Beutelloser Staubsauger-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Verbraucher können sich zwischen beutellosen Staubsaugern mit Einfach- oder Mehrfach-Zyklon entscheiden. Als zusätzliche Alternative gibt es beutellose Sauger mit Wasserfilter.
  • Eine hohe Aufnahmeleistung, also die Watt-Zahl, ist kein Nachweis für eine gute Saugleistung.
  • Stattdessen wird eine hohe Saugeffektivität und -wirkung durch das Zusammenspiel von Motoren, Ventilatoren, aerodynamischen Saugdüsen sowie einer optimierten Luftführung erreicht.
  • Nicht alle Filtersysteme halten das, was sie versprechen.
  • Hinsichtlich des Energiebedarfs unterscheiden sich beutellose Staubsauger kaum voneinander.

Was zeichnet einen beutellosen Staubsauger aus?

Beutelloser Staubsauger

Staubsaugerbeutel wechseln? Schnee von gestern. Auch ohne Beutel saugt es sich erstklassig. Der Dyson mit seiner Multizyklon-Technik gilt immer noch als der Inbegriff für das beutellose Saugen. Der Werbeslogan „Saugkraft in Orkanstärke“ ist längst zum Kultspruch avanciert. Mittlerweile bauen aber auch viele weitere Hersteller Staubsauger ohne Beutel, die dabei mitunter deutlich günstiger sind als die Geräte von Dyson. Das Angebot ist inzwischen derart gewachsen und facettenreich, dass die Wahl häufig tatsächlich zur Qual wird.

Im Jahr 1875 wurde das erste Haushaltsgerät erfunden, das Staub entfernen konnte. Das Funktionsprinzip basierte auf dem Erzeugen von Druckluft. Staub wurde also nicht eingesaugt, sondern per Druckluft in ein speziell für diesen Zweck angefertigtes Behältnis gepustet. Dem Konstrukt fehlte es zwar an Effizienz, präsentierte sich aber als bahnbrechend hinsichtlich der Gestaltung von Staubsaugern. Auf Grundlage dieser Konzeption entwickelten Techniker dann 1899 den ersten richtigen Staubsauger. 1908 kam dann bereits die Weiterentwicklung dieses Urmodells auf den Markt; hergestellt und vertrieben wurde das mit einer speziellen Motortechnik ausgestattete Folgemodell von der Firma Hoover. 1912 etablierte sich der Staubsauger auch in Deutschland. Der erste hier vertriebene Staubsauger trug den Namen Hoover Lux 1. Den ersten Sauger deutscher Fertigung entwickelte dann das Unternehmen AEG (damals noch unter einem anderen Namen).

So lange gibt es Staubsauger schon

Die Stärken eines beutellosen Staubsaugers

Staubsauger gelten in der Mehrzahl der Haushalte in Deutschland als eine Anschaffung mit langfristigem Charakter. Ein Sauger hält zwar nicht das ganze Leben, aber ein paar Jahre sollten es doch schon sein. Solange der alte und in der Praxis bestens bewährte Beutelstaubsauger also noch munter saugt, warum dann überhaupt in einen beutellosen Staubsauger investieren? Auf den ersten Blick erscheint der Umgang mit einem Beutel-Staubsauger zudem auch noch einfacher. Es muss nichts gereinigt werden. Nutzer saugen einfach, müssen anschließend den vollen Beutel aus dem Sauger herausnehmen und in die Mülltonne werfen. Das ist aber gegenüber den beutellosen Staubsaugern auch die einzige nennenswerte Stärke der klassischen Bodenreiniger.

Folgende Übersicht veranschaulicht die Vor- und Nachteile eines beutellosen Staubsaugers:

ProKontra
Keine Folgekosten, da der Erwerb neuer Staubbeutel entfällt Zum Teil lauter im Betrieb als herkömmliche Staubsauger
Umweltfreundlicher aufgrund der reduzierten Müllmenge Entleeren und Reinigen der Staubbox ist aufwendig und unhygienisch
Keine Geruchsbildung durch Bakterien oder Schimmel Teuer in der Anschaffung
Keine Verringerung der Saugkraft im Falle einer gefüllten Staubbox
Transparenz wegen des durchsichtigen Gehäuses
Optimierte Mobilität dank ihrer kompakten Bauweise
Nervenschonend, da die häufig vergebliche Suche nach dem passenden Beutel ausbleibt

Die Zyklon-Technik: So funktioniert ein beutelloser Staubsauger

Plastik Auffangbehälter

Ein Staubsauger funktioniert im Allgemeinen nach einem sowohl offensichtlichen als auch simplen Grundprinzip. Das jeweilige Gerät saugt Luft und damit zugleich den sich auf den Oberflächen angesammelten Staub ein. Nachdem der Sauger den Hausstaub verschluckt hat, wird die staubbelastete Luft durch einen integrierten Filter geleitet. Der Staub bleibt dabei an dem Filter hängen; das sind die bekannten Staubbeutel, die Verbraucher wechseln müssen, sobald die Saugkraft nachlässt. Beutellose Staubsauger nutzen demgegenüber die Technologie des Fliehkraftabschneiders, um den Staub von der Luft sauber zu trennen.

Dabei arbeiten beutellose Staubsauger mit der so bezeichneten Zyklon-Technik. Eingesaugt wird die Luft – wie auch bei herkömmlichen Modellen mit Beutel – durch einen Unterdruck. Vom Funktionsprinzip her wird dann der angesaugte Luftstrom und die darin enthaltenen Dreckpartikel in eine Wirbelströmung versetzt. Dadurch entstehen Fliehkräfte, die auf die Dreck- beziehungsweise Staubpartikel wirken. Die Staubpartikel werden dabei mit dem Luftstrom mitgerissen und an den Behälterrand des Fliehkraftabschneiders gedrückt, bevor sie an der Außenseite entlang in den Auffangbehälter gelangen. Der Fliehkraftabschneider wird auch Zyklon genannt.

Dieser Zyklon ist für die Beschleunigung und Verwirbelung der eingesaugten Luft zuständig. Da die Staubteilchen unabhängig von ihrer Größe eine Masse haben, werden Sie dann eben nach außen gedrückt. Die saubere Luft verbleibt demgegenüber in der Mitte des Wirbels, wird anschließend wieder abgesaugt und durch ein Filtersystem, zumeist HEPA-Filter, nach außen abgegeben. Dieser letzte Filter kommt allerdings nicht bei allen beutellosen Modellen, zum Einsatz. Oftmals hängt die Verwendung des Filters mit der jeweiligen Rotationsgeschwindigkeit zusammen. Grundsätzlich müssen Sie bei einem Staubsauger ohne Beutel zwischen verschiedenen Varianten unterscheiden:

Variante 1: Beutellose Staubsauger mit Einfach-Zyklon

Bei Staubsaugern mit Einfach-Zyklon besteht der Abschneider aus einem Bauteil in Konusform. Die angesaugte Luft und die in ihr enthaltenen Staubpartikel werden dabei seitlich in das konusförmige Bauteil eingeleitet. Im Zyklon selbst strömt dann die saubere Luft nach oben und wird wieder abgesaugt. Aufgrund ihrer Masse bewegen sich die Staubpartikel demgegenüber entlang der Konuswand nach unten, wo sie ein Sammelbehälter schließlich auffängt. Dieser Auffang-Vorgang erfolgt in zahlreichen Systemen ohne weitere technischen Hilfsmittel beziehungsweise Vorkehrungen. Einige Modelle ohne Beutel haben hier allerdings einen Wasserfilter installiert. Dies bewirkt, dass die Staubteilchen nicht in einen trockenen Behälter, sondern buchstäblich direkt ins Wasser fallen. Wenn Sie dann den Staubbehälter zwecks Entleerung auskippen, wirbelt der Staub nicht auf. Diese Vorgehensweise funktioniert in der Regel verhältnismäßig effektiv. Sind allerdings die Staubpartikel zu klein, funktioniert das nicht mehr.

Denn Feinstaubpartikel weisen eine wesentlich kleinere Masse auf. Daher kommt hier dann ein Trennfilter zum Einsatz, der den Staub aus der Luft entfernt. Filter dieser Art bestehen zumeist aus Papier. Durch diese Materialwahl weist ein Trennfilter einen entscheidenden Nachteil auf. Papier verschmutzt, was dann die Saugkraft – ebenso wie bei den klassischen Staubsaugern mit Beutel – vermindert. Um dieses Problem zu beheben, muss der Trennfilter aus Papier immer wieder ausgebaut werden und unter fließendem Wasser wieder gereinigt werden. Ist dies geschehen, muss der Trennfilter dann erst noch komplett trocken. Denn das Wasser verschließt die Poren von Papier; der Filter ist also nicht mehr durchlässig. Der beutellose Sauger kann aber ohne diesen Filter nicht genutzt werden. Verbraucher müssen warten, bis der Papierfilter trocken ist.

Variante 2: Beutellose Staubsauger mit Mehrfach-Zyklon (Multizyklon-Staubsauger)

Um diesen Nachteil bei einem beutellosen Staubsauger mit Einfach-Zyklon zu beheben beziehungsweise zu beseitigen, entwickelte der Hersteller Dyson in den 1980er Jahren ein Alternativmodell, das mit einem Mehrfach-Zyklon ausgestattet wurde. Mittlerweile hat sich diese Technik zu einer gängigen Variante entwickelt. Von der eigentlichen Funktionsweise her gibt es dabei allerdings gar keine großen Unterschiede. So werden auch bei einem Mehrfach-Zyklon die großen Staubpartikel durch Verwirbelung vom Luftstrom getrennt. Der nun vorgereinigte Luftstrom wird anschließend in mehrere kleine Zyklone geleitet. In diesen kommt es zu einer noch stärkeren Verwirbelung, um auch die feinen und feinsten Partikel herauszufiltern.

Dabei kommt es darauf an, wie viele Zyklon-Stufen letztendlich in einem beutellosen Sauger hintereinander geschaltet sind. Als Faustregel gilt hier: Je mehr Stufen zur Verfügung stehen, desto wirkungsvoller arbeitet das System. In den qualitativ hochwertigen und zumeist auch vergleichsweise hochpreisigen Mehrfach-Zyklon-Sauger wird oftmals noch nicht einmal mehr ein Filter für den Feinstaub benötigt, da der Mehrfach-Zyklon diesen schon komplett und zuverlässig aussortiert. Anfangs waren diese Sauger-Varianten mit Mehrfach-Zyklon sehr teuer; seit einigen Jahren bieten aber viele Firmen beutellose Staubsauger mit Mehrfach-Zyklon zu erschwinglichen Preisen an.

Variante 3: Beutellose Staubsauger mit Wasserfilter

Wie bereits zuvor angemerkt, arbeiten einige Staubsauger ohne Beutel auch mit einem Wasserfilter. Da hierbei ein anderes technisches Konzept zur Anwendung kommt, stellen die beutellosen Staubsauger mit Wasserfilter durchaus eine eigene Produktklasse dar. Mit einem solchen Sauger können Sie – dank der speziellen Technologie – auch nassen Schmutz zum Beispiel von einem Textilboden. Zusätzliche Filter kommen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz. Dadurch entfällt dann auch das mitunter komplizierte und zeitaufwendige Wechseln und Reinigen der Filter.

Beutellose Staubsaugern dieser Art saugen die Luft durch ein integriertes Wasserbad hindurch an. Dabei bildet sich im Wasser ein Luftkanal, wodurch die Filterwirkung entsteht. So werden die massereicheren Staubpartikel dann vom Wasserbad beziehungsweise vom Wasser gebunden und aussortiert. Diese Technik funktioniert aber – wie auch bei der Zyklon-Technologie – lediglich bei massereichen Partikel. Der Feinstaub wird dagegen durch den Luftkanal im Wasser widerstandslos mitgerissen. Damit auch der Feinstaub entfernt werden kann, verfügen die beutellosen Staubsauger mit Wasserfilter über einen weiteren Filter direkt hinter dem Wasserbad. Bei manchen Geräten kommt auch ein Separator zum Einsatz.

Bei einem Separator handelt es sich um einen Rotor, der sich mit hoher Geschwindigkeit dreht und damit die staubbeladene Luft in eine Drehbewegung versetzt. Die Luft und die darin enthaltenen Staubpartikel strömen dann anschließend über die Wasseroberfläche. Dabei werden die mitgeführten Staubpartikel in das Wasser gewirbelt. Das Wasser wiederum bindet den Feinstaub, der sich am Rand absetzt. Laut Testergebnissen und Expertenmeinungen sind beutellose Wasserstaubsauger mit Separatoren die effektivste Variante, sind in der Regel aber teurer als Multizyklon-Staubsauger.

Darauf ist vor dem Kauf zu achten

Um welche Variante es sich auch immer handelt, bei der Auswahl des für die eigenen Zwecke passenden Staubsaugers ohne Beutel sind immer einzelne Merkmale die entscheidenden Faktoren. Manchmal liegt der Unterschied dabei nur im Detail. Allerdings glauben immer noch viele Verbraucher, dass die Watt-Zahl eines Saugers gleichzeitig auch die Qualität bestimmt. In früheren Zeiten war dies in der Regel auch der Fall. Die Zeiten haben sich aber geändert. Zahlreiche Testergebnisse belegen, dass die Watt-Zahl kein Nachweis für Leistung beziehungsweise Qualität ist. Auch beutellose Staubsauger mit weniger als 1.000 Watt sind nicht schlechter, oftmals sogar besser oder leistungsstärker als Geräte mit hohen Watt-Zahlen.

Die Hersteller konzentrieren sich längst nicht mehr ausschließlich auf die Leistungskraft. Denn mehr Watt bedeutet in diesem Fall nicht automatisch mehr Leistung. Vielmehr stehen jetzt die eingesetzten Technologien verstärkt im Fokus. Wichtig ist es dabei, wie viel vom Power beziehungsweise von der Energie letztendlich am Boden ankommt. Diese Entwicklung wird noch zusätzlich durch Bestimmungen der Europäischen Union unterstützt. Demnach ist die Watt-Grenze für beutellose Staubsauger seit September 2017 sogar auf 900 Watt heruntergefahren worden. Trotzdem erhalten Verbraucher natürlich auch noch beutellose Staubsauger mit höheren Watt-Zahlen, denn im Rahmen einer zweijährigen Übergangsphase dürfen Hersteller und Händler weiterhin Geräte bis maximal 1.600 Watt anbieten.

Energieeffizienz: Auf ein Jahr bezogen gibt es nur vergleichsweise geringe Unterschiede

Staubsauger Energieeffizienz

Von der Aufnahmeleistung abgesehen, steht hier immer auch die Energieeffizienz respektive der Stromverbrauch im Fokus. Die EU hat diesbezüglich spezifische technische Kriterien formuliert, an die sich alle Hersteller halten müssen. So werden seit September 2014 auch beutellose Staubsauger mit dem Energielabel gekennzeichnet. Dabei wird zum einen die Energieeffizienz bewertet, zum anderen wird der Stromerbrauch pro Jahr bei einem wöchentlichen Reinigungsgang einer Standard-Wohnung mit einer Größe von 87 Quadratmetern angegeben. Außerdem sind die Staubemissionsklasse, die Teppich- und Hartbodenreinigungsklasse sowie die Lautstärke vermerkt.

Das Label liefert dabei sicherlich wichtige Erkenntnisse für Ihre Kaufentscheidung. Aber wenn Sie die jeweiligen Verbrauchszahlen miteinander vergleichen, fällt auf, dass die Einsparungen von Geräten der Effizienzklasse A zu Modellen der Effizienzklasse G maximal 30 Kilowattstunden betragen. Bei einem Strompreis von 0,28 Euro sind das bei einer 87 Quadratmeter Wohnung noch nicht einmal zehn Euro im Jahr. Dieser Punkt fällt nur dann deutlicher ins Gewicht, wenn Sie täglich größere Flächen saugen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie Ihre Kaufentscheidung nicht zu stark auf die Energieeffizienz ausrichten.

Ihre erste Entscheidung: Einfach- oder Mehrfach-Zyklon?

Bevor Sie die einzelnen Modelle unter die Lupe nehmen, müssen Sie immer eine Grundsatzentscheidung treffen. In der Regel bieten die Multizyklon-Staubsauger mehr Power und ausgefeiltere Technologie-Features, kosten dafür im Normalfall aber auch mehr. Dieser Vorteil macht sich gerade bei einem intensiven Saugverhalten bemerkbar. Für kleinere Wohnungen eignet sich demgegenüber oftmals ein Sauger mit Einfach-Zyklon besser, da diese oftmals leichter und handlicher sind. Auch die Größe eines Saugers ist zu beachten. Zum einen sollte die Größe des Saugers stets den Platzverhältnissen entsprechen und zum anderen geht es um die Unterbringungsmöglichkeit. Haben Sie nicht viel Stauraum zur Verfügung, sollten Sie gezielt nach kleineren Modellen Ausschau halten.

HEPA-Filter: Feinstaub trotz Filter?

Staubsaugerfilter

Einen entscheidenden Faktor bei einem beutellosen Staubsauger kommt dem Filtersystem zu. Der High Efficiency Particulate Air Filter (HEPA) ist dabei besonders wichtig für Allergiker. Hierbei handelt es sich um einen Schwebstofffilter, der zur Ausfilterung von zum Beispiel Viren, Bakterien, Milbeneiern, Pollen, Stäuben, Rauchpartikeln und Aerosolen aus der Luft genutzt wird. In Europa sind die verschiedenen Filter-Effizienzen in so bezeichnete Partikelfilterklassen eingestuft; es gibt insgesamt 17 Klassen. Der garantierte Abscheidegrad steigt dabei mit den einzelnen Stufen. Eingesetzt werden HEPA-Filter vor allem in Intensivstationen, Operationsräumen, Laboratorien, Reinräumen, Luftwäschern und der Kerntechnik. Zudem werden HEPA-Filter eben auch in Staubsaugern eingebaut.

Ein guter Filter alleine reicht manchmal nicht

Diesbezüglich sind inzwischen eine Vielzahl von Filtern im Handel erhältlich, die zwar allesamt die Bezeichnung HEPA im Produktnamen tragen, aber nicht die festgelegten Spezifikationen der EN-Normen gewährleisten. Beutellose Staubsauger werden dabei prinzipiell in Emissionsklassen eingeteilt. Legen Sie sich zum Beispiel ein Gerät mit der Emissionsklasse A zu, erhalten Sie in der Regel einen Staubsauger mit einem HEPA-Filter, der die austretende Luft besonders gründlich reinigt. Trotzdem aber garantiert ein guter HEPA-Filter mit einer hohen Filter-Effizienz noch lange nicht für komplett saubere Luft. Vielmehr kommt es auf das Gesamtsystem an. Denn was nützt ein erstklassiger HEPA-Filter, wenn die Dichtigkeit des Gesamtsystems zu wünschen übriglässt.

Emissionsklassen sind nur bedingt aussagekräftig

So wurde in Tests (unter anderem TESTBILD und Stiftung Warentest) aufgezeigt, dass beutellose Sauger mit der Emissionsklasse B durchaus mehr vor Feinstaub schützen können als etwa Geräte mit der Emissionsklasse A. Dies liegt am Zusammenspiel der baulichen Komponenten und wie dicht zum Beispiel Schläuche sind respektive wieviel Feinstaub durch Fugen, Ritzen und Lüftungsschlitze entweichen kann.

Folgendes Beispiel steht hier stellvertretend für mögliche Szenarien: So handelt es sich zum Beispiel bei Produkt A um ein Gerät mit der Emissionsklasse A, während Produkt B in die Emissionsklasse B eingeordnet wurde. Vom Papier her ist das Produkt A mit seiner Emissionsklasse also gerade für Allergiker das bessere Gerät. Tests haben aber gezeigt, dass Produkt B insgesamt lediglich 510 Partikel des Normstaubs ausstößt; Produkt A kommt demgegenüber auf rund 700 Partikel.

Um als Allergiker auf Nummer sicher zu gehen, sollten sich Verbraucher für ein Modell entscheiden, bei dem die Wirksamkeit des Filters von unabhängigen Institutionen bestätigt wird. Die medizinische Organisation Allergy UK zertifizierte zum Beispiel die in vielen Miele-Geräten verbauten Air Clean Lifetime Filter, da bei den umfangreichen Prüfungen selbst kleinste Feinpartikel zu 99,999 Prozent vom Filtersystem aussortiert wurden.

Lautstärke: Ab rund 80 Dezibel ist Saugen so laut wie ein vorbeifahrender LKW

Ein weiteres wichtiges Kriterium für Ihre Kaufentscheidung ist die Lärmbelästigung, wobei Lärm an sich durchaus auch eine Emission darstellt. Wenn Sie Ihre eigenen Ohren und auch die Nerven Ihrer unmittelbaren Nachbarn schonen möchten, sollten Sie sich immer für einen beutellosen Staubsauger mit geringen Dezibelwerten entscheiden, denn Lautstärke ist keineswegs ein Indiz für mehr Sauberkeit.

Hierfür gibt es genügend Beispiele in der Praxis: So überzeugte in verschiedenen Tests ein beutelloser Staubsauger, bei dem sich die durchgeführten Lautstärke-Messungen bei rund 64 Dezibel einpendelten; das ist nicht lauter beziehungsweise störender als eine Unterhaltung zweier Personen. Dabei zeigt das Modell aber eine gute Reinigungsleistung, was beweist, dass die Reinigungsergebnisse nicht mit einem lauten Motorengeräusch verbunden sind. Verbraucher sollten also verstärkt Ausschau nach Modellen mit eher geringen Dezibelwerten Ausschau halten. Dies wird noch wichtiger, wenn man bedenkt, dass das menschliche Gehör bereits zehn Dezibel mehr als eine Verdoppelung der Lautstärke wahrnimmt. Ab 80 Dezibel müssen sich Nutzer daher auf eine Geräuschkulisse einstellen, die ähnlich viel Krach produziert wie ein vorbeifahrender LKW.

Zum Vergleich: Wann wird aus Geräuschen Lärm?

Beutellose Staubsauger weisen in der Regel Lautstärken zwischen 60 und 85 Dezibel auf. Um die jeweilige Belästigung durch die Lautstärke einschätzen zu können, orientieren Sie sich an folgenden Werten:

  • 65 Dezibel: Fernseher in Zimmerlautstärke, Nähmaschine, normales Gespräch
  • 70 Dezibel: Wasserkocher, laufender Wasserhahn
  • 75 Dezibel: Waschmaschine beim Schleudern, Kantinenlärm, Großraumbüro
  • 80 Dezibel: Klavierspiel, Streitgespräch
  • 85 Dezibel: Hauptverkehrsstraße, Saxofonspiel
  • 90 Dezibel: Türknallen, Orchestergraben, Kammerkonzert
  • 95 Dezibel: Holzfräsmaschine, Musik über Kopfhörer

Energiebedarf: Hier gibt es kaum noch große Unterschiede

Jahrelang war der Energiebedarf ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal bei Staubsaugern. Es gab echte Energiefresser, die mit einem überaus erhöhten Energiebedarf aufwarteten und als Umweltsünder gebrandmarkt wurden. Diese Zeiten sind spätestens seit den stetig gesenkten EU-Obergrenzen vorbei. Aktuell variiert die maximale Leistungsaufnahme bei den im Handel erhältlichen Modellen zwischen 660 und 820 Watt. Diese Zahlen sind allerdings noch nicht wirklich aussagekräftig. Vielmehr kommt es darauf an, wie das Verhältnis der verbrauchten Leistung beziehungsweise Energie zum Reinigungsergebnis aussieht. Denn die ganzheitliche Motorleistung eines beutellosen Staubsaugers fungiert in der Praxis keineswegs als die wichtigste Kennzahl. Sie hat zwar ohne Frage bis zu einem gewissen Grad entsprechenden Einfluss auf die allgemeine Saugleistung, aber auch andere Faktoren und Eigenschaften spielen hier eine relevante Rolle.

Die Technologie als relevanter Faktor

In erster Linie ist hier die verwendete Technik beziehungsweise Technologie entscheidend. Denn diese ist dafür verantwortlich, was ein Sauger letztendlich aus dem vorhandenen Leistungspotenzial herausholt. Damit nämlich der erzeugte Luftstrom auch tatsächlich als potentielle Saugkraft genutzt werden kann, muss er erst einmal bestenfalls verlustfrei zur Düse gelangen. Dies schaffen aber bei Weitem nicht alle beutellosen Geräte. Denn je nach integriertem Filtersystem, Düsenkonstruktion und Saugrohr gehen einige Prozentpunkte an aufgenommener Leistung verloren.

Bei der Entwicklung ihrer Geräte haben die Hersteller explizit auf diese sensiblen und erfolgskritischen Punkte geachtet. Einige Geräte erreichen mittlerweile Strömungsgeschwindigkeiten von über 100 Kilometer pro Stunde. Kombiniert mit zum Beispiel einer strömungsgünstigen Luftführung, einer optimierten Bodendüse sowie Zentrifugalkräften garantieren Gerät für eine starke Reinigungsleistung trotz vergleichsweise geringer Watt-Zahlen.

Für eine hervorragende Saugleistung steht auch die Power Cyclone Technologie, die den Luftwiderstand gezielt minimiert. Die Funktionsweise basiert dabei auf drei Stufen. Zu Beginn gelangt die Luft dank des glatten und geraden Lufteinlasses extrem schnell in die Zyklon-Kammer. Anschließend befördert ein geschwungener Luftkanal die Luft ebenfalls zügig weiter nach oben, wo die Luft dann durch die Seitenflügel am Ende des Kanals effektiv von Staubpartikeln befreit wird. Immer mehr in den Fokus rückt auch die intelligente Sensortechnik, die automatisch die Saugleistung überwacht und dadurch eine hohe Saugleistung gewährleistet.

Bedienkomfort: Eine einfache Handhabung erleichtert die Arbeit

Neben der Saugleistung und der Energieeffizienz steht auch immer der Bedienkomfort im Fokus. Je angenehmer die Handhabung und die Bedienung eines beutellosen Staubsaugers ist, desto einfacher und schneller können Nutzer saugen. Hier gilt es, unter anderem darauf zu achten, dass der Sauger ergonomisch geformte Griffe aufweist. Zudem sollte direkt am Griff eine bequeme Bedienung möglich sein. Denn so müssen Verbraucher sich nicht ständig bücken, um an die Funktionstasten zu kommen. Das erleichtert die Arbeit im Haushalt. Lassen sich zudem die Geräte auch direkt auf dem Stand drehen, erhöht das zusätzlich den Saugkomfort. Denn dank dieser Drehmöglichkeit ist der Gerätekorpus beim Saugen nie im Weg und Sie kommen mit dem jeweils passenden Zubehör ohne Probleme in jede Ecke.

Kein Zusammenhang zwischen Gewicht und Saugwirkung

Ein entscheidender Faktor ist auch das Gewicht eines Saugers. Einige Modelle bringen rund zehn Kilogramm auf die Waage. Das schränkt – je nach Konstitution des Nutzers und nach baulichen Gegebenheiten – Flexibilität und Mobilität teilweise erheblich ein. Möchten Nutzer ihren beutellosen Staubsauger beispielsweise auf zwei Ebenen respektive auf zwei Stockwerken einsetzen, ist eher ein deutlich kleineres und zugleich auch handlicheres Gerät die bessere Wahl. Im Handel sind diesbezüglich beutellose Staubsauger erhältlich, die mit einem Gewicht von unter fünf Kilogramm aufwarten. Dabei müssen Verbraucher keine Sorge haben, dass die leichteren Modelle auch im Hinblick auf die Saugleistung Leichtgewichte sind. Denn die Saugwirkung steht in keiner erkennbaren Verbindung zur Masse. Dies belegen eindrucksvoll verschiedene Testresultate, bei denen auf den oberen Plätzen hinsichtlich der Saugleistung das jeweilige Gewicht um drei bis vier Kilo variiert.

Aktionsradius: Eine Kabellänge von zehn Metern ist der Normalfall

Beutelloser Stabstaubsauger

Für diesen Radius ist die jeweilige Kabellänge des Saugers verantwortlich. Die meisten Geräte verfügen über Kabel mit einer Länge von zehn Metern. Einige Modelle bieten sogar Kabel mit einer Länge von zwölf Metern an. Allerdings gibt es auch Geräte, die es lediglich auf eine Kabellänge von acht Meter bringen. In einem normalen Raum sollten zwar auch acht Meter ausreichen, aber bei flächenmäßig großen Saugarealen kann es Ihnen hier passieren, dass Sie das eine oder andere Mal die Steckdose wechseln müssen. Grundsätzlich hängt es immer von den Gegebenheiten und Ihren persönlichen Bedürfnissen ab, welche Länge das Kabel letztendlich aufweisen sollte.

Staubbehältergröße auf die Saugfläche ausrichten

Ein großer Behälter fasst in der Regel einen Liter oder sogar mehr. Das hat natürlich den Vorteil, dass Nutzer länger ohne Unterbrechung saugen können und den Behälter nicht so oft leeren müssen. Behälter mit einem geringeren Fassungsvermögen müssen sie demgegenüber öfters ausleeren, dafür aber haben die Sauger auch weitaus kompaktere Bauformen. Zudem sollten Verbraucher den Behälter immer leicht herausnehmen können. Gerade Klick-Verschlüsse bieten hier im Hinblick auf die Handhabung echten Komfort.

Diese vier Staubsauger-Mythen sind Humbug
  • HEPA-Filter sorgen für eine staubfreie Luft.
    Das stimmt nicht immer, denn bei einigen Geräten fliegt der Staub aus sämtlichen Ritzen, sodass auch der beste HEPA-Filter nichts nützt.
  • Auf das Energielabel können Sie sich immer verlassen.
    Das stimmt nur bedingt: Nimmt ein beutelloser Staubsauger der Energieeffizienzklasse A nur wenig Staub auf, müssen Sie länger saugen. Das bedeutet eine längere Betriebszeit und damit auch einen höheren Energieverbrauch als angenommen.
  • Je mehr Leistung ein Staubsauger aufweist, desto besser ist dann auch das Saugergebnis.
    Das galt früher einmal. Seit Einführung der EU-Verbrauchsgrenzen reichen heute häufig 800 Watt anstatt der früher nötigen 2.400 Watt aus.
  • Aufgesaugte Spinnen krabbeln später wieder aus dem Sauger heraus.
    Das ist (im Hinblick auf beutellose Staubsauger) ein Mythos, der keinerlei Wahrheitsgehalt aufweist. Aufgesaugte Spinnen werden nämlich von den Fliehkräften beutelloser Sauger getötet

Darauf sollten Sie bei der Nutzung achten

Auffangbehälter reinigen

Auffangbehälter reinigen

Nach jedem Entleeren ist es ratsam, den Auffangbehälter mit Hilfe von fließendem Wasser gründlich zu reinigen, um alle Bakterien und Staubpartikel zu entfernen. Bei Bedarf verwenden Verbraucher zusätzlich ein für Kunststoff geeignetes Reinigungsmittel.

Auffangbehälter reinigen

Auffangbehälter trocknen

Nach der Reinigung gilt es, den Auffangbehälter immer gründlich abtrocknen. Wenn beutellose Staubsauger nämlich eines nicht vertragen, dann ist das Feuchtigkeit.

Staubsauger auseinanderbauen

Staubsauger auseinanderbauen

Für eine gründliche Reinigung von Gerät und Rohren bauen Nutzer ihren Staubsauger auseinander, ohne den Motor auseinanderzunehmen (wegen Garantie und Gewährleistung). Nutzer kümmern sich nur um die Teile, die durch Schraub- oder Steckverbindungen auch wirklich auseinandernehmbar sind. Werkzeug benötigen sie hierfür nicht.

Rohr reinigen

Rohr reinigen

Verbraucher schieben einen Besenstiel in die Rohre, um etwaige Verstopfungen oder Verkrustungen zu lösen. Ist das Rohr von innen hartnäckig verunreinigt, legen sie es in mit Spülmittel angereichertes Wasser. Nach rund einer Stunde haben sich in der Regel die Verschmutzungen gelöst. Anschließend spülen sie das Rohr mit Wasser aus und lassen es trocken. Das Rohr ist zum Trocknen am besten für etwa 24 Stunden aufrecht auf eine weiche Unterlage zu stellen.

Saugschlauch reinigen

Auch beim Saugschlauch lösen Nutzer mit einem Besenstiel oder ähnlichen Hilfsmitteln mögliche Verstopfungen und grobe Verunreinigungen effektiv. Alternativ nehmen sie bei kleineren Verschmutzungen ein Kabel. Sie umwickeln es mit Papier oder Stoff und ziehen es durch den Saugschlauch. Allerdings sollten sie es unterlassen, nass zu reinigen, da sie den Schlauch von innen nur schwer wieder trocknen können.

Bodendüse kontrollieren

Bodendüsen kontrollieren

Die Bodendüsen sind regelmäßig zu kontrollieren. Um Staub und Schmutzpartikel von der Düse zu entfernen, reinigen Verbraucher den Bürstenkranz mit einer Bürste oder einem Kamm. Auch mit einer Tierhaarbürste bekommen sie die Düse wunderbar sauber.

Filter reinigen

Filter reinigen

Nutzer reinigen regelmäßig die verbauten Filter. Dazu klopfen sie erst einmal den Filter gründlich aus, um die groben Partikel zu lösen. Danach weichen sie den Filter etwa eine halbe Stunde in einem Wasserbad ein. Hierbei lösen sich viele Verunreinigungen. Unterstützend können sie die Lamellen auch vorsichtig mit einer Zahnbürste reinigen. Da die Lamellen sehr empfindlich sind, sollten sie auf keinen Fall scharfe Spülmittel verwenden. Der Filter sollte vor dem Einsetzen immer komplett ausgetrocknet sein.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich von beutellosen Staubsaugern. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.

Insgesamt 106 Staubsauger sind inzwischen in der Testdatenbank der Stiftung Warentest zu finden, darunter auch 31 beutellose Staubsauger. Getestet wurden die Staubsauger im Hinblick auf ihre Saugleistung, ihre Handhabung, ihre Umwelteigenschaften, ihre Haltbarkeit, ihre Sicherheit und ihre Schadstoffbelastung. Unter den Modellen ohne Beutel erhielten 14 Testgeräte das Testurteil „Gut“, 12 das Testprädikat „Befriedigend“, zwei die Bewertung „Ausreichend“ und drei lediglich ein „Mangelhaft“. Zum Testsieger mit der Testnote 2,0 wurde das Testmodell BGS5BL432 von Bosch gekürt. Auf dem zweiten Platz landete der Miele SKCP3 Blizzard CX1 Excellence (Testnote 2,1). Platz drei konnte der Severin MY 7116.142 (Testnote 2,3) ergattern.

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST widmete sich im Oktober 2013 dem Thema beutellose Staubsauger. Elf Modelle zu Preisen zwischen 50 und 450 Euro prüften die Tester auf Herz und Nieren, darunter Staubsauger der Marken AEG, Bosch, Clatronic, Royal Appliance, Dyson, Fakir, Candy-Hoover, Philips, Rowenta, Robert Thomas und Vax. Zehn Testgeräte arbeiten mit der Zyklon-Technologie, ein Staubsauger ist mit einem Wasserfilter ausgestattet. Im Praxistest konzentrierten sich die Tester insbesondere auf das Saugen, die Handhabung und die Technik. Ebenfalls zu den Testkriterien gehörte das Material. Das Testfazit: Vor allem auf Teppich ließ die Saugleistung der Staubsauger ohne Beutel eher zu wünschen übrig. Entsprechend schnitten nur fünf Modelle mit dem Testurteil „Sehr gut“ ab. Abzüge gab es unter anderem wegen der unhygienischen Entleerung der Staubbox beziehungsweise der Reinigung des Filters.

Steffen Stasick

Steffen Stasick

23.11.2020