Dutch Oven-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Dutch Oven können sowohl draußen als auch drinnen zum Einsatz kommen und eignen sich zum Kochen, Braten, Backen, Frittieren sowie Schmoren.
  • Glühende Kohlen oder Briketts werden auf den Deckel gelegt, damit der Gusseisentopf gleichmäßig erhitzt wird.
  • Vor der ersten Nutzung muss der Dutch Oven eingebrannt werden.
  • Der Dutch Oven ist ausschließlich mit heißem Wasser zu reinigen, da sonst die Patina beschädigt wird.

Dutch Oven: das Zeitlose All-in-One

Wer die Eigenschaften des Topfes unter die Lupe nimmt, merkt sofort, warum der Dutch Oven gerade für das Outdoor-Kochen so beliebt ist. Er ist sehr robust, wärmeleitend und vor allem hitzebeständig. Der Topf aus Gusseisen hat traditionell drei Beine, damit steht er im Unterschied zu vier Beinen auch auf unebenen Untergründen stabil. Sein Deckel ist flach und hat einen hochgezogenen Rand, um glühende Kohle darauf legen zu können. Das ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung der Hitze. Dadurch eignet sich der Dutch Oven zum Kochen, Braten und sogar zum Backen. Er ist also das All-in-One für das Lagerfeuer. Kombiniert mit seiner Langlebigkeit ist der Dutch Oven ideal für lange Reisen durch die Wildnis oder einfach für den Garten. Seine Wandelbarkeit gibt ihm auch im 21. Jahrhundert festen Halt.

Dutch Oven, Chuck Wagon Oven, Camp Oven, Potje oder einfach Dopf – Namen gibt es für den dickwandigen Topf aus Gusseisen viele und seine Geschichte verrät den Grund. Anfang des 18. Jahrhunderts brachte Abraham Darby das holländische Produktionsverfahren für Gusseisen nach England und nannte den damit hergestellten Topf damals bereits „Dutch Oven“. Der Dutch Oven war in den britischen Kolonien wie zum Beispiel Australien und Südafrika weit verbreitet. Am beliebtesten war er aber im 19. Jahrhundert in den USA, da sich der Topf perfekt für das Kochen im Freien eignet. Viele Amerikaner verbinden den Dutch Oven heute noch mit romantischen Vorstellungen von der naturnahen Lebensweise der ersten Siedler im Westen.

Dutch Baby im Dutch Oven?

Neben seiner Herkunft bringt der Name „Dutch Oven“ eine weitere wichtige Frage mit sich: Kann man im Dutch Oven auch ein Dutch Baby backen? Solange Sie eine gusseiserne Pfanne mit abnehmbarem Griff besitzen, die in den Dutch Oven passt, spricht nichts dagegen. Ein Dutch Baby ist immerhin nichts weiter ein Ofen-Pfannkuchen.

So funktioniert das Einbrennen des Dutch Oven

Das Einbrennen des Dutch Oven ist eine Voraussetzung für seine Nutzung. Durch das Einbrennen wird nämlich die Patina gebildet. Dabei handelt es sich um eine Fettschicht, die das Anbrennen der Speisen verhindert. Einige Dutch Oven können bereits eingebrannt gekauft werden. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen Sie das selbst durchführen. Der Vorgang ist aber relativ unkompliziert:

Reinigen

Dutch Oven kommen meist mit einer Rostschutzschicht. Reinigen Sie den Topf mit Wasser und Spülmittel, um diese zu entfernen. Nachdem der Dutch Oven getrocknet ist, kann der Einbrennprozess beginnen.

Einölen

Ölen Sie den Innenraum des Topfes samt Deckel mit einem Speiseöl ein. Es wird empfohlen dafür hoch erhitzbare Öle zu nutzen zum Beispiel Sonnenblumenöl. Wenn sich ein wenig Öl im Boden sammelt, sollten Sie dieses mit Küchenpapier abtupfen.

Einbrennen

Stellen Sie den Dutch Oven mit der Öffnung nach unten auf die Feuerstätte oder den Grill. Den Deckel können Sie auf den drei Beinen platzieren. Wenn Sie den Topf im Ofen einbrennen, sollte die Öffnung nach oben gerichtet sein. Der Deckel muss dann separat eingebrannt werden.

Der Hitzequelle Entnehmen

Nach ungefähr einer Stunde bei einer Mindesttemperatur von 200 Grad Celsius können Sie den Dutch Oven der Hitzequelle entnehmen. Der Innenraum sollte von einer mattglänzenden, tiefschwarzen Schicht überzogen sein. Das bedeutet, dass die Hitze das Öl erfolgreich zu Patina verwandelt hat.

Auskühlen

Lassen Sie den Dutch Oven auskühlen. Nun können Sie damit leckere Speisen zubereiten.

Tipps zum Einsatz des Dutch Oven

Zwar ist der gusseiserne Topf an sich schon ein sehr robustes, belastbares Utensil. Dennoch gibt es einige Tipps, mit denen Sie nicht nur seine Langlebigkeit gewährleisten, sondern auch seine Vielseitigkeit entdecken können.

Gleichmäßig erhitzen

Da sich ein Dutch Oven gleichmäßig erhitzen lässt, kann er auch als Ofen benutzt werden. Dank seines flachen Decks mit dem hochgezogenen Rand können glühende Kohlestücke oder Briketts auf den Deckel platziert werden. So wird der Topf von oben und von unten erhitzt, was eine gleichmäßige Garung Ihrer Speisen ermöglicht.

Üben Sie sich in Geduld

Auch beim Dopfen ist Geduld eine wichtige Tugend. Dank seines Materials wird der Dutch Oven relativ schnell erhitzt. Allerdings werden in ihm meist Speisen für mehrere Personen zubereitet. Das Garen solcher Mengen nimmt in der Regel etwas Zeit in Anspruch. Widerstehen Sie dabei dem Impuls, ständig den Deckel abzunehmen, um den Kochvorgang zu verfolgen oder am Essen zu schnuppern. So entweicht der wertvolle Dampf dem Topf und es besteht die Gefahr, dass Ihr Gericht zu trocken ausfällt. Außerdem fällt die Temperatur im Topf.

Der vielseitige Deckel

Der Deckel des Dutch Oven muss nicht nur für ein einheitliches Erscheinungsbild eingeölt werden. Er kann auch getrennt vom Dutch Oven als Pfanne genutzt werden. Sie können ihn einfach auf die Glut oder den Grill stellen. Dank der Patina muss er nicht eingeölt werden. Seien Sie allerdings vorsichtig, wenn Sie den Deckel vom Feuer nehmen, er wird nämlich sehr heiß.

Der Einsatzort

Ein Dutch Oven, der mit drei Beinen ausgestattet ist, kommt hauptsächlich draußen zum Einsatz. Dort kann er direkt auf die Glut oder den Grill gestellt werden. Wer seinen Topf in der Küche verwenden möchte, sollte zu einem Modell ohne Beine greifen. Dieses kann nämlich auch auf dem Herd oder im Ofen erhitzt werden.

Kochtemperatur

Je nach Gericht, Größe des Gusseisentopfs und Angabe des Herstellers variiert die ideale Temperatur. Die meisten Hersteller geben an, wie viele Briketts beziehungsweise Kohlestücke Sie verwenden sollten. Halten Sie sich an diese Empfehlung. Wenn Sie den Topf stärker erhitzen, geht es zwar wahrscheinlich schneller voran, unter Umständen stehen Sie dann aber vor einem Topf mit verbranntem Essen und lassen Ihre Gäste hungrig zurück.

Kalt und heiß: Eine schlechte Kombination

Einerseits ist der gusseiserne Topf sehr robust und hält einiges aus. Anderseits muss selbst er sich physikalischen Prozessen beugen. Somit sollten Sie vermeiden, kalte Flüssigkeiten in den heißen Dutch Oven zu gießen. Die Spannungen, die dadurch im Material entstehen, könnte ihn nämlich zerspringen lassen.

Schützen Sie die Patina

Bei den ersten Einsätzen sollten Sie keine stark säurehaltigen Speisen wie Tomatensauce zubereiten. Diese würden die Patina des Duch Oven beschädigen. Da sie sich aber mit jeder Benutzung verbessert, widersteht sie später auch solchen Lebensmitteln.

Vorsicht, heiß!

Der Dutch Oven wird während seiner Nutzung sehr stark erhitzt. Dementsprechend braucht er auch ein bisschen Zeit, bis er wieder abkühlt. Berühren Sie den Topf derweilen ausschließlich mit feuerfesten Handschuhen, einer Feuerzange oder dem Deckelheber.

Die wichtigsten Kaufkriterien

Der Dutch Oven ist im Prinzip ein sehr simples Utensil. Dennoch sollten Sie beim Kauf auf einige Kriterien achten, welche die Auswahl des passenden Topfs beeinflussen.

Die Art des Dutch Oven

Der traditionelle Dutch Oven hat drei Beine. Dank dieser kann er auf die Glut gestellt werden und heizt sich dort schnell auf. Sein flacher Deckel erlaubt es, die Kohle oder Briketts darauf zu platzieren, um den Camp Oven gleichmäßig zu erhitzen. Außerdem hat der Deckel meist ebenfalls drei Beine, die zum Einsatz kommen, wenn er als Pfanne verwendet wird. Für Käufer, die den Dutch Oven ausschließlich beim Campen oder einfach im Garten verwenden, ist diese Ausführung des Dutch Oven ideal. Wer damit in der Küche kochen möchte, sollte sich für einen Dutch Oven ohne Beine entscheiden. Der traditionelle Topf kann nämlich weder auf den Herd erhitzt werden, da die Kontaktfläche fehlt, noch in den Ofen, da er durch seine Beine oft zu groß ist.

 Ein Dutch Oven ohne Beine kann sogar auf Induktionsherden erhitzt werden. Allerdings ist dieser nicht nur als Drinnen-Topf zu verstehen. Er kann auch im Freien benutzt werden. Dazu benötigen Sie einen Ständer, der beim Kauf oft mitgeliefert wird. Alternativ können Sie den Dutch Oven auch über die Feuerstelle hängen.

Dutch Oven sind in der Regel rund. Einige Hersteller produzieren auch rechteckige Modelle, die in der Regel keine Beine haben. Dutch Ovens mit dieser Form passen besser in den Backofen. Abgesehen davon haben sie im Vergleich zu runden Modellen weder Vor- noch Nachteile.

Die Größe

Ein großer Dutch Oven braucht zu lange, wenn nur für zwei Personen gekocht wird. Ein kleiner hingegen reicht nicht aus, um eine große Runde satt zu machen. Dementsprechend sollte Sie beim Kauf auf das Fassungsvermögen achten. Dies wird für gewöhnlich in Litern angegeben. Gerade bei Modellen aus den Vereinigten Staaten werden auch Quart benutzt. Ein Liter entspricht etwa 1,07 Quart. Der Unterschied ist also relativ gering. Sie können die angemessene Größe schätzen, indem Sie erst definieren, wie viele Personen Sie bekochen möchten. Die Literangabe entspricht mehr oder weniger der Personenzahl, für die damit gekocht werden kann. Also ist mit ungefähr einem Liter pro Person zu rechnen.

Zu bedenken ist ebenfalls, dass Gusseisen ein hohes Gewicht mitbringt. Ein großer Dutch Oven ist in der Handhabung also etwas schwerer. Umso mehr ist dies der Fall, wenn er voll mit Essen ist. Wer für viele Gäste kocht, muss also mehrmals mehrere Kilogramm anheben.

Das Material

Dutch Oven bestehen aus Gusseisen. Ein anderes Material sollte, auch wenn es angeboten wird, nicht infrage kommen. Dennoch ist Dopf nicht gleich Dopf. Es ist bei der Auswahl zu beachten, dass der Dutch Oven überall gleich dick ist. Sonst besteht die Gefahr, dass er ungleich erhitzt wird. So wird sein größter Vorteil annulliert. Es lohnt sich ebenfalls, einen kurzen Blick auf die Beine und die Griffe des Oven zu werfen. Wenn sie zu dünn sind, könnten diese bei hoher Temperatur abbrechen, auch wenn sie aus Gusseisen gefertigt sind.

Das Zubehör

Viel Zubehör beinhalten Dutch Oven beim Kauf in der Regel nicht. Meistens gibt es dazu eine Tasche, die den Transport erleichtert, und einen Deckelheber, um den heißen Deckel anzuheben. Selten gibt es Dutch Oven mit Thermometereinführung. Töpfe ohne Beine werden meist mit einem Gestell für das Kochen auf der Glut geliefert.

Es gibt außerdem einige Utensilien, die die Handhabung des Dutch Oven erleichtern und sicherer machen. Dazu gehören feuerfeste Handschuhe, mit denen Sie den heißen Topf bewegen oder den Deckel anheben können. Eine Feuerzange ist ebenfalls von Vorteil. Damit können Sie die Glut oder die Briketts genau dort platzieren, wo Sie diese zum gleichmäßigen Erhitzen des Dutch Oven brauchen.

Der Preis

Merkmale wie die Größe, die Verarbeitungsqualität und der Hersteller sind für den Preis eines Dutch Oven entscheidend. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 40 und 180 Euro. Bereits für 40 Euro sind Modelle erhältlich, die den wichtigsten Kaufkriterien gerecht werden. Es gibt zwar auch Dutch Oven zu einem Preis von gerade einmal 20 Euro. Die Verarbeitungsqualität ist aber oft mangelhaft. Zu den bekanntesten Herstellern gehören Petromax, Big BBQ, Camp Chef und BBQ-Toro. Ihre Produkte befinden sich in der höheren Preisklasse. Dafür haben sie aber meist die besten Bewertungen.

Reinigung, Wartung und Lagerung: Was ist zu beachten?

Gusseisen ist ein sehr langlebiges Material. Ihr Dutch Oven kann Ihnen daher viele Jahre Freude machen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie ihn richtig behandeln und pflegen.

Pflege

Einer der wichtigsten Aspekte des Topfes ist seine Patina. Idealerweise ölen Sie nach jedem Gebrauch den Innenraum etwas nach. So wird die Patina bei jeder Nutzung gestärkt. Wenn sie irgendwann teilweise oder ganz beschädigt ist, sollte der Dutch Oven vor dem nächsten Einsatz noch einmal neu eingebrannt werden.

Reinigung

Der wichtigste Hinweis zur Reinigung ist, dass kein Spülmittel verwendet werden darf. Dies kann die Patina beschädigen und hinterlässt einen unangenehmen Geschmack. Stattdessen sollten Sie heißes Wasser nutzen. Lassen Sie die Reste darin einweichen. Wenn das Wasser abgekühlt ist, können Sie den Topf einfach mit einem Holzschaber und einem Schwamm reinigen.

Lagerung

Der Dutch Oven soll am besten an einem trockenen Ort gelagert werden. Durch dauerhafte Feuchtigkeit kann er anfangen zu rosten. Außerdem sollte der gusseiserne Topf nicht mit geschlossenem Deckel aufbewahrt werden. Es ist wichtig eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Sie können zum Beispiel etwas gefaltetes Küchenpapier zwischen dem Deckel und dem Topf einklemmen. Da der Dutch Oven nicht mit Spülmittel gereinigt wird, verbleiben Ölreste im Topf. Diese werden zum Teil der Patina. Wenn die Luft nicht zirkulieren kann, besteht die Gefahr, dass das Öl ranzig wird. In diesem Fall muss der Dutch Oven neu eingebrannt werden.

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich. Wir haben die Dutch Oven nicht selbst getestet.

Im Juni 2017 vergaben die Produktanbieter von ofenseite.com drei Dutch Oven an externe Tester, die die Gusseisentöpfe einem Praxistest unterzogen. Bei den drei getesteten Produkten handelt es sich um die Modellvarianten ft3, ft4.5 und ft6 des Petromax Feuertopfes. Den Testern war es freigestellt, welches Testverfahren sie anwenden; die Qualität der Feuertöpfe durften sie anhand eigener Rezepte testen.

Der Petromax Feuertopf ft3 ist im Test als Fritteuse genutzt worden. Es ist dem Tester zufolge gelungen, den Gusseisentopf auf hohe Temperaturen zu erwärmen und Öl zum Kochen zu bringen. Der Dutch Oven hat den Test ohne Beschädigungen überstanden und eignet sich sehr gut zum Frittieren. Zudem pflegt das Öl die Patina und schützt sie vor säurehaltigen Nahrungsmitteln.

Der Tester des Petromax Feuertopfes ft4.5 nutzte das Kochutensil, um Brot zu backen, Fleisch zu braten und Gulasch zu schmoren. Für alle drei Speisen eignet sich der Gusseisentopf sehr gut, da er die Hitze optimal verteilt. Der Topf lässt sich anschließend mit einem feuchten Schwamm auswischen. Die Oberfläche kann jederzeit mit einer speziellen Einbrennpaste nachgebessert werden.

Auch der Petromax Feuertopf ft6 wurde für gut befunden. Im Test machten die Redakteure einen Nudelauflauf und nutzten den Gusseisentopf im Ofen. Hier überzeugte er die Tester ebenfalls mit optimalen Ergebnissen.

Das ETM Testmagazin veröffentlichte 2016 einen Artikel zu einem Dutch Oven von LANDMANN. Der Topf lässt sich zur Zubereitung diverser Speisen nutzen. Er wird direkt über die Glut des Feuers gestellt und kann mithilfe des festverschließbaren Deckels als Ofen verwendet werden.

Jakovos Kastanis

Jakovos Kastanis

23.11.2020