Stabstaubsauger-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Es gibt Stabstaubsaugermodelle mit und ohne Schmutzbeutel.
  • Bei dieser Bauform ist der Schmutzfang am Stiel angebracht.
  • Die Mehrzahl der Geräte arbeitet mit einem Akku, was den Bewegungsradius erhöht und eine Steckdose in der Nähe überflüssig macht.
  • Der Motor ist ebenfalls direkt am Stiel angebracht. Das macht das Gerät besonders handlich.

Gründe für den Kauf eines Stabstaubsaugers

Die Hausarbeit ist eine zeitaufwendige und bei vielen Wohnungs- und Hauseigentümern durchaus unbeliebte Aufgabe. Doch um den Haushalt in einem sauberen und gepflegten Zustand zu erhalten, müssen Krümel, Haare, Hautschuppen und Staub regelmäßig weichen. Ein Staubsauger erleichtert die gründliche Reinigung von glatten Böden aus PVC, Stein und Fliesen sowie von Teppichen, Treppenstufen und Polstern.

Stabstaubsauger, auch Stabsauger, Handstaubsauger, Handsauger, Stielstaubsauger, Stielsauger, Akkustaubsauger oder Akkusauger genannt, sind flexibler und einfacher einsetzbar als klassische Staubsauger. Im Gegensatz zu einem klassischen Staubsauger führt der Nutzer nicht das Rohr mit der Bodendüse über die zu reinigenden Oberflächen und zieht einen Schlitten mit Motor und Staubbehälter hinter sich her. Stattdessen ist bei einem Stabstaubsauger sowohl der Motor als auch der Staubbehälter am Rohr angebracht. Anwender schieben das Gerät in aufrechter Körperhaltung vor sich her, was sehr rückenschonend ist. Diese Geräte sind durch ihre kompakte Bauweise besonders leicht. Sie spielen ihr Potenzial vor allem dort aus, wo keine Steckdose in der Nähe ist. Dank Akku sind diese Staubsaugermodelle flexibel einsetzbar. Allerdings sind ihre Einsatzdauer und somit die damit zu reinigende Fläche durch die Akkulaufzeit begrenzt. Bei voller Saugleistung halten die kabellosen Sauger selten mehr als zwanzig Minuten beziehungsweise durchschnittlich 60 Quadratmeter durch. Für kleine Wohnungen oder lokale Verschmutzungsherde sind sie ausreichend, für große Wohnflächen sind sie jedoch eher nicht geeignet. Auch bis zum nächsten Einsatz müssen Anwender mitunter lange auf das Gerät verzichten. Die Ladezyklen betragen je nach Modell zwischen zweieinhalb und sechs Stunden. Wir fassen die Vor- und Nachteile der Stabstaubsauger-Modelle noch einmal zusammen:

Vorteile Nachteile
Handlich und leicht Kurze Akkulaufzeit
Viele Modelle können als Handsauger verwendet werden Nur für kleine Wohnungen geeignet
Keine Steckdose während des Betriebs notwendig Beutellose Geräte beim Entleeren problematisch für Allergiker
Bei kabellosen Modellen entfallen Folgekosten für den Beutelkauf Leistung bleibt teilweise unter der eines klassischen Staubsaugers zurück
Einige Modelle sind für spezielle Aufgaben konzipiert und können etwa Tierhaare besonders gut aufsaugen

Die Kaufkriterien

Stabstaubsauger unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Saugleistung und Betriebsart (Akku- oder Netzbetreib) sowie darin, ob sie mit Staubbeutel oder beutellosen Auffangbehältern arbeiten. Wir fassen die wichtigsten Kaufkriterien zusammen.

Mit Staubbeutel oder beutellos

Mit und ohne Filter

Grob gesagt gibt es zwei verschiedene Varianten beim Thema Staubbehälter. Wie auch die klassischen Staubsauger sind Stabsauger sowohl als Modelle mit Staubbeutel (aus Papier oder Viles) als auch als solche mit beutellosen Auffangbehältern erhältlich. Erstere Variante ist bequemer und verursacht weniger Dreck. Der Beutel wird einfach entnommen, in den Restmüll gegeben und durch einen neuen Beutel ersetzt. Auf Dauer geht das Nachkaufen der Beutel allerdings ins Geld, zudem ist das Entleeren des beutellosen Tanks direkt in den Restmüll umweltfreundlicher. Allerdings sollte dies stets außerhalb der Wohnung geschehen, um die Staubbelastung möglichst gering zu halten.

Vorzüge und Nachteile der jeweiligen Staubsauger-Varianten.
Staubsauger mit Beutel Staubsauger ohne Beutel
Oftmals bessere Saugleistung Bessere Filterung der Luft
Geringeres Betriebsgeräusch Wegfall von Beuteln schont Portemonnaie und Umwelt
Geringerer Anschaffungspreis Geringes Eigengewicht
Weniger wartungsanfällig Füllstand oft durch durchsichtigen Schmutztank einsehbar

Geruchsarm

In der Regel etwas teurer in der Anschaffung

Etwas lauter als Varianten mit Beutel

HEPA

Die Abkürzung steht für „High Efficiency Particulate Air“ (deutsch: hocheffizient gegen Teilchen in der Luft). Normale Filter arbeiten eher wie ein Küchensieb und sorgen dafür, dass gröbere Schmutzpartikel den Staubsauger nicht wieder über die Abluft verlassen. Der HEPA-Standard bedeutet, dass auch sehr kleine Partikel, wie Feinstaub, Pollen oder Milben, aus der Abluft herausgefiltert werden. Empfindliche Personen sollten daher auf eine hohe Filter-Klasse achten.

In der folgenden Tabelle stellen wir die Unterschiede zwischen den verschiedenen Filter-Klassen bei HEPA-Filtern vor. Die HEPA-Filter der Stufe E14 kommen dort zum Einsatz, wo besondere hygienische Anforderungen gelten, beispielsweise in OP-Sälen, Forschungslaboren oder auf Quarantänestationen.

Filterklasse Abscheidegrad (in Prozent) Abscheidegrad (bei 1.000.000 Partikeln)
E10 Höher als 85 % > 850.000 Partikel
E11 Höher als 95 % > 950.000 Partikel
E12 Höher als 99,5 % > 995.000 Partikel
E13 Höher als 99,95 % > 999.500 Partikel
E14 Höher als 99,995 % > 999.995 Partikel

Je höher die Klasse, desto mehr Partikel verbleiben im Filter.

Lautstärke: geräuscharm ist besser

Lautstaerke

Die Betriebslautstärke eines Stabstaubsaugers ist ein wichtiges Kaufkriterium. Ist das Gerät sehr laut, beansprucht das die Nerven aller im Haushalt lebenden Personen. Nicht zu vergessen sind dabei die vierbeinigen Mitbewohner: Hunde und Katzen haben besonders empfindliche Ohren und suchen nicht ohne Grund das Weite, sobald Frauchen oder Herrchen anfangen, den Boden von Staub zu befreien. Das Umweltbundesamt empfiehlt Saugermodelle mit 70 Dezibel (dB) oder weniger. Vor allem beutellose Varianten sind vergleichsweise laut. Sie weisen ein Betriebsgeräusch von etwa 77 bis 87 dB auf. Nutzer sollten bedenken, dass zehn zusätzliche Dezibel einer Verdopplung der Lautstärke entsprechen.

Größe und Gewicht: hier ist weniger mehr

groesse und gewicht

Ein geringes Gesamtgewicht ist vor allem dann wichtig, wenn Kaufinteressenten planen, den Stabstaubsauger in mehreren Räumen oder sogar mehreren Etagen einer Wohnung oder eines Hauses einzusetzen. Sonst wird das Schleppen zwischen Keller, Erdgeschoss und Schlafebene schnell zur Qual. Der Großteil der Modelle fällt durch sein angenehm geringes Gewicht von 2,5 bis 4,0 Kilogramm positiv auf. Bei der Größe gilt: Anwender sollten das Gerät bequem bedienen können, ohne sich etwa bücken zu müssen. Höhenverstellbare Saugrohre machen die Verwendung für so gut wie jedermann möglich.

Die Energieeffizienz

Viele Haushaltsgeräte müssen mit einem einheitlichen Energielabel in den Handel gebracht werden. So können europäische Verbraucher direkt ablesen, wie viel Watt ein Gerät verbraucht und wie das Modell im Vergleich zu Konkurrenz-Geräten abschneidet. Bei Staubsaugern wurde die Pflicht Anfang 2019 nach einer Klage von Dyson gekippt. Hintergrund: Das Ergebnis wurde mit Modellen mit einem leeren Staubbeutel erhoben. Dadurch würden beutellose Modelle generell benachteiligt. Staubsauger dürfen, solange es keine Richtlinie gibt, wieder ohne diese Kennzeichnung in Handel gebracht werden. Kunden können deshalb die Watt-Angaben vergleichen, um herauszufinden, welchen Einfluss die Benutzung auf ihre Stromrechnung hat.

Zubehör: Düsen, Borstenaufsätze und Co.

Durch das Abnehmen des großen Saugrohres lassen sich viele Modelle dank diverser Aufsätze zu Handsaugern umfunktionieren. Auf diese Weise ist beispielsweise das Reinigen von Treppenstufen besonders einfach. Düsen sowie kleine Fugendüsen helfen, Schmutz aus engen Ritzen zu bekommen. Borstenaufsätze sind für das Säubern von Teppichen und empfindlichen Oberflächen wie einer Laptoptastatur geeignet. Lufterfrischer, sogenannte Duftsticks, können unangenehme Gerüche reduzieren oder sogar neutralisieren.

Wandhalterung: Sicheres Verstauen und schnelle Einsatzbereitschaft

Einige Systeme werden mit einer passenden Wandhalterung ausgeliefert. So kann der Sauger ordentlich in einer unauffälligen Ecke verstaut werden. Herkömmliche Staubsauger stehen oftmals im Weg oder werden wenig ordentlich in einen Putzschrank verbannt.

Betrieb, Reinigung & Pflege

Generell ist für den reibungslosen Betrieb eines Stabstaubsaugers keine besondere Pflege notwendig. Falls Sie ein Modell mit Beutel besitzen, öffnen Sie einfach das Gerät und entsorgen sie den Beutel im Restmüll. Bei beutellosen Modellen empfiehlt es sich, das gesamte Gerät aus der Wohnung zu nehmen und den Staubbehälter direkt über der Mülltonne zu öffnen und zu entleeren. Einige Modelle verfügen über einen Behälter mit Deckel, sodass nur der Tank mit vor die Tür genommen werden muss. Vor allem wenn Mitbewohner oder Haustiere unter einer Staub- oder Hausmilbenallergie beziehungsweise Asthma leiden, ist dieses Vorgehen zu empfehlen. Sie können den Tank bei Bedarf zusätzlich feucht auswischen oder mit klarem Wasser ausspülen. Achten Sie dabei darauf, dass alle Bauteile vollständig getrocknet sind, bevor sie den Stabstaubsauger wieder in Betrieb nehmen. Von Zeit zu Zeit ist es auch sinnvoll, die Einzelteile auf Verschmutzungen zu prüfen: Die Bodendüse kann man mit den Fingern oder einem alten Kamm von Staubfuseln und Haaren befreien.

Tipp: Was tun bei verstopftem Staubsauger-Rohr?

Bei Verstopfungen im Rohr können Sie versuchen, diese mit einem Besenstiel vorsichtig zu entfernen. Bringt diese Methode keinen Erfolg, probieren Sie, ob sich das Rohr komplett abnehmen lässt. In diesem Fall können Sie es beispielsweise in einer Badewanne einweichen und anschließend mit fließendem Wasser ausspülen. Auch hier gilt: Alles gut trocknen lassen, bevor Sie den Sauger wieder in Betrieb nehmen.

Ob die einzelnen Filter, beispielsweise der Hauptfilter und der Motornachfilter mit kaltem Wasser angespült werden können oder ob Sie diese regelmäßig entsorgen und durch neue Filter ersetzen müssen, hängt vom konkreten Saugermodell ab. Konsultieren Sie die Bedienungsanleitung, um Schäden zu vermeiden.

Kann ein Stabstaubsauger Wasser aufsaugen?

Hier sollten Nutzer besondere Vorsicht walten lassen und in die Betriebsanleitung schauen. Nur die wenigsten Modelle sind darauf ausgelegt, Wasser und andere Flüssigkeiten aufzunehmen. Saugen Sie Flüssigkeiten mit einem Trockensauger auf, können Motor und Elektrik Schaden nehmen; es kann zu einem Kurzschluss kommen. Achten Sie deshalb vor dem Kauf darauf, ob die zur Auswahl stehenden Geräte diese Funktion unterstützen. Kleine Mengen sind in der Regel unkritisch, aber die Menge eines Wasserglases kann zum Problem werden.

Welche Markenhersteller vertreiben Stabstaubsauger?

Es gibt eine Reihe von Anbietern, die diese Akku-Stabstaubsauger im Angebot haben:

  • Bosch
  • AEG
  • Dyson
  • Philips
  • Miele
  • Electrolux
  • Dirt Devil

Weiterführende Testberichte

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen reinen Vergleich von Stabstaubsaugern. Wir haben die vorgestellten Produkte aus Gründen der Verfüg- und Machbarkeit keinem Test unterzogen.

Nutzer, die nach weiteren Testberichten suchen, werden bei der Stiftung Warentest fündig. Ein aktueller Staubsauger-Test aus dem Juni 2019 umfasst 106 Modelle. Klassische Staubsauger kategorisiert die Stiftung Warentest als „Bodenstaubsauger“. Hier wird im Test noch einmal zwischen Modellen mit und solchen ohne Beutel unterschieden. Die Stabstaubsauger werden in diesem Test als „Akku-Staubsauger“ kategorisiert. Testsieger in dieser Kategorie ist der Bosch BSS1A114 Pro Power. Die Tester stellten heraus, dass das Gerät fast an die Leistung eines klassischen Bodenstaubsaugers mit Schlitten heranreicht. Gelobt wird die als überdurchschnittlich bewertete Effizienz bei der Entfernung von Haustierhaaren. Hier liegt das Gerät aus dem Hause Bosch noch vor den Bodensaugern. Bemängelt wird die vergleichsweise geringe Akkulaufzeit. Es handelt sich allerdings um ein kategoriespezifisches Problem. Nach 15 Minuten auf höchster Saugstufe ging im Test der Akku zur Neige. Daher sind die Geräte für das spontane Aufsaugen von Verschmutzungen in Wohnungen von bis zu etwa 60 Quadratmeter geeignet. Nutzer, die größere Flächenreinigen wollen, sollten sich eher nach Bodensaugern mit Kabelanschluss umsehen. Die Saugeigenschaften und die Sicherheitsmerkmale des Modells von Bosch bewerteten die Tester mit der Note „gut“. Die Haltbarkeit des Gerätes schätzen sie als „sehr gut“ ein.

Dicht dahinter auf dem zweiten Platz landet das Modell Dyson SV12G Cyclone V10. Wie das Modell von Bosch erhielt das Gerät die Testnote „befriedigend“. Mit etwas größerem Abstand folgt das Modell AEG FX9-1-ANIM. Aufgrund einer im Vergleich zu den zwei zuvor vorgestellten Geräten lediglich ausreichenden Saugleistung, erhielt es, wie fünf weitere Modelle im Test, lediglich die Note „ausreichend“. Zwei weitere Modelle wurden mit der Testnote „mangelhaft“ abgestraft.

Niklas Gollan

Niklas Gollan

23.11.2020