim Kauf eines Babyphones achten?

Neben der Wahl der passenden Modellart müssen Verbraucher vor dem Kauf eines Babyphones noch einige andere Entscheidungen treffen. Um ihnen dafür eine Orientierungshilfe zur Hand zu geben, sammeln und erläutern wir hier die wichtigsten Kaufkriterien.

Analog oder digital?

Hinsichtlich der Funktechnik ihres Babyphones wählen Käufer zwischen einem analogen und einem digitalen Gerät. Dabei geht der Trend deutlich zum digitalen Babyphone. Dieses hat nämlich die Vorteile, dass es im Gegensatz zum analogen Babyphone nicht unverschlüsselt sendet. Dabei werden üblicherweise die Funktechniken DECT oder FHSS angewandt, die beide als äußerst störungsfrei und abhörsicher gelten. Außerdem verfügen digitale Modelle über eine größere Anzahl an Kanälen, große Reichweiten und eine hohe Tonqualität. Störungen bei analogen Babyphones können etwa durch Funksteckdosen, WLAN-Netzwerke, elektrische Garagentüröffner, das schnurlose Telefon der Nachbarn oder andere Babyphones in der Nähe auftreten. Ein großer Nachteil der digitalen Babyphones gegenüber der analogen Variante ist allerdings die deutlich höhere Belastung durch Elektrosmog. Unter diesem Aspekt bieten analoge Babyphones die sicherere Umgebung für die Gesundheit des Nachwuchses.

Digitale Funktechniken: DECT und FHSS
„Digital Enhanced Cordless Telecommunications“ (DECT) wird etwa bei schnurlosen Telefonen und Smartphones verwendet. „Frequency Hopping Spread Spectrum“ (FHSS) ist ein Frequenzspreizverfahren für drahtlose Datenübertragung, bei dem die Trägerfrequenz kontinuierlich und schnell wechselt.

Uni- oder bidirektional?

Zudem lassen sich beim Babyphone zwei unterschiedliche Arten von Kommunikationstechnologien unterscheiden: die unidirektionale und die bidirektionale Babyüberwachung. Die unidirektionale Übertragung erfolgt nur in eine Richtung: von der Babyeinheit (dem Sender) zur Elterneinheit (dem Empfänger). Dagegen ist bei der bidirektionalen Babyüberwachung, die auch als Gegensprechfunktion bekannt ist, eine Geräuschübertragung in beide Richtungen möglich. Damit können Eltern per Knopfdruck direkt mit ihrem Baby sprechen und es somit bereits beruhigen, während sie auf dem Weg zu ihm sind.

Welche Reichweite benötige ich?

Abhängig vom Modell verfügen Babyphones über unterschiedlich große Reichweiten. Dabei sind die Angaben der Hersteller mit Vorsicht zu genießen, da diese auf optimalsten Bedingungen für die Übertragung beruhen. Das heißt: Sie erzielen die angegebene Reichweite etwa auf freiem Feld, wenn keine Hindernisse die Übertragung stören. Befinden sich Wände, Decken oder andere Gegenstände wie Möbelstücke zwischen Sender und Empfänger, dämpfen diese die Empfangsstärke und verringern damit die Reichweite. Welche Reichweite Verbraucher benötigen, hängt davon ab, wo sie das Babyphone einsetzen möchten. In kleineren bis mittelgroßen Wohnungen bis zu 150 Quadratmetern ohne besonders massive Wände reicht eine geringere Reichweite meist aus. Für größere Wohnungen oder ein Haus empfiehlt sich ein Babyphone mit einer höheren Reichweite. Eltern, die sich mehr Bewegungsfreiheit wünschen und sich beispielsweise im Garten aufhalten, während das Kind im Zimmer schläft, sollten ebenfalls auf eine hohe Reichweite achten.

Wie strahlungsintensiv ist das Gerät?

Um Geräusche oder zusätzlich auch Bilder an den Empfänger zu übermitteln, muss ein Babyphone zwangsweise Signale senden. So erzeugen kabellose Babyphones immer Strahlung. Ob der sogenannte Elektrosmog langfristig negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat, wurde bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Gerade bei den Kleinsten empfiehlt es sich dennoch, besonders vorsichtig zu sein. Laut der deutschen Elektrosmog-Verordnung liegt die Strahlung der meisten Babyphones aber im Normbereich. Eltern, die auf Nummer sicher gehen wollen, können zudem auf ein besonders strahlungsarmes Babyphone zurückgreifen. Hierzu zählen analoge Geräte, die allerdings meist eine niedrigere Reichweite und eine schlechtere Tonqualität mitbringen. Zudem empfiehlt es sich, das Babyphone in einem Abstand von mindestens einem Meter zum Kind aufzustellen. Moderne Geräte sind auch mit etwas Abstand in der Lage, Geräusche zuverlässig zu erkennen und zu übertragen.

Welche Zusatzfunktionen sind besonders praktisch?

Neben der Hauptfunktion des Babyphones – der Geräusch- und eventuell zusätzlich der Bildübertragung – beinhalten einige Modelle Zusatzfunktionen, die zur zusätzlichen Überwachung oder zur Beruhigung des Babys dienen.

Zusätzliche Sicherheit und Kontrolle

Sowohl Audio- als auch Video-Babyphones arbeiten geräuschbasiert. Das bedeutet: Die Geräte starten die Übertragung erst, wenn ein festgelegter Geräuschpegel überschritten wird. Bei vielen Geräten ist dieser stufenweise einstellbar. Zusätzliche Kontrolle bieten Babyphones mit einer speziellen Bewegungssensormatte im Lieferumfang. Die platzieren Eltern unter ihrem Kind. Die Matte registriert die Bewegungen und je nach Modell sogar die Atmung des Kindes. Wird länger als 20 Sekunden keine Atembewegung registriert, löst das Babyphone einen Alarm aus und die Eltern können eingreifen. Ein Hersteller, der Modelle mit solchen Sicherheitsfeatures im Angebot hat, ist zum Beispiel Angelcare.

Eine weitere Funktion, welche die Sicherheit erhöht, ist eine Raumtemperaturanzeige. Damit prüfen Eltern jederzeit, ob es auch nicht zu warm oder zu kalt für den Säugling ist. Idealerweise sollte die Zimmertemperatur zwischen 16 und 20 Grad Celsius liegen. Einige Modelle verfügen zusätzlich über eine Luftfeuchtigkeitsanzeige.

Praktische Features zur Beruhigung

Neben zusätzlichen Sicherheitsfeatures bringen gut ausgestattete Babyphones komfortable Funktionen zur Beruhigung oder zur Einschlaferleichterung mit:

  • Ein Nachtlicht sorgt für eine angenehme Stimmung und erleichtert zudem den Eltern den Weg zum Kinderbett.
  • Integrierte Schlafmelodien schaffen eine beruhigende Einschlafatmosphäre. Eltern wählen diese entweder direkt über die Babyeinheit oder aus der Ferne über den Empfänger aus.
  • Ebenfalls für eine beruhigende Stimmung sorgt ein integrierter Projektor, der beispielsweise einen hübschen Sternenhimmel an die Zimmerdecke zaubert.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Babyphone nicht selbst getestet.

Im Jahr 2018 hat die Stiftung Warentest zwölf Babyphone auf den Prüfstand gestellt, darunter sechs mit zusätzlicher Videoübertragung. Die Tester beurteilten die Übertragungs- und gegebenenfalls Bildqualität, die Handhabung, die Akkuleistung sowie die Umwelteigenschaften. Letztere umfassen die Verarbeitung, die Stabilität, den Stromverbrauch und die elektrische Feldstärke. Nur zwei Produkte erhielten das Qualitätsurteil „gut“; das restliche Testfeld schnitt schlechter ab. Auffällig ist, dass die Produkte, die nur über eine Tonübertragung verfügen, im Durchschnitt besser abschnitten als die Konkurrenz mit Videoübertragung. Bei Letzteren fallen vor allem die Übertragungsqualität und die Akkuleistung im Test durchschnittlich schlechter aus.

Der Testsieger unter den Babyphonen, die ausschließlich über eine Tonübertragung verfügen, ist das SCD585 von Philips mit der Testnote 1,7. Die Akkuleistung ist die beste im Test und wurde mit „sehr gut“ beurteilt. In den restlichen Kategorien erzielte das Gerät „gute“ Ergebnisse. Das Philips-Babyphone kostet rund 165 Euro.

Die rote Laterne ging an das BeeConnect Plus von Reer mit der Testnote 3,8. Das Gerät konnte zwar zum Teil gute Ergebnisse erzielen, allerdings führten schlechte Resultate in der Kategorie „Umwelteigenschaften“ zur Abwertung. Das Babyphone fiel im Stabilitätstest durch, da sich nach einem Sturz Teile löste und das 50-Euro-Produkt nicht mehr funktionierte.

Im Test der Babyphone mit Ton- und Videoübertragung errang das SCD630/26 von Philips mit der Testnote 2,6 den Testsieg. Die Redakteure bewerteten die Handhabung mit „sehr gut“. Allerdings fielen die Bildqualität und die Akkuleistung negativ auf. Mit rund 195 Euro ist es zudem das teuerste Babyphon im Test.

Das Schlusslicht ist die Mix&Match Cam, Display L von Reer mit der Testnote 4,5. Das Gerät erzielte durchschnittliche Resultate. Auch hier erfolgte eine Abwertung aufgrund des nicht heil überstandenen Sturztests. Das rund 70 Euro teure Babyphon funktionierte nicht mehr, nachdem dessen Stabilität getestet wurde.

ÖKO-TEST hat ebenfalls 2018 insgesamt 14 Babyphone getestet, unter anderem von Beurer, Motorola und Vtech. Die Redakteure prüften die elektrischen Felder und die Strahlung der Geräte sowie deren Akustik, Ausstattung und Sicherheit. Insgesamt fielen zehn Produkte aufgrund inakzeptabler Elektrosmogwerte im Test durch, darunter sieben mit dem Urteil „ungenügend“ und drei mit „mangelhaft“. Einzig ein Gerät ist diesbezüglich nicht negativ aufgefallen und wurde von den Testern mit „sehr gut“ bewertet.

Lena Gröben

Lena Gröben

13.12.2019