Bodenwischer-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze:
  • Bodenwischer gibt es in verschiedenen Formen: vom bekannten Eimer-Set mit Schleuder- oder Auswring-Mechanismus bis hin zum Wischer mit Sprühfunktion.
  • Die Kombination aus Schleudermechanismus, intuitiver Bedienbarkeit und möglichst breitem Wischerkopf erweist sich als besonders effektiv bei der Bodenreinigung.
  • Achten Sie auf die Eigenheit des jeweiligen Bodenbelags. Fliesen, Laminat und Parkett haben jeweils andere Anforderungen an die Reinigung.

Bequemes Reinigen dank Bodenwischer

Nach dem Bodenwischen ist bekanntlich vor dem Bodenwischen: Kaum haben Sie gewischt, schon könnten Sie erneut den Böden reinigen. Egal ob Hunde- oder Katzenpfoten, Gummistiefel oder ein heruntergefallener Trinkbecher – Gründe gibt es reichlich, deshalb sollte die Reinigung möglichst schnell und komfortabel vonstattengehen. Beim Bodenwischer ist der Name Programm: Mit dem praktischen Haushaltshelfer lassen sich Laminat und Fliesen schnell und einfach reinigen. In der Regel besteht er aus einem Wischkopf, wahlweise mit einem Bezug oder Pad bezogen, sowie einem langen Stiel. Neben diesen einfachen Mopps und Flachwischern gibt es auch elektrische Dampfbesen beziehungsweise Wischer.

Egal welche Variante Sie bevorzugen, Bodenwischer sind effizienter als die Kombination aus Wischlappen und Schrubber. Noch dazu sind sie umweltfreundlicher als feuchte Bodentücher, da deutlich weniger Abfall anfällt. Viele Bezüge können in der Waschmaschine gewaschen und dementsprechend immer wieder verwendet werden – das spart auch Geld.

Welche Bodenwischer-Typen gibt es?

Bei den klassischen manuellen Bodenwischern gibt es zwei Typen: Flachwischer, die mit einem rechteckigen Baumwoll- oder Mikrofasertuch bezogen werden, und Fransenmopps, meist rund und mit mehreren langen Fransen versehen, zwischen denen sich grober Schmutz und Haare sammeln. Welcher Bodenwischer-Typ für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihren Böden ab.

Flachwischer

Charakteristisch für Flachwischer ist der lange, flache Wischkopf. Er ist unterschiedlich breit und daher für verschieden große Flächen geeignet. Meist verfügt er über einen wechselbaren, mitunter wiederverwendbaren Bezug, der sich bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine reinigen lässt. Dieser wird über Klemmen oder Druckknöpfe am Wischkopf befestigt. Die Alternative sind feuchte Einwegtücher, die nach dem Wischen weggeworfen werden. Sie sind allerdings nicht umweltfreundlich und mit den zuvor genannten Systemen häufig nicht kompatibel.

Der Vorteil des Flachwischers liegt in seiner optimierten Gestaltung zur Reinigung großer Flächen, die er seiner Arbeitsbreite zu verdanken hat. Allerdings zeigt er vor allem bei Ecken Schwächen in der Reinigungsleistung. Auch Nischen und Möbel können für ihn zur Herausforderung werden.

VorteileNachteile
Zeitsparende Reinigung größerer FlächenKeine gute Reinigungsleistung in Zimmerecken oder an Möbelkanten
In der Regel in der Maschine waschbar

Fransenmopp

Der Fransenmopp zeichnet sich im Gegensatz zum Flachwischer durch einen runden Wischkopf mit fransigem Bezug aus. In diesem bleiben Haare und Schmutz leicht hängen. Während der Bodenreinigung lässt er sich im Wischeimer ausspülen und auswringen. Verfügt das Wischsystem über einen entsprechenden Mechanismus, lässt sich der Mopp auch in einer Art Sieb komfortabel ausdrücken oder in einer Trommel ausschleudern. Einige Wischmopps verfügen über einen abnehmbaren, waschbaren Bezug.

Der Vorteil des Wischmopps liegt in seinem fransigen Bezug: Damit erreichen Sie auch Zimmerecken und wischen komfortabel um Möbel oder andere Hindernisse herum. Durch seine deutlich geringere Breite ist er allerdings weniger für große Bodenflächen geeignet. Vereinzelt gibt es sogar Fransenbezüge für Flachwischer.

VorteileNachteile
Effizienter Schmutzfang in den FransenDurch geringe Breite nicht für große Flächen geeignet
Meist waschmaschinengeeignet
Komfortables Auswringen oder Ausschleudern bei einigen Systemen

Darauf sollten Sie beim Kauf eines Bodenwischers achten

Das Angebot an Bodenwischern ist vielfältig. Um aus dieser Auswahl das richtige Modell zu finden, sollten Sie auf die folgenden Punkte achten, darunter die Stiellänge, das Material, die Breite des Wischkopfes, die Reinigungsleistung, den Bezug, Extras wie einen Eimer mit Sonderfunktion oder eine Spray-Funktion sowie das Produktgewicht.

Auf die Länge kommt es an

Bodenwischer sind so beliebt, weil sie das Reinigen der Böden vereinfachen und den Rücken schonen. Damit Sie sich nicht bücken müssen, braucht der Stiel des Wischers allerdings eine ausreichende Länge. Einige Modelle verfügen über einen Teleskopstiel, sodass Sie sie an Ihre Körpergröße anpassen können. Auf diese Weise müssen Sie nicht mehrere Wischer kaufen, damit alle Mitbewohner beim Reinemachen helfen können.

Aus welchem Material sollte der Wischer bestehen?

Bei den Wischern handelt es sich vielfach um Fasermischungen aus Baumwolle und Mikrofaser. Für die meisten Oberflächen sind diese Mischmaterialien geeignet. Auch bei lackiertem Parkett stellt die Nutzung von Wischaufsätzen mit Mikrofaser-Anteil kein Problem dar. Anders sieht das bei geölten Holzböden aus: Diese sind anfällig gegenüber Kratzern und kleinen Schnitten, hervorgerufen durch abgenutzte Mikrofasern. Auf diesen Oberflächen sollten Sie reine Baumwollaufsätze und nicht zu viel Wasser verwenden.

Breite des Wischkopfes

Die Breite des Wischkopfes entscheidet darüber, wie viele Bahnen Sie mit dem Nassreiniger über den Boden absolvieren müssen, damit alles glänzt. Dabei gilt: Der Wischkopf eines Flachwischers ist immer breiter als derjenige eines Wischmopps. Doch es gibt auch bei den einzelnen Typen Unterschiede. Vor allem bei Flachwischern kann die Breite des Wischkopfes stark variieren, beispielsweise zwischen 25 und 45 Zentimetern.

Reinigungsleistung

Die Reinigungsleistung des Bodenwischers wird natürlich vom Wischertyp beeinflusst. Auch die Breite des Wischkopfes ist nicht ganz ohne Einfluss. Fast noch wichtiger ist allerdings das Material des Bezugs. Mikrofaser nimmt zum Beispiel deutlich mehr Schmutz auf als ein Bezug aus reiner Baumwolle. Einige Böden lassen sich von Zeit zu Zeit sogar gänzlich ohne Reinigungsmittel, also nur mit einem Mikrofaserbezug reinigen. Das gilt beispielsweise für das Aufnehmen von Hausstaub. Je hochwertiger der Bezug ist, desto mehr Wasser nimmt er beim Eintauchen im Eimer auf und gibt es nur nach und nach beim Wischen ab. So bilden sich keine Pfützen und Sie sind nicht ständig damit beschäftigt, das Wasser aufzuwischen, anstatt den Boden zu säubern. In der Regel handelt es sich um Bezüge mit Baumwoll- und Mikrofaser-Anteil.

Vorteil von waschbaren Bezügen

Eignet sich der Bodenwischer für die Verwendung wiederbenutzbarer Bezüge, hat das gleich mehrere Vorteile: Ganz vorn dabei sind natürlich die Punkte Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein waschbarer Bezug wird in der Waschmaschine gereinigt und kann anschließend ganz normal wiederverwendet werden. Das reduziert Müll und spart Geld.

Natürlich können Sie auch Einwegtücher verwenden. Diese sind in der Regel bereits feucht, sodass Sie keinen Eimer mit Wasser füllen müssen. Dadurch sind Einwegbezüge ideal für die schnelle, kurze Reinigung zwischendurch. Bei großen Bodenflächen werden sie allerdings schnell unhandlich, da Sie im Vergleich zu viele davon für einen Reinigungsgang benötigen. Außerdem sind die Systeme meist nicht untereinander kompatibel, sodass die Ein- beziehungsweise Mehrwegtücher auf „fremden“ Bodenwischer-Systemen nicht halten.

Eimer mit Auswring- oder Schleuderfunktion?

Bei der Nutzung eines Bodenwischers ist die Verwendung eines Eimers sinnvoll. Auf diese Weise können Sie den Bezug reinigen, ohne jedes Mal zum Waschbecken laufen zu müssen. Im Eimer befinden sich das Putzwasser und etwas Reinigungsmittel. Einige Bodenwischer-Sets kommen auch mit einem Mechanismus zum Auswringen oder Schleudern des Bezugs daher. Während manche Eimer über eine mechanische Presse verfügen, die überflüssiges Wasser aus dem Bezug drückt, haben andere Modelle ein kleines Pedal an der Seite, welches das Schleudern des Wischkopfs auslöst und so überschüssiges Wasser mittels Fliehkraft aus dem Bezug drückt. Egal welche der beiden Funktionen Sie bevorzugen, Ihre Hände bleiben in jedem Fall trocken. Zudem können Sie relativ einfach bestimmen, wie feucht der Wischbezug sein soll. Das ist gerade bei nässeempfindlichen Bodenbelägen ein entscheidender Pluspunkt.

Bodenwischer mit Sprühfunktion

Bodenwischer mit Sprühfunktion sind die Alternative zu Wischern mit Eimer. Hier befindet sich das Reinigungswasser an einer kleinen Flasche am Stiel des Bodenwischers. Über einen Knopf oder Schalter am Griff des Stiels können Sie etwas Reinigungslösung auf den Boden vor dem Wischerkopf sprühen. Anschließend wischen Sie ganz normal darüber.

Bei diesen Bodenwischern verbrauchen Sie vergleichsweise wenig Reinigungswasser. Die Feuchtigkeit kann zudem sehr genau festgelegt werden. Dadurch eignen sich die Wischer vor allem für wasserempfindliche Bodenbeläge. Allerdings Seite ist ihre Reinigungsleistung oft deutlich geringer als bei Bodenwischern mit Eimer.

Wie viel wiegt ein Bodenwischer?

Bodenwischer sind in der ganzen Wohnung beziehungsweise dem ganzen Haus im Einsatz. Das heißt, Sie wischen nicht nur in einer Etage, sondern müssen den Bodenwischer auch über die Treppen in den nächsten Stock bringen. Je nachdem, wie häufig oder weit Sie den Bodenwischer tragen müssen, macht sich dessen Gewicht deutlich bemerkbar. Das Gewicht des Wassers im Wischeimer lassen wir bei der Betrachtung einmal außen vor. In der Regel wiegen Bodenwischer weniger als ein Kilogramm. Hinzu kommen der Eimer samt Wasser und Reinigungsmittel sowie potenziell eine Ausringhilfe. Einige Modelle wiegen nur etwa 750 Gramm. Hier lohnt sich ein Vergleich, vor allem wenn Sie einen leichten, aber robusten Bodenwischer suchen.

Tipps und Tricks für einen sauberen Boden

Die unterschiedlichen Bodenbeläge wie Fliesen, Laminat und Parkett haben verschiedene Anforderungen an die Reinigung. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie Sie mit welchem Boden umgehen sollten.

Gute Vorbereitung: Die Basis eines sauberen Bodens

Auf dem Boden sammeln sich nicht nur Staub und Haare, sondern auch anderer Schmutz, wie Erdreste, Abrieb der Sohlen oder Pfotenabdrücke. Zunächst heißt es daher: Aufräumen. Sammeln sie Spielzeug ein, Schuhe und alles andere, was vielleicht noch auf dem Boden liegt. Stellen Sie Stühle nach Möglichkeit hoch, sodass Sie diese beim Wischen später nicht umständlich zur Seite rücken müssen.

Anschließend gehen Sie erst einmal mit dem Staubsauger über den Boden. Dadurch beseitigen Sie losen Schmutz und Haare, die sich später im Wischbezug verfangen würden. Erst danach geht es ans eigentliche Wischen. Achten Sie darauf, nicht zu viel Wasser zu verwenden. Vor allem Holzboden und Laminat vertragen nur wenig Feuchtigkeit. Bei Bedarf wischen Sie einfach mit einem trockenen Bezug nach; so bleibt keine Nässe zurück.

Das richtige Reinigungsmittel

Die Auswahl an Reinigungsmitteln ist fast so vielseitig wie das Angebot an Bodenwischern. Allzweckreiniger sind am gängigsten – immerhin versprechen Sie einen Rundumschlag gegen verschiedene Arten von Schmutz und Fett: Sie taugen für die Bodenreinigung im Wohnzimmer, in der Küche und im Bad. Haben Sie keinen Allzweckreiniger im Haus oder möchten Sie Geld sparen, können Sie einen Blick in den Haushaltsschrank werfen. Oft finden sich dort einfache Reinigungslösungen.

Essig: Hierbei handelt es sich um einen wahren Alleskönner in Sachen Reinigung. Verdünnen Sie einfach Essig oder Essigessenz mit Wasser und verwenden Sie das Mittel anschließend zum Wischen glatter Böden. Essig ist so leistungsstark, dass er sogar Kalkrückstände beseitigt.

Spülmittel: Spülmittel haben wahrscheinlich alle zu Hause. Es löst die Verschmutzungen ähnlich gut wie viele Bodenreiniger und ist dabei deutlich günstiger.

Weichspüler: Sie fragen sich, wie Ihr Nachbar sein Laminat so glänzend bekommt? Vielleicht gibt er einfach etwas Weichspüler ins Wischwasser.

Kernseife: Dieses Hausmittel ist die perfekte Wahl zur Reinigung von Fliesen. Kernseife kann auch hartnäckige Verschmutzungen oder starke Verkrustungen beseitigen. Weichen Sie diese einfach mit etwas Seife und Wasser auf. Danach können Sie leicht mit einem Kunststoffspachtel entfernt werden. Nach dem Wischen sollten Sie allerdings noch einmal mit klarem Wasser nachwischen.

Alternativen zu manuellen Bodenwischern

Ist der Boden stark verschmutzt, können Sie über die Anschaffung eines Dampfreinigers nachdenken. Er erhitzt Wasser und gibt heißen Dampf aus, durch den der Schmutz ganz ohne Chemikalien eingeweicht wird und sich so viel einfacher löst. Beim Wischen nach der Dampfbehandlung nehmen Sie den Schmutz auf und erhalten als Ergebnis einen strahlenden, hygienischen Boden. Ein Dampfbesen kombiniert diese beiden Arbeitsschritte. Und mit einem Hartbodenreiniger sparen Sie sich die Vorbereitung des Bodens mit einem Staubsauger: Das Gerät vereint Saugen und Wischen in einem Arbeitsschritt.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Bodenwischer nicht selbst getestet.

Für die Kaufentscheidung sind unabhängige Testberichte eine gute Möglichkeit, um einen zusätzlichen Input zu erhalten. Im Dezember testete die Zeitschrift Haus & Garten Test insgesamt sechs Bodenwischer, darunter vier Flachwischer und zwei Wischmopps. Die Anforderungen der Tester sind deutlich: Ein guter Wischer sollte hochwertig verarbeitet und ergonomisch gestaltet sein. Zudem sollte er leicht und langlebig sein sowie gute Reinigungsergebnisse liefern. Verglichen wurden im Bodenwischer-Test Modelle von Leifheit, AtomiClean, Vileda, Meiko und Ha-Ra. Leifheit stellte dabei sowohl einen Flachwischer wie auch einen Wischmopp. Beide überzeugten mit ihrem Teleskopstiel, der sich als besonders rückenschonend erwies. Bezüglich der Wischbezüge punktete dagegen der Flachwischer von Ha-Ra. Acht verschiedene waschbare Bezüge gehörten zum Lieferumfang der getesteten Produkte.

Testsieger bei den Flachwischern ist das Modell Leifheit Clean Twist M Ergo. Einen strahlenden Boden garantiert auch der Preis-Leistungs-Sieger AtomiClean NX-1513. Bei den fransigen Wischmopps überzeugte das Modell Leifheit Clean Twist Disc Mop Ergo im Test.

Im Frühjahr 2020 führte der NDR ebenfalls einen Bodenwischer-Vergleich durch. Getestet wurden je ein Modell von Leifheit, Cleanmaxx, Spontex und Vileda. Die Produkte wurden sowohl von professionellen Reinigungskräften als auch von Privatanwendern begutachtet. Wirklich überzeugen konnte keines der getesteten Produkte. Jedes zeigte im Praxistest deutliche Schwächen. Einige verlangten viel Kraft, um getrocknete Verschmutzungen zu lösen, andere wirkten wenig hochwertig. Einen Testsieger gibt es in diesem Bodenwischer-Test daher nicht.

Annett

Annett

23.11.2020